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Barracuda - 10. April 2005 - Aachen
BarracudaDie drei Jungs von Barracuda aus Aachen standen uns Rede und Antwort. Wir haben sie über ihre Musik, ihre neue EP 'Untitled' und über ihre Heimatstadt Aachen als Musik(er)standort ausgequetscht. Lest hier die mannigfachen Antworten der symphatischen Truppe!


Wastin!com: Hi Jungs! Könnt ihr euch bitte mal vorstellen!

Malik: Ja, ich bin der Malik und mache La La und Schrum-schrum.

Ali: Ich bin der Ali-Schnali und ich bin für die Gitarre zuständig und für ein bißchen Spaß, der sein muss.

Dong: Ja, hi ich bin Dong, ich heiße wirklich so, und mache den Tiefbass und die Second Vocs.

Wastin!com: Was macht ihr eigentlich so im wahren Leben?

Malik: Ja, bei mir ganz einfach. Kreativität hört dann natürlich nicht bei der Gitarre auf – Ich bin Designer.

Ali: Bei mir ist das etwas langweiliger, ich studiere mal wieder. Bauingenieur, was soviele in Aachen machen, aber bin sonst mit Leib und Seele Gitarrero.

Dong: Ich bin auch selber Student und ich hoffe irgendwann fertig zu werden, ne?

Wastin!com: Was studierst du denn?

Dong: Ich studiere Wirtschaftsgeographie.

Wastin!com: Wie lange gibt's euch als Barracuda denn schon?

Malik: Für Namen, Daten und Zeiten ist der Ali zuständig.

Ali: Wollt ihr jetzt die ultralange Version haben mit dem, was da in meinem Kopf vorging oder...? (lacht!)

Wastin!com: Machs lieber kurz!

Ali: Okay, es war ungefähr 2002, da hab ich den Malik kontaktiert, weil ich auch in Aachen ein bißchen Musik machen wollte, weil ich normalerweise aus dem Ruhrgebiet komme. Der Malik war auch ein bißchen verzweifelt, aber dann waren wir immerhin schon zu zweit. Eine Anzeige haben wir, glaube ich, auch geschaltet, aber letztendlich hat dann ein Kommilitone von mir Bass gespielt und dann waren wir zu dritt und immer noch ohne Schlagzeuger wie heutzutage. Ja, und dann hat sich ein alter Freund vom Malik, mit dem er früher mal zusammen Musik gemacht hat, der Sascha, der hat sich dann bereit erklärt das Opferlamm zu übernehmen. Dann haben wir erst mal zwei oder anderthalb Jahre zusammen im Proberaum musiziert und dann ging es eigentlich ziemlich schnell. Dann haben wir den ersten Auftritt gehabt und haben sofort danach Aufnahmen gemacht und standen wieder ohne Bassist und Schlagzeuger da. Seit zwei Monaten haben wir wieder einen Bassisten - Dong- aber ein Jahr lang waren nur Malik und ich da und dann nur auf dem Papier sozusagen eine Band. Und jetzt sind wir wieder mit Dong an Bord total glücklich!

Wastin!com: Wie sollte denn euer perfekter Schlagzeuger sein?

Malik: Also, du musst natürlich so ein Prügeltier sein, timing-fest, gut im Bett. Und gutaussehend. Der Ali möchte gerne gutaussehend, mir ist das egal! Tüte tut´s. Also, was muss er können? Er sollte irgendwie aus der Gegend sein, es sollte irgendwie unsere Richtung sein, die könnt ihr bei www.barracuda-attacks.de euch natürlich mal anhören, da gibt's 'Precious' zum Runterladen und Snippets von ein paar anderen Songs. Ja, er muss es technisch und menschlich drauf haben, das ist es eigentlich. Am besten sollte er irgendwo in der Nähe wohnen, aber wenn er weit fahren will, dann kann er auch in München wohnen, ist mir egal.

Wastin!com: Wie haben die bisherigen Line-Up-Changes Barracuda´s Musik beeinflusst?

Malik: Also, das Material, das man jetzt von uns hören kann, ist ja unter den selben Leuten entstanden. Aber bei uns ist auf jeden Fall so, dass jeder, der in der Band ist, sich hundertprozent in die Band einbringt. Das heißt nachher besteht das Gesamtding zu einem Viertel aus jedem. Und na ja, bisher war halt der Kern der Leute Ali und ich und wenn der Dong jetzt halt erstmal eine Weile dabei ist, dann wird's auch nach Dong klingen und das soll auch so sein.

BarracudaWastin!com: Wie kamt ihr überhaupt auf den Namen Barracuda und was bedeutet er?

