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H-Blockx Interview - 27. Dezember 2004 - Bochum
Die H-Blockx rocken jetzt schon seit mehr als 10 Jahren ordentlich unsere deutschen Lande und ihre Fangemeinde dankt es ihnen bei jedem Auftritt mit frenetischen Beifallsrufen. Seit Anfang Mai touren die Münsteraner bereits wieder fleißig durch viele Hallen und Clubs. In Bochum war der Zuspruch der Fans so groß, dass die H-Blockx gleich zweimal dort Halt machten. Wir trafen Gitarrist Tim „Tinte“ Humpe vor dem Konzert im gemütlich, chaotischen Backstage-Bereich in der Zeche Bochum. Relaxt und gut gelaunt auf seiner Klampfe klimpernd beantwortete er unsere Fragen. Und dabei verriet er uns schon die ein oder anderen Pläne für´s neue Jahr....

H-Blockx – Interview 2004Wastin!com: Hi Tim, schön dich zu sehen! Wie läuft eure Tour bis jetzt?

Tim: Sehr gut. Wir sind ja seit zweieinhalb Jahren zum ersten Mal wieder auf Tour. Super Resonanz, macht super riesen Spaß. Wir haben jetzt noch drei Konzerte, dann ist das Jahr vorbei und die Tour auch und ja, dann geht´s weiter im nächsten Jahr irgendwann.

Wastin!com: Ihr nehmt euch ja immer super viel Zeit für eure Fans, auch nach den Konzerten. Warum ist euch das so wichtig?

Tim: Na ja, ohne die Fans kann man keine Konzerte spielen und dann macht das alles irgendwie gar keinen Sinn. Und von uns ist jetzt keiner so drauf, dass er sich abschottet oder sonst was macht. Wir gehen einfach dem Konzert in die Halle und zum Merchandising, trinken da ein paar Bier und quatschen, geben Autogramme und machen sonstwas. Also, da hat keiner Lust sich irgendwie einzusperren.

Wastin!com: Und bringen die Fans dann auch ein paar Worte raus oder sind die total verschüchtert, wenn sie euch treffen?

Tim: Nee, die meisten nicht. Die meisten sind nicht auf den Mund gefallen und auch nicht auf den Kopf.

Wastin!com: Was macht das Touren denn für dich sonst noch erträglich, womit vertreibst du dir so deine Zeit?

Tim: Es gibt immer eine Menge zu tun, also ob das jetzt irgendwelcher technischer Kram ist, dass man irgendwas vorbereiten muss oder man probt noch neue Songs. Man kann sich auch mal eine Stadt angucken, morgens, tagsüber, was auch immer. Also, die Zeit geht eigentlich immer ganz gut rum.

Wastin!com: Was vermisst du am meisten von Zuhause?

Tim: Meine Kinder.

Wastin!com: Oh, ja, die siehst du dann ja während den Touren auch wirklich selten oder?

Tim: Nee, also, jetzt ist es ja fast vorbei. Wir hatten jetzt auch vor Weihnachten 2 Wochen frei und davor waren wir halt von Oktober bis Anfang Dezember unterwegs, aber, wie gesagt, das Schlimmste ist jetzt eh vorbei.

Wastin!com: Ja, aber am 22. Januar geht´s dann doch schon wieder los?

Tim: Ja, aber das sind nur 2 Konzerte. Also, da kommen nur noch bis zum Sommer vereinzelte Festivals, die Tournee ist dann erstmal vorbei.

Wastin!com: Was magst du denn lieber, so riesiege Bühnen wie beispielsweise bei Rock im Park, wo du ordentlich metern kannst, oder magst du eher die kleinen gemütlichen Clubs, wie es auch heute eher ist?

