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Betzefer - 29. April 2005 - Köln
BetzeferBetzefer erobern Deutschland! Die vier Jungs aus Tel Aviv, Israel, stehen mit ihrem Debüt-Album 'Down Low' (VÖ 06. Juni) in den Startlöchern, um mit ihrem aggressiven Metal-Sound über Europa herzufallen. Am 29. April gaben sie im Kölner Underground schon mal eine Kostprobe ihres Könnens und was sie da präsentierten war vom Feinsten! Vor ihrem allerersten Deutschland-Konzert haben wir den relaxten und gut gelaunten Frontmann Avital zum Gespräch getroffen und beim opulenten Catering-Mahl verriet er uns viel über Israels Metal-Szene, dumme Missgeschicke auf der Bühne und wahren Rock´n´Roll.

Wastin!com: Hi Avital! Schön dich zu sehen! Was hast du heute gemacht?

Avital: Tja, was hab ich heute so gemacht? Ich bin aufgewacht und habe erstmal im Café des Hotels gefrühstückt und dann bin ich von drei Journalisten interviewt worden. Danach habe ich zu Mittag gegessen, bin hier hergekommen, habe eine Reihe Phoner gemacht und nun bist du hier bei mir. Ich glaube, du bist jetzt mein sechstes Interview heute.

Wastin!com: Wow, aber du bist immer noch gut drauf!

Avital: Ja, es ist cool. Ich meine, wir verreisen und so und heute Abend können wir noch eine Show spielen und jeder von uns ist schon wirklich aufgeregt und kann es kaum abwarten zu spielen.

Wastin!com: Wo ist denn der Rest der Band im Moment?

Avital: Der Rest der Band ist unten, sie bringen unser Equipment gerade in den Club und rücken es zurecht für die Show.

Wastin!com: Hattest du denn Zeit dir die Stadt genauer anzusehen?

Avital: Nur ein bißchen, vor zwei Tagen bin ich wirklich früh aufgewacht und dann habe ich einen drei-Stunden-Spaziergang gemacht. Köln ist eine wunderschöne Stadt, ich habe mir die Kirchen angesehen und so, wirklich fantastisch! Leider hatte ich aber noch keine Zeit mir den Dom anzuschauen, aber am Samstag habe ich hoffentlich die Gelegenheit dazu, wenn ich ein paar Stunden frei habe.

Wastin!com: Warst du schon mal in Deutschland?

Avital: Einmal, ja. Aber privat mit ein paar Freunden.

Wastin!com: Also, ist das heute hier eure erste Show in Deutschland?

Avital: Ja, hier in Köln ist es das erste Mal.

Wastin!com: Dann seid ihr bestimmt schon etwas nervös oder?

Avital: Ja, und die Show wird bestimmt großartig! Ich meine, das ist das, was wir am besten können und das ist das, was wir am meisten lieben, neue Orte zu sehen und vor neuen Leuten zu spielen.

Wastin!com: Ihr habt ja schon jede Menge Gigs bei euch zu Hause gespielt, welche Unterschiede zwischen Israel und Europa kannst du bis jetzt aufzählen?

Avital: Na ja, die Leute in Europa behandeln uns wesentlich besser, selbst in den kleinsten Clubs. In Israel müssen wir uns manchmal sogar mit dem Barkeeper um eine Flasche Wasser prügeln.

Wastin!com: Ihr habt eure Familien und Freunde zurück gelassen um alle zusammen nach Tel Aviv zu ziehen und euch völlig eurer Musik zu widmen.

Avital: Ja, ja wir leben jetzt schon seit zwei Jahren zusammen.

Wastin!com: Hattest du jemals Zweifel daran, dass das die richtige Entscheidung war oder dass das ganze Musik-Ding doch nicht das Wahre für dich sein könnte?

Avital: Nein, niemals! Für uns alle war das immer klar. Wir wussten immer, dass wir Entscheidungen treffen mussten. Zum Beispiel als wir alle gerade achtzehn Jahre alt waren, da mussten wir uns entscheiden, was wir mit unserem Leben anfangen wollen. Wir haben uns also schon sehr früh für die Musik entschieden und seit dem Beginn hat jeder von uns hundert Prozent gegeben! Und auch wenn persönliche Opfer nötig waren, waren wir immer gewillt die Band an die erste Stelle zu setzen.

Wastin!com: Wenn ihr unterwegs seid, hat einer von den Jungs eine furchtbare Angewohnheit, die dich wirklich stört?

