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Madball – Interview mit Freddy Cricien - 12. November 2005, Essen
Nachdem sich Frontmann Freddy Cricien von Madball in Essens vorweihnachtlich geschmückter Innenstadt ein wenig die Beine vertreten hatte, fand er sich gut gelaunt zum Interview mit uns ein. Ob sich sein Leben wirklich nur um Style dreht, warum er New York wirklich vermisst, was ihm Familie, Freunde und Respekt bedeuten und wie das mit der Prügelei in Münster wirklich war erfahrt ihr hier.

Madball – 12. November 2005 – Essen JZEWastin!com: Hey, schön dich zu sehen! Wie geht’s dir?`

Freddy: Och, mir geht’s recht gut.

Wastin!com: Heute ist bereits euer zweiter Besuch hier in Essen, mögt ihr es hier in Deutschland zu spielen? Vor allem hier im Ruhrgebiet?

Freddy: Ja klar, das war letztes Mal schon eine gute Show und ich hoffe, dass sie diesmal wieder gut wird. Europa im allgemeinen ist großartig und hat eine echt super Szene, in Deutschland, Holland und überall. Also, ich mag es wirklich hier zu sein.

Wastin!com: Wie läuft eure Tour eigentlich mit Sworn Enemy und Since The Flood im Allgemeinen?

Freddy: Die ganze Tour spielen wir ja schon mit Sworn Enemy und Since The Flood aus Boston zusammen und das ist echt super. Alle Bands machen einen guten Job und jede Show bis jetzt war großartig. Das ist ein echt gutes Paket.

Wastin!com: Ich habe da so Gerüchte gehört, dass du bei der Show in Münster einen Zuschauer geschlagen hast. Stimmt das?

Freddy: NEIN! (lacht!) Jemanden geschlagen… das klingt so hart. Also, da war jemand sehr respektlos und den habe ich ein „bisschen“ geschlagen und ihm halt erklärt, dass es sich nicht gehört, was er getan hat. Eigentlich bevorzuge ich es ja Konflikte diplomatisch zu lösen, aber in dieser Situation hat der Kerl es einfach nicht verstanden. Er hat mein Reden einfach nicht verstanden und so musste ich das halt regeln. Das war wirklich keine große Sache, so wie manche es erzählen von wegen Krankenhaus oder so etwas. Der Kerl hatte einfach keinen Respekt vor uns und hat genervt. Wir wollen für die Leute eine gute Show spielen, die zahlen ja schließlich auch dafür und da stört so eine Person einfach. Ich hab´ ihm einfach eine kleine Lektion verpasst.

Wastin!com: Stören euch öfter mal solche Typen?

Freddy: Ich kann dir sagen, dass war der erste nach einer ganz langen Zeit mal wieder. Natürlich gibt’s immer wieder mal ein paar, die Ärger machen, aber das regelt meist auch das Publikum. Die regen sich meistens schnell wieder ab, das ist kein großes Ding. Aber um noch mal auf die Situation zurück zukommen, es war ein wirklich kleiner Club und zwischen jedem Song hat er ärgert gemacht und Streit gesucht. Das war wirklich nervig. Also im Normalfall, machen wir so was nicht wie in Münster, denn die meisten kommen einfach um Spaß zu haben.

Wastin!com: Kannst du denn irgendwelche Unterschiede zwischen euren Fans in Deutschland und Europa und denen in den USA ausmachen?

Freddy: Mmhhh, klar da sind Unterschiede in der Kultur, egal ob jetzt Deutschland, New York oder Los Angeles. Ich denke, die Leidenschaft ist dieselbe, natürlich gibt’s verschiedene Tanzstile und so was, aber es ist eigentlich überall gleich, grob gesehen. Da gibt´s nicht soviele Unterschiede wie manche immer denken.

Wastin!com: Wenn du auf Tour bist, wie wichtig ist dir deine Familie und dein Freundeskreis?

Freddy: Sehr wichtig. Meine Familie ist sehr wichtig, ich bin jetzt verheiratet und ich würde sie am liebsten jeden Tag sehen. Aber nun gut, das ist nun mal mein Job und meine Karriere, die mich immer wieder von zu Hause wegtreiben. Da kann man nichts machen.

Wastin!com: Was vermisst du denn so von zu Hause, wenn du auf Tour bist?

Freddy: Oh ja, eine Menge Sachen. Meine Frau, Essen, viele verschiedene Sachen zu essen, die man hier nicht findet. New York hat soviel verschiedenes Essen und Restaurants. Ich vermisse das New Yorker-Essen. Meinen Hund natürlich auch und Freunde. Also, ganz normale Sachen.

Wastin!com: Was hast du denn heute schon alles gemacht? Hast du die Möglichkeit auch mal die Städte, in denen ihr spielt, zu besichtigen?

Freddy: Ja, heute war ich in der Innenstadt von Essen mit meinem Freund Paul, wir haben da auch ein bisschen abgehangen. Ich habe gesehen, dass die da schon diese ganzen Weihnachtssachen aufbauen, das mag ich echt. Ich sehe mir diese Sachen gerne und mag diesem Kram wirklich!

