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zum Mag! Aber gerade gönnt sich 'Alternate Eve' eine verdiente Pause! Den nächsten Sendetermin erfahrt ihr demnächst an dieser Stelle!
The End – 'Elementary'
Label: Relapse Records (SPV)
Produzent: k.a.
Release: 09. Februar 2007
Spielzeit: 51:10 Minuten

The End – 'Elementary'''Musik ist so eine Sache, die ohne Theorie UND Praxis nicht auskommt. Theoretisch gesehen, ist die Musik eine Sache, die eine mathematische Grundlage hat. Alles basiert auf 4er/8er oder 3er/6er-Unterteilung, Taktinhalte kann man berechnen und zählen muss man sowieso immer. Tonintervalle unterliegen festgelegten Abständen, die irgendwann mal anhand der Tonfrequenzen festgelegt worden sind. Diese Intervalle wurden wiederum unterteilt in ‚wohlklingend’ und ‚klingt scheisse’. Wer sich aber als Musiker um solche Sachen Gedanken macht, der kann darüber wahnsinnig werden. Und Spaß macht es auch keinen mehr. Songs entstehen nämlich aus dem Bauch und dem Kopf heraus und nicht als Produkt einer wissenschaftlichen Formel. Das heißt aber nicht, dass man als Musiker nicht innerhalb des Gefühls (und damit theoretisch auch innerhalb der Mathematik) spielen kann. Mathcore ist eine Musikrichtung, die eben diese Grenzen auslotet und sich dort bewegt, wo das normale Ohr und das normale Rhythmusgefühl (das uns ja im Prinzip antrainiert worden ist) aufhört, den Song zu verstehen. Normal sind im Mathcore ungerade Takte, also 5/4, 7/8, 9/8, 11/8, 13/8 und was es da nicht noch so alles gibt. Und die Akkorde und Melodien klingen auch nicht immer so, wie man das vielleicht gewohnt ist. Umgesetzt wird das alles dann mit ordentlich Kettensäge und Schiessbude – Metal eben. Tool und The Dillinger Escape Plan sind so Fälle von Bands jenseits des allgemein empfundenen ‚normalen’ Rhythmusgefühls. Eine Band, die das alles auch verdammt gut drauf hat, jedoch etwas durchschaubarer ist als The Dillinger Escape Plan, ist, wie wir im Folgenden feststellen werden, The End!
The End kommen aus Brampton in Ontario, Kanada. Die fünf Mann - Sänger Aaron Wolff, die Gitarristen Steve Watson und Andrew Hercules, Bassist Sean Dooley und Drummer Anthony Salajko - sind schon seit 2002 bei Relapse Records unter Vertrag, mit 'Elementary' geben sie aber erst ihr drittes Release bei dem amerikanischen Label ab.
'Elementary' startet mit 'Dangerous', einem sehr unheimlichen, atmosphärischen und druckvollen Lied, das sich in seinen 6.08 Minuten durch verschiedene Rhythmen und Metren (4/4, 6/4 und 5/4) schraubt. Die Komposition ist dadurch verdammt komplex, man wird den einen oder anderen Anlauf brauchen, um sich in dem Song zu recht zu finden.
Der nachfolgende Brecher mit Namen 'The Never Ever Aftermath' ist der erste Höhepunkt der CD. Im straigthen 5/4-Takt versteht The End hier trotzdem irgendwie zu grooven und bietet seinem Frontmann eine perfekte Grundlage für seine dessen Darbietung in Sachen Perfektion. Aaron ist ein stimmgewaltiger Mann, der mehr kann als nur das Mikro anzuschreien. Hier entfaltet er alles, was seine Stimme zu leisten vermag. Starke Gesangslinien machen aus diesem Song einen echten Hinhörer!
'Animal' beginnt krank. Dissonanz und ein böser Aaron, erstmals hohes Tempo und ein auf die Betonungen geslappter Bass, der das Ganze noch mal bissiger macht – dann unvermittelt wieder ein richtig gut gemachter Gesangspart. Viel mehr hat dieser Song nicht und dauert trotzdem dreieinhalb Minuten. Wer sich Mathcore anhört, erwartet folglich auch keine Songabläufe nach Schema F!
'The Moth And I' ist der erste wirklich ruhige Song auf der Platte. Ein langgezogenes Intro und dann keine wirkliche Steigerung, trotzdem ein gelungenes Stück!
Song Nummer Fünf schwimmt sehr stark im Kielwasser von Tool. Doch bietet 'Throwing Stones' grundsätzlich Qualitäten, die hausgemacht sind. So überzeugt die Gruppe hier neben straighten Riffs in der Strophe auch mit einem wieder mal sehr fetten Chorus!
'My Abyss' kommt mit Taktvariationen in allen erdenklichen Formen am laufenden Band daher. Mitzählen schwerstens empfohlen! Starkes Songgewand, starker Aaron, starker Ablauf, Spitzensong!
Das kürzeste Stück dieser Scheibe ist der folgende Song 'Awake'. Mit 3:43 Minuten liegt er eineinhalb Minuten unter dem Durchschnitt. Genau wie bei 'Animal' geht es hier wild zu. Der Knüppel tanzt über die komplette Distanz – mehr passiert hier nicht. Perfekt!
'A Fell Wind' ist kein Song. Eher eine Verlängerung der CD. Eine unnötige Geräuschkulisse ohne ein Ziel – überflüssig.
Dafür bekommt man dann mit 'In Distress' wieder gehörig den Arsch versohlt. Im Zwischenteil findet dann wieder eine nette Wendung statt, wie sie für die Songs auf dem Album typisch ist. The End kippt das Thema immer und sehr oft findet man sich innerhalb der Songs plötzlich an ganz anderen Stellen wieder als man es erwartet hätte. In der Regel bringt die Band einen wieder auf Kurs zurück, aber größtenteils lässt sie einen im Dunkel stehen. In diesem Fall ein Sachverhalt, den man gerne in Kauf nimmt.
'Elementary' endet gediegen und großartig mit 'And Always…'. Aaron zeigt mit diesem Song nochmals ganz klar auf, was er drauf hat. Über die kompletten mehr als neun Minuten dominiert alleine er und setzt dem Stück seinen Stempel auf. 'And Always…' ist das wärmste Stück der ganzen Scheibe und das perfekte Ende einer ziemlich perfekten CD. Das Gute ist, dass man weiß, dass die Songs schon sehr stark ‚berechnet’ sind, es aber dennoch nicht so sehr fühlt. Gefühl steckt da drin und davon ganz viel. Note eins! Was zu beweisen war …

Tracklist – 'Elementary':

1.)'Dangerous'
2.)'The never Ending Aftermath'
3.)'Animal'
4.)'The Moth And I'
5.)'Throwing Stone'
6.)'My Abyss'
7.)'Awake'
8.)'A Fell Wind'
9.)'In Distress'
10.)'And Always…'

Mehr Info:
The End: Website / MySpace
Autor: Dennis Stevens