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zum Mag! Aber gerade gönnt sich 'Alternate Eve' eine verdiente Pause! Den nächsten Sendetermin erfahrt ihr demnächst an dieser Stelle!
Machinemade God – 'Masked'
Label: Metal Blade Records
Produzent: Sky Hoff
Release: 24. August 2007
Spielzeit: 43:55 Minuten

Machinemade God – 'Masked'Sky Hoff – so nennt sich das Mastermind hinter dieser Band aus dem Ruhrpott, welches sich allen voran genannt zu werden wähnt und welches für das gesamte Songwriting, Arrangement und nicht zuletzt die Produktion verantwortlich ist. 'Masked' heißt das instrumental in den dänischen Smart’n’Hard-Studios aufgenommene Neuwerk von Machinemade God, welches seine Vocals im Kölner Tonstudio Be! verabreicht bekommen hat und seinen Endmix von Daniel Klein, zu dessen Referenzliste auch der diesjährige Metalcore-Newcomer In This Moment zählt. Es handelt sich um die zweite Veröffentlichung der Band unter dem Metal Blade-Label, welches nach ausgiebigem Touren nun vielseitig erwartet wird.
Prunkvoll, schwer und voluminös findet die Platte ihren Anfang im ersten Song 'Forgiven', der im klassischen Stile mit einem gut programmierten Orchesterset auffährt, somit den epischen Rahmen setzt und das knapp 44 Minuten lange Album einleitet. 'Forgiven' zeigt, wo es in der darauf folgenden Dreiviertelstunde hingeht: Schwere Gitarrenriffs, schreiende Pinches, treibend impulsive Drums, klug eingesetzte Gitarrensoli, ein schreiender Frontmann und ein singender Gitarrist erzählen hier die Geschichten, die dieses Werk schreibt. Im Vergleich zum Vorwerk 'The Infinity Complex' hat sich also einiges getan, da Sky Hoff´s Cleangesang nunmehr eine tragende Rolle spielt und sich einiges am Songwriting getan hat.
'With You' fährt mit eingängigen Melodien und einer brillanten Gitarrenarbeit auf, auch das Orchester sagt dem Hörer im Refrain des Songs wieder Hallo. Ein schöner Song, der eingebettet im Gesamten die Wirkung einer Geschichte hat und somit im Großen und Ganzen sehr stimmig ist. Härter und kompromissloser geht es dann in 'For Those Who Care' zu, hier tauchen allerdings auch die deutlichen Parallelen zu Killswitch Engage auf, die nach und nach immer deutlicher hörbar als Hauptinspirationsquelle herhalten dürfen. Beispielsweise ereilt einen im C-Part des Songs das Gefühl eines Déjà vus, einsetzend um 2:15 Minuten rum, das hätte man doch irgendwo anders schon einmal in ähnlicher Form gehört. Kann passieren und kommt unvermeidbar bei jeder Band schon mal vor, allerdings soll es im weiteren Verlauf nicht bei dem einen Mal bleiben. Mit 'Voices' folgt nun ein Knallersong, dessen Refrainmelodie großes Hängenbleib-Potenzial aufweist und somit Hitcharakter hat. Weiterhin blitzt im Song die sehr klug in die Stücke gebettete Sologitarre auf, die angesichts der technischen Befähigung beider Gitarristen sehr songdienlich eingesetzt wird, was bei vielen Bands etwas kopfloser gehandhabt wird. Ein kurzes Durchatmen wird bei 'Who, If Not Us?' gewährt, das als sechster Song in seiner gesanglosen Instrumentalform das Mittelstück des Albums setzt.
