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Fun Lovin´ Criminals Interview - 05. November 2003 - Düsseldorf


New Yorker Clubfeeling im Düsseldorfer Zakk

Im Gespräch mit Huey „DiFontaine“ Morgan von den Fun Lovin´ Criminals



Dass Huey und seine Kollegen Frank und Fast allgemein sehr lässige Typen sind, was ihre Konzerte und Plattencover angeht, das dürfte wohl schon bekannt sein. Aber dass sich diese Lässigkeit auch wirklich durch ihr ganzes Leben zieht, dass war vielleicht dem einen oder anderen nicht so klar. Aber es stimmt!
Am Mittwoch, 05.11.2003, im Düsseldorfer Zakk treffen wir etwas zu früh zum Interviewtermin ein und haben das Glück den Soundcheck der New Yorker ansehen und vor allem miterleben zu dürfen. Erst schwirren geschäftige Tontechniker auf der Bühne und am Mischpult umher, bauen auf, stellen alles ein, testen dann alles aus, verbessern und pegeln noch mal alles aus. Alles unter höchster Konzentration.
Dann betreten Huey, Frank und Fast den Raum, in dem am Abend ihr Konzert stattfinden soll. In der einen Hand eine Kippe, in der anderen ein Sandwich. Nach kurzer Besichtigungsphase und einem ausgedehnten Dinner Backstage, kommen sie wieder auf die Bühne und der Soundcheck beginnt. Und wieder in der einen Hand die Zigarette, in der anderen (diesmal) die Gitarre. Kein Fünkchen von Lampenfieber oder Nervosität spürbar. Über eine halbe Stunde testen sie ihre Instrumente und jammen dann gleich auch noch ein bisschen. „You just can´t have it all“ von der neuen Platte „Welcome To Poppy´s“ wird ganz ausgespielt!
Als alles in bester Ordnung erscheint, verlassen die Jungs die Bühne und bitten zum Interview.
Huey sitzt im großzügigen Backstagebereich an einem Tisch auf einer Bank ebenfalls Frank, der allerdings über einen gutgefüllten Teller mit Essen. Bon Appetito!

Wastin!com: Hi guys, nice to meet you!

Huey: Hi it´s a great honour to be here with you!

Na, dann kann´s ja los gehen! ?


Wastin!com: Das ist heute euer dritter Gig in Deutschland, vorher ward ihr in München und Heidelberg. Was habt ihr heute alles gemacht?

Huey: Gestern waren wir ja in Paris, also haben wir sehr viel Zeit im Bus verbracht. Wir mussten eine lange Zeit bis nach Düsseldorf fahren.

Wastin!com: Wie vertreibt ihr euch die Zeit während der Tour? Mit Fernsehen oder relaxen oder…rauchen?

Huey: Ja richtig! (lacht!) Na ja, jeder von uns hat ein Cellphone. Und dieses Cellphone ist unsere Verbindung nach Hause, zu unseren Familien und so. Und wir haben alle diese Cellphones, mit denen man auch Fotos machen kann, also bekommen wir auch Fotos von unseren Freundinnen. Also das Cellphone und die Trockenreinigung, das sind die wesentlichen Dinge. Denn wir müssen unsere Klamotten immer gereinigt bekommen, damit wir gut aussehen, wenn wir auftreten.

Wastin!com: Zu eurem Bühnenoutfit; ihr seht jedes mal fantastisch aus, was tragt ihr eigentlich?

Huey: Danke sehr! Im Moment werden wir von Dolce & Gabbana ausgestattet! Das ist toll! Ich kenne Domenico Dolce durch meine Freundin, er ist ein Freund von ihr und er ist wirklich ein toller Mensch! Ich nenne ihn Dee Dee! Er ist wirklich großartig, er macht ja die Männermode und er schafft es wirklich, dass Männer darin richtig cool aussehen!

Wastin!com: Das stimmt wohl! Ihr spielt ja dieses Mal in kleinen Clubs. Mögt ihr das lieber vor wenigen Hundert Fans zu spielen, als vor tausenden?

Huey: Was wir machen, ist ja ein bisschen anders als was andere machen. Also haben wir die Leute gerne in unserer Nähe, damit sie sehen können, was wir da machen. Und das finden wir cool. Große Hallen sind auch nicht schlecht, aber es wird dann unpersönlich. Wir würden lieber viele kleine Gigs spielen, als einen großen. Ich denke, dass ist der Grund, warum wir uns auch etwas unterscheiden.

Wastin!com: Und was mögt ihr besonders bei euren Auftritten, auch hier in Deutschland?

