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The Donots Interview - 03. Juni 2004 - Köln
Mit: Guido Donot

Deutschlands Punkrock-Band Number One - The Donots - feiert in diesem Jahr ihr 10-jähriges Bestehen. Die Band um die Brüder Ingo (Gesang) und Guido (Gitarre) aus Ibbenbühren veröffentlicht mit "Got The Noise" diesen Monat ihr sechstes Album. Wir haben uns mit Guido Donot getroffen und mit ihm über Unterwäsche, die richtige Berufswahl und musikalische Einflüsse gesprochen...


Donots Interview 2004Wastin!com: Hi Guido! Ihr seid ja momentan so etwas auf Tour, wie läuft die denn bis jetzt?

Guido: Ja, das sind vereinzelt so Festival-Shows, und die ersten liefen bis jetzt super, die liefen richtig gut! Rocco Del Schlacko war ein riesen Spaß zum Beispiel! Wir machen grad diesen ganzen Promo-Kram, weil ja gerade die Single rausgekommen ist.

Wastin!com: Ihr habt ja dieses Jahr auch bei Rock am Ring und Rock im Park gespielt, wenn man das jetzt vergleicht mit Gigs in kleineren Clubs, was magst du persönlich dann lieber?

Guido: Also, das Ding ist, ich hätte gerne beides; also eine große Bühne und die Fans direkt da vor. Weil auf einer großen Bühne, da kannst du ordentlich metern, da kannst du ordentlich rennen, aber das Problem ist immer dieser Graben. Da stehen die Leute so mal 20 Meter weg, das ist immer asozial! Aber es ist beides schön, hat beides seine Reize.

Wastin!com: Ihr habt ja schon in eurer Bandgeschichte, die sich dieses Jahr zum 10ten Mal jährt, eine Menge Auslandserfahrungen machen können. Ihr ward auch schon öfters in Japan, wo die Leute auch echt verrückt nach euch sind. Sind dir da Unterschiede zu euren Auftritten in Deutschland aufgefallen?

Guido:Ja, ja! In Deutschland und in Europa ist alles fast ziemlich gleich, aber in Japan ist alles komplett anders. Die Leute rasten noch mehr aus, die sind total wahnsinnig! Da gibt's auf den Konzerten immer so Rituale bei denen. Als wir das erste Mal da waren, haben wir uns voll erschrocken, denn als wir das erste Lied zu ende gespielt hatten, da kam halt Applaus für fünf Sekunden und auf einmal war es toten Still. Da redet plötzlich keiner mehr miteinander, die stehen alle und gucken dich an. Und du denkst so; Scheiße, haben wir irgendwas falsch gemacht? Aber das ist einfach so, dass die erst wie verrückt applaudieren und dann aus dem Grund schweigen, weil die denjenigen, der jetzt als Nächster eine Ansage macht, nicht unterbrechen wollen. Das ist so dieses Höflichkeitsding. Und das ist zum Beispiel ein Unterschied. Oder was auch super ist, die kaufen sich auf dem Konzert etwas zu trinken, so Becherkram, den stellen sie dann, wenn sie tanzen wollen, so an die Seite vom Raum und nach dem Konzert nimmt jeder so viel Becher wieder mit und schmeißt die in den Müll, wie er sich geholt hat. Und du kannst nach dem Konzert vom Boden essen. Das ist unglaublich, wirklich! Also, die drehen am Rad dahinten. Aber das ist super auf jeden Fall. Auf Festivals haben die eigene tragbare Aschenbecher und da aschen die rein, da wird nicht auf den Boden geascht, um Gottes Willen! Jo.

Wastin!com: Ihr habt ja auch in ganz Europa und den USA schon gespielt, wie ist das in Amerika, weil amerikansiche Bands immer sagen, dass das Publikum hier so toll ist. Kannst du das bestätigen?

Guido: Was Amerika angeht, also, ich glaube durch diese eine Show, die wir dort gespielt haben, kann man nicht so direkt ein Urteil von fällen. Also eigentlich auf den ersten Blick schien das alles ganz normal zu sein wie hier auch. Ich hab keine großen Unterschiede gemerkt, aber ich glaube, das merkt man echt erst, wenn man ein paar mal öfters da gespielt hat. Denke ich.

Wastin!com: Wenn ihr so durch die Lande gondelt, wir vertreibt ihr euch dann die Zeit bis ihr auf die Bühne könnt?