Malik: Ja, dat is´ so ein Fisch, ne? (lacht!) Ganz simple Sache! Also, ich kam mit dem Vorschlag nachdem wir bereits eine ganze Weile nach einem Namen gesucht haben. Erst war es uns eine ganze Weile egal als wir nichts gefunden hatten und dann kam irgendwann das erste Konzert und na ja, da mussten wir uns doch mal Gedanken darüber machen. Jeder hatte schon so ein paar Listen rumgeschickt, was ihm halt gefällt, und das fanden die anderen dann halt immer scheiße. Und ich war damals bei meiner Freundin im Badezimmer und die hat da so einen kitschigen, abgehackten Barracuda-Fischkopf so wie so einen Hirschkopf an so einem Holzbrett in Pink an der Wand hängen. Also so ein totales Trash-Ding in so einen pink-goldenen Klo, also die hatte sich das da hübsch zurecht gemacht. Und irgendwann stand ich da und hielt meinen besten Freund in der Hand, guck da wieder mal so drauf, dachte so, das ist doch ein Barracuda oder nicht? Und wir suchten ja eh so einen Namen in der Art. Wir haben schon gedacht, der könnte Spanisch sein, was Internationales, nichts mit einer Nummer drin, weil es gibt eine Milliarde Bands mit Nummern drin irgendwie, es müsste irgendwie cool sein, für jeden aussprechbar und nicht so Pentagramm-Geschichten, ne? Irgendwas so Netteres, was Neueres! Und dann dachte ich „Barracuda“, eigentlich gute Sache. Und dann kam ich in den Proberaum und erwartete natürlich den Ansturm der Entrüstung, aber die sagten alle so; „Ja, cool! Nehmen wir! Alles klar!“ Und ich so; „Wie wir nehmen den jetzt einfach?!“ Und dann gingen wir aus dem Proberaum und hatten einen Namen.
Und es ist natürlich auch nicht so schlecht, dass das ein aggressiver Fisch ist mit ein paar langen Zähnen, das paßt dann auch noch!

Wastin!com: Wie würdet ihr denn euren Stil beschreiben?

Ali: Das ist die Frage, die ich nicht beantworten möchte!

Malik: Nur über unseren Anwalt! (alle lachen!)

Dong: Ja, wie würden wir unseren Stil beschreiben? Also, ich muss ja sagen, dass ich ja selber erst sehr spät eingestiegen bin und mich deshalb auch erst spät damit auseinander gesetzt habe. Ich habe auch einen ganz anderen Background. Aber ich würde schon sagen, dass es modern ist, dass es hart ist. Es rockt einfach ganz gut, es ist eigentlich für jedermann - vielleicht ist es für einen zu hart oder vielleicht auch für den anderen zu weich - aber ich finde es ist irgendwie ganz solider Rock mit Metaleinschlag und es tut das, was es einfach tun soll, es rockt einfach, finde ich. Ja, ich finde meine Band halt gut, also!

Malik: Bei My Own Music, bei dem Forum, stehen wir bei „Alternative Metal“. Das finde ich zum Beispiel insofern sinnvoll, weil es kein old school Metal ist, es ist auch kein Nu-Metal, à la KoRn, denn dafür ist es nicht hip hoppig genug. Ich denke, es hat einen alternativen Einschlag, denn Ali hier zum Beispiel hat ein Bein im Funk-Business und das hört man natürlich auch raus. Das heißt, wir haben verschiedene Einschläge.

Wastin!com: Was haltet ihr denn allgemein von Genrezuweisungen? Für manche Bands ist das ja ein rotes Tuch!

Malik: Zu den Genregeschichten, also ich persönlich – und damit stehe ich oft allein – finde das total super. Also, weil es hilft den Leuten, die das noch nicht gehört haben oder jetzt einfach mal nicht hören können, eine Einordnung zu finden. Aber das ist genau der Punkt, viele sehen die Schubladen als ausschließlich an, kaum bist du in einer Schublade drin, hast du dann auch so zu klingen. Mir sagen die Leute immer, meine Stimme klinge so wie die des Sängers von System Of A Down. Aber ich finde, dass das überhaupt Null damit zu tun hat, das stimmt nicht! Aber kaum bist du in der Schublade drin, erwarten dann auch alle, dass das genau so sein muss. Ich finde allerdings, wenn ich dem Ali von einer neuen Band erzähle und sag´ dem dann; „Ja, die haben einen Touch davon, einen Touch davon und einen Touch davon.“ Dann hilft ihm das eine Einkategorisierung dafür zu finden und das finde ich super!

Wastin!com: Mit welchen Vergleichen könntet ihr denn gut leben?

Ali: Ja, am Tollsten fände ich es natürlich, wenn man so unsere Idole raushört. Also wie natürlich Sevendust, Taproot und jetzt von mir auch vom Gitarrenspiel her Jane´s Addiction. Aber im Großen und Ganzen ist mir das an sich eigentlich Wurscht.

Dong: Also, ich weiß nicht. Ich mache mir da eigentlich keine so großen Gedanken drüber. Ich versuche einfach mein eigenes Ding durchzuziehen. Und um da noch mal auf die Genregeschichte zurückzukommen, ich finde das halt auch nicht verkehrt, dass man uns irgendwo reinsteckt und uns mit einer anderen Band vergleicht, denn das ist wirklich eigentlich ganz gut so. Denn andererseits will ich auch nicht so großartig daher kommen und sagen; „Ey, hör mal ich habe das Rad neu erfunden!“ Oder; „Ey hör mal, uns kann man mit niemanden vergleichen!“ Das ist totaler Blödsinn. Aber man versucht natürlich immer irgendwo so seine eigene Linie zu finden. Und ich weiß nicht, wenn die Leute sagen, du klingst so wie der und das ist gerade mal so ein spitzen-Spieler, den ich auch kenne, dann freut mich das.

BarracudaWastin!com: Klar, kommt halt immer darauf an, mit wem man verglichen wird! Aber ihr seid was sowas angeht ja ziemlich offen. Ich habe gesehen, in eurem Booklet steht auch eine ganze Auflistung von Bands, die ihr selber gut findet. Also quasi von euren „Idolen“.

