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Killswitch Engage Interview - Mai 2004 - Köln
Mit Sänger Howard Jones.

Killswitch Engage Interview - Mai 2004 - KölnWir treffen einen äußerst entspannten Howard Jones mit einem fetten Grinsen im Gesicht in seinem nobel eingerichteten Hotelzimmer. Das Notebook und der Fernseher sind eingeschaltet, auf dem Tisch liegen mehrere Zeitungen. Er ist sehr gut gelaunt, das steht fest. Er schaltet den Fernseher aus und fletzt sich in seinen bequemen Sessel, jetzt geht´s los!

Wastin!com: Hi, schön dich zu sehen, kannst du dich vielleicht kurz vorstellen und sagen, was du in der Band machst?

Howard: Ohmm, ich bin Howard und ich weiß gar nicht so genau, was ich in der Band mache...(lacht) Oh, warte, ich glaube, ich schreie eine ganze Menge und bin böse!

Wastin!com: Das Debüt-Album von Killswitch Engage erschien schon 2002 und hieß 'Killswitch Engage'. Zu dieser Zeit war Jesse Leach noch Sänger der Band. Wie seid ihr denn eigentlich zusammen gekommen?

Howard: Also, ich kannte die Jungs schon eine ganze Weile, denn wir sind alle bei demselben Independent Record Label gestartet. Ich habe dann herausgefunden, dass Jesse die Band verlassen hat und daraufhin habe ich dann Mike D´ Antonio, unseren Bassisten, na ja, zu der Zeit war er ja noch nicht mein Bassist, aber den hab ich angerufen und gefragt, was denn passiert sei. Er sagte, “Wow, Jesse hat die Band verlassen und jetzt werden wir ein paar Proben in New York City abhalten. Du kannst gerne zu einer vorbei kommen, wenn du willst.” Ich dachte darüber nach und sagte; Ja! Dann bin ich da hingegangen, hab´ vorgesungen, kam wieder zurück und einen oder zwei Tage später bin ich wieder hingegangen, und dieses Mal war die ganze Band anwesend. Dann haben wir zusammen alles Mögliche ausprobiert. Sie riefen mich dann am nächsten Tag an und sagten; “Wir würden dich sehr gerne in der Band haben, wenn das etwas ist, das du gerne machen würdest.” Und ich sagte; “Klar!”
So war das.

Wastin!com: Ich stelle es mir ziemlich hart vor, die Fans von mir als neuen Sänger zu überzeugen. War das schwierig für dich?

Howard: Ahh, ich habe sie nicht überzeugt. Ich bin auf die Bühne getreten und die haben wahrscheinlich gedacht; ”Hey, da ist ja ein riesiger Kerl auf der Bühne vor uns!" (lacht) Na ja, das ist wohl sehr offensichtlich! Ahm, ich weiß nicht, ich versuche einfach nicht daran zu denken, wie stressig das alles sein könnte oder die Tatsache, dass ich jetzt den Platz von jemandem übernommen habe. Ich denke jetzt einfach; “Hey, ich bin schon so lange in verschiedenen Bands und ich genieße das jetzt einfach!” Wenn es gut geht, toll! Wenn die Band kaputtgeht... oh, dann ist das alles wohl meine Schuld. Aber es scheint alles gut zu gehen!

Wastin!com: Wie sieht es denn jetzt mit dir und Blood Has Been Shed aus?

Howard: Ich bin halt immer noch in der Band. Ich war gerade noch mit den Jungs auf Tour. Vor ein paar Wochen.

Wastin!com: Wie fühlst du dich hier so ganz alleine ohne deine Bandkollegen in Deutschland zu sein und euer Album zu promoten? Warum sind sie nicht mitgekommen?

