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Exilia - Interview - 25. April 2004 - Köln
Mit: Sängerin Masha und Ge (Schlagzeug)

Exilia ist definitiv keine Rock-Band wie jede andere. Sie stammen zwar aus dem sonnigen Italien aber entgegen der meisten anderen Pop- und Dance-Musik-Acts, die aus ihrem Heimatland stammen, bevorzugen sie eher die härteren Tonlagen. Und das ist auch gut so! Leider gehören sie somit in Italien auch eher zu den „Underdogs“, aber sie haben das Potential die ganze Welt zu rocken! Ihre erste Single “Stop Playing God“ ist schwer ohrwurmverdächtig und eins steht fest, an Exilia werdet ihr in diesem Sommer nicht vorbei kommen!
Wir haben Frontfrau Masha und ihre Bandkollegen ElioAlien (Gitarre), Ge (Schlagzeug), Random (Bass) und ihrem Bandhund Shaky in Köln getroffen, wo sie im Vorprogramm von Oomph! der Menge gehörig eingeheizt hatten. Denn zur Zeit befinden sie sich mit der Industrial-Truppe auf ihrer Wahrheit oder Pflicht Tour 2004.

Wastin!com: Hi Masha, hi Jungs! Schön euch zu sehen!

Masha: Hi!

Wastin!com: Ich habe dich eben auf der Bühne gesehen und habe mich gefragt, woher du diese Power nimmst?

Masha: Das ist die häufigste Frage. Aber ich weiß es eigentlich nicht. Es ist halt normal für mich, ich gehe auf die Bühne, das ist meine Art mich auszudrücken. Ich brauche das, ich weiß nicht warum. Es ist einfach in mir. Ich kann das nicht erklären.

Wastin!com: Ihr seid jetzt mit Oomph! Auf Tour, wie lief die Tour bis jetzt für euch?

Masha: Ja, das war toll! Es ist wie ein richtiges Abenteuer für uns! Wir sind hier mit einem Tourbus und haben auch unseren Hund Shaky dabei! Der wartet immer während den Gigs im Bus auf uns. Das ist wirklich toll! Und wir lieben es live zu spielen und auch wenn man auf unserer Homepage nachschaut, sieht man wie viele Tourdates da drauf sind. Wir lieben es einfach auf der Bühne zu stehen, denn ich denke auch, dass das die beste Möglichkeit ist Exilia den Leuten nahezu bringen.

Wastin!com: Und sind Oomph! Nett zu euch?

Masha: Ja, ja! Die sind zwar im Moment wirklich im Stress, denn jeder will sie sehen, alle sind ganz verrückt nach ihnen, die ganze Halle ist ja komplett voll da unten! Aber sie sind wirklich sehr nett zu uns.

Wastin!com: Glaubst du, dass ihr als Band und Vorband gut zusammen passt?

Masha: Ja, das glaube ich schon! Und wir haben bis jetzt wirklich tolle Reaktionen von den Fans bekommen. Wir sind zwar ein wenig anders als Oomph!, wir machen ja nicht dasselbe, aber das ist ja auch wichtig, denn sonst wäre es ja auch langweilig für die Zuschauer. Aber ich glaube, so wie es jetzt ist, passt das für uns beide sehr gut! Hoffe ich! (lacht!)

Wastin!com: Was bedeutet euer Bandname und wie kam es zu dem Namen?

Masha: Ich habe den Namen Exilia in der Zeitung entdeckt und ich mochte seinen Klang sehr. Es ist ein lateinisches Wort und dann habe ich herausgefunden, dass es bedeutet, Energie freizusetzen. Und ich hab gedacht, das ist perfekt!

Wastin!com: Wie haltet ihr Kontakt nach Hause?