Avital: Eigentlich nicht, ich meine, wenn du dich entscheidest mit deiner gesamten Band zusammen in ein Haus zu ziehen, dann verschaffst du dir relativ schnell einen Eindruck darüber, ob das klappt oder nicht. Wir sind beste Freunde, wir gehen zu denselben Plätzen, wir gehen in dieselben Clubs, hören dieselbe Musik und haben dieselben Freunde. Wir sind quasi eine Familie.

Wastin!com: Also, gibt's da niemals Stress?

Avital: Na ja, also im Moment läuft für uns und die Band alles so fantastisch, ich meine, das Signing bei Roadrunner Records und so. Es herrscht momentan eine so tolle Atmosphäre, es ist so als ob alle unsere Träume vor unseren Augen jetzt Wirklichkeit werden. Wir sind sehr aufgeregt, aber von Anspannung keine Spur.

BetzeferWastin!com: Würdet ihr denn auch nach Deutschland ziehen, ich meine Roadrunner hat seinen Sitz ja hier in Köln.

Avital: Also im Moment ist es nicht nötig, dass wir hierher ziehen. Denn Israel ist eigentlich sehr nahe, der Flug dauert nur dreieinhalb Stunden und so fliegen wir einfach immer hin und her. In einer Woche fliegen wir nach Israel zurück und zwei Wochen später kommen wir dann wieder für unsere Tour hier her.

Wastin!com: Also, müsst ihr euer Haus nicht verlassen.

Avital: Ja, und ich kann weiterhin meine Mutter treffen ... jedenfalls gelegentlich.

Wastin!com: Was war denn das Peinlichste, das die jemals auf der Bühne passiert ist? Ich frage das immer gerne, weil man da so einiges erfährt.

Avital: Das Peinlichste, das mir je passiert ist? Lass mich mal überlegen. Oh, ich weiß. Das Peinlichste, das mir jemals auf der Bühne passiert ist: Wir haben in einem kleinen Club in Tel Aviv gespielt vor 150 Leuten und die Bühne war etwas erhöht. Und der Mikrofonständer stand nicht auf der Bühne selbst, sondern er stand auf dem Boden vor der Bühne. Man hatte ihn ganz weit ausgezogen, damit er hoch genug ist. Aber ich benutze eigentlich nie eine Mikrofonständer. Wenn die Show beginnt, dann greife ich mir das Mikro und fange an zu singen. Na ja, das habe ich da dann auch gemacht und niemand stellte den Mikroständer weg, sondern sie haben ihn nur runtergefahren. Und dann an einer Stelle der Show habe ich angefangen mit dem Kopf richtig tief zu bangen und dabei habe ich mir dann den Kopf heftig an dem Ding gestoßen. Ich weiß nicht, wahrscheinlich war ich von der Show und durch das Adrenalin so aufgedreht, aber auf jeden Fall, habe ich das gar nicht gemerkt. Aber plötzlich bemerkte ich, dass mich die Leute im Publikum alle so besorgt anschauten und da fühlte ich dann mein Gesicht neben meinem Auge ab und fühlte die Wunde. Ich konnte nicht sagen wie groß sie war, ich habe mich auch nicht sonderlich darum gekümmert, ich meine, immerhin spielten wir ja gerade eine Show! Also haben wir dann erstmal zu Ende gespielt, das waren zwanzig Minuten oder so. (lacht!) Dann bin ich von der Bühne gegangen und habe in einen Spiegel gesehen und mein halbes Gesicht, also meine Stirn, war offen und wund und voller Blut. Das war überall! Jetzt wusste ich auch, warum mir die Leute während der Show die ganze Zeit Taschentücher gegeben hatten, das war großartig! (lacht!)

Wastin!com: War es denn eine schlimme Wunde, musste sie genäht werden?

Avital: Nein, das war zum Glück nicht nötig, aber es hat gute zwei Wochen gedauert bis ich nicht mehr wir ein totaler Freak ausgesehen habe. Mein Gesicht war nämlich noch sehr lange richtig angeschwollen.

Wastin!com: Haltet ihr denn ein spezielles Ritual ab, bevor ihr auf die Bühne geht?

Avital: Na ja, wir schalten einfach noch mal ein bißchen ab im Backstage-Bereich, wärmen uns noch ein wenig auf und ich dehne meine Muskeln ein wenig. Aber wir haben kein spezielles Ritual. Nur ein bißchen Stimmaufwärmen und so.

Wastin!com: Was genau bedeutet euer Bandname?

