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Fear Factory Interview mit Burton C. Bell - 03. Juli 2004, Roitzschjora
Seit 14 Jahren steht der Name Fear Factory für Normüberquerungen, Kompromisslosigkeit und Scheuklappenboykott. Denn seit der Gründung der Band haben die Mannen aus Los Angeles immer wieder mit Innovation und einem gehörigen Hang zum Experimentieren geglänzt. Ärger mit ihrem Label und bandintern führte 2002 zur Trennung, doch zum Jubel der Fans rappelte sich die Gruppe nach dem Ausstieg von Dino Cazares wieder zusammen, machte weiter Musik und präsentiert nun nach dem Line-Up Wechsel das mittlerweile fünfte Studioalbum 'Archetype'. Im Rahmen ihrer großen Europa-Tournee beglückten Fear Factory nun auch ihre deutschen Fans. Wir trafen Sänger Burton C. Bell beim With Full Force Festival in Roitzschjora bei Leipzig und plauderten mit ihm über das neue Album, Zukunftspläne und dumme Missgeschicke. Lest selbst…

Fear FactoryWastin!com: Hi Burton! Wie hast du dir denn heute schon so die Zeit vertrieben hier auf dem Festival-Gelände?

Burton: Also, heute, gegen 4 Uhr morgens habe ich einen Spaziergang durch die Felder zum Wald da drüben gemacht. So um 4 Uhr 30 bin ich dann wieder ins Bett gegangen, und um circa 10 Uhr 50 Uhr bin ich wieder aufgewacht und hab meine Gästeliste für die Show abgegeben. Dann hab ich gefrühstückt und hab mir die Leute angeschaut, wie sie kamen und gingen, und dann hab ich mir auch noch ein bisschen von Chimaira angeschaut.

Wastin!com: Was wirst du noch machen bis es Zeit ist auf die Bühne zu gehen?

Burton: (lacht!) Verstecken! Ich spiele ein wenig Verstecken und dann werde ich mich wohl für die Show fertig machen.

Wastin!com: Gibt es eine Band, die du dir heute noch gerne anschauen möchtest?

Burton: Oh, also ich würde mir gern Dimmu Borgir ansehen und Discharged wohl auch, die sind da drüben im zweiten Zelt. Ich werd einfach mal rumlaufen und das ganze Gelände mal abchecken.

Wastin!com: Ihr seid ja momentan auch auf Tour in Europa, wie läuft die denn so für euch?

Burton: So weit so gut! Es ist immer schwer in Europa unterwegs zu sein, so weit von zu Hause entfernt. Aber wir haben eine Menge bekannter Gesichter getroffen und auch viele Freunde, also war’s gut.

Wastin!com: Was macht das Touren so weit von zu Hause denn dann überhaupt erträglich für dich?

Burton: Oh...bekannte Ges…äh Orte zu sehen und schlafen zu können.

Wastin!com: Hast du denn Zeit dafür, dir die Städte genauer anzuschauen, in denen ihr spielt?

Burton: Oh, ab und zu. Das kommt auf die Stadt an, zum Beispiel heute, da ist gar keine Stadt zu sehen, wir sind ja hier außerhalb der Stadt. Aber in Köln haben wir uns den Dom angesehen. Also, manchmal mach ich das halt. Aber ich muss mir natürlich Amsterdam anschauen.

Wastin!com: Amsterdam ist auch eine großartige Stadt mit tollen Plattenläden, kann ich nur empfehlen! Wie hältst du dann Kontakt nach Hause?

Burton: Ich schicke E-Mails und manchmal rufe ich an. Aber meistens sind es E-Mails. Ich versuche einfach so in Kontakt zu bleiben. Anrufen ist nämlich schon sehr teuer.

Wastin!com: Macht es für dich einen Unterschied, ob du in Amerika oder Europa spielst, wenn du dir jetzt mal das Publikum anschaust? Gibt es da Unterschiede?

Burton: Oh nein, das hat mit dem Publikum nichts zu tun, ich denke der Unterschied zwischen dem Touren in den Staaten und in Deutschland ist hauptsächlich der, dass wir wenig vertraute Dinge um uns haben. Die Sprachbarriere zum einen natürlich, außerdem das Essen und das Wetter (lacht!) Aber wenn man davon absieht, sind die Fans eigentlich immer gleich, egal wo immer man hingeht. Sie alle sind total verrückt auf die Show, es spielt also keine Rolle, also ist es prima.