Howard: Hmm... na ja, jeder ist im Moment ziemlich beschäftigt mit einer Reihe von Dingen. Adam war aber noch mit mir unterwegs, bis London, glaub´ ich. Aber er musste noch mit einer anderen Band ins Studio irgendwo in England. Also, hab´ ich mich von ihm verabschiedet und hab´ Kurs auf Deutschland genommen. Adam wollte eigentlich sehr gerne mitkommen, er liebt Deutschland, aber er hatte einfach keine Zeit. Aber da passierte noch was Witziges; Er hat sich verabschiedet, ging weg und kam aber dann noch mal zu meinem Zimmer, denn er hatte sich die Hosen total voll geschissen! Das ist wirklich passiert

Wastin!com: Oh mein Gott!

Howard: Das war am Samstag, er rannte den Gang entlang und das nächste, was ich hörte war, wie er gegen meine Tür hämmerte und rief; “Mach auf!” Ich hab´ aufgemacht und er fragte, wo mein Badzimmer sei, denn er habe sich selbst angekackt. Ich sagte: “Ahh, okay! Da drüben!” Er ging rein und ich hörte alle möglichen Geräusche und dann fragte Adam; “Kann ich dieses Handtuch benutzen?” Und ich; ”Nein! Benutz´ das kleinere, ich brauche das Große, ich hab´noch nicht geduscht." Und dann kam er heraus und sagte; “Was immer du auch tust, bleib´ weg vom Mülleimer!” Ich konnte es einfach nicht glauben, ich hab´ die Tür aufgemacht und OHHHH!!! Der Gestank! Da habe ich den Müllsack genommen und hab´ mal reingeschielt, da war dieses sehr, sehr dreckige Handtuch und Adams Boxershorts drin! Als er dann gehen wollte, sagte ich zu ihm; “Ahm, du weißt, dass ich das der ganzen Welt erzählen werde, nicht wahr?” Und er sagte; “Ja, ich kann´s dir nicht verdenken. Vielleicht schulde ich dir das jetzt.” Und ich wieder; “Das hätte eh keine Rolle gespielt, ich hätte es eh der ganzen Welt erzählt.”
So war das, und das ist wirklich passiert!

Wastin!com: Das ist eine großartige Geschichte!

Howard: Ohh, yeah das ist halt Killswitch Engage! (lacht!)

Wastin!com: Super, „der Mann mit den vollgeschissenen Hosen!“

Howard: So sieht´s aus!

Alle lachen! Anm.d. Red.: Ab diesem Zeitpunkt fiel es mir sehr schwer mich vor Lachen zu konzentrieren! Aber fachfraulich versuchte ich das Interview weiterzuführen. ;)

Wastin!com: Dann lass uns mal über euer neues Album und dein Debüt bei Killswitch “The End Of Heartache” reden. Welches Lied würdest du als dein liebstes darauf bezeichnen. Kannst du das überhaupt sagen oder ist das zu schwer?

Howard: Na ja, das ist wirklich etwas schwierig. Besonders, weil ich das Album bis jetzt gar nicht oft angehört habe. Zwei oder drei Monate meines Lebens sind in dieses Album eingeflossen und am Ende war ich einfach fertig damit. Ich dachte; “Mein Gott! Ich fühl´ mich, als ob ich gerade eine Geburt hinter mich gebracht hätte.” Denn genauso fühlt sich das an. Also, hab´ ich erstmal damit abgeschlossen und habe es mir auch nicht mehr richtig danach angehört. Also weiß ich gar nicht so ganau, welches, mein Lieblingssong ist. Einige gingen mir leichter von Hand, andere schwerer, aber ein Lieblingssong? Ich weiß nicht, frag´ mich das noch mal in einer Woche! (lacht)

Wastin!com: Okay! Darauf komme ich gerne zurück!

Howard: Ich werde dann bis dann versuchen, es mir noch mal anzuhören!

Wastin!com: Okay! Warum habt ihr euch für diesen Titel entschieden? Gibt´s da eine Message hinter?