Avital: Oh, „Betzefer (Bäitseffer)“ ist Hebräisch und bedeutet wörtlich „Schule“. Den Namen hatten wir gewählt, weil wir als Schul-Cover-Band angefangen haben. Wir haben einige Gigs am Gymnasium gespielt und so. Das haben wir also eine zeit lang gemacht und so trugen wir erst den Namen „Lacat Betzefer“, was eben „Schul-Band“ bedeutet. Und das passte ja auch ganz gut bis wir anfingen unser eigenes Zeug auf Englisch zu schreiben. Dann haben wir beschlossen, dass wir ein englisches Logo brauchten, aber alle kannten uns jetzt schon als Betzefer und als wir es dann mal auf Englisch niederschrieben, sah es cool aus und wir haben beschlossen, diesen Namen zu behalten.

Wastin!com: Klingt ja auch sehr cool und außergewöhnlich!

Avital:Ah, danke! Betzefer!

Wastin!com: Ich habe mich über eure Musikszene in Israel informiert, da habe ich jetzt von Bands wie Salem, Eternal Grey oder Sleepless gehört. Kennst du sie persönlich und kannst du eure Musikszene ein wenig beschreiben?

Avital: Ja, auf jeden Fall. Die Metal-Szene ist eine wirklich starke Community in Israel und dort herrscht ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl. Also kennt da auch eigentlich jeder jeden. Das ist richtig cool. Alle sind befreundet, also alle Bands.

Wastin!com: Und wie sieht es da mit der Clubszene aus, könnt ihr da jeden Abend spielen oder wie läuft das?

Avital: Nein, also jede Nacht kannst du nicht spielen, weil es nur drei oder vier Haupstädte in Israel gibt, wo das geht. Aber wenn du ein oder zweimal pro Woche spielen kannst, dann ist das schon eine sehr gute Situation für deine Band. Und wenn du schon bekannter bist, dann kannst du locker fünf oder sechshundert Leute zu deinen Konzerten bringen, was durchaus möglich ist, seit so viele Leute zu Shows gehen. Aber dann solltest du lieber aufhören zweimal die Woche zu spielen, denn sonst kommen vielleicht bald nicht mehr so viele Leute zu deinen Shows. Also, es ist nicht wirklich möglich dort zu touren, aber die Shows sind wirklich großartig! Ich meine, wir haben wirklich ein paar total verrückte Metal-Heads bei uns. Und die Bands aus dem Ausland lieben es immer sehr in Israel zu spielen. Das ist cool!

BetzeferWastin!com: Und gibt's da auch Metal-Festivals?

Avital: Ja, es gibt ein Festival im Sommer, das wirklich sehr cool ist. Dieses Mal kommen Megadeth und das ist das erste Mal seit sieben Jahren, seit Metallica da waren, dass wieder ein amerikanischer Act dieser Größe da sein wird. Ich werde das aber leider verpassen, denn wir werden ja auf Tour sein, aber in Israel sieht alles sehr gut aus und alle freuen sich drauf!

Wastin!com: Und wie heißt das Festival?

Avital: Es heißt Metalist. (Anm. d. Red. Das Festival findet am 22. Juni 2005 statt.)

Wastin!com: Aber seine eigene Tour haben wird euch wohl dafür entschädigen dass ihr das Festival verpasst!

Avital: Ja, das glaube ich auch!

Wastin!com: Dann lass uns mal über eure Platte 'Down Low' sprechen. Was bedeutet der Titel?

Avital: Wir haben eigentlich nie über einen passenden Titel nachgedacht bis nicht alles mit dem Album unter Dach und Fach war. Und bei 'Down Low' hatten wir alle das Gefühl, dass das ein cooler Titel wäre und dass er wirklich die gesamte Atmosphäre des Albums widerspiegelt. Und es ist ein guter Titel-Song, na ja, einer meiner Lieblingstracks vom Album.

Wastin!com: Mir gefällt 'Early Grave'.

Avital: Ja, 'Early Grave' ist mein Lieblingstrack live. Ich meine, normalerweise spielen wir ihn richtig spät, so als letzten Song des Sets oder so und dann bekommt jeder noch mal so einen Kick Energie und es ist dann fast so als wäre es der Anfang der Show. Das ist richtig cool!

Wastin!com: Werdet ihr heute alle Songs der Platte spielen?

Avital: Oh, ich glaube, alle bis auf einen, ich glaube wir spielen neun von ihnen. Ja, alle außer 'Mark', glaube ich.

Wastin!com: Was würdest du wollen, das ein Hörer bei eurer Platte denkt und fühlt?

Avital: Na ja, hoffentlich werden die Leute die Message verstehen, die einfach nur lautet, dass man so glücklich sein soll wie man nur kann und an sich selbst glauben soll und nicht in irgendwelche soziale Standards fallen soll. Man soll einfach an sich glauben und das machen, was man will, man soll einfach ein guter Mensch sein.