Wastin!com: Und was magst du lieber, die großen Bühnen, wie heute, oder die kleineren Hallen?

Burton: Ich bevorzuge kleinere Bühnen. Der Sound kommt nicht richtig rüber auf diesen großen Festivalbühnen. Es ist immer windig und man versucht’s einfach so gut wie möglich zu machen. Für meine Show bevorzuge ich da eine kleinere Bühne, da kommt alles besser rüber, man ist näher beim Publikum, ja, es ist einfach eine bessere Show.

Mehr als ein Jahrzehnt konnte das Quartett nichts aufhalten. Doch im März 2002 gibt Roadrunner Records America den Ausstieg von Sänger Burton C. Bell und damit die Auflösung der Band bekannt. Plötzlich werden Gerüchte laut, dass der Frontmann unglücklich mit der Entwicklung der Band sei und sich nicht mehr als aggressiv genug für den typischen Fear Factory Sound ansah. Auch ist von bandinternen Streitereien und ernüchternden Verkaufszahlen die Rede. In Wahrheit waren aber eher Querelen mit dem Label und ein nicht mehr ganz optimales Verhältnis zu Gitarrist und Gründungsmitglied Dino Cazares und dem Rest der Band die Gründe für den Split.

Wastin!com: Im Jahre 2002 hörten wir die schreckliche Nachricht, dass sich Fear Factory getrennt habe, etwas später hieß es, Fear Factory macht weiter, aber ohne Dino. War das eine richtige Krise in deinem Leben und wie bist du damit umgegangen?

Fear FactoryBurton: Also, die ganze Periode war eine Krise… ich hatte vor, die Band zu verlassen,
weil ich nicht mehr wollte, mein Herz war nicht mehr dabei. Wenn mein Herz nicht mehr bei einer Sache ist, dann gehe ich. Wie in einer Beziehung, wenn man keine Liebe mehr fühlt, warum sollte man weiterhin mit der Person zusammen sein? Also beschloss ich zu gehen.

Also fand die Band wieder zusammen und mit neuem Elan folgte auch Burton wieder seinem Herzen, sehr zur Freude der Fans. Dino verließ zwar die Truppe, aber an seine Stelle trat einfach Christian Olde Wolbers, der bis dato der Bassist der Band gewesen war. Byron Stroud, ex-Strapping Young Lad-Mitglied, rückte an die Stelle des Gitarristen. Mit ihm war die Band schon lange befreundet und so war das Klima innerhalb der Combo wieder hergestellt. Aber es gab immer noch Unmut …

Wastin!com: Es gab dann doch immer noch Ärger mit eurem Label Roadrunner Records America. Die wollten, dass ihr euren Vertrag erfüllt und noch ein Album abliefert oder?

Burton: Ah ja, da gab es eine Menge Dinge, die jetzt nicht mehr wirklich wichtig sind, wir haben das alles hinter uns gelassen und haben alle Hürden überwunden. Die Lyrics auf dem Album erzählen von dem, was ich durchgemacht habe, als es sich herausstellte, dass ich ein weiteres Demo für Fear Factory abliefern musste, da kam dann 'Slave Labor' dabei raus mit den Zeilen „God! Help me pour this gas on me!“ Ich brauchte neue Stärke und die Lyrics haben sie mir gegeben.

Wastin!com: Jetzt seid ihr ja auf Liquid 8 Records und die kannten, bevor ihr bei denen unterzeichnet habt, noch nicht mal den Headbanger´s Ball oder?

Burton: Nein, aber sie wollten mal etwas Neues probieren und Fear Factory kam da genau im richtigen Moment für sie.

Nach 'Soul Of A New Machine', 'Demanufacture', 'Obsolete' und 'Digimortal' ist 'Archetype' das fünfte Studioalbum des Quartetts. Und fest steht, dass der Longplayer wieder die Signatur und Attitüde klassischer Fear-Factory-Hymnenhaftigkeit verkörpert. Kein Wunder, dass die Fans begeistert sind. Und Burton ist es auch. Zur Wahl des Titels sagt er:

Burton: Ich glaube, 'Archetype' ist der einzige Titel, der für diese Platte in Frage kam. Denn alles auf ihr ist urbildlich für das, was wir vorher gemacht haben. Nur jetzt ist das Timing ein wenig besser und wir haben alle Dinge, die bisher nicht so gut waren, weggelassen. Dieses neue Album erzählt im Grunde die Geschichte von Fear Factory und allem, was wir in den letzten vier Jahren durchgemacht haben.