Masha: Also, ich benutze oft das Telefon und dafür werde ich wohl eine ganze Menge bezahlen müssen, denn aus Deutschland nach Italien zu telefonieren ist echt teuer! Dann benutzen wir aber auch das Internet, so das wir mit unseren Freunden Kontakt halten können. Denn die sind auch total aufgeregt und wollen immer wissen, wo wir sind und ob´s uns gut geht und so.

Wastin!com: Gibt es denn einen Unterschied zwischen dem Touren in Italien und hier in Deutschland? Ihr ward ja auch schon mal mit In Extremo letztes Jahr hier. Die amerikanischen Bands sagen uns oft, dass die deutschen Fans mehr abgehen und die Musik mehr genießen, würdest du da zustimmen?

Masha: Ja, das denken wir auch! In Italien, da ist die Situation etwas anders, wir haben eine wesentlich kleinere Rock-Szene. Die Clubs sind auch kleiner und es sind nur wenige Leute in dieser Szene. Also da ist es halt noch richtig undergroundig. Deshalb ist es aber auch schwierig Locations zu finden, wo man auftreten kann und wo auch Leute sind, die Bock auf die Musik haben. Deshalb stimme ich den amerikanischen Bands in diesem Punkt völlig zu, hier in Deutschland kann man die Energie und die Power vom Publikum fiel mehr spüren!

Wastin!com: Kannst du ein paar Künstler benennen, die euch beeinflussen?

Masha: Ja, ich denke, jedes Bandmitglied hat da noch so seine eigenen Favoriten, aber allgemein hören wir momentan sehr viel Machine Head und Slipknot, von denen haben wir die DVD jetzt schon 10 mal angeschaut! Und dann mögen wir natürlich noch KoRn und Rage Against The Machine. Random mag noch Papa Roach und Disturbed. Ach ja und Pantera! Wir sind wirklich sehr metalig manchmal!

Wastin!com: Und wie würdest du euren Sound benennen?

Masha: Agressive Rock! Ich denke das passt, weil wir auf die Bühne gehen mit nur einem Gedanken, wir wollen den Fans all unsere Energie geben. Deshalb ist aggressiv das richtige Wort. Und Rock, weil wir nun mal Rock machen. Das passt!

Wastin!com: Und woher nimmst du die Inspiration für deine Texte?

Masha: Die meisten Texte sind meine persönlichen Erfahrungen. Ich mag es sehr über etwas zu schreiben, das ich auch fühle und so auch singen kann. Manchmal ist das Leben nicht gerade gut zu dir, und bei mir war es nicht anders. In meiner Kindheit hatte ich ein paar Probleme mit meiner Familie. In den texten ist immer etwas, das mir unter die Haut geht, deshalb kann ich auch auf die Bühne gehen und ganz klar sagen, was ich denke. Das ist meine Meinung von der Welt und was um mich herum geschieht.

Wastin!com: Und denkst du, dass es noch mehr Frontgirls geben sollte? Ich meine es gibt da Sandra Nasic von den Guano Apes oder Amy Lee von Evanescence. Aber auch solche wie Avril Lavigne. Sollte es da mehr geben, insbesondere Rock-Frauen?

Masha: Ich denke, dass die Position der Frauen in der Rockszene immer noch schwierig ist. Denn wenn du sagst, dass du eine Frau mit einer Band bist, dann denken die Leute oft, dass du nicht so kraftvoll sein kannst wie ein Mann. Also brauchen wir mehr starke Frauen, die eine Band gründen, denn so kann die Position der Frau gestärkt werden. Aber es gibt auch Mädchen wie Avril Lavigne und das ist schade, denn dann denken die Leute, dass du so wärst wie sie, wenn du sagst, dass du als Frau eine Band hast.

Wastin!com: Und nutzt du auf der Bühne deine weiblichen Reize?