Huey: Ich denke, was ich am Liebsten mag, ist, wenn die Leute kommen, um uns zu sehen. Wir machen das ja schon eine ganze Weile, wir sind jetzt seit 10 Jahren in der Band und wir sehen immer wieder dieselben Leute, wenn wir hier herkommen und das ist richtig cool! Das ist so ein bisschen, wie zufriedene Kunden, die immer gerne wieder kommen, um uns zu sehen. Und in der letzten Zeit kamen sogar noch mehr Leute als normalerweise, also sehen wir auch neue Leute, die Spaß haben und es genießen. Die Songs, die wir schreiben, handeln von New York City und, dass bewies mir als Songschreiber, dass es da wirklich eine Verständigung gibt, dass es die Leute verstehen und fühlen, weil es einfach menschlich ist. Und das ist das Tolle; das bei einem Konzert zu sehen, das ist erhebend.

Wastin!com: Lass´ uns mal über euer neues Album „Welcome To Poppy´s“ reden. Es klingt groovie, aber auch Rock´n´rollig, alles wieder gemixt mit schnellen Gitarren Riffs. Kurz: Es ist wieder dieser typische Fun Lovin´ Criminals Style, wie wir ihn lieben. Wie würdest du das beschreiben?

Huey: Ja also, ich denke, weil wir es produziert haben und von Anfang an damit zu tun hatten, kam der Sound einfach daher, wovon die Songs handeln. Mal haben wir sie mehr rockig gehalten, dann gibt es wieder welche, die diesen smoothigen Flavour haben. Aber es ist einfach New York, nur ein bisschen purer, roher als die Alben davor, ich denke, das macht den Sound auf diesem Album aus.

Wastin!com: Und ihr seid rundum zufrieden mit dem Album?

Huey: Oh ja! Ja ich finde es großartig!

Wastin!com: Du würdest also nichts verändern wollen, auch jetzt nachdem ihr viele Stücke live gespielt habt?

Huey: Nee, nee ich denke, die Platte ist gut so. Es gibt eine Menge Leute, die davon besessen sind alles zu verbessern. Aber wir haben 8 Monate für die Aufnahmen gebraucht, was eine sehr lange Zeit für uns war, und jetzt ist alles fertig und gut so wie es ist. Ich denke, wir haben alles richtig gemacht.

Wastin!com: Könntest du sagen, welches dein Lieblingslied von der Platte ist, oder ist das zu schwierig?

Huey: Hmm…ich liebe alle Songs auf der Platte schon alleine aus den Gründen, warum sie entstanden sind. Sie bedeuten mir alle etwas sehr Spezifisches und immer auch etwas verschiedenes, also denke ich, dass das sehr von meiner Stimmung abhängt.
Welches Lied ich aber immer sehr gern mag, weil es cool ist, ist „Steak Knife“. Gerade auch weil es vom Text her auch viel sagt, ich beschränke mich in meinen Texten nicht. Aber es gibt auch viele andere coole Songs, wie „Friday Night“ und „Beautiful“ und „Lost It All“, es ist wirklich viel cooles Zeug dabei!

Wastin!com: Mit wem würdest du gerne mal zusammenarbeiten, wenn du dir irgendjemanden aussuchen könntest?

Huey:Snoop Dogg! Snoop Dogg wär schon ziemlich cool!

Wastin!com: Würde es da denn die Möglichkeit zur Zusammenarbeit geben können?

Huey: Oh, das weiß ich nicht, also, wenn ich morgen zu den MTV Awards gehe und Snoop ist da, dann werd ich ihn mal fragen. Also eigentlich ist es auch nicht unbedingt notwendig mit ihm ein Album aufzunehmen, ich meine, das wäre natürlich großartig, aber mit ihm einen zu rauchen, das wäre schon…Wow! Ich meine, das genauso cool, als ob man mit Willy Nelson abhängt und einen raucht!

Wastin!com: Was völlig anderes: Der Imbiss, der der Platte sozusagen ihren Namen gab ist ein spanischer Imbiss in New York, oder?

Huey: Ja, das richtig!

Wastin!com: Ist das dein Lieblingsladen?

