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zum Mag! Aber gerade gönnt sich 'Alternate Eve' eine verdiente Pause! Den nächsten Sendetermin erfahrt ihr demnächst an dieser Stelle!
Itchy Poopzkid - 'Time To Ignite'
Label: Where Are My Records
Produzent: Achim Lindermeir / Thimo Strobel
Release: 30. März 2007
Spielzeit: 39:30 Minuten

Itchy Poopzkid - 'Time To Ignite'Wer hätte gedacht, dass man die Jungs von Itchy Poopzkid einmal auf MTV bewundern kann? Zurzeit scheint es bei Gitarrist und Sänger Sibbi, Basser und Sänger Panzer und Drummer Saikov steil bergauf zu gehen, denn derartige Medienpräsenz, wie die TRL-Charts, wo die Band momentan mit ihrem Video zu 'Silence Is Killing Me' vertreten ist, riechen doch schon verdächtig nach Erfolg. Die jahrelange Arbeit trägt also langsam ihre Früchte. Touren mit Plus 44, Emil Bulls, Yellowcard, Die Happy, Dog Eat Dog und vielen mehr sollten schließlich auch
nicht umsonst gewesen sein. Und jeder Laie weiß, wie schwer es heutzutage ist, mit Punkrock in Deutschland auf sich aufmerksam zu machen. Das nötige Quentchen Glück darf natürlich auch nicht fehlen, jedoch ist sonnenklar, dass die Band für ihren derzeitigen Status hart gearbeitet hat. Wo andere Musiker sich zweimal in der Woche auf ein Bierchen und etwas Geklimper im Proberaum treffen, um einmal im halben Jahr den örtlichen Jugendclub mit Studentenrock zu beschallen, wollten die Jungs mehr. Und bewundernswert ist allemal, dass sie trotz all der Kritiker und Neider stets ihren Weg weiter verfolgt haben. Drum ist es nun auch Zeit für das neue Album 'Time To Ignite'. Was erwartet man vom Nachfolger des Erstlings Heart To Believe? - Eins steht fest. Wo die Itchys damals noch straighter und flacher klangen zeigt man sich auf dem neuen Output reifer, verspielter und vor allem mit weniger Bubblegum-Attitüde. Die Weiterentwicklung ist spürbar, auch wenn es ein paar Sachen gibt, die eventuell besser nicht verwendet worden wären. Dazu später mehr. Legt man den Silberling ein und drückt auf Play, geht es auch gleich ohne Umschweife mit 'Better Off Alone' los. Schon hier zeigt sich, dass in Sachen Songwriting mehr gefeilt wurde. Anstatt auf Nummer sicher zu gehen und die typische Cali-Punk Nummer zu bringen wird etwas sperriger agiert. Dies wird besonders im Refrain deutlich, wo Sibbi neben dem Gesang auch noch seine Gitarre derart bearbeitet, dass man erst einmal zweimal hinhören muss, bis sich das Arrangement richtig entfaltet. Hat man den Dreh aber richtig raus, weiß der Song auch gut zu rocken und der Aspekt, dass der Hörer auch etwas gefordert wird, ist immer besser als wenn schon zu Beginn die Belanglosigkeit einsetzt. Somit ist der Einstieg gelungen und das darauffolgende 'Big Shot' knüpft gleich da an, wo der Opener aufgehört hat, mit dem kleinen Unterschied, dass anstatt Sibbi nun Panzer für den stimmlichen Part sorgt. Der Track wartet mit einer schicken Singalong-Melodie im Refrain auf und sorgt mit seinem Tempo für ordentlich Drive. Interessant ist mit Sicherheit dann die Single 'Silence Is Killing Me'. Nach anfänglichem Hören klingt die Nummer eher durchschnittlich. Nach ein paar Durchläufen aber entpuppt sie sich, dank ihrer tanzbaren Grooves, immer mehr als Ohrwurm. Was hier schon deutlich wird ist auch, dass sich gerade bei Sibbi in Sachen Gesang etwas getan hat. Er weiß sein Organ besser einzusetzen als in vergangenen Tagen, was einmal mehr für den Arbeitseifer der Truppe spricht. Das beste Stück im ersten Abschnitt der Platte ist aber 'And I Walk Away'. Eine eingängige Hook, Chöre im Refrain und satte Drums von Trommler Saikov sorgen für Freude. Im Anschluß sackt die Platte dann für einen Song ab. Das akustische 'Leftrightwrong' trabt zu sehr vor sich hin, ohne den nötigen Tiefgang zu vermitteln. Vergebens sucht man den tieferen Sinn eines solchen Tracks. Es fehlt zudem auch an Atmosphäre, um das Feuer zu entfachen. Gleiches gilt für 'Try Try Try'. Man verfällt dort etwas in die Belanglosigkeit zurück, was schade ist. Auch die teilweise eingesetzten Bläser können da nichts dran ändern. Zu flach klingt das Ganze, zu typisch, zu standartisiert.
Nichtsdestotrotz wird einem mit 'Personality' schließlich noch der beste Song des Albums dargeboten. Ein kleiner dreckiger Punkrock-Rock´n´Roll Bastard, welcher seine Runden zieht und sofort ins Gehör geht. Am Ende bleibt der positive Eindruck von 'Time To Ignite'. Ob man es hören will oder nicht, aber Itchy Poopzkid machen ihre Sache zum Grossteil gut und gehören zur besseren Hälfte der deutschen Punkrock-Brigarde. Gerade auch, weil man sich auf der neuen Platte breitgefächerter präsentiert. Sei es nun der Drive von Gluecifer oder der Rock´n´Roll-Spirit der Beatsteaks. Itchy Poopzkid nehmen sich von allem ein wenig und machen ihren eigenen Soundtrack draus. Dieser braucht zwar seine Durchläufe, jedoch wächst die Scheibe mit jedem Hören, besonders die besseren Songs. Zum absoluten Werk für die Ewigkeit fehlt es noch etwas an Raffinesse und Hitsingles. Dennoch ist 'Time To Ignite' ein weiterer Schritt nach oben und wenn dieses Jahr weiterhin Musiksender, sowie Radios Songs auf Rotation schicken, ordentlich die Werbetrommel gerührt und mit dicken Bands getourt wird, dann kann man schon erahnen, dass der eingeschlagende Kurs wohl auch zu einem Major-Label führt. Man darf gespannt sein, was die Band noch alles aus der Zauberkiste wühlt. Ansonsten sei gesagt, dass dem Album ruhig ein Ohr geliehen werden darf und im Endeffekt muss dann jeder selbst entscheiden, ob es dem Geschmack entspricht.
Die drei Eislinger haben jedenfalls ihre Hausaufgaben vernünftig erfüllt!

Tracklist - 'Time To Ignite':

01. 'Better Off Alone'
02. 'Big Shot'
03. 'Silence Is Killing Me'
04. 'You Don´t Bring Me Down'
05. 'Kante'
06. 'And I Walk Away'
07. 'Leftrightwrong'
08. 'Take Me Back'
09. 'Breathing'
10. 'The Flavor Of The Night'
11. 'Personality'
12. 'Try Try Try'
13. 'Drop The Bomb'

Mehr Info:
Itchy Poopzkid: Website / MySpace
Autor: Martin Pilgrimm