wastin!com wastin!com
CD REVIEWS LIVE REVIEWS INTERVIEWS
HÖRBÜCHER UND HÖRSPIELE
GALLERY TOURDATES Search IMPRESSUM
Wastin!com presents Alternate Eve
Pixies – 'Acoustic & Electric Live'
KoRn - KoRn III - 'Remember who you are'
Der Preis des Verbrechens' Volume 1
Skafield – 'Memories in Melodies''
Dick & Doof – 'In Oxford' Pinksnotred - 'Remedy' Donots – 'The Long Way Home' 'Inspector Barnaby - Volume 7'
Dick &  Doof – 'Dick & Doof sprechen Deutsch: Spuk um Mitternacht'
KISS – 'KISSOLOGY Vol. 3 1992-2000'
'THIS IS SPINAL TAP - 25th Anniversary Edition'
'Tyson – Der Mann. Der Mythos. Die Wahrheit.'
 84 Day Syndrome vs. Gluefactory - 'Antonio Villaraigosa Golden Expressway'
Rockwell – 'Hope & Anchor' Tony Ashton & Friends Live At Abbey Road - 'Endangered Species' Grace.Will.Fall- 'Second Album'
Jack Slaughter – Tochter des Lichts – 'Im Haus des Todes' (11)
Jack Slaughter – Tochter des Lichts - 'Werwolf im Schafspelz' (10)
Mark Brandis – 'Vorstoss zum Uranus II' (8)
Mark Brandis – 'Vorstoss zum Uranus I' (7)
Jack Slaughter Tochter des Lichts – 'Die Wurzel des Bösen' (9)
Dorian Hunter Dämonen-Killer – 'Im Labyrinth des Todes' (9)
'Die drei ??? und der seltsame Wecker' - LIVE
Jack Slaughter Tochter des Lichts – 'Das Heer der Finsternis' (8)
Jack Slaughter Tochter des Lichts – 'Dr. Jekyll & Mrs. Hyde' (7)
Geisterjäger John Sinclair – 'Ein schwarzer Tag in meinem Leben' (54)
Alternate Eve
Die RadioShow auf Antenne AC
zum Mag! Aber gerade gönnt sich 'Alternate Eve' eine verdiente Pause! Den nächsten Sendetermin erfahrt ihr demnächst an dieser Stelle!
Guano Apes - Interview - Köln - 16. Februar 2005
Momentan befinden sich die Guano Apes auf ihrer endgültigen Abschieds-Tour, auf der sie sieben Gigs in Deutschland spielen. Ständige interne Streitigkeiten bei den Bandmitgliedern Gitarrist Henning, Bassist Stefan, Schlagzeuger Dennis und Sängerin Sandra hatten schon 2004 dazu geführt, dass man sich entschied, die Band aufzulösen. So geht leider – sehr zum Leidwesen der Fans – die 10 Jahre andauernde erfolgreiche Ära der Guano Apes zuende.
Wir trafen Drummer Dennis in Köln vor der Show zum Interview. Er erzählte uns offen von den Gründen, warum es keine Chance mehr für die Apes gibt, wie seine Zukunftspläne aussehen und warum er demnächst lieber in einer Jungs-Band spielen möchte. Aber lest selbst!


H-Blockx – Interview 2004Wastin!com: Hi Dennis! Schön dich zu sehen!

Dennis: Hi!

Wastin!com: Ihr seid jetzt seit Anfang Februar unterwegs. Wie läuft die Tour bis jetzt?

Dennis: Die Tour verläuft ohne weitere Vorkommnisse, ich will´s mal so sagen, weil´s ja nun halt mal die Abschluss-Tour ist. Und die Fans nehmen´s sehr positiv auf, feiern noch mal richtig ab. Wir haben auch noch mal unser Set umgestellt, so dass wir auch wieder ein paar ältere Songs spielen und so versuchen wir es halt noch mal richtig krachen zu lassen.

Wastin!com: Wie empfindest du das alles jetzt, ist man da nicht traurig, dass jetzt alles zuende ist?