Schwer und Killswitch Engage-lastig setzt die Platte mit 'Place Taken' ihren roten Faden fort, den sie nie aus den Augen lässt. Allerdings wird es an dieser Stelle etwas kritisch in Hinsicht auf die Inspirationsquelle: Man nehme nun zum direkten Vergleich Killswitch’s 'Bid Farewell' und setze die Intros vergleichend nebeneinander: Reine Inspiration oder hat man sich hier etwas unvorsichtig in aller Großzügigkeit an Elementen von geschriebenem Liedgut des großen Vorbildes bedient? Man kann mit Sicherheit das Rad nicht neu erfinden, aber stellenweise wurden hörbar Parts nicht zu Genüge abgeändert um ausreichende Abweichung vom Original zu finden. Das ist definitiv der größte Schwachpunkt des Zweitlings des Quintetts, da musikalisch, wie auch spielerisch, überwältigendes Potenzial in dieser Band steckt, nicht allein bei Bandmentor Sky Hoff, sondern bei jedem einzelnen, der mal mehr oder auch weniger begleitenden Musiker.
Auch wenn der achte Titel namens 'Endlessly' an bereits Gehörtes erinnert (Grundriff 'The Arms Of Sorrow'), ist dies der absolute Höhepunkt von 'Masked': Die Grundstimmung des Songs ist unübertroffen: Hymnisch, tief und choral kommt der Refrain daher, die Gesangsmelodie wird durch zusätzliche Background-Vocals gestützt und in ihrer Wirkung verstärkt. Absoluter Anspieltipp!
Nach dem Interlude 'And Even Though You’re Gone' geht es wieder kompromisslos zur Sache bei 'Next To Me' und 'Nemesis': zwei aufeinander folgende Songs in Form eines riesigen Metalcore-Monsters, wenn man ihr Wesen möglichst treffend zu konkretisieren versucht. Der epische Rahmen wird durch den Dreiviertel-Takter 'Melancholy' geschlossen, dem letzten Song des Longplayers. Die Orchesterarrangements tragen einen nicht unwesentlichen Teil dazu bei, allerdings lebt der Song von seinen verträumten Melodien, die an dieser Stelle nahezu brillieren. Der Songtitel ist Programm. Unterlegte Cleangitarren runden den Titel ab, so dass die Scheibe ihren bestmöglichen Abschluss findet.
Zu wenig Erwähnung finden im Album-Kontext Frontmann Florian Velten, der seine Arbeit tadel- und makellos macht, so wie der Rest der fünfköpfigen Band um Sky Hoff. Mittlerweile Ex-Schlagzeuger Maximilian Kotzmann, seiner Fasson nach auch Drummer bei Trick Or Treat, hat mit seinen beispiellos eingespielten Drums das Grundfundament gelegt, das dem Gesamtwerk diese Massivität und Kompaktivität verabreicht und den Spielraum schafft für die einerseits zwar sehr ideenreiche Gitarrenarbeit, manchmal leider ein wenig an Eigenständigkeit einbüßt durch die ständige Orientierung am Metalcore-Primus Killswitch Engage. Nach mehreren Besetzungswechseln mit dabei sind nunmehr neben Sky Hoff und Frontmann Florian Velten auch die restlichen Musiker: Gitarrist Marc Niedersberg, Bassist Sven Lupus und zu guter Letzt der neue Drummer Sven Kallinowski.
Es handelt sich um ein an sich sehr starkes Album einer live sehr stark aufspielenden Band, die sich problemlos mit internationalen Genre-Größen wie Caliban und As I Lay Dying messen kann und es über weite Strecken sogar schafft diese in den Schatten zu stellen, sich wohl oder übelst aber auch dem ständigen Vergleich stellen muss. Die Basis zu Weiterentwicklung könnte vorteilhafter nicht sein, da man das songorientierte Songwriting bereits bestechend gut drauf hat, so sei dem Cleangesang für die Zukunft nur noch etwas mehr Ausdruck gewünscht und der Musik der Band eine ganze Schippe Eigenständigkeit, die im Moment noch daraus besteht zu "klingen wie…".
In Punkten eine 10 von 12.

Tracklist – 'Masked':

01. 'Forgiven'
02. 'With You'
03. 'For Those Who Care'
04. 'Voices'
05. 'Vengeance'
06. 'Who, If Not Us?'
07. 'Place Taken'
08. 'Endlessly'
09. 'And Even Though You’re Gone'
10. 'Next To Me'
11. 'Nemesis'
12. 'Melancholy'

Mehr Info:
Machinemade God: Website / MySpace
Autor: Patrick Portnicki