Huey: Jetzt schon, ich meine, diese Art von diesem Mann ein Schild in seinen Laden zu hängen, auf dem steht „Willkommen bei Poppy´s“ und damit die Leute in seinem Imbiss zu begrüßen, das ist großartig. Das machen die Leute heutzutage ja eigentlich nicht mehr. Und ich dachte mir, das ist irgendwie noch eine Geste der alten Schule. Und ich wollte, dass der Name des Albums den Leuten schon zu verstehen gibt, dass sie willkommen sind, dass wir wollen, dass sie sich miteinbezogen fühlen. Es gibt heutzutage so viele Bands, die sich zu cool finden um dies oder das zu tun, aber wir wollten nicht, dass die Leute so auch von uns denken, und das kann schnell passieren, denn manchmal interpretiert man etwas in unser Verhalten hinein, das so nicht stimmt. Wir wollen, dass sich unsere Fans miteinbezogen in unser Album fühlen, dass das sozusagen der Soundtrack für ihr Leben wird.

Wastin!com: Und deshalb ist der Name jetzt Programm.

Huey: Ja, denn ich finde, es ist eine typisch New Yorker Art, so zu sein. Ich weiß, dass viele Menschen glauben New Yorker wären kalt und würden sich nicht um ihre Mitmenschen kümmern, aber gerade nach dem 11. September passieren viel weniger Auseinandersetzungen untereinander in der Bevölkerung, wir haben einen Weltblick bekommen und wir wissen, warum das alles passiert ist. Aber damit im Hinterkopf ist New York zu einem ziemlich coolen Platz geworden, ich mag, wie sich alles entwickelt hat, wie jeder will, dass es jedem gut geht und er eine gute Zeit hat und das alles.

Wastin!com: Und was kann man bei dem netten Spanier essen?

Huey: Oh, da gibt es vieles! Frühstück, Cheeseburger und Sandwiches und Zigaretten.

Wastin!com: Und was ist dein Lieblingsessen dort?

Huey: Da gibt´s ein ganz klasse Jamaican Beef Paddy, das ist ziemlich gut.

Wastin!com: Es gab da ja ein paar, nennen wir es mal, Differenzen zwischen euch und eurem ehemaligen Label EMI. Jetzt wo ihr bei Sanctuary Records unter Vertrag seid, was hat sich für euch geändert?

Huey: Es läuft jetzt alles so wie in einer guten Partnerschaft. Wir haben ja unser eigenes Label und sind für den Vertrieb bei Sanctuary. Das ist eine gute Partnerschaft und das ist eine weitaus angenehmere Zusammenarbeit. So weit so gut!

Wastin!com: Ihr habt das ganze Album ja selber produziert und alles drum rum. Ist euch das lieber, weil dann niemand einem reinredet, weil man ganz und gar sein eigener Chef sein kann?

Huey: Ja, wir haben ja alle unsere Alben selber produziert. Es ist ein logischer Prozess, den man durchmacht. Als wir angefangen haben Musik zu machen, da mussten wir auch erstmal lernen, ein Instrument zu spielen. Und wenn du anfängst Platten zu produzieren, dann lernst du zuerst, wie man Platten produziert. Also gehst du erstmal in eine Bibliothek und kaufst dir ein Buch, wo drin steht, wie du mit dem Mischpult umgehen musst und wie das mit den Fadern funktioniert, weißt du. Und erst dann hast du einen größeren Einfluss auf das Endprodukt deiner Musik. Und das ist sehr wichtig, denn wenn heute jemand in seinem Wohnzimmer sitzt und einen guten Song auf seiner Gitarre schreibt, dann geht dieser Song durch so viele verschiedene Hände. Bis man selber letztendlich diese CD kauft, sind das bestimmt 50 Leute, die den Song noch mal völlig von seinem Ursprung und emotionalen Grundgedanken überarbeitet haben. Und wir sind der Meinung, dass das eine Art Täuschung ist, weil da nicht mehr die wahre Intention des Künstlers drinsteckt. Und das ist auch der Grund, warum unser Zeug alles selbst produzieren.

Wastin!com: In euren Songs erzählt ihr ja viele Geschichten über New York, könntest du dir eigentlich vorstellen, woanders zu leben und dann halt auch Songs über eine andere Stadt zu schreiben? Was macht New York so besonders für dich?

Huey: Es ist mein Zuhause, weißt du. Es ist, wo ich aufgewachsen bin, wo ich meinen Charakter gebildet habe, wo ich zu dem geworden bin, was ich bin. New York ist definitiv ein Teil von mir. Ich habe schon in Erwägung gezogen mal wo anders zu wohnen, aber nur so, dass ich irgendwo anders Häuser habe und da nicht die ganze Zeit wohne. New York ist mein Zuhause!

Wastin!com: In dem Song „This Sick World“ geht es um Autobomben und Menschen, die durch so was sterben. Ist das deine Art damit um zugehen, was in unserer Welt alles so passiert, gerade nach dem Ereignis des 11. September?