Masha: Nein! Es ist schon ziemlich schwer für mich gewesen, als wir die Fotosession gemacht haben und der Stylist hat immer gesagt, schau doch mal ein bisschen sexier in die Kamera. Mir ist das sehr unangenehm. Wenn ich auf der Bühne bin, denke ich dass die Leute mich mehr respektieren, wenn ich da meinen Job gut mache ohne mich eben derart zu präsentieren. Auch wenn man sehr hübsch ist, ich denke, man bekommt den meisten Respekt für das was man tut und für mich ist das sehr wichtig!

Ge: Ich halte das auch nicht für sehr klug, wenn Frauen ihre weiblichen Reizen auf der Bühne ausnutzen. Da respektieren wir zum Beispiel Sandra Nasic, weil sie auf der Bühne schreit, singt und abgeht. Sie wirkt dabei nicht, wie der wundervolle Superstar oder das liebe Mädchen. Ich glaube, wenn Frauen sich betont sexy präsentieren, sind sie nur Sklaven der Männer und das ist dumm. Du musst deine eigene Persönlichkeit zeigen, davon wollen wir mehr!

Wastin!com: Warum singt ihr eigentlich nicht in eurer Muttersprache, sondern ausschließlich auf Englisch?

Masha: Also, Italienisch passt nicht so wirklich gut zu Rock-Musik. Das war gar nicht möglich. Also musst du in Englisch oder Deutsch singen. Das passt dann besser. Wir mögen nämlich auch Rammstein sehr gerne und In Extremo auch!

Ge: Ja, eure Sprache passt da wirklich besser! Auf Italienisch klingt das eher albern.

Masha: Ja, das ist zu soft.

Wastin!com: Warum sollten die Leute eure Musik hören?

Masha: (lacht) Das ist schwierig!

Ge: Ich versuche das zu erklären. Als wir noch Kinder waren, da hat uns Rock-Musik schon sehr viel bedeutet und weitergeholfen. Und wir haben auch viele Bands live gesehen, das war toll! Und ich glaube, Rock kann dir beim Erwachsenwerden helfen, und auch unsere Lyrics stammen aus dem wahren Leben und wir versuchen auch etwas damit zu vermitteln, was gut ist und was man lieber nicht machen sollte und so. Wir wollen auch eine Art Life-Style vermitteln. Wir wollen den Kids Energie geben. Also kurz gesagt, Rock kann dich davor bewahren ein böser Mensch zu werden! (lacht)

Masha: Ja, mir ist es auch wichtig, wenn ich eine CD kaufe und sie mir beispielsweise im Auto anhöre, dass diese Band Opfer für ihre Musik gebracht hat, dass sie ehrlich ist und an etwas glaubt. Die Band muss „true“ sein, dass ist mir sehr wichtig. Ich kaufe immer CD´s von Menschen an die ich glauben kann, dann höre ich sie an und wenn mir die Songs gefallen, umso besser!

Wastin!com: Das kann ich gut verstehen! Wo seht ihr euch in 10 Jahren oder wo würdet ihr euch gerne sehen?

Masha: Wir hoffen, dass wir dann noch immer sehr jung sind! (lacht!) Auch wenn das unmöglich ist. Ja, ich weiß auch gar nicht, wir hoffen natürlich, dass alles gut für uns läuft. Denn, wie ich ja schon gesagt habe, investieren wir so viel in unsere Musik, wir proben jeden Tag und jede Nacht ohne Pause und spielen überall, wo wir können, egal wie viele Kilometer wir fahren müssen. Es wäre schön, wenn man dann ein Resultat dadurch erzielen kann. Es wäre schön, wenn unsere Songs im Radio gespielt würden und wenn wir auf Festivals spielen könnten und wenn wir von der Musik leben könnten. Wir wollen nicht super reich sein, nur die Möglichkeit haben mit unserer Musik weiterzumachen, um sich so selbst zu verwirklichen.

Wastin!com: Habt ihr denn während eurer Tour schon etwas hier in Deutschland lieben gelernt?

Masha: Also, wir vermissen Pizza schon sehr, aber wir mögen ja schon viel in Deutschland!