Tim: Hat beides was für sich. Also, mir macht diese Tour unheimlich viel Spaß, weil wir da unser eigenes, wirklich authentisches Programm spielen können und zwar, weil die Fans uns halt kennen, die kommen wegen uns, die können die Songs mitsingen und so. Bei einem Festival hast du halt die Chance Leute zu erreichen, die du sonst nicht erreichen würdest, die dann vielleicht beim nächsten Mal sagen würden; „Oh H-Blockx spielen, dann geh´ ich mal zu deren eigenen Konzert.“ Das hat beides was Cooles.

H-Blockx – Interview 2004Wastin!com: Aber ist das Spielen auf ´ner großen Bühne nicht manchmal auch angenehmer, wegen der Luft und so?

Tim: Nee, ich finde manchmal so die kleinen Konzerte...Wie zum Beispiel in Zürich vor zwei Wochen, da passten, glaub´ ich, nur 180 Leute rein und das ist dann ´ne sehr geile Atmosphäre auf so´ner super kleinen Bühne. Das macht schon riesen Spaß. Glaub´s mir.

Wastin!com: Was war denn das peinlichste Mißgeschick, das dir schon mal während eines Konzertes auf der Bühne passiert ist?

Tim: Oh, da fällt mir jetzt so schnell nichts ein, außer irgendwelcher Verspieler, aber das ist ja nicht weiter peinlich. Aber Henning ist mal was passiert und zwar mit mir zusammen. Da haben wir in München gespielt und Henning wollte mich beim letzten Song wie bei AC/DC mit Angus Young so auf die Schultern nehmen mit meiner Gitarre und dann über die Bühne tragen. Aber dabei hat er vergessen, dass Angus Young nur 50 Kilo wiegt, ich aber 80. Und das war dann so anstrengend für ihn, dass er sich dabei voll in die Hose gekackt hat. Und das hat er mir dann erzählt und da musste ich so lachen, dass wir den Song abbrechen mussten. Ja, das war ziemlich unangenehm. Aber für Henning mehr peinlich als für mich.

Wastin!com: Wo war das?

Tim: Das war in München auf dem Tollwood-Festival, ist schon ein paar Jahre her. 1998, glaub´ ich.

Wastin!com: Habt ihr denn eigentlich ein bestimmtes Ritual, das ihr durchführt bevor ihr auf die Bühne geht?

Tim: Nö, wir klatschen uns ab, wünschen uns viel Spaß und erzählen irgendeinen Müll. Aber so ein festes Ritual haben wir eigentlich nicht dabei.

Wastin!com: Kommen wir jetzt mal zu eurer Platte „No Excuses“. Wie kam es zu dem Titel und was bedeutet er für dich?

Tim: Der Titel bedeutet eigentlich, dass Henning und ich uns lange Zeit mit geschäftlichen Angelegenheiten, mit Wechseln von Plattenfirma, Verträge hier Verträge da, neues Management, Verlagsvertrag und und und rumgeplagt haben, also nur mit so Business-Kram, der eigentlich mit Musikmachen nichts zu tun hat. Und als wir die Platte gemacht haben, hatten wir endlich so einigermaßen den Rücken frei und haben dann gesagt; „So jetzt haben wir wieder die Zeit Musik zu machen, jetzt gibt´s keine Entschuldigungen mehr, keine Ausreden mehr wie: Ich muss mich erst um das und das kümmern oder ich muss erst den Vertrag und den Scheiß erledigen – sondern es geht eigentlich ums Wesentliche, ums Musikmachen.“ Das war dann auch so der Grund, warum wir die Platte so genannt haben.

Wastin!com: Und wie viele der Songs von der neuen Scheibe spielt ihr live?

Tim: Ich glaube, 5 oder 6 haben wir jetzt im Programm.

Wastin!com: Thema: Songwriting. Ihr hattet die Songgerüste für die Songs zu „No Excuses“ bereits in 10 Tagen fertiggestellt. Wie lange dauert es denn so allgemein, wenn ihr einen Song schreibt und gibt es da so ein Mastermind bei euch oder läuft das eher alles zusammen und jeder tut sein Übriges dazu?