Malik: Vor allem Ali und ich haben die in dem Booklet alle aufgeschrieben, weil ich das bei irgendeiner anderen Band – ich weiß nicht mehr wo das war – da hab ich das nämlich gesehen, da stand dann „listen to:“ und dann eben genau das, was die für gute Musik halten. Und die Bandbreite war halt enorm und genauso ist das nämlich auch bei uns! Weil das sind nicht nur die zwei, drei Bands, wo man vielleicht Ähnlichkeiten bei uns raushört oder so! Wie jeder hören wir auch unterschiedliche Sachen und haben auch schon einen langen Weg hinter uns, was das angeht. Und deswegen haben wir die damals zusammengetragen. Und die Bandbreite ist schon enorm, denke ich.
Also, bei mir sind das mehr Bands als große Individuen.

Wastin!com: Warum war euch das sonst noch wichtig diese Bands zu nennen? Das ist ja nicht typisch, dass das eine Band macht?

Malik: Ja, wenn der ein oder andere durch unsere CD eben inspiriert wird andere Bands zu finden, das wär genau das, warum wir das gemacht haben. Bei mir wären das zum Beispiel Textures aus Holland. Für alle Meshuggah-Fans ein riesiges WOW!

Wastin!com: Okay, dann lasst uns mal über eure neue EP 'Untitled' sprechen. Beschreibt die Platte mit drei Worten!

Malik: Okay, meine drei Worte wären: authentisch, wütend, Glück!

Ali: Süpersüß und supersexy! (lacht!)

Dong: Gut, hart und rockt! Das waren jetzt vier Stück!

Wastin!com: Okay, dann erzählt doch jetzt mal was mehr dazu!

Malik: Was wollt ihr hören? Ich kann was zu den Lyrics sagen, ich kann was zur Musik sagen, aber da wird's schwieriger, das ist schon vielfältiger. Okay, ich sage euch was zu den Lyrics. Die habe alle ich geschrieben. Die sind alle autobiographisch und - ich meine, das ist jetzt so typisches Sängergelaber - aber in dem Fall ist das auch so gewesen.
Ich kann nur Texte schreiben, wenn ich wütend oder traurig bin, das ist so mein Ventil, also deswegen wird es von mir wohl auch kaum mal lustige Texte geben, weil dann schreibe ich halt keine Texte, dann bin ich lustig (lacht!). Und ich habe die mit Absicht so gehalten, dass man bei einigen nicht versteht worum es geht. Also so Sachen, die halt bei mir passiert sind oder die in mir vorgegangen sind. Ich kann aber zu zwei Songs was sagen: 'It´s All About Trust' ist auf jeden Fall ein Liebeskummer-Song, das wird man aber auch raushören, das kann man auch im Text lesen. Und 'Precious' ist ein Song, den ich persönlich sehr mag – ich glaub, ich mag die sowieso alle! - aber 'Precious' macht mir live am meisten Spaß. Da war zum Beispiel so eine typische Enttäuschung bei einer Freundin von mir, also „einem Freund“, die Inspiration. Halt so ein ganz normal zwischenmenschliches Ding, wo ich einfach enttäuscht war. Da war ich halt stinkig und da hatte ich innerhalb von zehn Minuten diesen Text geschrieben. Das wär halt so ein typisches Beispiel wie die Texte entstanden sind. Es gibt aber auch so Sachen in der Familie, wenn jemand krank geworden ist oder so nachdenkliche Situationen.
Ja und zur Musik, da ist oft die Frage, wie das Zeug entsteht. Ich frickel zu Hause gern an Riffs rum, niemals fertige Songs, also keiner von uns ist so der Songschreiber, der mit einem fertigen Song in den Proberaum kommt und die anderen spielen dazu, das sind immer so Einzelideen. Manchmal kommt dann so ein Anruf vom Ali wo er sagt; „Ja, hör dir mal dies und das an!“ Und irgendwann trifft man sich im Proberaum und wirft eben zusammen und das ist meistens ein ganz gutes Grundgerüst auf dem dann der Song entsteht. Das kann manchmal richtig lang dauern. Aber manchmal ist in einer Probe halt die grundsätzliche Idee da. Ja zur Zeit ist es halt nur blockiert durch den mangelnden Drummer.

Ali: Also, ich denke, das Problem bei uns oder bei jeder anderen Band auch, ist, dass wir halt sehr kritisch sind und das merkt man, glaub ich, auch daran, dass es uns anderthalb Jahre im Proberaum gegeben hat und letztendlich dabei nur fünf Lieder rausgekommen sind. Drei, vier sind verschüttgegangen, weil man die letztendlich nicht mehr so gut fand und selbst die, die drauf sind, sind auch immer wieder umgeworfen worden. Aber letztendlich haben wir sie kurz vor dem Studio so gelassen wie man sie jetzt auch kennt.
Aber zum Entstehungsprozess: Malik hat das meiste eigentlich schon gesagt. Meistens sind es irgendwelche Ideen auf die man dann aufbaut. Das ist dann immer die leidige Aufgabe der Gitarristen oder vom Bassisten halt, vom Schlagzeuger kann man das ja fast gar nicht erwarten. Aber irgendjemand hat eine Idee und da wird drauf rumgeritten und entweder stellt sich dabei raus, dass es was Gutes ist oder oft sind es auch kluge Ideen, die wieder verworfen werden.
Meistens sind es auch viele Riffs, die vom Malik sind, und ich gebe mit meiner zarten Melodie-Gitarre dann den Rest dazu. Das ist dann – wenn man halt vom Stil sprechen kann – letztendlich dann das, was den Barracuda-Stil halt ausmacht und der, den wir bei den Fünf Lieder haben.