Dennis: Ich denke mal, ich werde so ein bißchen sentimental werden, wenn vielleicht der letzte Tag da ist. Ansonsten ist aber die Trennung ja schon viel länger vollzogen. Also es war ja schon klar, denn im August letzten Jahres haben wir ja schon den Entschluss getroffen, uns aufzulösen. Und eigentlich sollte die letzte Show dann auch ein Festival im Oktober in Luxemburg sein, aber dann kam noch die 'Best Of' raus und jetzt kommt die DVD noch raus, und die Fans haben viel angefragt, so dass wir halt jetzt noch mal eine Abschluss-Tour machen. Und da konnte man sich halt darauf einigen, dass man noch mal sieben Shows in Deutschland macht. Ich wäre gerne noch mal – wenn überhaupt – so ins Ausland gegangen, hätte da auch noch mal so ein bißchen was gemacht. Aber das war nicht machbar. Aber deswegen bin ich halt nicht mehr ganz so sentimental, weil es ist klar, dass sich die Band auflöst.

Wastin!com: Aber wenn man dann noch mal tourt und die Fans sieht, die einem so viel Feedback geben, und das Touren an sich macht doch auch sicher Spaß, kommen euch dann als Band nicht doch Zweifel, ob ihr mit dem Split das Richtige tut?

Dennis: Also, die Auflösung der Band ist ja nicht so eine Entscheidung, die man aus dem Bauch raus trifft. Man hat ja schon eine Menge Rettungsversuche unternommen und ist Kompromisse eingegangen und später ging´s dann halt nur noch über anwaltliche Beratung. Ich denke mal, so anderthalb Jahre dauerte der schleichende Prozess, dass man sich so gegeneinander fertiggemacht hat und auffraß, also, jetzt halt sozusagen wir Jungs gegen Sandra oder umgekehrt. Und wo man einfach dann gesehen hat, dass wir zu einigen Konditionen, mit denen Sandra weitermachen will, einfach nicht umgehen können und wir auch zu solchen Konditionen nicht weitermachen wollen. Und dann hört man einfach auf oder man muss halt auch für sich sagen; „Nee, also, das machst du nicht!“

Wastin!com: Quasi; bis hier hin und nicht weiter!

Dennis: Genau!

Wastin!com: In den 10 Jahren ward ihr ja sehr viel unterwegs auch im Ausland wie Portugal, Rußland oder Amerika. Hast du da Unterschiede bei den Fans feststellen können?

Dennis: Nein, es gibt keinen Unterschied bei den Fans. Wir haben irgendwie das Riesenglück, dass unsere Fans wirklich generell überall abgehen. Also das macht mir auch extrem Spaß, dann halt die hüpfende Meute zu sehen, das ist geil!

Wastin!com: Das sieht man auch auf eurer DVD wie die Fans in Portugal abrocken. Aber viele amerikanische Bands erzählen uns, dass die Fans in Deutschland mehr abgehen als in Amerika. Kannst du das bestätigen?

Dennis: Wir hatten auch Shows in Amerika, wo das Publikum abgeflippt ist. Ich denke mal, das ist aber auch abhängig wie die Band drauf ist. Ich glaube, man kann das nicht einfach so sagen, die Amis sind so oder die Portugiesen so und die Russen so und die Deutschen so, sondern, ich glaube, je besser die Band ist, oder performt, je geiler wird auch das Publikum einfach sein.

Wastin!com: Stimmt! Stichwort: Amerika-Tour und Psycho-Trip, wie ihr das auf der DVD . Wie ist das gemeint, hat es da schon angefangen bei euch zu krieseln, weil man auch so viel aufeinander gehockt hat?