Tim: Das läuft sehr zusammen, jeder kommt mit Ideen. Manchmal kommt ein guter Song und das dauert nur 5 Minuten, wenn man eine gute Idee hat. Manchmal dauert es einen guten Song zu machen auch Tage oder Wochen, manchmal auch Monate bis man halt irgendeine Idee bekommt. Oder man hat eine Idee und dann fehlt noch so eine zweite kleine Idee. Das ist ganz unterschiedlich, da gibt´s keinen festen Plan. Die besten Songs sind aber immer in kürzester Zeit entstanden.

Wastin!com: Wie „Leave Me Alone“, der ist ja auch in kürzester Zeit in einem Hotelzimmer entstanden, nicht wahr?

Tim: Ja, genau!

Wastin!com: Wenn du dir jetzt mal eure alten Platten anschaust, welches ist der größte Fortschritt oder die größte Weiterentwicklung, die es jetzt auf der neuen Platte zu verzeichnen gibt?

Tim: Alles. Also von der Herangehensweise, von der musikalischen Seite. Wir haben halt sehr viele...also eigentlich alle Songs zusammen entwickelt. Henning singt nur noch, er hat sich von dem Rapstyle entfernt und er hat sich unheimlich als Sänger weiterentwickelt, finde ich. Ja, das sind so die Punkte, die mir so spontan einfallen.

Wastin!com: Ihr habt ja auch wieder mit George Glück zusammengearbeitet bei der Platte. Habt ihr euch für ihn nach dem Motto „Don´t touch a running system“ entschieden und weil ihr schon oft erfolgreich mit dem zusammen gearbeitet habt? Oder wolltet ihr nur einfach niemand anderes ausprobieren?

Tim: Wir produzieren ja schon lange selbst, aber George ist ja quasi die Plattenfirma. Er hat uns damals ´93 oder ´92 sozusagen entdeckt in Anführungsstrichen und unter Vertrag genommen auf seinem Label. Dann haben wir 2 Platten mit ihm zusammen gemacht, er hat aber dann sein Label verkauft und dann waren wir weiterhin bei der BMG. Also haben wir 3 oder 4 Platten auch bei anderen Firmen gemacht und dann ist unser Vertrag im letzten Jahr mit der BMG ausgelaufen und dann hat er gesagt, er hätte wieder Lust mit uns zusammen zu arbeiten und dann haben wir gesagt; „Ey ja, haben wir auch Bock zu , laß´ uns das mal wieder probieren, laß´ uns zusammen eine Platte machen.“

H-Blockx – Interview 2004Wastin!com: Gibt´s denn sonst jemanden, mit dem du gerne mal zusammenarbeiten würdest, egal ob jetzt ein Musiker oder Produzent?

Tim: Ja, mit Sicherheit. Also, ich würde gerne eine Menge Sachen mal ausprobieren, es gibt viele namhafte Produzenten, mit denen ich gerne mal eine Platte machen würde, natürlich, sicher! Aber es ist als deutsche Band immer schwierig an die großen Jungs ranzukommen.

Wastin!com: Wen würdest du denn wählen, wenn du könntest?

Tim: Ich würde gerne mal mit Rick Rubin ´ne Platte machen.

Wastin!com: Ihr seid ja schon „alte Hasen“ im Geschäft, ihr habt ja damals den Crossover in Deutschland geprägt. Meinst du, dass diese Crossover-Geschichte jetzt wieder im Kommen ist?