Howard: Ahm, das ist nur der Titelsong. Das ist einfach das, was ich gedacht und gefühlt habe, als ich den Song geschrieben habe. Und dann sah ich das Artwork, das Mike D. entworfen hatte, und das paßte alles sehr gut zusammen. Ich dachte; “Wow! Das paßt ja alles prima zusammen, okay, so machen wir es!” So wurde es der Titelsong. Ich weiß nicht, ich denke, das ist alles dazu. Ich habe jetzt komplett meinen Gedankengang verloren. (lacht!)

Wastin!com: Okay. Und woher nimmst du die Inspiration für deine Texte? Du klingst manchmal sehr wütend auf dem Album. Woher nimmst du diesen Ärger? Wo findest du, das “Material” für die Songs?

Howard: Ich klinge wütend? Niemals! (lacht!) Eine Menge Inspiration nehme ich daraus, was ich so sehe und beobachte. Ich bin jetzt auch nicht der superpolitischste Mensch, und ich bin normalerweise ja auch immer unterwegs und verpasse deshalb oft die Nachrichten. Ich habe noch nicht mal die Zeit, die Zeitung zu lesen, ich hoffe, dass ich das gleich noch machen kann. Aber meine Texte enthalten auch ein wenig davon, was ich in den Nachrichten sehe und was mich so alles stört. Manchmal passiert etwas in deinem Leben und du schreibst einfach darüber oder manchmal gibt es Streß mit euch Mädchen! Ihr macht so viel Trouble, ihr Mädchen! (lacht) Ich schreibe eigentlich nicht soviel über Frauen, aber da gibt´s schon so ein bißchen hier und da. Aber eigentlich versuche ich immer Hoffnung in allem zu finden. Auch wenn die Songs manchmal etwas düster klingen, fühle ich, dass es da Hoffnung am Ende des Tunnels gibt. Und das ist es, was ich ausdrücken will.

Wastin!com: Und ist das dann auch die Hauptintention des Albums? Dass man überall Hoffnung finden kann?

Howard: Also, ich hab´ das zwar nicht von vorne herein so geplant, aber als ich mir dann die Songs so angeshaut habe, hab´ ich gedacht; “Hey, ich glaube, das Ganze hat ein Thema, nämlich Kraft in sich selbst zu finden und immer an die Hoffnung zu glauben, und wenn etwas nicht heute klappt, dann morgen. Und wenn du das nicht in dir selbst finden kannst, dann findest du Hoffnung und Kraft in den Menschen um dich herum." Es kann nichts bessers als das geben. Und manchmal bist du so am Boden zerstört, und manchmal geht das Leben nicht gerade gut mit dir um...aber du kannst es immer versuchen und einfach hoffen. Man sollte nie die Hoffnung aufgeben.

Wastin!com: Bist du denn zufrieden mit dem Album?

Howard: Ich weiß nicht, frag´ mich noch mal in einer Woche. (lacht) Ich weiß es ehrlich nicht. Ich meine, wir sind alle zufrieden mit dem Album, aber da ging so viel Zeit, Aufwand und Energie rein. Ich würde sagen, neben Adam habe ich mehr Zeit im Studio verbracht, als jeder andere. Ich meine, Adam hat das Album produziert. Ich war bis auf Weihnachten jeden Tag im Studio. Ich musste anderthalb Stunden zum Studio hinfahren, dann war ich circa acht bis achtzehn Stunden dort, und musste dann noch wieder die anderthalb Stunden zurück fahren. Ich hab´ Songs geschrieben, überarbeitet, hab´ was zur Probe aufgenommen und dann halt richtig aufgenommen. Ich war so lange da und war so in dem Album vertieft, dass ich jetzt danach mal erstmal Abstand davon nehmen musste. Also, weiß ich es mal wieder nicht. Ich muss es mir einfach noch mal anhören. Aber ich fühle mich irgendwie seltsam, wenn ich mir selbst zuhöre. Aber na ja, das ist okay. (lacht)

Wastin!com: Adam war ja, wie du gerade schon sagtest, auch der Producer des Albums. Ist es nicht schwierig, wenn ein Bandkollge auch gleichzeitig der Producer ist? Ich meine, hat er euch immer nur Vorschläge gemacht oder war er derjenige, der am Ende alles entschieden hat, weil er ja nun mal der Producer war?