Guido: Oh ha! Das ist bei jedem verschieden. Eike und Dirk zum Beispiel, die gehen morgens joggen, was ich überhaupt nicht könnte. Weil ich morgens echt meistens total im Delirium bin, und wie will man da joggen? Obwohl das ist der Dirk ja auch immer. Ich weiß gar nicht, wie er das macht. Ansonsten die Zeit zwischen den Shows, wenn man eine Tour hat, die nennen wir immer Falschgeldphase. Und davon haben wir immer jede Menge. Vom Soundcheck bis Abends zum Auftritt das ist die Zeit, wo man meistens nichts zu tun hat. Aber es gibt eine Playstation im Bus, wenn man mit dem Bus unterwegs ist. Ich spiel auch so ganz gerne noch Gitarre, lese gerne Bücher, ansonsten guck ich rum! (lacht) Keine Ahnung, ich langweile mich auch manchmal ganz gerne.

Wastin!com: Was ist das Peinlichste, was dir schon mal auf der Bühne während eines Konzerts passiert ist?

Guido: Oh ha! Das Peinlichste, was mir je passiert ist? Peinlich...also puh...

Wastin!com: Ich habe in letzter Zeit immer die Geschichten gehört, dass immer irgendwer in ein Loch auf der Bühne gefallen ist.

Guido: Ja, nee, das macht Ingo ja immer. Der hat sich ja schon zweimal irgendwas gebrochen beim Live-Konzert. Aber was ist mir passiert, mein peinliches Highlight also?
Gute Frage, ich weiß es gar nicht. Mir ist mal die Hose gerissen, aber das ist ja nicht peinlich, das ist ja normal. Ansonsten? Klar hab´ ich mich oft schon auf die Fresse gelegt. Ich weiß nicht, eigentlich ist jeder Abend, wenn wir spielen von hinten bis vorne peinlich! (lacht)

Wastin!com: Ist ja auch nicht schlecht! Das neue Album steht ja ab dem 21. Juni in den Läden. Wie lang habt ihr dafür gebraucht es zu schreiben?

Guido: Also, wenn man das Schreiben mit einbezieht, dann hat es eigentlich vom letzten Album bis jetzt gedauert. Man schreibt ja immer zwischendurch. Es gibt ja keine bestimmten Phasen, wo man sich hinsetzt und denkt; So, jetzt müssen wir Lieder haben. Sondern es kommt halt von selber und dann fallen einem zwischendurch immer so Riffs ein und dann baust du dir auch ein, wenn du Zeit hast. So geht das eigentlich die ganze Zeit. Aber richtig im Studio waren wir circa dreieinhalb Wochen.


Donots Interview 2004Wastin!com: Gibt's denn dann noch die Phase, in der ihr noch viel im Proberaum spielt und ausprobiert oder macht ihr das dann auf schon während der gerade laufenden Tour?

Guido:Ja ja, klar, diese Vorbereitung machen wir dann davor immer noch. Wir nehmen auch davor noch Demos auf und proben ganz viel und machen halt noch den letzten Schliff in die Lieder rein.

Wastin!com: Welche Bands beeinflussen euch?

Guido: Also, ich finde immer, dass man eigentlich von jeder Platte, die man kauft, beeinflusst wird. Weil die Musik, die man hört, die nimmt man auch immer irgendwie auf. Und das fließt auch automatisch mit in dein Musikbild ein irgendwie. Und da jeder von uns komplett andere Sachen hört, ist das sehr unterschiedlich, Eike hört sich ja auch so Elektro-Kram an, wo du mich mit jagen kannst, das kann ich ja überhaupt nicht ab. Und ansonsten einigen wir uns alle auf ein paar Bands, die wir alle mögen. Three Colours Red, Face To Face oder Green Day. Da gibt's eine ganze Menge. Also ich liebe zum Beispiel Rancid über alles, das sind für mich die Größten, die sind der Hammer! Oder Operation Ivy mag ich ganz gerne, ich mag aber auch Sheryl Crow super gerne, Sheryl Crow ist der Oberhammer. Ist halt alles quer durch den Garten eigentlich.

Wastin!com: Ihr habt ja auch noch nie aus eurem Einflüssen ein Geheimnis gemacht. Was hälst du von Bands, die ihre Einfüsse nicht so gerne preisgeben, damit man sie nicht gleich in eine Schublade steckt?

Guido:Ja, weiß ich nicht, warum machen die das? Ich meine, mir ist das total Latte, wer uns mit wem vergleicht. Also ich meine, wenn man mit Rancid oder Green Day verglichen wird, dann ist das eine ganz gute Ehre, würde ich sagen. Wir klingen natürlich total anders. Aber die Leute, die mit den Einflüssen ein Problem haben, kann ich nicht verstehen. Also mir ist das Latte, was man so sagt. Solange es keine Scheißbands sind, mit denen man verglichen wird. (lacht)

Wastin!com: Euch haben ja schon sehr, sehr viele Bands supportet und umgekehrt. Gibt es denn da noch irgendjemanden, mit dem du gerne mal zusammen arbeiten würdest? Wenn du dir jetzt irgendjemanden aussuchen könntest, auch einen Produzenten?

