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zum Mag! Aber gerade gönnt sich 'Alternate Eve' eine verdiente Pause! Den nächsten Sendetermin erfahrt ihr demnächst an dieser Stelle!
Psyopus – 'Our Puzzling Encounters Considered'
Label: Metal Blade Records
Produzent: Doug White
Release: 23. Februar 2007
Spielzeit: 66:06 Minuten

Psyopus – 'Our Puzzling Encounters Considered''Willkommen in der Irrenanstalt! Nein, besser gesagt, willkommen in der völlig kranken Welt von Psyopus aus Rochester, New York, die sich anschicken, die Gehirne ihrer Hörer mit ihrem neuesten Release 'Our Puzzling Encounters Considered' zu zermatern. Irgendwo zwischen Grind- und Mathcore angesiedelt und doch viel wirrer als man sich vorstellen kann, präsentiert sich das Quartett, bestehend aus Fronter Adam Frappoli, Gitarrist Christopher Arp, dem Bassisten Fred DeCoste und Drummer John Cole. Allem voran sei gesagt, dass es schwer fällt, die Hand vom Lautstärkeregler zu lassen, um den Krach, der hier zu vernehmen ist, zumindest leiser zu drehen, wenn nicht gar ganz zu unterdrücken. Schwache Gemüter sollten also jetzt weg schalten, allen anderen sei gesagt, dass sie gewarnt wurden!
Der Trip beginnt mit 'The Pig Keeper´s Daughter', einem Song, der ein kurzes Intro aus Störgeräuschen beinhaltet, bevor die ersten dissonanten Gitarrenklänge zu vernehmen sind. Das Geballer auf dem Schlagzeug lässt ebenfalls nicht lange auf sich warten und so nimmt alles seinen Lauf. Was man anfangs noch als geschickten Spaß abwinkt, stellt sich ziemlich schnell als Konzept heraus und so stehen Psyopus schon im ersten Song für alles, nur eben nicht für Struktur. Von genau dieser kann hier nämlich keine Rede sein. Wer es schafft allein im ersten Song unzählige Breaks einzubauen, sowohl erstaunte, als auch verwirrte Hörer zurückzulassen und dem Ganzen mit den elf folgenden Songs noch einen drauf zu setzen, der distanziert sich von jeglichen Konventionen. Beachtlich sind die einzeln eingestreuten Jazzparts, wie zum Beispiel im Track 'Insects' einer zu finden ist. Zwischen all dem Geschrabbel und dem Aneinanderreihen von musikalischen Bruchstücken findet sich hier ein kurzer Moment der Ruhe, der sogar etwas von Eingängigkeit in sich hat. Dieser Moment währt, wie gesagt, aber nur kurz, denn flugs drücken die Jungs wieder auf´s Pedal und schlagen noch einmal richtig zu.
Während 'Imogenís Puzzle Pt. 2' fühlt man sich dann tatsächlich wie in der geschlossenen Anstalt. Der Song, der komplett instrumental und jazzig gehalten ist, hat wenig mit dem vorher Gehörten gemein. Hier wird nicht so hart zu Sache gegangen, wie das sonst der Fall ist, nur wird dieser Phase der „Erholung“ jäh durch diffuses Geschrei und Gekreische von diversen, anscheinend verzweifelten, Leuten, wie man es in einer Irrenanstalt eben erwartet, ein Ende gesetzt. Der Song zeigt aber auch das Potential der Band, denn er geht echt ins Ohr. Zwar verleitet er nicht zum Tanzen - wie auch bei dem Stil? - aber zumindest fühlt man sich nicht zum ersten Mal dazu gezwungen weg zu hören. Das abwechselnde Schreien und Lachen eines Babys, welches ab der Mitte zu finden ist, macht es aber auch hier schwer, sich dem Song völlig hinzugeben, ohne dass einem wirre Bilder vor den Augen entstehen.
'Play Some Skynyrd' fordert den Instrumenten dann wieder alles ab. Hier darf man neben einen derben Breakdwon dann auch das präzise Spiel von Drummer John bestaunen, welcher nur so auf sein Drumset einzudreschen scheint. Die Frage entsteht, wie viele Felle und wie viele Saiten wohl während der Aufnahmen zu diesem Album über den Jordan gegangen sein mögen. Eine Frage, die wohl vorerst unbeantwortet bleibt. Was einem allem voran die Sinne raubt, ist das Gekreische von Fronter Adam. Nicht, dass es schlecht ist, das auf keinen Fall, nur rotzt er dem Hörer seine Lyrics mit einer unglaublichen Aggressivität entgegen, so dass einem Hören und Sehen vergeht. Wer bisher noch nicht genug hatte, der wird mit einem weiteren instrumentalen Stück namens 'Siobhanís Song' belohnt. Die Strapazen der vorherigen Songs scheinen sich mit diesem ruhigen Stück in Luft aufgelöst zu haben, denn hier geben Psyopus einem den Platz zum Atmen und schrauben den Druck, mit dem sie hier vorgehen, enorm zurück. Mit völliger Harmonie geht man hier zu Werke, jedoch lässt der letzte Ton, der auf seine eigene Art und Weise bedrohlich rüberkommt, nichts Gutes vermuten. Der Verdacht bestätigt sich und so geben die Vier mit 'Happy Valentine´s Day' und dem Titelsong 'Our Puzzling Encounters Considered' auch dem letzten Hörer den Rest. Durch den langen Zusatztrack entlassen sie den Hörer nach ziemlich genau 66:06 Minuten in die Freiheit. „666 - The number of the beast“ hieß es einst und seit dem 23. Februar 2007 hat das Biest einen neuen Namen: Psyopus!

Was Metal Balde sich hier in den Stall geholt hat, lässt sich mit Worten schlecht beschreiben. Die meiste Zeit ist es mehr als nur schwere Kost, die einem wie Blei im Magen liegt. Lässt man sich drauf ein, fällt es immer noch schwer, den roten Faden in dieser Platte zu finden. Am Ende stellt man sich die Frage, was das für Menschen sind, die hinter solcher Musik stecken. Das gilt es raus zu finden, aber bitte jeder für sich selber. In diesem Sinne, immer schön weiter den Kopf gegen die gummibeschichteten Wände schlagen und drüber nachdenken!

Tracklist – 'Our Puzzling Encounters Consideres':

01. 'The Pig Keeper´s Daughter'
02. '2'
03. 'Scissors Fuck Paper Doll'
04. 'Whore Meet Liar'
05. 'Insects'
06. 'Imogenís Puzzle Pt. 2'
07. 'Play Some Skynyrd'
08. 'Kill Us'
09. 'Siobhanís Song'
10. 'Happy Valentine´s Day'
11. 'Our Puzzling Encounters Considered'

Mehr Info:
Psyopus: Website / MySpace
Autor: Alexander Greve