BarracudaWastin!com: Und seid ihr auch jetzt – ein Jahr nach den Aufnahmen – immer noch zufrieden mit dem Ergebnis? Kann man das überhaupt jemals sein?

Ali: Also, ich persönlich auf jeden Fall! Jedes Mal, wenn ich sie höre, bin ich nach wie vor begeistert auch mit dem Endprodukt. Natürlich gibt es immer so ein paar Sachen, wo man dann sagt; „Ja, da hätte ich doch einen Tacken anders spielen können.“ Aber das ist, glaub ich, auch so eine Entwicklung von Zeit, dass man dann halt immer denkt; „Oh, das könnte ich heute besser machen“ oder; „Das würde ich lieber so spielen.“ Und man hat sich vielleicht auch na ja, nicht so wirklich im Stil, aber man hat sich vielleicht auch ein bißchen in den Spieltechniken verändert, so dass man es jetzt besser oder schöner oder ausdruckstärker machen könnte. Aber im Großen und Ganzen ist das eine super Platte nach wie vor. Aber gerade beim Gesang ist es oft so, dass ich noch so Ideen für Zweit- oder Drittgesänge hätte, wo ich dann auch immer mit noch einer anderen Stimme mitsinge, aber trotz all dem ist das genial wie das auf Platte ist und ich möchte da nichts dran anderes machen.

Malik: Ich bin mit der Platte auch hundertprozentig zufrieden, weil die ist vor allem eins, nämlich authentisch. Das ist nicht aufgesetzt und wir wollen keine New Metal-Götter nachmachen oder irgend sowas, sondern das sind nämlich genau wir. Und dass ich das auf der Platte höre, ist alles, was ich von einer Platte eigentlich haben will. Und das gilt für den Gesang, ich meine, ich tu was ich kann, na klar, aber das gilt halt eben auch für die andere Mucke und das ist eben auch das, was mir auch jedes Mal noch an der Scheibe gefällt.

Wastin!com: Stichwort Gesang: Malik singt ja alles alleine auf der Platte, was eine unwahrscheinliche Bandbreite ist. Seid ihr mit seinem Gesang zufrieden?

Ali: Also, es gibt so ein paar Sänger für mich, die strahlen einfach – das hört sich ein bißchen doof an – aber, die strahlen so eine gewisse Macht aus, wenn die am Mikro sind. Das gilt für den Corey von Slipknot. Aber ich finde auch, dass der Sänger von Poison The Wellein unwahrscheinliches Organ hat, wo man richtig so merkt; „Oh, da steckt unwahrscheinlich was dahinter!“ Also, mehr möchte ich jetzt aber nicht sagen, bevor der hier einen Höhenflug hat! (lacht!) Ich möchte ihm (sieht zu Malik) jetzt nicht sagen, dass er sich genauso anhört an wie die. Aber ich finde auf jeden Fall, dass er halt so eine Prägnanz in der Stimme hat, die man auch sofort raushört und die das Ganze auch einzigartig macht.

Malik: Du hast mir das nie gesagt!

Ali: Also, ich finde, jede Band wird letztendlich über den Sänger definiert. Also die Band kann noch so toll sein, aber wenn der Sänger scheiße ist, dann ist unterm Strich auch wirklich alles Kacke. Deswegen finde ich gerade bei uns die Musik im Hintergrund ist – ich finde sie natürlich genial! Keine Frage! - aber was uns dann, wenn man jetzt überhaupt mal von Einzigartigkeit sprechen kann – was schon ein wenig vermessen ist – aber dann ist das auf jeden Fall der Gesang, der hebt uns dann halt schon ein bißchen ab.

Malik: (leise) Das habt ihr mir wirklich noch nie erzählt.

Dong: Ja, wir haben ja nicht umsonst Corey Taylor... äh, den Malik am Mikrophon! (alle lachen!)

Malik: Was habt ihr denen bezahlt?! Ihr wollt doch irgendwas von mir! Irgendwas ist hier im Busch, ich bin raus aus der Band oder so?! Ich kann doch überhaupt nicht so schreien wie der, keinen Furz!

Wastin!com: Woher kommt die Aggressivität und Wut in der Musik bei euch, ihr seid doch so nette Jungs!

