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Mongofünf – 'Das letzte Bisschen Heilanstalt'
Label: Website Tiefdruck-Musik
Produzent: Jan-Martin Schlotterbeck, Toshi T.
Release: 25. August 2006
Spielzeit: 41:49 Minuten

Mongofünf – 'Das letzte Bisschen Heilanstalt'Aus Köln kommen die Herren Sattler, Schlotterbeck, Schwartz, Toshek und Tutt und zusammen bilden sie die Mongofünf. Was die Jungs mit ihrem Debüt 'Das letzte Bisschen Heilanstalt' hier vorlegen, ist unglaublich. Musikalisch ist es in keine Schublade zu stecken. Sie selber bezeichnen ihren Stil als einen Mix aus New Wave, Glam und Hardcore. Es ist einfach derart unterschiedlich, so dass man sich nicht festlegen möchte. Der Opener 'Restromantik' fegt einen an die Wand und zeigt, womit man es hier zu tun hat. Teilweise mag man fast an die Tage der ersten System Of A Down-Releases denken. Doch legen die Kölner hier keine Kopie ab, sondern drücken dem Sound ihren ganz eigenen Stempel auf. Verwirrend, chaotisch und ohne Struktur, so mag man vielleicht die Songs zu Anfang beschreiben. Spätestens nach dem dritten Durchlauf erkennt man aber die durchkomponierte Struktur und das große Potential, welches dahinter steckt. Der folgende Track mit dem eigenwilligen Titel 'Der Mann, der mit den Füßen spricht' schließt dann nahtlos an und setzt sich mit seiner markanten Melodie direkt mal im Gehörgang fest. Ein weiteres Highlight der Platte ist 'Meine sehr verehrten Damen und Herren, verbietet mich!'. Hier verbindet Sänger Sattler cleane Vocals mit Schreiparts und Drummer Schwartz trommelt sich die Seele aus dem Leib, während die Gitarristen Schlotterbeck und Toshek und Bassist Tutt ordentlich an den Saiten zupfen. Und dann passiert es. Mitten im Song ein Break und da ist er, der Part, der so auch auf einem System Of A Down Album hätte auftauchen können. Hier wird einem kaum Ruhe gegönnt. Jedes Anzeichen von langsameren Parts wird in Sekundenschnelle durch Ausbrüche seitens der Band im Keim erstickt.
Man könnte jeden Song hier im Detail beschreiben, da jeder für sich ein eigenes Kunstwerk ist. Allesamt sind sie komplex aufgebaut und perfekt eingespielt. 'Ein oder mehrere Buhmänner' zum Beispiel haut einen in den ersten Sekunden schon vom Stuhl und lässt einem nicht einmal die Gelegenheit wieder aufzustehen. Songs wie 'Wo ist Gwen Stefani, wenn man sie wirklich braucht?' zeigen dann noch die Stimmgewalt Sattlers, der teilweise gewisse Ähnlichkeiten zum Muse-Frontmann Matthew Bellamy aufweist, diese aber im nächsten Moment durch emotinale Ausbrüche in Form von brutalem Geschrei wieder revidiert.
Die deutschen Texte tun dem Ganzen keinen Abbruch. Anspruchsvoll zwischen Größenwahn und versteckter Sozialkritik, verpackt in schönen Metaphern wissen diese zu überzeugen.
Auch die Produktion lässt keine Wünsche offen. Wenn man bedenkt, dass alles in Eigenproduktion entstanden ist, ist das schon sehr beachtlich. Ein durch und durch fetter Sound ohne Einbrüche und Schwächen wird hier geboten und rundet das Gesamtpaket zu einem bemerkenswerten Debüt ab.
Jedem, der mit Musik abseits der Norm etwas anfangen kann, und anderen Neugierigen sei diese Platte somit wärmstens ans Herz gelegt!

Tracklist – 'Das Letzte Bisschen Heilanstalt':

01. 'Restromantik'
02. 'Alles wird gut'
03. 'Der Mann, der Mit den Füßen spricht'
04. 'Die Herren der Welt'
05. 'Böser Hund'
06. 'Meine sehr verehrten Damen und Herren, verbietet mich!'
07. 'Kleines Stück'
08. 'Auch Ann-Sophie'
09. 'Ein oder mehrere Buhmänner'
10. 'Die Liebe liegt in Ost-Südwestia'
11. 'Wo ist Gwen Stefani, wenn man sie wirklich braucht?'
12. 'Tanz´ für mich'
13. 'Die Attacke der Individualverformer'

Mehr Info:
Website Mongofünf
Mongofünf @MySpace.com
Autor: Alexander Greve