Dennis: Zumindest bei der ersten P.O.D.-Tour war eigentlich so das erste Mal so ein bißchen das Kind in den Brunnen gefallen. Zumindest bei Sandra und mir, wir haben einfach drei Wochen nicht miteinander geredet, was aber auch eigentlich echt albern war. Was aber irgendwann halt so kommt, wenn man versucht so seine kleinen Machtkämpfe auszutragen. Aber da gings noch nicht so richtig los, würde ich sagen, nee. Das war vielleicht der Anfang vom Ende, aber nein, nee das kann man eigentlich auch nicht sagen, weil dazu waren noch zu große Gemeinsamkeiten und Highlights danach da, die man zusammen erlebt hat. Aber Psycho-Trip war eigentlich eher so gemeint; Wir waren 5 Wochen, waren´s 5 Wochen auf der ersten Tour? Quatsch 7, oder? Ich hab ja keine Ahnung, zumindest war es eine scheiß-lange Zeit, die wir waren einfach weg von zuhause waren, komplett weg. Ich bin damals mit meiner Freundin erst ganz frisch zusammen gekommen und musste dann auch sofort wieder weg, was extrem heftig war. Und ich bin halt kein großer Amiland-Freund, weil für mich ist das das Land der beschränkten Möglichkeiten. Also, damals habe ich halt noch schön geraucht und meinen Alkoholkonsum ausgelebt und das kannst du ja in Amiland nicht so unbedingt machen und ich fühlte mich halt überall beobachtet und deswegen war das so ein Psycho-Trip. Also das Land stieß speziell bei uns Jungs gar nicht auf positive Resonanz.

Wastin!com: Ach deswegen also Psycho-Trip, kann ich mir auch vorstellen.

Dennis: Genau!

Guano Apes - InterviewWastin!com: Ihr konntet ja musikalisch immer noch erstklassig miteinander kommunizieren. Denkst du, dass die Tatsache, dass ihr vier völlig verschiedene Charaktere seid, der Hauptgrund war, dass es am Ende scheiterte?

Dennis: Also musikalisch ist die einzige Sprache, auf der wir überhaupt kommunizieren können vielleicht. Sandra erzählt das jetzt aber in Interviews immer so, dass sie sagt, also eigentlich hätten wir uns ja noch nie verstanden und noch nie leiden können. Das sehe ich ein bißchen anders und das sieht sie auch ein bißchen verquer. Weil sonst hätte man es nie soweit geschafft. Ich denke mal, dass dieser Prozess, das man sich gegenseitig fertiggemacht hat, speziell bei der letzten Platte losging. Das lag auch daran, dass sich Sandra sehr stark abgekapselt hatte. Also sie war auch beim Songwriting fast gar nicht dabei und hat uns da am Anfang ziemlich im Regen stehen lassen, hat schon mit den Solo-Projekten angefangen. Und die ganze Plattenproduktion der letzten Platte war sehr anstrengend, weil man halt gar nicht mehr so zusammengearbeitet hatte und dann ging´s einfach los. Wir sind einfach total verschiedene Charaktere, aber besonders wir Jungs haben uns immer zusammengeboxt und damals haben wir uns auch immer mit Sandra zusammengeboxt. Aber natürlich war es auch ziemlich oft so drei gegen eins, wo sie auch wieder dann die Abwehrhaltung eingenommen hat, und dann hat sie halt immer mehr die Abwehrhaltung eingenommen und ist im Nachhinein auch sehr ungerecht und auch sehr verletzend geworden. Und letztendlich wollte man auch versuchen die Guano Apes als Wirtschaftsunternehmen, so scheiße wie es halt klingt, weiterzuführen. Das war aber auch nicht mehr machbar, weil Sandra dann einfach mehr Geld haben wollte als wir ihr geben wollten, ganz einfach. Das ist der Grund.

Wastin!com: Warum glaubte sie, müßte sie mehr Geld bekommen, weil sie die Sängerin ist oder warum?

Dennis: Na ja, es gibt ja auch so Regelungen wie die GEMA oder so, wo das ja sogar vorgesehen wird. Aber so sieht für uns jetzt nicht das Zusammenhalten einer Band aus. Oder generell auch als Wirtschaftsinstitution gesehen, haben wir da keine Möglichkeit gesehen das so weiterzuführen.

Wastin!com: Tja, jeder sollte wohl ein gleichwertiges Glied in der Kette sein. Ich fänd ich auch sehr befremdlich! Ein weiterer Grund war wohl auch zu wenig Kommunikation untereinander oder?

