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zum Mag! Aber gerade gönnt sich 'Alternate Eve' eine verdiente Pause! Den nächsten Sendetermin erfahrt ihr demnächst an dieser Stelle!
KoRn – Untitled
Label: Virgin Records
Produzent: Atticus Ross / KoRn / The Matrix
Release: 27. Juli 2007
Spielzeit: 48:41 Minuten

KoRn – UntitledKoRn-Fans der ersten Stunde hatten leider in den vergangenen Jahren nicht viel zu lachen. Lief die Band mit ihren ersten drei Platten noch zu Höchstformen auf, begann mit 'Issues' schon der leichte Abfall. Ein Abfall, der sich immer mehr zu einem handfesten Sinkflug entwickelte, gepflastert mit Vorkommnissen, die jedwede Phantasie bald übertrafen. Der eine - Brian „Head“ Welch - empfand sich plötzlich als wiedergeborener Christ und verließ die Band, der andere - James 'Munky' Shaffer machte mit haarsträubenden Aussagen über Adolf Hitler auf sich aufmerksam („Ich glaube, er ist in den Himmel gekommen, falls es einen solchen überhaupt gibt.“) während sich Frontmann Jonathan Davis zur Bekämpfung seiner Depressionen vollends den Drogen hingab und Bassist Reginald „Fieldy“ Arvizu die Zeit dazu nutzte, um mit dem Projekt Fieldy's Dreams seine eigene Scheibe 'Rock'n'Roll Gangster' auf den Markt zu werfen, die allerdings gnadenlos floppte. Blieb die Band zwar auch weiterhin kommerziell erfolgreich, änderte das an der Tatsache, dass die Truppe aus Bakersfield sich langsam aber sicher in eine Sackgasse manövrierte, wenig. Desweiteren nahm sich nun auch Schlagzeuger David Silveria eine Auszeit, da er sich – wie er sagte, nach all den Jahren ausgelaugt fühle. Da waren´s nur noch Drei. Das Ende? - Mit nichten! Wir schreiben das Jahr 2007 und die Band – oder jedenfalls das, was von ihr noch übrig ist, nämlich Jonathan, Fieldy und Munky, meldet sich mit ihrem achten Studioalbum zurück und lässt den gebeutelten Fan endlich wieder aufatmen! Denn das unbetitelte Werk verspricht so einiges. Schlagzeuger David wurde für die Aufnahmen durch Ausnahmetalent Terry Bozzio ersetzt und viele namhafte Produzenten wurden ins Boot geholt. Schade ist allerdings, dass dadurch in dem von dem kanadischen Künstler Richard A. Kirk sehr eindrucksvoll gestalteten Booklet trotz der 12 Seiten kein Platz für die Lyrics war. Und das liegt daran, dass man eben viel Platz dafür benötigte, alle an dem Album beteiligten Produzenten, Mixer und Gastmusiker aufzuzählen. Darunter Atticus Ross (u.a. Nine Inch Nails) und The Matrix (u.a. Avril Lavigne), sowie Alan Moulder. Die Mitarbeit aller spiegelt sich auch definitiv in der Qualität der Produktion sowie der Tracks an sich wider – und das ist schön! Endlich legen KoRn mal wieder ein Album vor, dass auch den Fans der ersten Stunde wieder Spaß macht ohne mit alten Klischees aufzuwarten. Das Album ist, wie uns Jonathan im Interview verriet, ein Experiment – und zwar ein gelungenes: „Der Wendepunkt für uns war, als wir Head verloren. Wir alle Vier kamen zusammen und wir fühlten, dass wir etwas ändern mussten, denn wir waren nicht mehr die alten KoRn. Die alten KoRn waren eben wir Fünf. Und jetzt wollten wir etwas anderes machen und das war der Zeitpunkt, an dem wir begannen mit allen dieses verschiedenen Produzenten zu arbeiten als eine Art Experiment, einfach mal, um zu sehen, was passiert. Wir wurden aufgeschlossener für so viele Dinge, hatten viele Ideen und so. Vieles davon war echt schlecht, aber vieles davon war auch gut.” Vieles davon war vor allem eine Entwicklung in die richtige Richtung! Die Scheibe klingt auf jeden Fall düster, morbid, hier und da sehr melancholisch, druckvoll, ordentlich industrialangehaucht und verdammt ehrlich.
Das 1 Minute 52 lange rein instrumentale 'Intro', das lediglich von einem kurzen Schrei Jonathan´s unterbrochen wird und morbide, zirkusähnliche Melodien, die sich immer mehr verdüstern, an das Ohr des Hörers heranträgt, leitet das 13 Track starke Album ein.