Wastin!com: Ja, ich habe viele Leute auch sagen hören, dass diese Scheibe so etwas wie der Prototyp eines Fear Factory-Albums ist, bist du mit so einer Meinung zufrieden?

Burton: Ja! Da würde ich zustimmen, weil Fear Factory immer bemüht war, zu experimentieren und mit der Musik weiter zu kommen. Aber natürlich bleiben wir immer Fear Factory. Egal was wir tun, wir werden immer diese „Heavy“ Seite haben, diese Art Gesang und natürlich auch die ruhigeren Passagen. Also, es bleibt immer Fear Factory, darauf wollten wir uns konzentrieren. Wir mussten wieder wir selbst werden.

Wastin!com: Also bist du rundum mit dem Endergebnis zufrieden?

Burton: Absolut! Sehr zufrieden sogar.

Die Crew hatte sich schon in der Vergangenheit durch Filme wie 'Blade Runner' oder 'Matrix' beeinflussen lassen und sich so schon öfter mit der Thematik 'Mensch vs. Maschine und Maschinenstaat' beschäftigt. Und so finden sich auch auf ihrem fünften Album nicht minder kritische und globale Inhalte.

Wastin!com: Wodurch lässt du dich zu deinen Texten inspirieren?

Burton: Meine Inspiration kommt aus dem Leben. Ich achte auf die Welt um mich herum, auf meine Gefühle und Emotionen und wie alles mich berührt. Also, inspiriert mich das Leben.

Wastin!com: Du hast ja mal gesagt, dass gerade weil du für die Lyrics zuständig bist, die Leute praktisch in deinen Gedanken lesen können. Ist das aber nicht auch ein bisschen beängstigend, wenn alle in dich hineinschauen können und du dich völlig offenbarst?

Burton: Es ist nicht beängstigend, denn ich schreibe nur Dinge, über die ich auch schreiben möchte. Es gibt die Möglichkeit Themen anzuschneiden und trotzdem seine Privatsphäre zu wahren, so dass man sich nicht komplett offenbaren muss. In der Vergangenheit habe ich mir meine Gefühle zum Beispiel als eine Art „Sci-Fi“-Story vorgestellt, aber meine Story ist eigentlich immer da, es geht halt um das, was ich gefühlt und gesehen habe.

Von den brachialen Death-Metal-Zeiten der Anfangstage bis zu den gegenwärtigen futuristisch anmutenden Industrial-lastigen Songs legten Fear Factory eine stetige Weiterentwicklung auf´s Parkett, die gerade auch Burton sehr am Herzen liegt:

Burton: Für mich ist die Weiterentwicklung sehr wichtig. Die Veränderungen von Album zu Album sind sehr sichtbar und offensichtlich. 'Soul Of A New Machine' war eine Geburt, 'Demanufacture' beinhaltete wachsende Erfahrung. 'Obsolete' war eher ein philosophisches Album, es war sehr nach innen gerichtet. 'Digimortal' richtete den Blick nach Außen, aber jedes Album erzählt eine Geschichte. Jedes Album ist ein Fortschritt. Es ist wie einem Kind beim Aufwachsen zu zusehen. Und jetzt sind wir das Urbild, von dem, was Fear Factory immer gewesen ist. Ich habe das immer gerne mit einem aufwachsenden Kind verglichen, es hat irgendwie immer dasselbe Gesicht. Nur, wenn du wächst, dann verändert sich dein Körper und dein Gesicht, aber das bist immer noch du. Und diese Entwicklung hat Fear Factory auch gemacht.

Fear FactoryWastin!com: Und was genau bedeutet Musik für dich, ist es eine Art Therapie?

Burton: Musik IST meine Therapie. Jedes Mal, wenn ich die Lyrics singe, lasse ich das raus, was ich erlebt habe, als ich sie schrieb. Ich tue das jedes Mal. Musik ist mein Leben und das ist mir wichtig. Und wenn ich die Musik nicht hätte, dann würde ich dies alles auf andere Weise verarbeiten, eher auf eine autistische Art, aber Gott sei Dank habe ich die Musik!

Der einzigartige Sound auf der Platte ist wahrscheinlich auch auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Vier eigenständig ohne Produzenten an die Produktion herangegangen sind. Hatte man vorher noch mit Rhys Fulber und Ross Robinson zusammengearbeitet, so hatte man nun seine Meinung geändert und lieber selbst Hand angelegt.