Dennis: Auf alle Fälle! Also ich denke mal, das Oberproblem war, dass man auch irgendwann gesagt hat; „Ach, die doofe Kuh!“ oder dass sie wahrscheinlich auch gesagt hat; „Der blöde Penner!“ und das man einfach die Konflikte, die man hatte, sowieso nicht ausdiskutiert hat. Und wenn man aufhört miteinander zu reden – und ich rede nunmal mit Sandra über ein Jahr oder anderthalb nicht mehr – aber trotzdem komischerweise noch zusammen Musik macht, und das ist nicht unbedingt so unangenehm, dass es halt gar keinen Spass mehr macht, dann ist es aber halt ganz klar, dass man so eine Beziehung gar nicht weiterführen kann. Denn dann wirst du irgendwann bekloppt.

Wastin!com: Das macht einen auf Dauer wohl auch nicht glücklich so. Bei all dem, was ich jetzt gehört hab´, denke ich mal, dass das für dich wohl auch der endgültige Schnitt ist. Oder meinst du, man sollte das einfach mal ein paar Jahre lang ruhen und später wieder aufleben lassen?

Dennis: Also, ich will jetzt nicht sagen, man soll niemals nie sagen, weil ich weiß nicht, was in 5 Jahren ist. Wenn wir vielleicht alle pleite sind oder wie auch immer oder keine Ahnung oder irgendwie läuft es nicht und man sagt; „Ach scheiße!“ weil man vergisst ja auch die schlechten Seiten, ne? Aber ich würde jetzt zu dem jetztigen Zeitpunkt sagen, nee! Never! Hab´ ich kein Interesse mehr dran!

Wastin!com: Also eine Re-union ist wohl eher nicht in Sicht?

Dennis: Nee!

Wastin!com: Und wie sehen denn jetzt deine Zukunftspläne aus, hast du schon was Festes in Aussicht?

Dennis: Ja, das sieht sogar im Moment gerade relativ gut aus. Als das mit den Apes ja losging, also als diese Querelen losgingen, habe ich halt angefangen nebenbei selber Songs zu schreiben, wobei ich sowieso generell auch die ganze Zeit nebenbei Songs geschrieben habe. Und dann habe ich auch mit ´nem Kumpel jetzt ein neues Projekt gemacht, das Tamoto heißt. Und wir versuchen vor der Festival-Saison noch eine Platte zu veröffentlichen. Also, wir produzieren jetzt gerade und sind kurz vor dem Finale und hoffen, dass sich halt da ein bißchen was bewegt, weil ich muss auf ´ne Bühne, ich muss spielen! Ich hab´ Spaß dran! Und wir Jungs von den Apes machen auch weiter, wir suchen im Moment halt grad ´nen neuen Sänger.

Wastin!com: Mit Betonung auf Sänger! Ihr wollt wohl keine Sängerin mehr haben, oder?

Dennis: Hmm... na ja, muss man halt sehen. Also erstmal ist da schon so der Gedanke... Ich hab´ das mal ganz blöde und scheiße gesagt; Also, ich brauch ´nen Sänger, weil den kann ich schlagen, wenn der scheiße ist und bei meiner guter Erziehung kann ich das bei einer Sängerin halt nicht (lacht!). Aber das jetzt mal so als Augenzinker.

Wastin!com: Und bei deiner neuen Band Tamoto, was machst du da jetzt genau, bist du da der Frontmann, spielst Gitarre oder singst du?

Dennis: Also, ich bin zumindest – wie kann man das sagen? Ja, ich bin so frech, dass ich meine, mich mit meinen 4, 5 Akkorden, die ich kann, oder mit meinem Barree-Griff, ich müsste mich halt vorne auf eine Bühne stellen und Gitarre spielen und ein bißchen ins Mikro gröhlen. Aber ich denke mal, es gehört immer so eine gewisse Frechheit dazu, um einfach was zu machen. Und ich habe da noch meinen besten Freund dabei, der halt auch noch singt und der kann das auch, und so wirklich gut bin ich da nicht, aber ich mach´s einfach, so nach dem Motto frech kommt weiter.

Guano Apes - Interview - Köln Wastin!com: Beschreib uns doch mal bitte den Stil, den ihr da bei Tamoto macht!