Malik: Zu der Wut an sich. Wir sind an sich, wie uns im Studio in Viersen bescheinigt wurde, die entspannteste Band der Welt. Das Label tragen wir immer noch mit uns rum. Also, wenn ich bei anderen Bands deren Probleme mitkriege.... Also ich glaube wir sind bestimmt nicht so die Egomanen, aber wir haben natürlich auch so eine andere Seite. Also speziell meine Meinung dazu ist, wenn ich zum Beispiel in die Live Music Hall rocken gehe oder so und ich mir die ganze Gemeinde dann angucke, bin ich sicher, dass jeder von denen, die so eine Mucke hören, je extremer die ist, der hat sein Päckchen zu tragen. Der kommt irgendwo her, jeder von denen hat seine Geschichte. Und ich kann das jetzt von mir so sagen, ich habe natürlich auch meine. Und wie ich mich jetzt entwickelt habe, jetzt bin ich 31, da sind natürlich auch ein paar Takte dazwischen und was auf dem Weg passiert ist. Aber was ich genial finde an Musik überhaupt ist, dass man es schaffen kann Wut und Aggressionen und in so was Positives umzubauen, was glücklich macht. Man geht auf die Tanzfläche und fängt halt an zu schweben, weil es einen so begeistert anstatt zu einem Baseballschläger zu greifen und zum Hooligan zu werden. Also, ich denke, dass ist eigentlich genau dieselbe Motivation, nur wir haben sie positiv umgemünzt und viele andere Bands eben auch.
Vielleicht, da ich ja finde, dass wir Popmusik machen, ist es halt nicht genug Wut, um dann meshuggahh-Songs zu schreiben, aber na gut, okay. (lacht!)

BarracudaWastin!com: Du meinst also, Musik ist ein gutes Ventil für aufgestaute Aggressionen und sie kann einen davor bewahren, ein Arschloch zu werden. Das habe ich doch schon mal gehört, und zwar von Guido von den Donots.

Malik: Ja, das ist natürlich nur ein Teil, weil es macht inzwischen auch einfach nur einen riesen Spaß und so und da kommen natürlich noch andere Sachen hinzu. Ich glaube aber, wenn man anfängt Musik zu machen, dann ist man ja dreizehn, vierzehn, fünfzehn, vor allem wenn man anfängt solche Bands zu hören. Und da entscheidet sich schon irgendwo was man eigentlich mit seinem Frust und mit seiner Wut machen soll. Und ich kann jetzt nur für mich reden, aber bei mir und den Freunden, die mit mir aufgewachsen sind, da hat sich das schon so rauskristallisiert. Das ist ja nicht nur selber eine Gitarre nehmen, das ist ja auch sich auf Sepultura-Konzerten rumprügeln und auf ganz andere Art noch mit der gesamten Musik umzugehen. Ich habe erst mit achtzehn angefangen Gitarre zu spielen, davor war ich schon jahrelang in Bands und habe halt in Mikros geschrien. Also ich kann jetzt nur als Sänger sprechen, aber wenn man halt schreien muss, das sagt eigentlich schon alles aus. Du musst halt was aus dir rausschreien. Du kannst das natürlich auch deiner Freundin ins Gesicht schreien oder du kannst das in einer Band machen und Band ist, denke ich, der positivere Weg.

Wastin!com: Aber es gibt ja nicht nur so die Hau´drauf-Nummern auf der Platte, sondern auch einen ganz ruhigen Song.

Malik: Ich glaube, ich weiß, was du meinst. Ein Wort zu dem Instrumental, das ist 'For The Heart Of One Little Boy'. Die ganze Idee zu dem Song kommt vom Ali eigentlich, die haben wir dann zusammen ausgearbeitet. Genau in der Zeit hat eine Freundin von mir einen Sohn bekommen und der wurde Herzkrank geboren und der Song hatte genau so eine Stimmung und dann habe ich Ali gefragt; „Hör´ mal, den Song würde ich ganz gerne dieser Freundin widmen.“ Die weiß das jetzt noch gar nicht, weil sie die Platte noch nicht bekommen hat. Aber damals haben die dann eine OP gehabt und die ist halt gut ausgegangen und das habe ich im Prinzip genau dann erfahren als wir den Song aufgenommen haben. Das war schon nach der ganzen Studiozeit, für den Songs sind wir dann nämlich in ein anderes Studio gegangen. Und was ich cool fand war, dass genau dieses Stück am Ende so einen hoffnungsvollen Charakter hat. Es ist nämlich nicht alles nur traurig oder wütend, sondern es öffnet sich am Ende und genauso war das mit der OP, die nämlich gut ausgegangen ist und jetzt geht es dem Jungen halt gut. Da hab ich mich eben gefreut und es passte eben ganz gut.

Wastin!com: Eure verschiedenen musikalischen Backgrounds kommen der Band ja sicherlich sehr zu Gute, das hört man auch. Aber gibt es auch Momente im Proberaum, wo die Meinungen extrem auseinander gehen?

Ali: Wie ich schon gesagt habe, ist das anderthalb Jahre lang passiert, dass wir halt mit den Sachen nicht zufrieden waren oder gesagt haben; „Nee, das finde ich nicht gut, das muss anders klingen.“ Und ich sage mal, dass das der natürliche Entstehungsprozess im Proberaum ist, weil wir halt alle aus verschiedenen Musikrichtungen kommen. Aber wir alle haben irgendwelche Schnittpunkte, wo wir dann sagen; „Ey, das ist super und so genau muss es sein!“ Unser alter Schlagzeuger ist halt DJ und der hat da noch ganz andere Einflüsse und Rock war eigentlich ein Fremdwort für den. (lacht!)