Wastin!com: Woher nimmst du die Inspiration für deine Texte?

Avital: Na ja, woher nehme ich meine Inspiration? Ich weiß nicht, aber ich glaube, das kommt einfach durch meine Lebensweise, dadurch, dass ich ein sowas wie ein Poet bin. Ich gehe die Straße hinunter und denke über coole Texte nach. Ich jongliere in meinem Kopf mit den Wörtern und manchmal kommt was dabei rum, das cool ist, und ich schreibe es dann nieder. (lacht!)

Wastin!com: Amerikanische Bands sind ja oft sehr von den politischen Umständen unter George Bush genervt und gleichermaßen inspiriert. Wie ist das bei dir, inspiriert dich Politik auch?

Avital: Na ja, wir sind eigentlich keine sehr politischen Menschen. Ich meine, wir haben noch nicht mal einen Fernseher in unserem Haus und wir lesen nie die Zeitungen und versuchen auch so weit wie möglich von der politischen Realität fernzubleiben. Ich glaube aber, dass wir realitätsnäher sind als die meisten Menschen, da wir keiner Gehirnwäsche der Medien unterzogen wurden, ich meine, wir wissen, was abgeht und wir mögen all diese gewaltsamen Situationen auf der Welt nicht und wir befürworten diese in keinster Weise. Wir wünschten, alle Kriege auf der Welt würden aufhören, aber wir befassen uns nicht mit der Politik. Und wir glauben auch nicht, dass Politik mit Musik in irgendeiner Weise vermischt werden sollte, denn Musik sollte den Leuten eher eine Möglichkeit geben, vor allem zu fliehen.

Wastin!com: Wie eine Art Ventil also?

Avital: Ja, man sollte einfach versuchen glücklich zu sein.

Wastin!com: Also sind persönlichen Erfahrungen wichtiger für dein Songwriting?

Avital: Ja, auf jeden Fall.

Wastin!com: Ihr singt ja in englisch, warum nicht in eurer Muttersprache? Passt das nicht oder ist das zu kompliziert?

Avital: Na ja, ich spreche Englisch seit ich vier Jahre alt bin also macht das eigentlich nicht wirklich einen Unterschied für mich. Und alle anderen Bands, die uns beeinflussen, singen auf Englisch. Wir hören alle Rock-Musik, das ist das einzige, was wir mögen und Rock-Musik ist auf Englisch, also brauchten wir uns gar nicht groß entscheiden, das war einfach klar als wir anfingen unser eigenes Zeug zu schreiben.

BetzeferWastin!com: Das hat ja auch immer der Vorteil, dass es jeder versteht.

Avital: Ja, es ist verständlich, denke ich. Also Rock´n´Roll ist ein universelles Ding und wenn du versuchst ebenso universell zu sein und die Leute zu erreichen, dann solltest du dafür sorgen, dass du so zugänglich wie nur möglich bist. Und ich denke, wenn man Englisch singt ist das schon mal ein guter Start.

Wastin!com: Also seid ihr völlig zufrieden mit der Platte?

Avital: Ja, wir finden es cool. Ich meine, man kann immer irgendwas besser machen, aber das sparen wir uns dann für das nächste Mal auf. (lacht!)

Wastin!com: Tue Madsen hat das Dingen ja gemixt und gemastered. Wie war die Zusammenarbeit?

Avital: Ja, wir haben uns sehr darüber gefreut, dass Tue das Album für uns gemixt und gemastert hat. Ich meine, seine Frau hat gerade ein Baby bekommen und er hatte eigentlich nicht wirklich viel Zeit, aber er hat sich unsere MP3´s angehört und hat gesagt; „Ja, okay, ich mach´s!“ Er ist wirklich ein cooler Kerl und einer unserer Lieblingsproducer. All das Zeug, das er bisher gemacht hat in den letzten Jahren, haben wir uns zu Hause angehört. Ja, und wir fühlen uns sehr geehrt, dass er an unserem Album mitgearbeitet hat.

Wastin!com: Habt ihr ihn denn persönlich getroffen?

Avital: Nein, wir haben meistens am Telefon gesprochen oder über das Internet kommuniziert. Aber wir werden ihn hoffentlich treffen, wenn wir auf Tour sind nächsten Monat.

Wastin!com: Welchen Namen würdest du eurem Musikstil verpassen?

Avital: Wir sind eine Hard-Rock-Band. Wir sind eine hart rockende Band! (lacht!)