Dennis: Das ist so Rock mit ein bißchen elektronischem Einfluß und ... ja teilweise ist das auch ein bißchen poppig, aber auch wieder crude halt, wenn ich dabei ab und zu singe.

Wastin!com: Du hast ja gesagt, dass ihr noch vor der Festival-Saison eine Platte rausbringen wollt, wird man euch denn da auch irgendwann sehen oder wo kann man das erfahren, wenn ihr auftreten werdet?

Dennis: Also auf unserer Homepage erfährt man Näheres. Und wir hatten jetzt gerade eben vor einer Stunde ein Meeting darüber, was jetzt mit Tamoto passiert und es wird jetzt angefangen auch die Festival-Saison zu buchen und hoffentlich kommt was im Mai oder Juni raus.

Wastin!com: Also steht für dich fest, zurück in die Bank geht's nicht mehr, du willst bei der Musik bleiben?

Dennis: Ich glaub´, die wollen mich auch gar nicht mehr da.

Wastin!com: Es gibt ja viele Filialen!

Dennis: Als Kunden vielleicht! (lacht!)

Wastin!com: Aber was wirst du wohl am meisten von der Zeit mit den Guano Apes vermissen, was meinst du?

Dennis: Hmm... was ich im Moment noch genieße, ist wirklich, dass man auf Tour sein kann mit sehr vielen Annehmlichkeiten. Wie du ja schon gesehen hast, steht hier überall Gefresse rum, der Wodka wird auch gestellt und alles und man fährt mit Nightlinern durch die Gegend und man kriegt halt alles vor den Arsch getragen. Und da ist ein super geiles Publikum, das abgeht und ich denke mit den neuen Projekten, mit denen wir jetzt anfangen, müssen wir halt wieder von unten anfangen. Da müssen wir anfangen zu kämpfen und zu arbeiten so wie es früher war. In Jugendzentren spielen und wenn du auf Tour bist, musst du jeden Tag Spaghetti fressen, weil jeder macht immer das billigste Essen sozusagen (lacht!). Aber das ist ja auch okay, das ist auch noch mal eine Herausforderung wieder neu anzufangen. Aber ich denke mal, die Annehmlichkeiten und das geile Publikum, das wir hatten, das werde ich sehr stark vermissen.

Wastin!com: Aber sicherlich werden die Fans auch danach gucken, was ihr jetzt so macht und wo man euch danach noch sehen kann.

Dennis: Klar, aber das Geile ist, dass es ja auch um Musik geht und wenn man jetzt scheiß-Musik macht in den Augen von manchen, dann ist es schnell vorbei. Also man darf sich da auf seinen Lorbeeren auf gar keinen Fall ausruhen. Also, ich finde, man hat ja auch eine Verpflichtung gegenüber den Fans. Man muss halt auch wieder arbeiten und das haben wir mit den Apes zum Schluss auch wirklich echt verlernt. Da wurden zu viele Annehmlichkeiten auch dann gemacht.

Wastin!com: Und wirst du dann auch noch Kontakt zu den anderen haben oder hast du dann erstmal die Schnauze voll nach den sieben Shows jetzt?

Dennis: Na ja, ich habe ja die ganze Zeit Kontakt zu Stefan und Henning, wir machen ja auch Musik nebenbei, und welchen Kontakt ich bestimmt nicht vermissen werde ist der Kontakt zu Sandra.

Wastin!com: Wenn du dir alle eure Alben anschaust, welches ist denn dein Lieblingslied?

Dennis: Ach so, Lieblingslied? Hmm... ich dachte Lieblingsplatte. Ich glaub´, die Lieblingsplatte ist die 'Best Of' (lacht!). Aber ein Lieblingslied gibt es nicht, ich würde mich auch gar nicht auf ein Lied beschränken wollen, weil da gab´s einfach zu viele schöne Songs, die Spaß machen. Und dann gibt´s halt live so Highlights. Und da muss ich sagen, so oft man´s ja auch schon gesehen oder gespielt hat, aber 'Lords Of The Boards' ist immer ein Highlight. Das macht immer Spaß so zum Schluss. Ich finde immer, das spielen wir zwar für die Leute, aber die Leute geben uns bei dem Song so viel zurück, dass man halt einfach spielt und die Leute unterhalten einen dann. Und da mache ich auch nicht viel, da spiel´ ich meinen Song durch und gucke, was die Meute macht.