Malik: Hmm... also, ich finde, dass es insgesamt extrem harmonisch bei uns ist. Es gibt halt diese Momente, wo der eine mit einem Riff kommt und der andere eben damit nicht so zufrieden ist oder so. Aber dann ist das Maximal in der Probe so ein Thema und danach geht man nach Hause und denkt drüber nach und dann kann es sein, dass schon am nächsten Tag der Anruf kommt; „Ey, hör mal, hier dein einer Teil, da hab ich mir überlegt, spiel das doch mal auf G und spiel das mal so und so, dann wär das doch ideal!“ Und schon geben sich wieder alle die Hände; „Ja! Genau, genau so muss das sein!“ Also an sich fand ich das schon sehr harmonisch! Und bei diesem kreativen Prozess der Findung ist das total bereichernd, wenn jeder aus ganz anderen Ecken kommt. Der Ali spielt bis heute Sachen in Songs, wo ich dann frage; „Wie hast du das erfunden? Das finde ich so genial, da wär ich nie drauf gekommen.“ Also, ich glaube, bei uns gibt es eine Menge davon, also Respekt für genau das!

Wastin!com: Wie genau kommt man denn an die EP?

Malik: Also, ihr geht auf www.barracuda-attacks.de und da ist ein Online-Bestell-Formular oder wenn ihr in der Gegend von Aachen wohnt, dann könnt ihr die auch gerne bei einem von uns abholen oder wir bringen sie vorbei mit einem Lieferservice, das läßt sich alles machen! In Der Plattenbörse in Aachen gibt es die CD auch. Und wer es per Post haben möchte: Die kostet 10 Euro all inclusive ansonsten persönlich oder auf einem hoffentlich in Bälde zu beobachtenden Gig gibt´s die dann für 8 Euro.

BarracudaWastin!com: Ihr seid ja eine Aachener Band. Es gibt hier ziemlich viele Bands in der Umgebung. Was macht euch also in Aachen einzigartig?

Malik: Wir machen kein Punk! (lacht!) Ich fand ja immer in Aachen gibt es kaum eine Szene für so Metalgeschichten, das merkt man auf jeden Fall. Ich kenne aber auch nicht die hunderte Punk-Bands so. Dong ist der Versierteste, was das angeht, denn ich glaube, der hat in jeder Band schon mal gespielt.

Dong: Also, ich muss ja auch sagen, ich bin ja erst seit fünf Jahren in Aachen und ich habe halt schon eine Menge Bands gesehen. Also gerade unter den Kleinen da macht sich halt diese Punkgeschichte oder normaler Rock und Alternative und so breit. So halt eher so die seichte Geschichte. Und dann gibt es so – habe ich jedenfalls den Eindruck gehabt – dass Metaler sich aber auch jahrelang im Bunker verschanzen und nie rauskommen. So bei viel Death-Metal und Black Metal-Geknüppel, habe ich da so den Eindruck gehabt. Und dann gibt es hier natürlich noch die Feierabend-Bands en masse, das ist jedenfalls das, was ich vom Bunker mitkriege. Also ich war schon in zwei Bunkern und da habe ich ein paar Bands gesehen. Und der Rest sind dann so Jazzer, Funker und so Cover-Bands.
Also, wenn man gerade bei so Portalen wie My Own Musicdrüber guckt, dann sieht man allgemein schon viele Bands, die sowas in der Richtung wie wir machen, so modernen Metal, Alternative Metal. Aber hier in Aachen kenne ich jetzt auch keine. Ich war zwar vorher in einer Band, die hat so eine Art Musik gemacht, aber das war eher sehr raplastig und eher New Metal-mäßig. Aber sonst kenne ich da auch nichts, ehrlich gesagt.

Wastin!com: Das sind ja beste Voraussetzungen Aachen im Sturm zu erobern!

Dong: Also ganz klar, ich würde mal sagen, Barracuda sind auf jeden Fall der Platzhirsch hier! (lacht!)

Ali: Also, mit der Musik auf jeden Fall. Obwohl ich ja ein riesen Pale-Fan bin. Die find ich geil!

Wastin!com: Aber die machen ja was völlig anderes als ihr!

Ali: Ja klar, genau wie Organic., aber die finde ich nett!

Dong: Aber Organic. sind auch wieder sehr Emo. Aber die find ich auch geil!

Ali: Ja, also aus Aachen gefallen mir eigentlich nur Pale und Organic. persönlich auch gut, aber sonst kenne ich auch die wenigsten hier. Ich komme nicht aus der Szene...

Wastin!com: Was müsste sich denn in Aachen ändern, damit eine Szene hier wachsen könnte, gerade auch im Bereich der härteren Musik?

Dong: Ja, ich glaub, das Potential oder das Interesse um so eine Szene aufzubauen, zumindest unter den Jugendlichen, scheint zwar irgendwo da zu sein. Aber die Motivation überhaupt zu Instrumenten zu greifen und so was aufzuziehen, da tut sich irgendwie nicht viel. Da habe ich dann auch wirklich so das Gefühl, dass man halt so nicht über die vierzehn, fünfzehn-jährige Punkschrubbel-Schiene mehr kommt drüber. Jeder hat halt mit so ´nem Kram angefangen.
Also, ich habe zuletzt letztes Jahr auf so einem kleinen Gartenfestival gespielt und da waren auch viele solcher Bands. Also drei waren da, die waren jung, und das war halt auch so dieses Punk-Zeug. Und ich glaube, dass das so Leute sind, die dann auch irgendwie nicht viel weiter kommen. Ich weiß nicht woran das liegt, vielleicht an der Luft oder daran, dass es in dieser Stadt nur so Studenten-Discos gibt und die alle nur Pop hören und so. Es gibt halt keine richtige Rockerbar hier.