Ge: Kartoffeln!

Masha: Ja, Kartoffeln zum Beispiel und Gemüse, das ist sehr wichtig für uns, denn drei von uns sind Vegetarier, so haben wir auch schnell die deutschen Worte dafür gelernt. Und „Fleisch“ (sagt das auf Deutsch) können wir auch schon sagen, damit wir keinen Fehler bei den Bestellungen machen. (lacht)

Wastin!com: Was können wir denn noch dieses Jahr von euch erwarten, kommt ihr wieder nach Deutschland?

Masha: Ja, wir werden im Sommer wiederkommen, um bei so vielen Festivals aufzutreten, wie wir können. Und dann müssen wir mal die Reaktionen auf unsere Single „Stop Playing God“ und auf unser Album “Unleashed“ abwarten, das erscheint am 24. Mai. Dann werden wir weitersehen.

Ge: Ihr müsst uns unterstützen! (lacht)

Masha: Wir müssen einfach sehen, wie die Dinge sich entwickeln, wenn die Single gut aufgenommen wird, dann kommen wir auf jeden Fall wieder gerne her!



Wastin!com: Dann hoffen wir mal das Beste, aber ich denke, dass den Leuten eure Single gefallen wird! Dann kommen wir auch schon zu meiner letzten Frage; Wann und wo war euer schönster Auftritt und warum?

Masha: Vor zwei Jahren, da hatten wir dieses tolle Erlebnis. Wir sollten beim Gun Festival auf dem Kölner Ringfest auftreten. Und am Abend davor haben wir in der Schweiz zwei Gigs gespielt und wir haben bis halb vier morgens gespielt und dann haben wir alles eingepackt und sind mit dem Bus nach Köln gefahren. Gegen 11 Uhr sind wir angekommen und mussten schon um 12 Uhr wieder spielen. Wir hatten gar nicht geschlafen, weil wir so aufgeregt waren, und meine Stimme ließ mich dann auch noch im Stich. Ich habe mit zwei Taschen Medizin versucht das wieder hinzukriegen, aber ich hatte keine Stimme bis 10 Minuten vor dem Auftritt. Ich war so nervös, das war nämlich das Festival zum Geburtstag von Gun Records und es war richtig viel los! Das war unglaublich, und als wir dann die Bühne betraten, ging alles glatt! Das war so ein toller Tag! Wir hatten so viel Glück! Wir haben 5 Songs gespielt und danach haben wir uns mit unserem jetzigen Label getroffen und das war echt toll, denn ihnen hatte unser Auftritt so gut gefallen. Das war wirklich ein Traum!

Ge: Und ich wollte noch sagen, dass es mir auch sehr viel bedeutet hat, dass Micha von In Extremo eben zu uns auf die Bühne kam und mit uns den Song “I Guess You Know“ performt hat! Ehrlich! Er hat wirklich schon sehr viel für uns getan und es ist schwierig so jemanden in diesen Biz zu finden, der das tut und so an dich glaubt! Er hat den Song auch für unser Album eingesungen.

Wastin!com: Dann würdet ihr sicher gerne weiterhin mit ihm arbeiten wollen?

Masha: Ja, auf jeden Fall! Wir mögen Micha sehr gerne und ich glaube er mag unsere Band auch. Und zwischen uns ist wirklich eine gute Freundschaft entstanden und wir respektieren uns gegenseitig. Also, wir würden uns freuen, wenn er weiterhin mit uns arbeiten möchte!

Wastin!com: das kann ich gut verstehen. So das war´s aber jetzt wirklich! Vielen Dank für das Interview und ich wünsche euch nur das Beste, wir sehen uns bestimmt noch mal im Sommer wieder!

Masha: Ja, wir danken euch! Und bis bald!

Ge: Es hat uns wirklich sehr gefreut!
Autor: Vera Bunk