Wastin!com: Und was magst oder mochtest du lieber große Bühnen wie auf den Festivals oder kleine Hallen?

Dennis: Jedes hat seinen Charme. Auch ein zweihunderter Club, wo das Wasser die Wände runterläuft, weil es proppevoll und sau heiß ist, hat was. Das ist extrem geil wie aber auch ein Festival, wo dann die Massen hüpfen. Da geht dann zwar die Intimität ziemlich flöten, ich glaube aber die besten Clubs sind wirklich so diese Zwischengröße irgendwo bei 2000. Das finde ich sehr angenehm, weil da hast du eine gewisse Größe, du kannst auch noch mit einer gewissen Produktion wie einer Lichtshow arbeiten und das Publikum siehst du auch noch, weil es sehr nah ist. Aber es ist trotzdem wieder groß genug, dass es halt abgeht! Das ist so die goldene Mitte, die ist schön!

Wastin!com: Und wie ist es nach den Konzerten? Gehst du noch zu den Fans oder gehst du von der Bühne, brauchst ´ne Dusche und willst deine Ruhe haben?

Dennis: Nee, auf gar keinen Fall! Also nach der Show gehen wir eigentlich immer an den Merchandise-Stand, um natürlich den Verkauf anzukurbeln, um da noch mal ordentlich Geld abzuziehen. Nein! Das ist natürlich dummes Zeug! (lacht!) Wir gehen dahin, weil der ja noch immer mit am längsten auf hat und die richtigen Fans auch meistens da immer noch stehen. Und da gehen wir eigentlich immer noch hin und quatschen mit den Leuten und geben noch Autogramme. Ja, das finde ich aber auch wichtig, weil ich mag es halt nicht, wenn so irgendwelche Rockstars sich so komplett abschotten und so unnahbar sind, das finde ich irgendwie bescheuert.

Guano Apes - InterviewWastin!com: Das finde auch bescheuert! Hattet ihr eigentlich mal ein gemeinsames Ritual vor der Show?

Dennis: Wir haben sogar immer noch ein Ritual! Also zumindest Stefan, Henning und ich. Es gibt halt immer vorher eine schöne Mische, also halt einen Wodka-Redbull. Und Henning tendiert immer so zu einem kleinem Wodka, weil Henning ja nicht so der Alkohol-Freak ist, jedenfalls nicht von diesen harten Sachen. Gestern hat er mal einen Whiskey getrunken! Auf jeden Fall ist es dann so; in der letzten halben Stunde bevor die Show losgeht, da machen wir uns warm, ziehen uns um, verkabeln wir uns mit unseren In-here-Geschichten im Monitor und dann wird immer ein kleines Schlückchen genommen.

Wastin!com: Und bist du denn eigentlich noch nervös bevor es auf die Bühne geht?

Dennis: Nein, also nervös bin ich eigentlich nicht mehr. Bei Tamoto war ich jetzt nervös, weil da hab´ ich dann auch das erste Mal Frontmann sein müssen und da ging mir schon ein bißchen der Stift. Aber so bei einer -Show bin ich nicht mehr nervös. Das Geile ist halt, dass wir Musiker so gut eingespielt sind, dass auch wenn Fehler oder irgendwas Technisches passiert, dass du das immer umschiffen kannst, weil du so viele Shows miteinander gespielt hast und du nicht unbedingt dastehst wie ein Trottel. Also halt gut, wenn du dann mal dastehst wie ein Trottel, ist es auch egal, das ist halt menschlich. Aber das beruhigt einen ziemlich stark.

Wastin!com: Ist dir denn mal was total Peinliches auf der Bühne passiert?