Wastin!com: Dieses Mal hattet ihr keinen Produzenten dabei, ist das besser? Denkst du, dass man sich so auch besser auf seine Musik und Wünsche konzentrieren kann, wenn einen niemand ablenkt?

Burton: Ich glaube an diese Band und an uns selbst. Wir brauchten keinen Produzenten, weil wir all die Songs selbst geschrieben und arrangiert haben, und wir wissen wie der Fear Factory-Sound klingen muss. Ein Produzent kommt rein und verändert alles so, wie er es gern hätte; das brauchten und wollten wir nicht. Wir sind in dieser Hinsicht sehr professionell und wissen, was wir tun. Jüngere Bands bekommen von ihren Labels meist Produzenten zur Seite gestellt, um ihren Sound radiotauglich zu machen, um ihnen zu helfen, ihre persönliche Note zu entwickeln. So etwas brauchten wir nicht, wir wussten genau, was wir wollten.

Wastin!com: Und gibt es trotzdem jemand, mit dem du mal gerne zusammen arbeiten würdest, ob jetzt einen Produzenten oder Musiker ist egal. Wenn du frei wählen könntest?

Burton: Oh Gott! Ich würde liebend gern mit Paul Barker arbeiten oder mit Rammstein. Wir haben auch schon mit Bris Forward von Frontline Assembly gearbeitet. Skinny Puppy wäre toll... Oh, es gibt so viele tolle Bands, mit denen es großartig wäre zu arbeiten. Wenn ich mir einen Traum erfüllen könnte, würde ich was mit The Edge machen, das wäre großartig! Ich schätze Dave Grohl sehr als Drummer und würde gern mal mit ihm zusammen arbeiten. Genau wie mit Killing Joke. Justin Broadrick von Godflesh bzw. Jesu wäre auch so jemand... Also, es gibt wahnsinnig viele Künstler, die ich respektiere.

Wastin!com: Könntest du sagen, dass Rammstein eine deutsche Band ist, die dich beeinflusst hat?

Burton: Oh... nein. Aber sie sind gut! Ihre Songs sind klasse, ich liebe ihren Stil, ihren Vibe. Wenn sie uns beeinflusst haben, dann in der Hinsicht, dass sie einfach großartige Produktionen haben, das wollten wir auch für uns. Ihre Art aufzunehmen ist technisch sehr gut! Tolle Band!

Wastin!com: Wenn du an einem Album arbeitest, fühlst du dich dann von den vielen Erwartungen der Fans und der Presse unter Druck gesetzt?

Burton: Hmm, na ja, jeder erwartet alles Mögliche, aber ich erwarte von mir mehr als irgendwer sonst. Also stört mich dieser Druck nicht, denn der Druck, den ich mir selbst mache, ist größer als der Druck, der von irgendwem anders auf mich wirkt.

Wastin!com: Ich denke, dass ist auch der richtige Weg, nicht die Nerven zu verlieren.

Burton: Ja, ich glaube auch.

Wahrscheinlich konnte auch nur durch die Mixtur von Liebe zur Musik und Professionalität ein Album entstehen, das ein weiteres Mal ebenso druckvoll und eindrucksvoll beweist, dass Fear Factory nicht nur eine Band, sondern eine Institution ist. 'Archetype' knüppelt drauf los, glänzt aber auch mit ruhigen Stücken wie 'Human Shields' oder 'Bite The Hand That Bleeds'. Als besondere Überraschung gilt aber auch das Nirvana-Cover von 'School'.

Wastin!com: Wer hatte eigentlich die Idee zu dem Nirvana-Cover von 'School'?

Burton: Das war ich. Ich erzählte den Jungs von der Idee und sie fanden’s gut. Ich war ein großer Nirvana-Fan, noch bevor ich überhaupt bei Fear Factory war. Und als ich in der Stimmung war, ein Cover aufzunehmen, ging ich meine komplette Alben-Sammlung durch. Ich weiß, dass mal jemand 'Negative Creep' gecovert hat, aber ich finde 'School' rockt am Besten. Ich wusste, Fear Factory könnte den Song gut interpretieren, so dass es ordentlich rockt!

Wastin!com: Eure Songs knüppeln ja immer ordentlich los und sind sehr hart und auf den Punkt gespielt. Aber ihr habt zeigt auch immer wieder eure “weiche“ Seite mit Balladen, wie 'Human Shields'. Könntest du dir vorstellen noch mehr Balladen zu schreiben?