Malik: Ja, ich glaube, das ist einer der Gründe. Wir haben mit Jülich zusammen, glaube ich, 60.000 Studenten um und in Aachen, also 40.000 allein in Aachen. Das heißt, die Leute wechseln erstens und eine Szene aufzubauen geht natürlich davon aus, dass man die Leute da resident hat. Und dann glaube ich, wenn ich mir so die Plakate von den Clubs in der Gegend angucke, dann ist der Preis für einen Meter Bier größer drauf gedruckt als die Band, die da am Abend spielt. Das ist eben das, was die typischen Studenten anzieht, die halt einfach mal eben feiern gehen. Das ist eben nicht, sich mal eben intensiv mit Musik auseinander zu setzen. Aber ich habe echt keinen genauen Überblick. Aber das wäre einem ja aufgefallen, in Köln ist das ja deutlich anders, das ist einfach ganz klar.

Wastin!com: Also, in Aachen muss auf jeden Fall was getan werden! Besonders auch von den Locations her fehlt es an passenden Geschichten!

Dong: Also, ich glaube, man kann nicht sagen, dass es daran liegt dass Aachen eine Kleinstadt ist, denn ich glaube, andere Kleinstädte kriegen es ja auch irgendwie hin, dass Leute zu Rock-Konzerten kommen. Da kann man jetzt nicht sagen, dass wir jetzt im Klinsch vom Ruhrgebiet und Köln liegen irgendwie. Das mag an der hohen Fluktuation hier wirklich liegen. Und es gibt hier in Aachen halt auch wirklich kaum Locations und wie ich das so mitbekommen habe, was hier so alles passiert, gerade so mit dem Autonomen Zentrum, diese Schließung zwischendurch und so. Ich kenne mich in dieser Baugeschichte so ein bißchen aus und wie ich das so mitbekommen habe, werden einem schon viele Steine in den Weg gelegt, also gerade was Konzerträume angeht. Und dann ist der Musik Bunker halt die einzige Möglichkeit, wo man so richtig laut sein kann, aber der ist einfach viel zu weit ab vom Schuss, der interessiert dann auch einfach keinen mehr. Und mittlerweile ist es ja auch so, dass der Bunker total von der Bildfläche verschwunden ist so, weil kaum noch Promo gemacht wird. Die mussten ja selber kürzen und Leute, die ich jetzt frage, die kennen den Bunker überhaupt nicht mehr.

Malik: Ich kann noch was zum Kontrastprogramm sagen, nämlich direkt über die Grenze, da gibt es die Stiftung Popmusik Limburg zum Beispiel. Also, die ist für Limburg zuständig und die nennen das Stiftung, aber das ist eigentlich sowas wie ein Förderprogramm, was staatlich ist. Das gibt es in ganz Holland, die tun extrem viel für Bands. Also hier im Spuugh zum Beispiel, wo häufig Bands auftreten und zwar aller Colour, ist es halt egal, ob das ein Techno-Projekt, ein Hip Hop-Jam oder ´ne Death Metal-Band ist, das spielt für die keine Rolle, die können auch zusammen spielen. Also, die tun extrem viel für Bands und wir haben auch befreundete Bands in Holland, mit denen ich vor allem auch mit meiner vorigen Band schon gespielt habe. Da gibt es ein ganzes Netzwerk, das heißt, die Bands können im Prinzip, wenn die in bestimmten Clubs schon mal gespielt haben ohne große Probleme durch ganz Holland gereicht werden. Und da kommen auch Leute hin, das heißt, das kulturelle Interesse an sich ist auch größer. Ich weiß nicht, ob die Deutschen übersättigter sind und lieber vor der Playstation sitzen, das kann natürlich sein. Aber da sieht man halt sofort, wenn das von staatlicher Seite gefördert und wenn Kultur an sich anders angesehen wird, dann können auch die Bands an sich auch ganz anders was bewegen.

BarracudaWastin!com: (Zu Dong) Das habe ich auch schon mit bekommen. Gerade in den kleinen Nestern geht's ab.

Ali: Das ist ja auch meistens das Phänomen. Grad auch Eifel. Ja, ich meine, da hast du dann ein Konzert und da ist sonst nicht viel los, weil da nicht viel geboten wird. Aber dann hast du auf einmal volles Haus, ja, die Bude rockt halt! Und die gehen da ab, wo man sich dann auch fragt; „Okay, wieso geht das hier und nicht bei uns zu Hause?“ Ich denke, weil die nicht so übersättigt sind einfach.

Dong: Ich denke aber auch, dass halt durch diese hohe Fluktuation gerade unter den Studenten hier das Interesse an dieser Rockgeschichte überhaupt nicht so riesig ist. Und das andere ist halt, man sieht ja zum Beispiel, wenn man das Nightlife oder das B9 nimmt, wo da diese Rocksachen sind, da sind auch mehr so diese Teenies, die sich dafür interessieren. Und wenn man dann ins Konzertalter kommt, wo man dann auch sagt; „Ja, ich trau mich mal auf so ein Ding, ich versuche mich da so reinzuwerfen in dieses Gemosche!“ Dann gehen die dafür auch wieder in eine andere Stadt. Das ist dann auch wohl so, also man könnte auch sagen, dass das daran liegen könnte, dass Aachen so eine Wegziehstadt ist. Vielleicht.