Wastin!com: Wie sieht denn deiner Meinung nach die perfekte Show für Madball aus? Würdest du jemals eine Show unterbrechen oder abbrechen, wenn ein paar Leute sich schlagen?

Freddy: Ach, unterbrochen habe ich schon. Mmhhh, die perfekte Show? Ich weiß nicht, ich glaube, eine Show, wo wir einfach gut spielen und die Leute Spaß haben, das ist dann auch eine gute Show für uns. Und wenn Leute sich prügeln, dann unterbreche ich auch mal die Show, weil ich nicht deren Entertainer im Hintergrund sein will. Wenn das alles außer Kontrolle gerät, fühle ich mich auch gezwungen zu handeln und das ein bisschen in den Griff zu bekommen. Das ist auch respektlos uns gegenüber, weil der Fokus dann nicht mehr auf uns liegt, sondern nur noch auf den Kampf im Pit, das nimmt uns einfach auch einiges von unserer Energie aus Show. Das nervt echt.

Wastin!com: Mit welchen Gefühlen sollten die Leute eure Show verlassen?

Freddy: Ich will, dass die Leute glücklich sind, dafür sind wir ja auch da.

Madball – 12. November 2005 – Essen JZEWastin!com: Was war eigentlich das Peinlichste, das dir jemals auf der Bühne passiert ist?

Freddy: Das Peinlichste? Also, ich denke, dass nichts wirklich peinlich war. Ich bin sehr oft hingefallen oder von der Bühne gefallen. Aber das ist nicht wirklich peinlich, sondern eher nervig. (lacht!)

Wastin!com: Lass uns mal über euer neues Album sprechen. Wie würdest du 'Legacy' beschreiben? Was ist daran neu?

Freddy: Wie würde ich es beschreiben… ich glaube, als das „kompletteste“ Madball-Album. In meinen Augen, ist es echt die beste Platte in der Hinsicht auf Produktion, Musik und auch lyrisch. Uns gibt es ja schon eine Weile und wir haben auch schon länger kein Album mehr aufgenommen, aber wir wissen einfach wie Madball klingen muss. Wir mussten nicht großartig experimentieren oder unseren Stil finden. Wir sind einfach mit frischem Material ins Studio rein und haben’s aufgenommen. Ich bin darauf sehr stolz. Wir haben genau das getan, was wir tun wollten bei dieser Scheibe, es ist zwar neues Material, mal frische Sachen, aber immer noch Madball und nichts anderes. Klar, wir haben schon unsere bestimmten „Zutaten“ für ein Album, aber man kann nicht sagen, dass es ein Metal-Album ist oder ein sehr experimentierfreudiges Album, es ist und bleibt ein Madball-Album.

Wastin!com: Welchen Song magst du denn am liebsten vom neuen Album?

Freddy: Oh, das ist eine sehr schwere Frage. ’Darkest Days’ ist einer meiner Favoriten, weil der von meiner Frau handelt. Die Leute denken immer, jeder Song ginge über die Hardcore-Szene oder so was, klar sind einige Songs darüber, aber wir haben auch Songs, die mal nichts damit zu tun haben. Also, auf ’Legacy’ sind einige Songs, die einen privaten Hintergrund besitzen.

Wastin!com: 'Legacy' wurde ja von Zeuss produziert, einem bekannten Metal- und Hardcore-Produzenten, denkst du, dass das das Beste war, was 'Legacy' passieren konnte?

Freddy: Ja, auf jeden Fall. Ich denke, wir haben damit alles erreicht, was wir erreichen wollten. Er kennt ja unsere anderen Alben und weiß von daher wie wir klingen sollen und weiß dann auch, wann es zu weit geht.

Wastin!com: Du hast mal gesagt, du möchtest weiter machen und die Band auf ein anderes Level bringen und die Grenzen einreißen, aber den Stil beibehalten, den Madball immer hatte. Was ist denn das nächste Level?

Freddy: Hoffentlich so erfolgreich zu bleiben und vielleicht noch bekannter zu werden. Noch mehr Leute in die Szene holen, die respektieren und mögen was wir machen. Es gibt noch eine Menge Leute, die uns nicht kennen, und denen wollen wir zeigen, was wir drauf haben. Vielleicht können wir ja auch ein paar Leute aus anderen Szenen für uns gewinnen.

Wastin!com: Was denkst du über Leute mit DMS Tattoos?

Freddy: Mmhhh, Leute mit DMS Tattoos wollen wohl irgendwie zu uns gehören oder so was, aber sie gehören einfach nicht zur „Familie“ damit und ich finde, die sollten sich das so was covern lassen. (lacht!) Das Lustige ist, dass die meisten DMS mit unserer Band und unserer Musik in Verbindung bringen, aber ich denke, wer unsere Band und Musik respektiert, sollte sich dann eher ein Madball -Tattoo oder ein Hardcore-Tattoo machen lassen. DMS ist nicht Madball, es ist einfach eine ganz andere „Familie“ und da gehörst du sicher nicht zu, wenn du so ein Tattoo hast.