Guido: Oh ha, also was Produzenten angeht, da muss ich eigentlich sagen, da bin ich mit Fabio Trentini total zufrieden und ich will auch keinen anderen! Weil Fabio der ist der Oberhammer, der ist unglaublich! Ansonsten, was andere Bands angeht, da würde ich mal gerne mit McClusky zusammen spielen. Bei denen gibt's eigentlich nur ein paar auf´s Maul, das ist gut, halt ordentlich Krach und Wahnsinn. Das finde ich gut. Ich würde auch gerne mal was mit Sheryl Crow zusammen machen. Momentan mache ich grad so´n Akustik-Kram mit einem Freund von mir zusammen, wir bringen das auch raus. Das wird so´n Countrymäßiges Zeug und auch so ein bißchen Sheryl Crow-mäßig, so Sing-and-Songwriter-Kram.

Wastin!com: Wann wird das erscheinen?

Guido: Oh, das dauert noch! Also, wir wollen jetzt erst circa 5 Lieder aufnehmen und daraus vielleicht eine EP machen bei einem ganz kleinen Label. Mal sehen. Wir proben auch immer zwischendurch, aber er hat auch viel zu tun, er macht Musik-Videos, er hat schon Videos für Tomte, Kettcar und für Waterdown gemacht.
Und ja auf jeden Fall, wenn er Zeit hat und ich Zeit hab, dann treffen wir uns und dann proben wir.

Wastin!com: Wann war für dich eigentlich klar, dass du nichts anderes machen willst, als Musik?

Guido: Ho ha! Gute Frage, eigentlich war das ziemlich früh klar. Also man hat ja immer den Gedanken; „Okay, ich will nichts anderes machen als Musik!“ Aber dann kommt immer die Realität dazu, wo man was anderes machen muss, weil man sonst kein Geld verdient. Und jetzt haben wir das Glück, daß wir davon leben können und das ist halt der absolute Traum.
Aber früher habe ich halt eine Ausbildung angefangen bei Musik-Produktiv in der Gitarrenabteilung, die habe ich dann nach einem dreiviertel Jahr abgebrochen, wegen der Band und das war dann aber auf jeden Fall die richtige Entscheidung.

Wastin!com: Und was haben deine Eltern von deiner Entscheidung gehalten?

Guido: Ja, die waren natürlich erst wie Eltern so sind; „Oh, Junge, überleg´ dir das gut und blabla“ Aber eigentlich waren die schon cool. Es war zwar erst Trara in der Bude, aber dann meinten sie irgendwann; „ Ja okay folgendermaßen, du kannst das jetzt machen, ist ja deine Entscheidung und entweder, du fliegst auf die Schnauze und du lernst daraus, oder es klappt und alles ist super.“ Und jetzt hat´s geklappt und jetzt sind die auch voll Fan.

Wastin!com: Wann hast du denn deine erste Gitarre bekommen und von welcher Marke war diese?

Guido: Meine erste war eine Phonix, so eine Strat-Kopie und das war Anfang ´93. Und das war eine ganz, ganz üble Strat-Kopie, die sah auch aus, wie ein Schlag an den Hals, die war metallic grün, das war echt schäbbig.

Donots Interview 2004Wastin!com: Bevor ihr diesen deutschlandweiten und über Deutschland hinaus ragenden Erfolg hattet, kannst du dich da noch an eurer schönstes Erlebnis mit der Band erinnern?

Guido: Ja, zum Beispiel der erste Auftritt halt. Im 16. April ´94 war das. Da haben wir in der Scheune gespielt. Und früher bin ich halt immer zu allen möglichen Punkrock-Konzerten da hingegangen und dachte;“ Boah, einmal da spielen, das wär´ der absolute Wahnsinn vor den ganzen Kids hier und so!“ Ja, und irgendwann war es dann soweit, ich war total aufgeregt, aber das Konzert hat tierisch Spaß gemacht. Uomepage , dort findet ihr auch alle aktuellen Termine.
Oder direkt einen Besuch auf der Labelsite der Jungs: Eat the Beat Music.

Tracklist: “Portrait Of Beauty”

Days In Grief1) “Prologue”
2) “Make Noise – The Revolution Sleeps”
3) “Shadows Fall”
4) “All Inside”
5) “Blindfold”
6) “Pledge Allegiance To Demons Inside”
7) “A Nation´s Distrust”
8) “Transitory”
9) “Resentment & Disrespect”
10) “The Abstract Feeling Of Being Lost”
11) “Poetic Licence”
12) “Nothing Counts Apart”
13) “Eye Will Recognize”
14) “God Curb America”
Autor: Vera Bunk