Malik: Es gibt hier auch keine Konzertorte einfach für diese Form von Konzerten. Das heißt hier kommen auch nie mal sinnvolle Bands hin. Für den Bunker haben sich die Leute ja eigentlich schon über Jahre den Arsch aufgerissen um ihn irgendwie zu etablieren. Aber jetzt wo der - wie heißt der, Friedel? - ja, auf jeden Fall seit dem der weg ist, ist das alles eingeschlafen. Also, ich verfolge das nicht so, aber die haben jetzt auch eine neue Homepage, vielleicht passiert da ja noch irgendwas. Die wollten ursprünglich unten einen großen Raum reinmachen damit bis tausend Leute da reinpassen. Sowas hat Aachen ja eigentlich nicht, ich meine, wer geht schon nach Rothe Erde in diesen Saalbau, um sich ein Konzert anzugucken? Das wollen die Veranstalter noch nicht mal, das heißt, so bald man mal mehr was aufziehen will, hat man sofort keine Chance mehr und man merkt schon, dass es eine Grenze gibt zwischen Holland und Deutschland. Man könnte natürlich kurz mal ein paar hundert Meter über die Grenze ausweichen, aber da gibt es eine Sprachbarriere und die machen natürlich ihr eigenes Ding. Zumal die dann eben auch noch staatlich gefördert werden, also machen die auch vorrangig holländische Sachen, obwohl die auch immer sagen, dass sie am Liebsten zum Beispiel eine holländische, eine deutsche und eine belgische Band an bestimmten Abenden spielen lassen wollen. Das fördern die, aber das reicht natürlich nicht, um Aachen aufzurütteln. Und die Leute müssten mit Bussen oder Autos hin und zurück, weil in der Stadt gibt es halt auch nicht die Orte dafür.

Ali: Kenshiro und Senor Torpedo haben ja auch im Spuugh funktioniert mit 700 Leuten. Ich meine, die können auch was bewegen, aber das ist halt nicht der Rockbereich.

Dong: Das ist aber auch zugänglicher als unsere Musik. Wobei ich aber auch nicht glaube, dass unsere Musik so eine spezielle Nischenmusik ist, wo man dann sagt, dass von hundert Leuten das gerade mal zwei Leute hören. Ich finde schon, dass das extrem populär ist, deswegen frage ich mich auch, wo dann die Leute alle sind? Oder wo das Interesse halt ist, dass man irgendwie sagt; „Hey, wir machen das!“ Also, da ist dann auch irgendwie das Interesse nicht da, um zum Beispiel selber ein Instrument zu spielen oder ein Music Magazine hochzuziehen oder dass man jetzt sagt, wir machen jetzt das hier in der Kaschemme, wo vierzig, fünfzig Leute reinpassen und versuchen da jetzt eine Serien zu starten.

Wastin!com: Und wenn ihr das jetzt mal auf den Punkt bringen müsstet, was ihr euch für Aachen wünscht?

Malik: Ich glaube, dass das auf den Punkt sehr schwer zu beantworten ist, weil ich nicht weiß, ob es das Interesse in der breiten Bevölkerung gibt. Im Prinzip müsste man es wie bei jedem Thema machen, in der Jugend anfangen und den Kindern den ganzen Tag Metal vorspielen.

Dong: Heavy Metal!

Ali: Kids united!

Wastin!com: Wie sehen eure Pläne für das Jahr 2005 konkret aus?

Malik: Ja, Drummer, Drummer, Drummer, Drummer, Drummer! Und wenn das Thema vorbei ist, Konzerte, neue Lieder parallel würde ich sagen, weil wir haben schon einige Sachen in petto, die jetzt einfach endlich mal ausgearbeitet werden müssten. Außerdem haben wir gerade unseren neuen Proberaum bezogen, also das heißt eigentlich ist alles in den Startlöchern. Und wir würden vor allem sehr gerne Konzerte spielen, das ist das so von meiner Seite.

BarracudaWastin!com: Und wenn ein Drummer gefunden ist, soll es dann auch in Richtung Labelsuche gehen?

Malik: Also, es gab ja schon Interesse von der Industrieseite her, aber das ist noch so ein bißchen Schritt zwei. Also ich glaube, wir müssen uns erstmal als Band konsolidieren, das ist das Allerwichtigste und die vier Individuen, die es dann geben wird, in diesem Barracuda-Stall, die werden dann eben entscheiden wie wir das machen. An sich haben wir alle Bock da drauf, wir haben Bock auf das typische Musiker-Ding, ´ne Tour machen und so weiter, Leute mit Musik glücklich machen natürlich! Aber das wird sich dann entscheiden und das hängt auch auf jeden Fall vom Angebot ab, weil ich auch Bands kenne, die haben jahrelang Klohäuschen ausgefahren, weil die so einen blöden Plattenvertrag hatten und dann gedroppt worden sind und das Geld abbezahlen mussten, also das würde bei uns nicht in die Tüte kommen. Wir haben gutes Zeug am Start und wenn jemand Interesse hat, kann er uns ein seriöses Angebot machen, dann reden wir gern drüber.

Wastin!com: Okay, das war meine letzte Frage. Ich danke euch für das Gespräch und hoffe, dass ihr bald einen neuen Drummer findet!

Malik: Ja, danke euch!

Ali: Ebenso!

Dong: Gerne!


CD-Review – Barracuda 'Untitled'
Radio-Beitrag Barracuda April 2005

Website Barracuda
Autor: Vera Bunk