Howard: Na ja, er ist definitiv der Producer, aber trotzdem hatte jeder von uns das Recht etwas zu sagen. Wenn einer eine Idee hatte, von der er überzeugt war, dann haben wir das ausprobiert und gesehen, was passierte. Aber es war schon so, dass wenn Adam eine Idee hatte, von der er sehr überzeugt war, er auch dabei blieb. Ich meine, er hat eine Schule für so etwas besucht und er ist gut indem, was er macht. Und er ist ein vernünftiger Kerl, er ist kein allzugroßer „Tyrann“ (lacht). Ich wollte ihn nicht allzu oft im Studio um die Ecke bringen. Ich meine, es gab schon ein paar Momente, in denen er fast den Löffel abgegeben hätte, aber es war eine gute Zeit, ich habe viel gelernt und wir hatten jede Menge Spaß. Und wenn man Adam mal im Studio und mal außerhalb des Studios sieht, dann denkt man, dass es sich um einen komplett anderen Menschen handelt. Im Studio ist er sehr kontrolliert und konzentriert. Und außerhalb ist dieser Mensch wirklich komplett von Sinnen! (lacht)

Wastin!com: Gibt es denn jemand anderes, mit dem du mal gerne zusammen arbeiten würdest? Egal, ob als Musiker oder als Producer?

Howard: Mike Patton. Ich würde so gerne mit ihm zusammenarbeiten! Ich weiß zwar nicht, was ich da machen würde, wahrscheinlich einfach nur da sitzen und Mike anstarren, wie er so viel besser ist als ich. Aber yeah, ich war schon immer ein riesen Fan von ihm und er hat mich in so vielerlei Hinsicht beeinflusst. Ich glaube zwar, dass er, wenn er das jetzt hören könne, würde er sagen; “Oh, Mann, mich könnt ihr dafür nicht verantwortlich machen! (lacht) Der Kerl nervt!” Aber ich würde trotzdem sofort Mike wählen, um mit ihm zu arbeiten, wenn ich könnte.

Wastin!com: Bist du denn schon mal von irgend jemanden abgewiesen worden mit dem du gerne zusammenarbeiten wolltest?

Howard: Nein, nicht wirklich. Ich habe eigentlich auch noch nie jemanden so richtig danach gefragt. Aber ich werd´ mal sehen, wenn ich jemanden frage, dann wird der mir wohl sagen; “Nein!” Und ich werde dran denken und dich dann anrufen!

Wastin!com: Okay, ich freu´ mich! Aber zur nächsten Frage; Wenn du an einem Album arbeitest, wenn du alles daran zusammen setzt – hast du da eine Vision von dem ganzen bevor du die Songs schreibst oder fliegt dir das alles von alleine zu?

Howard: Ahm, normalerweise fliegt mir das alles so zu. Manchmal hast du eine Phrase im Kopf und dann beginnt das Ganze irgendwie ins Rollen zu kommen. Und manchmal ist es so, dass direkt alles in einem Zuge aus dir heraus bricht. Das hängt immer von dem Moment ab.

Wastin!com: Und wie war es bei dem Album jetzt?