Dennis: Also im Moment isses so, was mir ein bißchen unangenehm ist, ist dass ich halt bei der Tour hier immer noch mit meinem Schlüsselbein- und Brustbeinbruch am Hadern bin, weil der noch nicht so richtig verheilt ist. Und ich halt nicht hundert prozentigen Einsatz geben will, was ich eigentlich gerne gemacht hätte. Aber dann hätte man die ganze Tour umbuchen müssen und das wär viel zu viel Hick Hack gewesen. Und so kämpfe ich mich halt jetzt durch die Shows, weiß aber, dass ich nicht alles geben kann, so wie ich es gerne wollte. Das ist nicht wirklich peinlich, das ist ärgerlich. Ansonsten sind mir eigentlich ganz viele Sachen ... nee, eigentlich ist mir nichts peinlich!

Wastin!com: Du bist also nicht mal mit deinem kompletten Drumset von der Bühne gekippt oder ähnliches?

Dennis: Ach, da gab´s schon viele Sachen also wo man sich dann halt mal so die Brustwarze aufgeschnitten oder sich die Zähne herausgeschlagen hat oder irgendwelche anderen dummen Sachen. Aber nö, das passiert halt.
Aber eine Sache! Eine Sache war mir mal peinlich! Da hatte ich ´ne Magendarm und da haben wir in der Schweiz gespielt. Und ich weiß, dass ich halt dann irgendwann zwischen Show und Zugabe – glücklichweise konnte ich es so lange unterdrücken – einfach noch zur Toilette rennen musste. Und dann dauerte das halt so ein bißchen und die anderen waren schon aufer Bühne und du sitzt auf dem Klo und denkst irgendwie; „Hey, hallo! Jetzt willste deine Show zuende spielen!“ Das war mir ein bißchen unangenehm, auch weil die Herrschaften dann natürlich ja auch nicht gelogen haben oder wie auch immer, sondern erzählt haben, was ich habe (lacht!)! Und dann kommst du auf die Bühne und dann klatschen alle und du weißt ganz genau; „Ja toll, du warst gerade hmmm... okay.“ Das war vielleicht noch peinlich.

Wastin!com: Du hast auch mal gesagt, dass dich Phil Collins so ein bißchen zum Drummen gebracht hat, wer beeinflusst dich denn noch so in deinem Stil?

Dennis: Also ich denke mal einen Stil musst du irgendwann für dich selber entwickeln. Aber ansonsten vom Stil hat mich halt das Tier aus der Muppet Show beinflusst, jedenfalls vom Optischen. Und ansonsten fand ich halt mal den alten Schlagzeuger von Primus Tim Alexander ziemlich gut. Und ansonsten glaube ich, nimmt man sich von jedem so ein bißchen, was man geil findet, und versucht das für sich halt umzumodeln und dann entwickelst du deinen Stil auch über Jahre selber. Genau.

Wastin!com: Und wo siehst du dich in 10 Jahren oder wo würdest du dich dann gerne sehen?

Dennis: In 10 Jahren bin ich vierzig. Da würd´ ich mich immer noch gerne auf einer Bühne sehen, glaub´ ich. Also, wenn die Knochen es dann noch mitmachen! Ja, da hätte ich schon Bock drauf. Aber, ich glaube, da muss ich den Alkohol ein bißchen reduzieren.

Wastin!com: Hättest du denn auch Ambitionen ins Producing zu gehen?

Dennis: Ich habe mich davor eigentlich immer gewehrt, weil ich die Studios immer so fürchterlich fand. Aber jetzt mit Tamoto hat das richtig Spaß gemacht die Platte zu produzieren und aufzunehmen. Und ich guck´ mir ja auch ab und zu andere Bands an, aber hab´ die noch nicht wirklich mal produzieren können. Aber ich denke, das werde ich vielleicht so 2006 mal in Angriff nehmen. Also, da hätte ich auch mal so Lust drauf, mal gucken.

Wastin!com: Ja, das ist bestimmt interessant, wenn man eh schon so lange Erfahrungen gesammelt hat. Das war´s auch schon, vielen Dank an dich und viel Spaß heute bei dem Gig und auf der restlichen Tour!

Dennis: Yo, vielen Dank an euch!

Guano Apes
Tamoto
Autor: Vera Bunk