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Emmure – 'Goodbye To the Gallows'
Label: Victory Records
Prodzent: Zeuss
Release: 23. März 2007
Spielzeit: 29:29 Minuten

Emmure – 'Goodbye To the Gallows'Schaut man sich das Coverartwork des Debüts von Emmure aus New England an, würde man niemals auf den Gedanken kommen, dass mit 'Goodbye To The Gallows' eines der brachialsten und kompromisslosesten Alben des noch sehr jungen Jahres 2007 auf den Markt kommt. Was Victory Records sich da an Land gezogen hat, ist wirklich in jeder Hinsicht etwas Besonderes.
Alles fängt damit an, dass Emmure als Band nicht gerade auf dem konventionellsten Wege zueinander gefunden haben. Durch das Internet nämlich haben sich Fronter Frank, die Gitarristen Ben und Jesse, Basser Mark und Drummer Joe kennengelernt, die gemeinsame Liebe zum Hardcore bemerkt und mal eben beschlossen eine Band zu gründen und ein dickes Album aufzunehmen. Was dabei rausgekommen ist, lässt sich ab dem 23. März dieses Jahres bestaunen.
'Goodbye To The Gallows' beginnt mit einem Intro namens 'A Ticket For The Paralyzer', welches einen erstmal völlig aus den Socken haut, erwartet man hier doch aufgrund des Covers weinerliches Geträller. Weit gefehlt, denn was einem hier in den ersten Sekunden aus den heimischen Boxen schallt, ist ein Beatdown Intro der zerstörerischen Art. Danach geht es mit '10 Things Why You Should Leave' nicht weniger hart zur Sache. Hier wird wieder auf die Instrumente eingeballert und zum ersten Mal lässt sich die Stimme von Fronter Frank richtig vernehmen, der einfach mal durch die Gegend brüllt als hätte er nie etwas anderes getan. Das Interessante an dieser Platte ist die Story, die durch die Songs und das komplett im Comicstil gehaltene Booklet erzählt wird. So berichtet '10 Things Why You Should Leave' von der akuten Trennung eines Paares, welche in Songs wie zum Beispiel 'Rusted Over Wet Dreams' oder dem doch sehr pässlichen Titel 'You Got A Henna Tattoo That Said Forever' langsam aber sicher Verzweiflung aufkommen lässt. Dementsprechend steigert sich auch die Aggressivität, mit der Emmure hier vorgehen. Mal wird die Geschwindigkeit drastisch angezogen und es schallen einem Soundgewitter um die Ohren, die sich gewaschen haben, und im nächsten Moment scheint jemand die Bullettime aktiviert zu haben, denn auf einmal geht es mit zeitlupenartigen Breakdowns zur Sache. Fast könnte man das Ganze als Drama bezeichnen. Waren das Intro und die ersten Songs die Einleitung, erreicht man mit 'Travis Bickle' die Klimax. Den älteren Hörern sollte bei diesem Namen bereits ein Licht aufgehen, Travis Bickle ist niemand geringeres als der Hauptcharakter im Filmklassiker 'Taxi Driver', der in seiner Verzweiflung, Wut und seinem Menschenhass keinen anderen Weg als den Freitod sah. Was im Film am Ende nicht klappte, soll hier im späteren Verlauf der Platte in die Tat umgesetzt werden. Der Song, sofern man ihn überhaupt so nennen kann, besteht nur aus Geräuschen. Eine Person läuft schwer atmend und leise weinend durch das Laub in einem Wald. Ein Blick ins Booklet lässt vermuten, was hier geschehen soll. Danach geht es musikalisch gewohnt hart weiter. Mit dem folgenden Song 'Sleeping Princess In Devil´s Castle' gibt es zwar noch ein kurzes Aufbegehren der Hoffnung, welches sich auch in der Musik durch die ein oder andere clean gesungene Stelle und Melodie bemerkbar macht. Jedoch merkt man schnellstens, dass die Verzweiflung spätestens bei 'It´s Not Just A Party, It´s A Funeral' doch Überhand gewinnt. Die Brutalität der Band hat sich mittlerweile ins Unermessliche gesteigert und Fronter Frank schreit sich nur noch die Seele aus dem Leibe, während seine Kumpanen immer düstere und härtere Töne anspielen. Melodien gibt es zwar immer noch zu Hauf, nur kann mittlerweile von positiver Energie keine Rede mehr sein. Mit zu viel Druck kommt das Ganze daher, als dass man noch an ein gutes Ende glauben mag.
Der letzte Song 'When Everything Goes Wrong, Take The Easy Way Out' besteht nur noch aus wirrem Geschrei und entledigt sich zwischendurch jeglicher Songstruktur. Die Musik wird langsamer und plötzlich ist es ruhig. Völlige Stille, die Band verstummt, der Protagonist atmet nicht mehr und der Hörer kann langsam anfangen, den Kiefer wieder hochzuklappen.
Emmure erreichen mit 'Goodbye To The Gallows' das, was andere Bands lange und verzweifelt versuchen: den großen Wurf. Es gibt wirklich wenig zu meckern an diesem Album. Vom Songwriting, über die Präsentation bis hin zur Produktion wurde hier alles richtig gemacht. Einzig und allein die vereinzelt auftretenden cleanen Vocals hätten nicht sein müssen, da diese nicht ganz in das Gesamtbild passen wollen. Der Stimmung im Allgemeinen tun sie aber keinen Abbruch und so bleibt im Endresultat ein treibendes Album mit einer ebenso treibenden Story!

Tracklist – 'Goodbye To the Gallows:'

01. 'A Ticket For The Paralyzer'
02. '10 Things Why You Should Leave'
03. 'When Keeping It Real Goes Wrong'
04. 'Rusted Over Wet Dreams'
05. 'You Got A Henna Tattoo That Said Forever'
06. 'Travis Bickle'
07. 'Sleeping Princess In Devil´s Castle'
08. 'The Key To Keeping The Show Fresh....Is I´m Dead'
09. 'It´s Not Just A Party, It´s A Funeral'
10. 'When Everything Goes Wrong, Take The Easy Way Out'

Mehr Info:
Emmure: Website / MySpace
Autor: Alexander Greve