Tim: Also mit dem ursprünglichen Begriff von Crossover, wie er Mitte der 90er Jahre in Deutschland aufkam, haben wir eigentlich nicht mehr so viel zu tun. Wir haben uns, denk´ ich mal, auch ein Stück weiterentwickelt. Na ja, Crossover...die Musik an sich ist, glaube ich, nicht mehr so da. Allgemein ist das jetzt mehr Rockmusik, die stattfindet mit verschiedenen Arten. Mitte der 90er war es halt angesagt das mit Rap und Hip Hop zu mixen. Die Weiterentwicklung davon sind jetzt zum Beispiel Bands wie Linkin Park oder Limp Bizkit, denke ich mal. Aber Limp Bizkit entwickeln sich ja auch ein bißchen mehr vom Hip Hop weg. Die ersten beiden Platten waren ja auch sehr Rap/Hip Hop-beeinflusst und „Results May Vary“, das letzte Album, ist eher rocklastig geworden, was mit Sicherheit auch mit einer Weiterentwicklung von Fred Durst zu tun hat.

Wastin!com: Also, meinst du auch, dass das jetzt alles eher in die Rockschiene überging und geht?

Tim: Ja.

Wastin!com: Kannst du uns denn schon verraten, was es von euch 2005 zu erwarten gibt?

Tim: Es wird in der zweiten Jahreshälfte ein neues Album geben. Wir fangen jetzt direkt an mit Songwriting und Ende Januar Anfang Februar fangen wir auch mit den ersten Aufnahmen an. Und dann werden wir im Sommer ein paar Festivals spielen und jetzt im Frühjahr auch schon. Ja und dann hoffe ich mal, dass wir auch so schnell wie möglich die neue Platte rausbringen werden, denn wir haben schon einen Haufen neue Ideen und echt Spaß dran wieder ins Studio zu gehen und wieder was aufzunehmen.

Wastin!com: Titel oder Ähnliches steht aber wahrscheinlich noch nicht fest?

Tim: Nein.

Wastin!com: Wie ist das denn für euch auf Tour? Fällt euch da das Songwriting leicht oder stagniert es während dieser Zeit eher, weil man vielleicht nicht dazu kommt oder nicht in der Laune dazu ist?

Tim: Nee, das stagniert nicht. Man hat oft Zeit Nachmittags, wie ich jetzt hier, dann sitzt man oft mit ´ner Gitarre rum und hat dann eine kleine Idee für ein paar Akkorde oder für ´ne Gesangslinie und dann haben wir das Laptop dabei und dann nimmt man das eben schnell auf und sammelt so Ideen. Und dann treffen wir uns demnächst nach der Tour wieder und hören uns die Sachen an und überlegen; „Oh, das ist geil da können wir was draus machen und da fällt mir was zu ein.“ Also da ist schon ´ne Menge bei rumgekommen auch auf Tour.

Wastin!com: Ihr habt ja auch schon viele Videos in eurer Karriere gedreht. Wie läuft das da ab. Bringt ihr euch da mit euren eigenen Ideen mit ein oder überlasst ihr das einer VProduktionsfirma?

Tim: Also bei 90 % der Videos gibt´s Storyboards, die uns von der Videofirma angeboten werden, und dann sucht man sich sowas raus. Das sind meist so ein- bis zwei-seitige Konzepte, ganz kurzgefasste Sachen und wenn man dann sagt, in die Richtung, das könnte mir gefallen, dann setzt man sich zusammen mit dem Regisseur oder mit dem Produzenten und überlegt wie das dann aussehen könnte. Ich überlege gerade, ob wir uns ein Ding selber ausgedacht haben...Nee (lacht!). Bis jetzt hat sich das immer entweder aus dem Song ergeben, aus dem Text oder aus den Köpfen von irgendwelchen Filmemachern, die da Ideen zu hatten.

Wastin!com: Aber du bist immer damit zufrieden gewesen? Oder gibt es Videos, wo du jetzt sagst; „Ahhh! Hätt´ ich das mal nicht gemacht!“?