Huey: Es ist wirklich hart, diese ganzen Informationen zu verarbeiten, die man täglich bekommt. Ich denke, dieser Song ist aus der Frustration entstanden, dass die Medien die Geschehnisse in weniger als 5 Sekunden erklären wollen. Und diese Situation zum Beispiel: Mein Freund ist im Irak oder wie es jetzt ist, dieses ganze Gerede um den Islam, das kommt doch nur von der Ignoranz und dem Mangel an Wissen der Menschen. Die Leute lesen heutzutage gar keine Zeitungen mehr, sie gucken nur noch CNN und CNN sagt ihnen nur ein drittel, von dem, was wirklich passiert. Und ich finde es sehr schade, dass die Leute denken, sie könnten diese Probleme, die schon tausende Jahre alt sind einfach so in 5 Sekunden oder weniger erklären. Und all diese Politiker, die zu arrogant und verblendet sind und denken, sie könnten das alles beheben, das ist doch lächerlich. Das ist also mehr ein Song darüber, dass die Menschen viel mehr von ihrem Aufwachsen beeinflusst sind. Ich meine, schau dir ein Kind in Palästina an. Ich meine, da kann es doch sein, dass das Kind aufwächst und von seinen Eltern beigebracht kriegt, dass es gut ist, sich mit einer Autobombe in die Luft zu jagen und so möglichst viele Leute mit in dem Tod zu reißen. Es hat es schließlich nicht anders gelernt. Und das ist auch nicht bestimmt nicht der richtige Weg, das ist nicht der Weg zum Frieden, nur weil er so erzogen wurde. Dasselbe gilt auch für ein Kind in Amerika, in den USA, das erzogen wird keine Schwarzen zu mögen. Das wird dann zu seiner Überzeugung und die gibt er weiter und macht dann auch was verf*** Dummes! Aber ich glaube nicht, dass all diese Leute noch veränderbar sind, weil an einem bestimmten Punkt bist du gedanklich blockiert, dann kannst du deine innere Überzeugung einfach nicht mehr ändern. Aber das ist etwas, dass überall passiert, in jeder Ecke der Welt. Egal ob Vorurteile aus rassischem oder religiösem Hintergrund, oder einfach aus dem Grund, dass viele Leute die USA einfach nicht mögen. Ich meine, die USA sind die letzten 60 Jahre in der Welt umhergegangen und haben Leuten in den Arsch getreten und gesagt, was sie zu tun und zu lassen haben. Und wir kommen aus New York und ein Punkt, den ich an New York liebe ist, dass wir Southern Island als einen Punkt außerhalb von Amerika betrachten. Jedenfalls tun das die Leute, die dort leben. Und es macht auch Sinn für uns, dass alle Leute diese Dinge über George Bush sagen und denken, und niemand hat mich jemals dafür beschuldigt, was Bush da gerade macht, denn jeder weiß, ich komme aus New York und niemand aus New York hat ihn gewählt.
Ich meine, ich könnte noch 20 Minuten weiterreden über die Situation, wie sie heute in der Welt herrscht, und ich würde immer noch nicht mehr tun, als an der Oberfläche kratzen und das ist es, wovon der Song handelt. Er handelt davon, dass die Leute einfach immer weiter machen mit dem, was sie so machen und so wird einfach nicht besser.

Wastin!com: Und wo warst Du , als das mit den Twin Towern passierte?

Huey: Ich war in New York. Ich lebte zu der Zeit Downtown und konnte nichts sehen, aber ich hörte es, als das zweite Flugzeug in den Tower krachte. Das war schrecklich.


Wastin!com: Völliger Themenwechsel: Seid ihr zufrieden mit euren Support Lockdown Project?

Huey: Ja, das sind gute Jungs, neben der Tatsache, dass sie sehr gute Musiker sind, sind sie auch noch großartige Jungs. Wir versuchen gemeinsam stoned zu werden und so.

Wastin!com: Habt ihr das selbst entschieden, sie mitzunehmen?

Huey: Ja also, wir haben die meiste Zeit einen Bookingagent und der kümmert sich um viele Bands auch gleichzeitig um diese Jungs und man muss ja meistens eine Vorband mitnehmen und die Jungs waren hier die einzig zutreffende Wahl. Denn sie machen einen alternativen Sound, so wie wir ihn machen. Und du willst schließlich niemanden mitnehmen, der Folk singt oder so ne Scheiße!

Wastin!com: Du spielst ja gerne in Filmen mit und ihr alle mögt es, Soundtracks zu machen. Wer ist denn dein Lieblingsregisseur?