'Starting Over' ist dann der würdige Opener, der gleich mal schön düster groovy in die tiefergestimmten Gitarren kloppt und nach vorne geht. Schön ist hier auch der Gegensatz zwischen Up-Tempo-Parts und Jon´s wehleidigem Geschrei. Herrlich, KoRn wie man sie kannte und liebte!
'Bitch We Got A Problem' - was soll man sagen? - Genialer Track, schicker treibender Bassbeat, tolle Melodie und nicht zuletzt, netter Text! Hier lässt bei den elektronischen Parts und eigentlich beim ganzen Arrangement NIN herzlich grüßen, aber darüber kann man wohlwollend hinweg sehen, außerdem wen verwundert das, wenn Atticus Ross an den Reglern sitzt?
'Evolution' als erste Singleauskopplung zu wählen, war ein ebenso geschickter wie logischer Schachzug, denn der Track vereint alle bandtypischen Stärken, eine eingängige Hook, perfekter wandlungsfähiger Gesang und ordentlich Wumms.
'Hold On' entpuppt sich wieder als gehaltvolles Monster, das mit fettem, pumpenden Bass und ordentlich Druck unter der Haube trotz seiner noch nicht mal so hohen Geschwindigkeit kickt. Und besonders der Refrain bleibt wieder gut im Ohr!
Ab 'Kiss' wird die Geschwindigkeit extrem reduziert und der Titel erinnert in seinen Arrangements gerne hier und da mal an die neue Marilyn Manson Platte 'Eat Me, Drink Me'. Und auch der Nachfolger 'Do What They Say' schlägt in diese Kerbe. Besonders auch Jon´s Gesangsweise erinnert an den God Of Fuck. Aber dennoch haben beide Songs ihre eigene Existenzberechtigung und sind wahre Highlights der Platte!
'Love And Luxury' - ein echtes Juwel - bricht mit seinem sehr lockeren Groove und den abgedrehten Samples aus den düsteren Gefilden aus, in die man sich mit den letzten drei Tracks begeben hatte, und macht wieder richtig Spaß und motiviert das Tanzbein.
'Innocent Bystander' rockt dann wieder um so mehr und auch hier kann man NIN raushören.
In 'Killing' glänzt Fronter Jon mit einem astreinen Growlpart und auch wenn diese eher dem Hardcore zugedachte Gesangsart der Band nicht wirklich gut zu Gesichte steht, bei einem Song kann man sich diesen Spaß ja mal erlauben.
'Hushabye', der Titel ist dem britischen Kinderreim ”Hush-a-bye, baby, in the tree top. / When the wind blows, the cradle will rock. / When the bough breaks, the cradle will fall, / And down will come baby, cradle and all.” entlehnt, entpuppt sich als eine schöne Ballade, die immer wieder in wildes, anklagendes Geschrei ausbricht und mit seinen entführt mit seinen seichten Gitarrenklänge ins Italien der 30er Jahre und hat wieder ihren ganz eigenen Charme.
'I Will Protect You ' dümpelt leider trotz hymnisch-choraler Backgroundvocals und interessanter Melodie, ein wenig vor sich hin. Auch ist der Song mit einer Länge von 5 Minuten 29 ein wenig zu lang. Nun gut, aber alles in allem rockt das Dingen schon ganz schön! Wie es ja heutzutage üblich ist, gibt es das gute Stück natürlich in zwei verschiedenen Ausführungen. Die übliche Version mit 13 Tracks und die Enhanced-Version, die ihrerseits mit 2 CDs glänzt. Die erste enthält zusätzlich noch den Song 'Sing Sorrow' und auf der zweiten CD steckt noch 'Behind The Scenes Footage' sowie KoRn Photos. Aber egal, zu welcher Edition ihr greift, das Teilchen ist sein Geld wert. Schön, dass eine Band nach einigen Eskapaden wieder zu ihrer alten Stärke zurückfinden kann! Alle Daumen hoch!

Tracklist – Untitled:

01. 'Intro'
02. 'Starting Over'
03. 'Bitch We Got A Problem'
04. 'Evolution'
05. 'Hold On'
06. 'Kiss'
07. 'Do What They Say'
08. 'Ever Be'
09. 'Love And Luxury'
10. 'Innocent Bystander'
11. 'Killing'
12. 'Hushabye'
13. 'I Will Protect You '

Mehr Info:
KoRn: Website / MySpace
Richard A. Kirk: Website
Autor: Vera Bunk