Tim: Ja, es gibt Videos, die gucke ich mir gerne an und welche, die gucke ich mir nicht gerne an. Das hat dann aber was mit unserer Performance zu tun oder wie wir rüberkommen. Aber ja, wie gesagt, das sind halt so Sachen. Manchmal macht man halt Fehler oder manchmal macht man halt Sachen, die man selber nicht so gut findet. Und vor allem, ein Video zu machen ist ja nicht unser Geschäft, sondern unser Terrain ist ja das Musikmachen und deshalb überlassen, oder haben wir es immer Leuten überlassen, die sich jeden Tag damit beschäftigen und einfach Ahnung davon haben. Weil ich will jetzt keinem Filmregisseur erzählen, der seit 20 Jahren oder länger meinetwegen Musikvideos macht, wie er seinen Job zu machen hat. Ich weiß, wie man Platten macht und die wissen hoffentlich meistens wie man Videos macht und wie man gut rüberkommt als Band.

H-Blockx – Interview 2004Wastin!com: Aber heutzutage ist es ja auch sehr wichtig ein Video zu haben als Band, denn sonst hat man ja fast keine Chance mehr so richtig bekannt zu werden.

Tim: Ja klar.

Wastin!com: Welches ist denn dein persönliches Lieblingsvideo?Hast du da eins?

Tim: Ich finde, dass das Video zu „Little Girl“ eine geile Atmosphäre hat. Das war auch ein sehr geiler Dreh. Wir haben das 1995 in Santa Fee in New Mexiko gedreht und das war allgemein ein sehr geiles Erlebnis. Und das waren ein paar nette Tage. Und das ist ein Video, das ich mir sehr gerne angucke.

Wastin!com: Das gefällt mir auch sehr gut! Was ist für dich das Beste daran mit der Musik erfolgreich zu sein?

Tim: Das Beste ist daran ist, dass man mit seinem Hobby und mit dem, was man eigentlich immer machen wollte, Geld verdient und nicht nebenbei noch einen Job machen muss. Was ich auch jahrelang gemacht habe, was aber jetzt nicht mehr nötig ist.

Wastin!com: Dave hat die Band ja damals auch verlassen, um sein Jurastudium zu beenden, hat er das inzwischen eigentlich gemacht?

Tim: Ja, der ist fast fertig. Gestern ist er auch noch mit uns in Müster aufgetreten. Im Sommer ist Dave dann fertig mit seinem Juraexamen, mit seinem zweiten Staatsexamen.

Wastin!com: Respekt! Das freut mich für ihn. Du hast ja gerade gesagt, dass du auch lange Zeit noch nebenher gearbeitet hast. Also hast du da schon noch einen Job in der Hinterhand, falls es mit der Musik mal irgendwann nicht mehr klappen sollte?

Tim: Ja klar, hat alles was mit Musik zu tun, was ich früher auch gemacht hab´, aber ich würde schon wieder was finden dann.

Wastin!com: Was genau hast du früher gemacht?

Tim: Ich war als Toningenieur und -techniker und so weiter unterwegs. Das hat also auch alles mit Musik zu tun. Und das ist eigentlich so mein Ding, war auch schon immer so.

Wastin!com: Also, ich merk´ schon, du willst auch gar nicht von der Musik weg?

Tim: Also, ich werd´ jetzt nicht Anwalt, wenn du das meinst. Keine Angst! (lacht!)

Wastin!com: Wenn du jetzt zurückschaust, was war dann die beste Entscheidung mit der Band, die ihr jemals getroffen habt?

Tim: Die beste Entscheidung war vermutlich überhaupt die Band zu gründen. Also, was damals natürlich keiner wissen konnte, ist, dass sich das 15 Jahre lang hält. Also wirklich, das sind ja jetzt 15 Jahre mittlerweile. Das war damals ja überhaupt noch nicht abzusehen, also...das war ´ne sehr gute Entscheidung.

Wastin!com: Gibt es denn auch eine Entscheidung, die im Rückblick sehr schlecht war?

