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Linkin Park – 'Minutes To Midnight'
Label: Warner Music
Produzent: Rick Rubin / Mike Shinoda
Release: 11. Mai 2007
Spielzeit: 43:23 Minuten

Linkin Park – 'Minutes To Midnight''Minutes To Midnight' - Oder doch wohl eher Fünf vor Zwölf?

Linkin Park melden sich dieser Tage mit ihrem mittlerweile dritten Studioalbum 'Minutes To Midnight' zurück. Endlich, muss da hinzufügen, denn lange mussten die Fans warten, fast vier Jahre, in denen zwar immer wieder Remix-Alben oder Live-DVDs die Wartezeit versüßen sollten, aber so langsam wurde es doch Zeit für das nächste Full-Length. Jetzt wollen die Jungs um Fronter Chester Bennington natürlich an die Erfolge der vorigen Platten 'Hybrid Theory' und 'Meteora' anknüpfen. Als verantwortlichen Produzenten holte man sich Rick Rubin ins Boot und auch Sänger Mike Shinoda hatte die Hände an den Reglern. Ob die Platte allerdings auch die Erwartungen der Fans erfüllen kann, bleibt anzuwarten.
Das instrumentale 'Wake' leitet die Platte ein, danach erklingen die ersten Töne von 'Given Up' und man kann mit Fug und Recht sagen, dass die Zeiten, in denen die Jungs stolz darauf waren, dass kein einziges Mal das böse F-Wort in ihren Texten vorkommt, wohl endgültig vorbei sind, so brüllt Chester voller Elan: „Tell me what the fuck is wrong with me“.
Danach stimmen die Fronter Bennington und Mike Shinoda, Drummer Rob Bourdon, Gitarrist Brad Delson und Bassist Dave 'Phoenix' Farrell, sowie Joe Hahn den Song 'Leave Out All The Rest' an. Und blickt man auf diesen Song nach Hören der gesamten Platte zurück, so muss man sagen, dass es sich hierbei um die beste Ballade von 'Minutes To Midnight' handelt. Eine wunderschöne Melodie, gekonnt eingesetzte Streicher und Pianoparts. Sehr gut!
Das folgende Bleed It Out' macht Spaß, weil es treibend nach vorne geht und Mike Shinoda mal wieder klasse ins Mic rappt, den Refrain übernimmt dann Kollege Chester - Herrlich, wie in alten Zeiten! Doch dann kommt nicht viel mehr. Zwar entwickelt sich 'Shadow Of The Day' auch zu einer sehr schönen, melodiösen und gleichsam zerbrechlichen Ballade, bei der Chester seine Gesangsqualitäten im gediegeneren Bereich, wie schon zuvor beim zweiten Track, völlig offen legt, aber man hätte doch im Gesamten mehr Aggression und Power erwartet.
Die erste Singleauskopplung 'What I´ve Done' beinhaltet zwar alles, was ein guter Song braucht: eine nette Melodie, wohl eingebettete Pianoparts, eine gute Gesangsstimme und Schreiparts, aber dennoch fehlt dem Song der nötige Drive. Man fragt sich die ganzen 3:25 Minuten, wann´s denn endlich losgeht – und dann ist der Song auch schon vorbei. Hmpf.
Bei 'Hands Held High' darf dann Mike mal ganz alleine an´s Mic und spätestens hier wird deutlich, dass der Großteil der Platte irgendwie auf die Tränendrüse drückt. Gediegene Chorgesänge gleich einem Kirchenchor trällern im Hintergrund zu den Klängen einer Kirchenorgel und Mike fordert mehr Engagement für eine bessere Welt. Gute Idee, aber irgendwie reisst einen das auch nicht vom Stuhl.
Weiter geht´s mit 'No More Sorrow'. Nach einem für das Album schon fast brachialem Intro legt sich Chester´s zwar perfekte, aber dennoch auch unabwechslungsreiche Stimme über die Instrumente. Bleibt irgendwie auch flach.
'Valentine´s Day' nimmt wieder Tempo raus und entpuppt sich ebenfalls – wer hätte es gedacht - als Ballade.
'In Between' - und wieder ein Song der ruhigeren Art - glänzt wenigstens durch Mike´s melodischen Gesang und auch die Streicher und sonstigen Arrangements runden den Song gut ab.
'In Pieces' beginnt dann mit irgendwie von Nine Inch Nails abegkupferten Samples ('The Greater Good' / 'Year Zero')... ansonsten geht´s nach der bereits eingeschlagenen Marschrichtung strikt weiter, Chester singt sich voller Elan die Seele aus dem Leib, die Instrumentenfraktion steigt ein, dieses Mal sogar mit verspielten Gitarrensoli, ein kleiner Höhepunkt wird erreicht, Ende.
Leider ist auch 'The Little Thing Give You Away', der letzte Track der Platte, kein Kracher. Auch hier geht es wieder ruhig zur Sache mit Keyboard, Akustikgitarre und einfühlsamen Gesang und so findet die Platte ihr Ende im hymnisch-anmutenden Mehrfach-Gesang.
Was soll man nun davon halten? - Sicherlich haben die Kalifornier ihr gesamtes Herzblut in die Songs gelegt, der Elan und die Hingabe sind auch immer deutlich zu spüren. Wenn sich aber eine Band 14 Monate Zeit läßt, um ein Album zu schreiben, sich mit Star-Produzent Rick Rubin ins Studio einschließt und dann auch noch großspurig verkündet, wie viel man experimentiert habe, welche außergewöhnlichen Instrumente ausprobiert worden seien und wie viele hunderte Songs geschrieben worden seien, da kann man mit Blick auf das Endresultat als geneigter Hörer nicht recht zufrieden sein. Vor allem, weil der Großteil der „außergewöhnlichen Instrumente“ letztendlich überhaupt nicht auf der Platte zu hören sind - das beweisen auch die ausführlichen Kommentare im Booklet zu den Lyrics, die etwas über die Entstehung des jeweiligen Songs offenlegen. Vielleicht haben es die Jungs auch einfach versäumt, sich mal Produktionen anderer Bands anzuschauen, denn das, was sie da abliefern, gab´s schon mehrfach und auch schon besser. Sicherlich ist 'Minutes To Midnight' ein wirklich erwachseneres Album als die Vorgänger, das ohne Zweifel keine Wünsche bezüglich des Producings offen lässt. Aber macht es auch mehr Spaß? - Nicht wirklich. Sind die Songs doch alle einfach zu aalglatt und lassen dadurch die nötige Härte kläglich vermissen. Alle gehen mehr in die kommerzielle radiotaugliche Rock-Richtung als sich das der ambitionierte Fan, der gerne zu powervollen, metallastigen Krachern seine Mähne geschwungen hätte, erhofft hatte. Und da hilft dann auch das liebevoll gestaltete Coverartwork und das beiliegende, relativ dicke Booklet wenig.
Bei all der Schmach kann man dennoch sagen, dass 'Minutes To Midnight', ein ganz nettes Rock-Album geworden ist und wer auf sowas steht, wird auch seine helle Freude an der Scheibe haben.

Tracklist – 'Minutes To Midnight':

01. 'Wake'
02. 'Given Up'
03. 'Leave Out All The Rest'
04. 'Bleed It Out'
05. 'Shadow Of The Day'
06. 'What I´ve Done'
07. 'Hands Held High'
08. 'No More Sorrow'
09. 'Valentine´s Day'
10. 'In Between'
11. 'In Pieces'
12. 'The Little Things Give You Away'

Mehr Info:
Linkin Park: Website / MySpace
Autor: Vera Bunk