Wastin!com: Denkst du, du hast jetzt alles erreicht, was du wolltest?

Freddy: Nein, definitiv nicht. Ich habe noch einige Wege zu gehen.

Wastin!com: Welchen Job hättest du denn jetzt ohne Madball?

Freddy: Mmhhh, ohne Madball? Ich glaube, ich wäre irgendwie im Musikbusiness, irgendwie was produzieren oder Bands mit dem Management helfen. Irgendwas mit Musik.

Wastin!com: Hast du ein Lebensmotto?

Freddy: Von einen Tag in den nächsten. Was mir wirklich wichtig ist, ist meine Familie, Freunde und Respekt. „What you give is what you get.“

Wastin!com: 2003 hatte Madball ja sein Comeback, was war der Grund und denkst du, dass es die richtige Entscheidung war?

Freddy: Ja, ich denke das war richtig. Als wir uns verabschiedet haben, da haben wir einfach noch nicht unser ganzes Potential gezeigt und von daher denke ich, dass es die richtige Entscheidung war, auch für die Band. Nach den zwei Jahren Pause haben wir alle realisiert, dass da noch etwas offen, was wir nicht richtig zu Ende gebracht haben. Und deswegen sind wir jetzt wieder hier.

Wastin!com: Könntest du dir vorstellen ohne Madball Musik zu machen?

Freddy: Ich habe viele Sachen ohne Madball gemacht, viele andere Musikrichtungen auch. Ich höre ja eigentlich fast alles an Musik. Es gibt viele Projekte an denen ich arbeite, die nichts mit Madball zu tun haben. Aber Madball ist mir schon sehr, sehr wichtig in meinem Leben und hat einen wichtigen Platz eingenommen. Ich hab noch einiges vor mit Madball, was ich erreichen will.

Wastin!com: Als du sieben Jahre alt warst hat dich ja dein Bruder Roger Miret (Agnostic Front) auf die Bühne geholt, damit du mitsingst. Glaubst du, dass du ohne ihn niemals in das Musikbusiness gelangt wärst?

Freddy: Definitiv wäre ich nicht so ein Teil des Hardcore-Business ohne ihn. Ich wäre wohl auch niemals in diese Szene gelangt. Ich weiß natürlich nicht, wo ich ohne ihn gelandet wäre, aber ich bin ihm auf jeden Fall sehr dankbar für alles, was er für mich in meinem Leben getan hat.

Wastin!com: Nervt dich das eigentlich, wenn dich jeder mit deinem Bruder in Verbindung bringt?

Freddy: Nein, das nervt mich absolut nicht. Das nervt mich deswegen nicht, weil wir unterschiedliche Individuen sind, er macht seine Sache und ich meine. Wenn ich versuchen würde, so zu sein wie er, wäre das ja verrückt. Sicherlich sind wir Blutsverwandte und ich habe wegen ihm das alles hier machen können, aber wir sind einfach verschieden. Madball und Agnostic Front sind ja auch sehr verschieden, auch wenn wir dieselben Ursprünge haben. Und mittlerweile haben die Leute ja gesehen, was wir drauf haben und wir müssen nicht mehr im Schatten stehen.

Madball – 12. November 2005 – Essen JZEWastin!com: Welche Bands beeinflussen dich und Madball eigentlich?

Freddy: Agnostic Front natürlich! (lacht!) Und ach so viele Bands. Alles so in diese Richtung.

Wastin!com: Hat euer Name eigentlich eine Bedeutung?

Freddy: Eine Bedeutung? (lacht!) Nee, da gibt’s keine Bedeutung für. Es ist ein lustiger Name. Manche Leute haben mich mal so genannt, um mich zu ärgern, aufgrund irgendeiner dummen Werbung.

Wastin!com: Wie sehen deine Pläne für den Rest des Jahres aus, vor allem für Weihnachten und Silvester?

Freddy: Also, Weihnachten mache ich das, was ich immer mache. Ich feiere mit meiner Familie und meiner Frau. Und entspanne mich ein wenig und esse hoffentlich gutes Essen und werde mir einige Drinks genehmigen. Ich verbringe gerne Zeit mit meiner Familie an Weihnachten. Silvester geht dann mehr mit Freunden anstatt Familie, rumhängen und so was.

Wastin!com: Essen spielt ja anscheinend eine wichtige Rolle bei dir, was isst du denn am liebsten?

Freddy: Keine Ahnung, ich esse eigentlich alles gerne. Ich esse gerne Menüs und essen, was mit Liebe gemacht wurde. (lacht!)

Wastin!com: Okay Freddy, wir sind am Ende angelangt, ich danke dir!

Freddy: Gute Arbeit, ich hab´ zu danken.

Website Madball
Autor: Mario Klein