Tim: Ja, da gibt´s hunderte. In jeder Karriere, die man so macht, auch egal ob jetzt als Band oder wenn du eine Firma hast oder wenn du eine normale Berufskarriere machst, da gibt es hunderte Situationen, wo du Entscheidungen treffen musst. Manchmal sind sie richtig, manchmal sind sie falsch und wir haben einen Haufen falsche Entscheidungen getroffen, aber daraus auch eine Menge gelernt. Und vielleicht, gerade weil wir eine Menge dabei gelernt haben, gibt´s uns noch. Weil wir mittlerweile immer weniger falsche Entscheidungen treffen. Vielleicht treffen wir irgendwann gar keine falschen mehr.

Wastin!com: Die Band hat ja auch sehr viele Umstrukturierungen, was das Line-Up angeht, durchgemacht. Da verliert man doch auch sicher selbst mal den Mut und es kommen einem Zweifel auf, ob das alles noch was wird. Ging´s dir da auch manchmal so?

Tim: Öfter mal. Zwei- Dreimal gab´s das, aber wenn ich drüber nachgedacht habe, hab´ ich immer ziemlich schnell wieder neue Konzepte gehabt wie man das Ganze weitermachen kann und wo ich auch Bock drauf hatte. Also, ich hätte nicht irgendwas gemacht nur um jetzt sowas Totes, wirklich Totes, zu reanimieren, das wäre sinnlos gewesen. Henning und ich haben eigentlich immer daran geglaubt, dass noch was auf uns wartet, dass wir noch was erreichen können, dass wir weitermachen können und dass es auch Sinn und Spaß macht. Und bis jetzt haben wir immer ziemlich schnell wieder Spaß an der Sache gefunden. Wenn wir keinen Spaß mehr daran hätten, dann würden wir es nicht mehr machen, definitiv nicht.

Wastin!com: Wenn man so viel schon durchgemacht hat mit der Band, dann ist es wohl am wichtigsten, dass man befreundet ist. Denn sonst hält man sowas wahrscheinlich gar nicht aus, also, wenn man ein nur kollegiales Verhältnis hat oder?

Tim: Ja, definitiv! Also, unter rein professionellen Aspekten würd´s uns gar nicht so lange geben. Also, das kann nicht funktionieren.

H-Blockx – Interview 2004Wastin!com: Wo siehst du dich denn in 10 Jahren oder wo würdest du dich dann gerne sehen?

Tim: Ähm, wow. Keine Ahnung, also ich würde mich natürlich gerne weiter auf irgendwelchen Bühnen dieser Welt sehen. Aber ich plane eigentlich nie so weit in die Zukunft. Ich weiß nicht...also vor 10 Jahren, da hätte ich auch nie gedacht, dass ich hier heute sitze. Ich weiß es nicht, vielleicht mach´ ich was ganz anderes in 10 Jahren, mal gucken, keine Ahnung.

Wastin!com: Hast du denn gute Vorsätze für das Jahr 2005?

Tim: Ich? Nee! Mach ich mir auch nichts draus. Ich habe allgemein gute Vorsätze und die fangen jetzt nicht einfach an. Ich bin keiner, der jetzt am ersten Januar anfängt oder aufhört zu rauchen oder solche Sachen, das ist nicht so mein Ding.

Wastin!com: Das wollte ich auch gerade anführen, ich glaube, das ist einer der häufigst gewählten „guten Vorsätze“.

Tim: Das ist ja der Klassiker. „Ich trink´ weniger Alkohol, ich hör´ auf zu rauchen, ich...keine Ahnung, eß´ weniger Pommes“ oder was weiß ich. Das ist nicht so mein Ding.


Wastin!com: Kann ich verstehen! Ich wünsche dir auf jeden Fall einen guten Rutsch ins Neue Jahr! Das war´s auch schon! Vielen Dank und viel Spaß noch auf der Tour!

Tim: Ja, danke! Dir auch ´nen guten Rutsch!

H-Blockx
Autor: Vera Bunk