Howard: Das war von Song zu Song verschieden. Das ganze Material wurde innerhalb von anderthalb Jahren geschrieben. Da war ein Song, ich glaube das war “When Darkness Falls”, den habe ich im Bus in Hamburg geschrieben (lacht) ja, das habe ich wirklich! Und natürlich waren da auch Songs, die ich im Studio geschrieben habe, es ist halt ein langer Prozess, denn wenn du so viel unterwegs bist, dann ist das nicht gerade ein sehr guter Platz, um Songs zu schreiben. Egal ob du die Musik schreiben willst oder den Text. Also, ich habe zwar etwas geschrieben, als wir unterwegs waren, aber das war ziemlich schwierig. Ich saß eigentlich nur die ganze Zeit rum und hab´ Musik gehört und mir gedacht; “Imir fällt nichts ein, ich bin völlig leer. Ich werde jetzt wohl ein paar Videogames spielen gehen.” (lacht) Dein Kopf ist einfach komplett leer, und dann es auch bei jedem Song komplett anders.

Wastin!com: Das Lied “When Darkness Falls” ist ja auf dem Original Soundtrack zum Horrorfilm “Freddy vs. Jason”. Wie fühlte sich das an, dass eben dieser erste Song, den ihr als Band zusammengeschrieben habt, für diesen Film ausgewählt wurde?

Howard: Das war wirklich ziemlich cool! Ich bin mit diesen Filmen aufgewachsen und dann war es sehr cool, dass den Machern unser Song so gut gefallen hat. Aber, als ich den Film gesehen habe, hatte dieser noch keine Musik, so habe ich unseren Song darin noch gar nicht gehört, aber das war gut, denn ich hätte mich sonst echt seltsam gefühlt. Da bin ich also schon ganz froh, dass das Lied noch nicht zu hören war, denn sonst häte ich im Kino gedacht; “Oh je, ich muss raus hier! Das ist echt cool!” Das ist echt richtig cool!

Wastin!com: Und mochtest du den neuen Film?

Howard: Ja, ich denke, der ist echt witzig, der ist echt humorvoll! Er ist toll, nett und gruselig. Leute werden abgemurkst und schreien rum, also ja, das ist toll! (lacht)

Wastin!com: Ja, ich mochte die Filme auch immer gerne! Aber was ist das tollste daran, Musik zu machen und zu singen? Ist es sowas wie eine Befreiung für dich oder sogar eine Art Therapie?

Howard: Auf jeden Fall! Die meiste Zeit bin ich eigentlich recht ruhig und häng´ nur so rum. Und auf der Bühne da lasse ich alles völlig hinter mir, ich bin Jemand völlig anderes, als ich normalerweise bin und normalerweise auch nie sein kann. Und das ist so befreiend, da ist plötzlich jedes bißchen Wut und Frustration und du kannst das alles auf einmal loswerden. Und dann fühlst du dich einfach richtig gut. Dann denke ich; “Nun werde ich ein paar Videogames spielen gehen (lacht)!” Also ist das ´ne coole Sache. Wenn deine Leidenschaft die Musik ist, dann gibt es nichts besseres, wenn du dann noch davon leben kannst.

Wastin!com: Du hast ja auch schon mit Killswitch Engage auf den ganz großen Festivals gespielt wie auf dem “Ozzfest”. Was magst du aber lieber, die kleinen Clubs, wo man näher am Publikum ist, oder die riesigen Hallen?

Howard: Ich würde auf jeden Fall sagen, dass die kleineren Clubs, wo man näher beim Publikum ist, auf jeden Fall großartig sind. Aber beides hat seine Vorteile. Wenn es enger ist, und jeder der Anwesenden wirklich mit der Musik geht und jeder echt Spaß hat, dann fühlst du das auch! Ich mag aber auch die großen Bühnen, da kann ich rumrennen und da kann ich wie ein Cheerleader rumhüpfen und singen; “Hey! Killswitch Wow!” (lacht) So fühl´ ich mich dann, weißt du. Ganz besonders auf ganz großen Bühnen da ist das wieder anders. Du schaust auf diese Masse von Menschen, die dich anstarrt und denkst dir; “Hmm...das ist interessant.Wo ist meine Mommy!?” (lacht) So halt. Aber es macht beides Spaß. Aber ich denke, dass jeder Sänger, dass eine kleinere Masse das A und O ist. Das hat einfach was. So circa Zwei- Dreihundert Menschen, und wenn es dann noch eine nette Location ist und keiner wirklich Platz hat, sich zu bewegen, das hat einfach was! Das macht so viel Spaß! Außerdem ist jeder nur gekommen, um mit dir die Zeit zu verbringen, da sind dann keine Leute, die sagen; “Los, beeindruckt mich! Ihr solltet lieber verdammt gut sein!” Mit ´ner kleineren Menge ist es doch ein wenig besser, würde ich sagen.