Huey: Oh, mein Lieblingsregisseur?! Das ist eine schwierige Frage, also ich muss sagen aus vielen Gründen oder eigentlich aus einem einzigen Grund muss ich sagen, dass es Stanley Kubrick ist, schon allein wegen „Doctor Strangelove“. Dieser Film ist einer der von der Regie her brillantesten Filme aller Zeiten und einer meiner Lieblingsfilme für alle Zeit! Aber da gibt es viele Regisseure, die verdammt gut sind. Orson Welles´ „Citizen Kane“ ist ein wunderbar gemachter Film. Das hängt von den Leuten ab, auch Martin Scorsese´s „Mean Street“ ist brilliant. Oder „Raiders from the lost Ark“ hat den Zeitgeist so perfekt eingefangen, genauso kannst du sagen, dass Steven Spielberg ein großartiger Regisseur ist. Die Leute zollen ihm nur nicht genug Respekt, weil er soviel Geld verdient. Aber wenn du das außen vorlässt ist er ein guter Filmemacher. George Lucas ist auch okay.

Wastin!com: Was ist mit Quentin Tarantino?

Huey: Der ist ein wirklich guter Regisseur! Ich habe gerade „Kill Bill“ gesehen. Er ist sehr, wie soll ich sagen, er geht sehr mit der Zeit. Sein Stil ähnelt Oliver Stone´s in gewisser Hinsicht. Wie er die Medien benutzt und alle Effekte, die momentan „in“ sind, um den Film interessanter für die Leute zu machen. Ich meine, jeder könnte bei „Kill Bill“ sagen; „Oh man, was ist das denn, alle werden getötet!“ Aber er hat viel Humor und so oldschool Sachen mit reingebracht, wie diese japanische Kung Fu-Kampfsache. Und das war einfach cool!


Wastin!com: Besitzt du eigentlich noch dein Müllabfuhrunternehmen „DiFontaine Carting & Asbestos Removel Co.“?

Huey: Ja, das habe ich noch! Aber jetzt heißt es „DiFontaine Enterprises“. Denn wir haben uns schon so vergrößert, dass wir ein Hauptunternehmen gründen mussten, dass sich um alle Belange der Tochterunternehmen kümmert.

Wastin!com: Welche Frage, ist die meistgehassteste Frage für dich in einem Interview?

Huey: Ohh, zum Beispiel: „So, was macht ihr Jungs gerade?“ und dann frag ich „Gerade jetzt im Moment?“ Und der Interviewer wieder „Nee, ich meine, was habt ihr so gemacht?“ Und ich sage: „Na ja ich bin um 7 Uhr aufgestanden, habe ich ein bisschen gedeejayt und dann habe ich ein paar Bier getrunken, meine Klamotten gewechselt, habe dann ein bisschen Gitarre gespielt…“ Und der sagt dann wieder: „Nein, ich meine, was macht ihr so in Zukunft?“ Hey Shit! Woher soll ich das wissen, ich kann nicht die Wunderkugel reiben und sehen, was in Zukunft passiert! Ich fahre nachher wieder im Bus durch die Gegend, ich meine, der Bus könnte ja ein Unfall haben, was weiß denn ich?! Oh mein Gott, ich hoffe, das passiert jetzt nicht wirklich! Das wäre dann das letzte Interview!

Wastin!com: Oh, nee, laß´ mal!

Huey: Dann würden wohl alle sagen: „Er war ein sehr netter Junge, schade, dass er von uns gegangen ist.“

Wastin!com: Ich hoffe, ihr habt einen guten Busfahrer!

Huey: Ja, den haben wir! Der ist echt großartig!

Wastin!com: Na dann brauchen wir uns wohl keine Sorgen zu machen!
Jetzt kommt zwar eine Zukunftsfrage, aber könnt ihr denn schon sagen, wann ihr mal wieder nach Deutschland kommen werdet?


Huey: Also, so wie es gerade aussieht werden wir wohl wieder eine Tour um Februar, März, April 2004 machen. Aber wir wollen auch ein paar Festivals während des Sommers spielen, das halten wir uns auf jeden Fall dafür frei, denn wir haben letzten Sommer keine Festivals gespielt, weil das Album ja erst im September raus gekommen ist. Und das hat uns schon was geärgert und das wollen wir auf jeden Fall nachholen!

Wastin!com: Dann freuen wir uns auf ein Wiedersehen! Das war dann auch schon meine letzte Frage! Vielen Dank!!

Huey: Oh, schon vorbei? Na dann, vielen Dank und viel Spaß beim Konzert, ich hoffe, es gefällt euch!

// PICS VOM KONZERT


Interview: vb
Fotos: KoNs
Autor: wastin!com