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Funeral For A Friend - 'Tales Don´t Tell Themselves'
Label: Atlantic Records
Produzent: Gil Norton
Release: 18. Mai 2007
Spielzeit: 40:44 Minuten

Funeral For A Friend - 'Tales Don´t Tell Themselves'Die einstigen Senkrechtstarter Funeral For A Friend trugen zum damaligen Emo-Screamo-Herzschmerz-Boom einen gehörigen Anteil bei. Waren es doch Hits, wie das vom Debütalbum hoch- und runtergedudelte 'Juneau', sowie das vom Nachfolger 'Hours' stammende 'The End Of Nothing', welche die Emo-Jünger in die Plattenläden und zum Frisör ihres Vertrauens stürmen ließen.
Dennoch konnte man bereits auf dem zweiten Werk der fünf Waliser erkennen, dass die Tendenz etwas mehr in die Breitband-Pop- und Rock-Richtung zeigte. Zwar gab es auch hier gewohnt angehauchte Metalgitarren und genügend emotionale Ausbrüche, dennoch spürte man, dass sich etwas im Umbruch befand. Wo stehen die Jungs also anno 2007? - Nun, es regiert der hymnische Rock. Ganz einfach und gewiss auch der Punkt, an dem sich endgültig die Spreu vom Weizen trennt. Mit ihrem dritten Studiowerk 'Tales Don´t Tell Themselves' beweisen Sänger Matt Davies, die Gitarristen Kris Roberts und Darren Smith, Basser Gareth Davies, sowie Drummer Ryan Richards, dass sie in Sachen Radiotauglichkeit noch eine Schippe drauflegen können. Vergangen sind die Tage, an denen es noch beherztes Riffing gab, die Drums mit Doublebass-Einlagen auwarteten und Shouts ihren Weg auf die Alben fanden. Aber nun gut, nichtsdestotrotz ist die neue Scheibe natürlich erst einmal eines: nämlich ein Stück Musik, mit dem sich der Hörer zuallererst auseinander setzen muss.
Die Platte startet mit der ersten Single 'Into Oblivion (Reunion)', einem Songs, der zunächst mit Chören und Elektro-Samples langsam in die Gänge kommt, bevor es dann über geht in den poppigen emotionalen Rock. Und wie schon angedeutet herrschen klassische Strukturen. Das Gefrickel ist der Eingängigkeit gewichen und somit die Massenkompatibiltät enorm gestiegen. Ob das beabsichtigt oder eher eine unterbewusste Entwicklung der Band war, bleibt spekulativ. Jedoch zeigt auch das anschließende 'The Great Wide Open', dass es die Jungs mit der neuen Fassade anscheinend ernst meinen. Eine derartige Rock-Attitüde hätte man ja nun nicht unbedingt erwartet. Natürlich kann man ihnen nicht wirklich den Vorwurf machen, dass ihre Arbeit an Stellenwert verloren hat. Der Blickwinkel hat sich einfach verändert. Ähnlich, wie bei Good Charlotte, welche sich nach anfänglichem Punk-Versuchen vollends ins Pop-Genre verabschiedet haben, dort bestens aufgehoben sind und zudem entsprechenden Erfolg haben. Klar, dass dies natürlich immer gleich die Szene-Polizei auf den Plan ruft, aber all die bisherigen Funeral For A Friend-Anhänger werden bei diesem Album wahrscheinlich erstmal zwei Mal hinhören, soviel kann man zu Beginn schon sagen. Nichtsdestotrotz zeigt die Band bei 'The Diary' auch, dass man in Sachen Songwriting nichts verlernt hat und nach wie vor mit Charme agiert und diese zuckersüssen Melodien besitzt, denen man sich schwer entziehen kann. Gepaart mit der symphatischen Stimme von Matt gibt es in solchen Momenten dann wenig zu meckern. Wäre da nicht die forwährende Pop-Atmosphäre, die im Endeffekt etwas an Flexibilität und Druck vermissen lässt. Einzig bei 'Out Of Reach' geht es nochmal aggressiver und mit mehr Drive zur Sache. Nach zehn Songs neigt sich das Spektakel dann dem Ende, wobei der letzte Song zur Hälfe eher balladesk daher kommt und dann in eine, man könnte fast sagen Emo-Operetten-Nummer umschwenkt und die Lichter nach erklommenen Höhepunkt ausgehen.
Was bedeutet das nun für den Hörer? - 'Tales Don´t Tell Themselves' ist eine schwierige Angelegenheit. Funeral For A Friend katapultieren sich mit dieser Platte definitiv auf eine andere Ebene. Ob das nun etwas Gutes oder Schlechtes verheißt, bleibt abzuwarten. Im unendlichen Pop-Himmel heißt man die Jungs jedenfalls schon mal willkommen. Zurecht, denn für dieses Genre kann man der Band nichts absprechen. In Sachen 'Eier haben' jedoch schon. Man hat offensichtlich etwas an Energie und Durchschlagskraft abgespeckt, was bei eingefleischten Fans zu einer sich verziehenden Miene führen dürfte. Auf welche Seite man sich stellt, bleibt jedem selbst überlassen, denn am Ende ist ja alles bekanntlich nur eine Frage des Geschmacks!

Tracklist – 'Tales Don´t Tell Themselves':

01. 'Into Oblivion (Reunion)'
02. 'The Great Wide Open'
03. 'The Diary'
04. 'On A Wire'
05. 'All Hands On Deck Part 1 – Raise The Sail'
06. 'All Hands On Deck Part 2 – Open Water'
07. 'Out Of Reach'
08. 'One For The Road'
09. 'Walk Away'
10. 'The Sweetest Wave'

Mehr Info:
Funeral For A Friend: Website / MySpace
Autor: Martin Pilgrimm