Burton: Ja, 'Human Shields' ist z.B. eine Art Ballade, genau wie auf 'Demanufacture' der Song 'Therapy For Pain'. Balladen gibt’s in allen möglichen Erscheinungsformen, ich habe ein anderes Projekt namens Ascension Of The Watchers, und dort gibt es Balladen. Ich verwahre mir die Ideen in meinem Kopf für dieses andere Projekt.

Nach so langer Zeit als aktiver Musiker und Künstler betrachtet Burton den Wandel innerhalb der Musikszene, die mittlerweile sehr schnelllebig geworden ist, immer noch gelassen:

Burton: Ich habe beobachtet wie sich die Trends über die Jahre verändert haben. Aber das ist auch immer gut, denn es ist immer so, dass viele neue gute Bands auftauchen. Ich bin froh, die Chance zu haben, auf Festivals zu spielen, wo ich einige von diesen Bands ansehen kann.

Fear FactoryWastin!com: Wo siehst du dich in 10 Jahren oder wo willst du dich in 10 Jahren sehen?

Burton: Ich würde mich gern als Künstler sehen, als einen arbeitenden Künstler, fähig zu überleben, meine Kunst produzierend - in Musik, Photographie, Malerei … wie auch immer, ich wäre gern ein Künstler, der arbeitet.

Fear Factory ist eine Band, die wohl zahllose weitere Bands der verschiedensten Genres beeindruckt und beeinflusst hat. Doch welche Bands prägten den Frontmann dieser bedeutenden Band selbst?

Wastin!com: Und wenn du jetzt eine Band benennen müsstest, die dich wirklich sehr, sehr stark beeinflusst hat, welche wäre das?

Burton: Ich kann gar nicht so genau sagen, was mich beeinflusst, weil es so viel ist. Ich habe solch eine große Sammlung an Alben … so weit gefächert, und es sind so viele Bands, die mich beeinflussten, so dass ich gar nicht wirklich eine Band nennen könnte.

Wastin!com: Also, wird es für dich sicher auch nicht leicht sein, uns deine Top 5 Alben aller Zeiten zu nennen oder?

Burton: Oh, das ist unmöglich, weil es so viele Alben gibt, die ich auf unterschiedliche Weise mag. Ich mag Alben wegen der Lyrics, ich mag Alben wegen dem Gesang, ich mag Alben wegen der Gitarre, ich mag ein Album, weil es ein Punk-Album ist, oder weil weil es ein New Wave-Album oder Metal-Album ist. Es gibt so viele Alben, dass ich dir wirklich keine Top 5 nennen könnte.

Wastin!com: Also, müsstest du alles erstmal kategorisieren und dann aus alle Kategorien deine Top 5 wählen.

Burton: Das wäre zu viel, lieber keine Kategorien. (lacht!)

Aber dass Burton C. Bell auch „nur“ ein Mensch wie du und ich ist, dem auch allerlei dummes Zeug passieren kann, beweist wohl dieser Vorfall:

Wastin!com: Was ist das Peinlichste, das dir schon mal auf der Bühne passiert ist?

Burton: Glaubst du, dass ich euch das erzähle? (lacht!) Hmm ... na gut, es war nicht peinlich, aber ich wurde mal auf der Bühne bewusstlos geschlagen. Das war 1993 in Australien. Ein Fan headbangte direkt vor mir und zufällig warf er seinen Kopf wieder hoch, als ich mich vorlehnte. Da sah ich Sternchen und fiel zu Boden. Ich war für mindestens 20 Sekunden bewusstlos.

Wastin!com: Und dann? Tat das nicht sauweh?!

Burton: Na ja, ich bin wieder aufgestanden, trank etwas Wasser und machte weiter! Tat schon was weh! (lacht!)

Wastin!com: Und wenn es ein Gerücht gäbe, das über Fear Factory kursiert, das du hier und jetzt aufklären könntest, welches wäre das und warum?

Burton: Ich kenne keine Gerüchte über Fear Factory.

Wastin!com: Das ist doch aber auch gut! Dann kommen wir auch schon zu meiner letzten Frage: Was steht als nächstes an, werdet ihr dieses Jahr noch mal nach Deutschland kommen?

Burton: Ja, ich bin sicher, dass wir noch mal zurückkommen werden. Wir werden die Tour für dieses Album ein paar Monate lang ausdehnen und wenn Deutschland uns zurück will, werden wir auch wieder kommen!

Wastin!com: Schön, dann können wir uns ja noch auf etwas freuen! Vielen Dank für das Interview!

Burton: Danke auch, habt Spaß!
Autor: Vera Bunk