Wastin!com: Du warst auch schon mit Killswitch Engage hier in Deutschland, oder?

Howard: Yeah! Wir waren hier bei der Road Rage Tour 2002. Da haben wir hier 6 Shows gespielt. In Hamburg und Stuttgart, glaub ich...und Köln und in Berlin. Und so.

Wastin!com: Und was ist der Unterschied zwischen den Shows in Europa oder in Deutschland besonders zu denen in den USA? Oder gibt es da keinen?

Howard: Doch, Europa macht Spaß! (lacht)

Wastin!com: Warum?

Howard: Die Leute hier schätzen die Musik vielmehr. Das ist sehr offensichtlich. Ich meine, wir haben immer noch Spaß in den Vereinten Staaten, du weißt schon; “Wow Amerika, toll!” und so, aber gleichzeitig schätzen die Menschen die Musik hier wesentlich mehr. Wenn jemand hier zu deinen Shows kommt, dann um dich zu sehen. Während in Amerika die Leute mehr Wert darauf legen toll auszusehen und sich mit ihren Freunden zu unterhalten und manchmal beachten sie dich auch gar nicht. Ich meine, okay, das ist ihre Entscheidung, aber hier genießen die Leute die Musik wenigstens. Und wenn sie hinter einer Band stehen, dann bleiben sie auch dabei.

Wastin!com: Das hören wir irgendwie immer von den ausländischen Bands, dass die Europäer die Musik einfach mehr zu schätzen wissen und so.

Howard: Auf jeden Fall! Gerade Deutschland ist ein guter Platz für Metal, egal ob für Progressive Rock oder sowas, einfach für jede Art von Heavy Music, da ist Deutschland der richtige Ort! Das ist so!

Wastin!com: Das macht uns natürlich stolz!

Howard: Und das ist wirklich wahr! Ihr habt ja auch ein paar richtig gute Bands hervorgebracht!

Wastin!com: Und wenn du für längere Zeit auf Tour bist, wie vertreibst du dir dann die Zeit? Was macht das touren für die erträglich? Spielst du dann die ganze Zeit Videogames?

Howard: Also, ich weiß nicht, wenn ich auf Tour bin, dann spiele ich gerne Videogames (lacht)! Ich glaube, das machen alle gerne. Wir machen das jedenfalls. Wir gucken auch Filme und die Simpsons! Ja, wir gucken fast nur die Simpsons, das ist immer sehr witzig! Ansonsten lese ich auch sehr viel, ich mache eigentlich alles, was irgendwie die Zeit vergehen läßt. Und man sollte sich nicht zu oft über den Weg laufen. Denn man verbringt sowieso so viel Zeit mit einander, da musst du dir schon gegenseitig Freiräume lassen. Aber das ist wirklich so alles, was ich so treibe, Videogames zocken und lesen, und ausruhen.

Wastin!com: Welches Buch hast du zuletzt gelesen?

Howard: Oh, das letzte Buch? Ich lese so viel, da liegt auch gerade eins auf meinem Nachttisch, das heißt “Swansong”. Da geht es darum wie nach einem Nuklearkrieg ein paar Menschen überleben und so.

Wastin!com: Und wie hälst du Kontakt nach Hause?