Wastin!com: Für die Presse ist es nämlich immer sehr schwer, den passenden Begriff zu finden. Es gibt ja mittlerweile schon so viele. Math Metal, Death Metal, Black Metal, was auch immer!

Avital: Ja, das weiß ich! Metal-Musik ist in den letzten zehn Jahren in Zillionen von Subgenres zerbrochen, wie Emo-Core und Thrash-Core oder Was-auch-immer-Core. Als ich die Texte zu einigen Songs auf der Platte schrieb, musste ich daran denken, zum Beispiel bei 'Fucking Rock´n`Roll'. Und ich glaube, dass die meisten die Rock'n'Roll Tradition, wo wir alle herkommen, eigentlich schon vergessen haben, weil sie alle ihren Was-auch-immer-Core spielen. Und na ja, wir sind auf jeden Fall eine verdammte Rock-Band! Fucking Rock and Roll! (lacht!)

Wastin!com: Gibt es irgendjemanden mit dem ihr gerne mal arbeiten oder touren würdet?

Avital: Nun ja, bei der bald folgenden Tour werden wir mit den Bands spielen, die ganz oben auf unserer Wunschliste standen. Wir spielen zwei Gigs mit Lamb Of God, von denen wir nie genug bekommen, und Ende Juni werden wir beim Metal Camp Festival in Slowenien einen Aufenthalt mit Soulfly und Slayer haben, die beide unsere absoluten Helden sind! Also sehen die Dinge für uns im Moment wirklich sehr gut aus!

Wastin!com: Was war der stolzeste Moment deines Lebens?

Avital: Mein stolzester Moment in meinem Leben? Lass mich nachdenken... Also, das letzte Jahr war so übersät mit tollen Sachen, die bei uns als Band passiert sind, so dass ich denke, dass meine persönlichen Leistungen daneben gar nicht so wichtig sind. Das alles mit dem Plattendeal-Signing war so eine großartige Sache und auch als wir mit Fear Factory spielen durften, die wir alle schon hören seit wir fünfzehn oder sechzehn Jahre alt sind. Ja, es ist wirklich so viel Gutes für uns passiert im vergangenen Jahr, und ich bin davon echt überwältigt, deshalb ist es schwer für mich ein speziellen Moment auszusuchen.

Wastin!com: Also, würdest du sagen, dass das ganze letzte Jahr einfach toll war!

Avital: Ja, genau!

Wastin!com: Welche sind deine Top 5 of all time?

Avital: Aller Zeiten? Das ist wirklich schwierig, denn ich schaue mich immer gerne nach neuer Musik um, mal überlegen. Das bin ich schon lange nicht mehr gefragt worden. Also, ich würde wohl sagen: Slayer – 'Reign in Blood', und Iron Maiden – 'Seventh Son Of A Seventh Son' wäre auch noch dabei. 'Highway To Hell' von AC/DC und jetzt wird es schwierig, denn nachher denke ich mir sonst; „Mist, warum habe ich die nicht genannt?“ (lacht!) Also sage ich 'Sabotage' von Black Sabbath und definitiv Pantera - 'Vulgar Display Of Power' (lacht!) Okay, das sind jetzt fünf, aber ich könnte noch lange so weitermachen!

Wastin!com: Wo siehst du dich in 10 Jahren oder wo würdest du dich dann gerne sehen?

Avital: Oh, das weiß ich nicht! Ich versuche wirklich nur für heute zu leben, für diesen Moment.

Wastin!com: Also, lieber nicht zu viel an die Zukunft denken?

Avital: Ja, das habe ich schon immer so gemacht und im Moment klappt alles für mich, also mache ich einfach weiter mit dem, was ich halt so mache.

Wastin!com: Aber du willst dann doch sicherlich immer noch Musik machen?

Avital: Ja, auf jeden Fall, das werde ich machen bis zu dem Tag, an dem ich sterbe!

Wastin!com: Also, wenn nicht Musik, dann nichts?

Avital: Nein, außer vielleicht tot in der Gosse liegen. (lacht!)

Wastin!com: Das muss nicht sein! Wie sehen jetzt noch mal konkret eure Pläne aus?

Avital: Ja, also wir werden den ganzen Juni bis Anfang Juli touren, dann fliegen wir nach Israel zurück, dann wird 'Down Low' in Frankreich, Spanien und so veröffentlicht und dann werden wir auch nach England reisen, um dort ein paar Dates zu spielen.

Wastin!com: Dann habt ihr ja viel vor! Das war meine letzte Frage! Vielen Dank!

Avital: Ja, ich danke dir!

Gig-Review Betzefer 29. April 2005, Köln Underground
Website Betzefer
Autor: Vera Bunk