Howard: Mit dem Cell phone und mit Telefonkarten. Und manchmal kann ich auch E-mails verschicken. Wir werden bald nach Japan reisen und da funktionieren unsere Telefone nicht, weil das zu weit weg ist. Aber ja, sonst benutzen wir viel zu teure Telefonkarten und verschicken E-Mails.

Wastin!com: Wenn du so zurückschaust, du hast ja immer Musik gemacht und bist viel rumgekommen, was hat sich so geändert mit der Zeit in der Musikszene in Amerika?

Howard: Yeah, Metal is growing! Ich meine, es war schon immer ein großes Ding, aber das war eher so das Glam Rock Ding und Alternative Rock und Nu Metal und so. Und dann kam noch dieser Emo-Rock. Aber jetzt bekommt Metal ein größeres Publikum, insbesondere der Underground Metal, der seinen Ursprung in der Hardcore-Szene hat. Und das ist jetzt wirklich cool zu sehen, dass Bands, mit denen ich früher schon gespielt habe, von Major Labels gesignt werden. Das hätte man gar nicht gedacht. Jetzt kann man mit seiner Musik halt auch seine Rechnungen bezahlen und das ist eine tolle Sache.

Wastin!com: Und kennst du denn auch Love Metal? Ich habe diese Bezeichnung letztens für die Musik von Him gehört.

Howard: Ich bin wirklich ein Fan von Him! Jeder in unserer Band mag sie! Ich habe alle CD´s und viele der Singles. Diese Band versteht es wirklich einen guten Song zu schreiben. Es gibt viele Leute in der Metal-Szene, die sagen; “Oh, ich mag Him nicht!” Aber ich sage, der Kerl macht gute Musik! Er ist wirklich gut!

Wastin!com: Ja, er ist ein guter Sänger!

Howard: Yeah, er ist ein toller Sänger und die Band ist auch richtig gut! Ich hab´ sie live gesehen und ich war wie weggeblasen! Die sind wirklich gut!

Wastin!com: Wo siehst du dich in 10 Jahren?

Howard: Vielleicht in einem Stuhl wie diesen hier während ich ein Videogame spiele! (lacht)
Ich weiß es nicht, hoffentlich werde ich immer noch etwas mit Musik zu tun haben. Vielleicht werde ich nicht mehr dasselbe machen wie jetzt, aber ich hoffe auf jeden Fall damit durch zu sein, denn ich bin müde (lacht). Aber ja, ich denke, ich werde auf jeden Fall weiterhin Musik machen egal wie. Ich werde abhängen und Videogames zocken. Das ist das gute Leben!

Wastin!com: Welches ist denn nun dein Lieblingsvideospiel?

Howard: Ahh, im Moment spiele ich grad Final Fantasy. da bin ich jetzt zur Hälfte durch. Das dauert echt lange, aber es sieht so verdammt gut aus, da passiert so viel, das ist es wert! Wenn ich wieder zuhause bin, dann werde ich versuche es zu ende zu bringen!

Wastin!com: Aha, und da sind wir dann auch schon bei der letzten Frage angekommen. Wann wirst du wieder samt Band nach Deutschland kommen?

Howard: Also, wir werden ein paar Festivals spielen im kommenden Sommer, aber eine Clubtour haben wir noch nicht geplant. Wir hoffen aber, dass wir im Herbst wieder kommen werden und dann versuchen wir auch eine Clubtour durch Deutschland zu machen. Und dann versuchen wir auch zu einigen Städten zu kommen, die wir in Deutschland noch nicht besucht haben. Also, Finger kreuzen und hoffen, dass das klappt!

Wastin!com: Das hoffen wir doch! Dann sag´ ich mal vielen Dank für das sehr nette Interview! Und auf wiedersehen!

Howard: Kein Problem! Ich habe zu danken! Auf wiedersehen!
Autor: Vera Bunk