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Farewell To Words - Interview mit Mo und Mario - 11. Februar 2006, Jülich
„Rumpelstilzchen meets Kommissar Plattfuß!“

Farewell To Words aus Berlin rockten die Menge beim K.S.E. Monster Stroke mit ihrem ganz einen Mix aus Hardcore, Emo, ein wenig Screamo, Metal und Chaoscore nach allen Regeln der Kunst. Sänger und Shouter Mo, Drummer Mario, die Gitarristen Simon und Flo und Bassist Martin zogen mit ihrer aktiven und sympathischen Art die Zuschauer in ihren Bann. Eigentlich hatte die junge Band, die gerade im Januar ihr einjähriges Bestehen feierte, noch eine Frau an Board, aber Sängerin Monique verließ zu Beginn von 2006 die Truppe. Und somit war Mo alleine für die Lyrics zuständig. Nach dem schweißtreibenden Konzert trafen wir den Frontmann zum gemütlichen Gespräch auf dem Parkplatz und mit einem Bierchen in der Hand antwortete er auf unsere Fragen. Und später gesellte sich auch noch Schlagzeuger Mario zu uns. Aber lest selbst!

Liv Kristine - Interview 25. Februar 2006Wastin!com: Hi Mo! Wie hat dir denn heute Abend euer Gig gefallen?

Mo: Sehr, sehr, sehr, sehr, sehr ..... gut! (lacht!) War sehr geil auf jeden Fall! Es ist sehr cool, hier zu spielen, weil irgendwie sind die Leute hier sehr sympathisch drauf. Also, wir kennen auch andere Publikumsarten zum Beispiel aus Berlin, die so ... ja, die so in ihrer Szene verhaftet sind und die wollen halt genau nur ihre Mucke hören und wenn es einen Millimeter davon abweicht, dann stehen sie so in der Ecke und ... keine Ahnung, wenn wir dann so ein bisschen loslegen, dann sind dann da einige dabei, die so um sich treten und alle Leute irgendwie wegdausen?, die nichts mit ihrer eigenen coolen Style-Scene zu tun haben. Und das ist das Geile an dem Publikum hier, da ist das nämlich irgendwie alles so ein bisschen toleranter und breiter gesät so. Das ist sehr in unserem Sinne auf jeden Fall!

Wastin!com: Das hört man ja immer gerne! Und wie kam es dazu, dass Jan Röder (Koroded/K.S.E.-Initiator) mit euch 'Blue Turned To Scarlet Eyes' performt hat?

Mo: Wie es dazu kam? Ja, wir haben uns darauf verständigt, weil es jetzt, da auch unsere Sängerin weg war, eigentlich mal ganz cool wäre, so ein Support in der Richtung zu haben, und auch weil menschlich mit ihm das einfach so geil stimmt. Und wir wollten das einfach mal ausprobieren und das hat super geklappt. Also, wir haben ihm den Song mit den Lyrics zugeschickt und er hat sich das reingefahren und dann haben wir das heute beim Soundcheck kurz ausprobiert und das hat super geklappt und live – ja, würde ich sagen – auch! Auf jeden Fall. Nee, war ´ne lustige Aktion mit ihm und das machen wir bestimmt mal gerne wieder, so´ne Geschichte.

Wastin!com: Ja, eigentlich hattet ihr fünf Herren immer noch eine Dame dabei, eine Sängerin. Warum ist Monique seit Mitte Januar 2006 nicht mehr mit an Board?

Mo: Also, wie ihr in Düren (beim Days Of Destruction am 06. Januar ´06, Anm.d.Red.) ja gemerkt habt, lief´s ja gesangsmäßig irgendwie nicht so toll und das lag halt auch unter anderem daran, dass wir davor halt lange nicht geprobt hatten. Und irgendwie hat sich Moniques Einstellung zur Band ein bisschen negativ entwickelt in den letzten Monaten und dann kam halt noch dazu, dass sie demnächst auch aus Berlin wegzieht – bzw. in ein paar Monaten. Aber ich meine, da ist es halt klar, dass sie bandmäßig dann da keine Zukunft hat und dass wir dann einfach einen Schnitt machen mussten, der zwar ein bisschen abrupt war, aber der einfach mal nötig war, um jetzt da möglichst schnell eine Nachfolgerin zu finden. Weil das ist ja auch teilweise eine etwas langwierige Geschichte, aber wir haben halt schon jemanden in der Hinterhand, der das wahrscheinlich mehr als gut ... mehr als ausreichend ausfüllen kann, die Lücke, die sie jetzt gerissen hat.

Wastin!com: Aha, dann drücken wir die Daumen, dass das alles klappt! Wie würdest du eigentlich euren Musiksound benennen wollen?

Mo: (lacht!) Rumpelstilzchen meets Kommissar Plattfuß (lacht!) Also, ich weiß nicht, das könnte eine angemessene Beschreibung sein. Weil ja, Rumpelstilzchen ist ja klar, ne? Weil wegen wütendes, kleines Männchen, das im Dreieck springt und sich tierisch aufregt. Und Plattfuß, der hat ja so eine etwas tiefere, sonorere, bodenständige Stimme so. Ja, aber da fehlt eigentlich noch Rotkäppchen, weil das ist nämlich dieser cleane Gesang, den man dann nämlich noch so hört, so dieses Engelsgleiche sozusagen.

Wastin!com: Ja, das ist doch mal eine passende und interessante Beschreibung!

Plötzlich stößt Drummer Mario zu uns und beteiligt sich auch gleich am Gespräch.

Wastin!com: Hi Mario! Du hast ja gerade schon fleißig Drumsticks für die Fans unterschrieben!

Mo: Ihr müßt dazu wissen, dass der arme Mensch sich kaum einen Stick leisten kann. Also, wir hatten letztens einen Gig in Polen, da hatte er so seine letzten zerkrumpelten Teile mit, die sahen schon aus so wie vom Biber abgenagt. Und er wollte sie eigentlich wieder einpacken und dann kamen die Leute an so; „Bitte, bitte gib´ mir doch noch einen von deinen Sticks!“ Also, das haben die irgendwie auf Polnisch gesagt, aber an der Gesichtsfärbung und an der Mimik hat man erkannt, dass die diesen Stick haben wollten. Und ja, das ist halt scheiße so, also eigentlich ist das ja cool, dass die Leute das haben wollen, aber für ihn hat das den rein praktischen Wert, dass er dann einfach kein Holz mehr hat zum Zerschroten. Na ja gut, ich weiß gar nicht, wo hast du die denn jetzt eigentlich schon wieder her gehabt? Zwei sind von mir oder?

Mario: Ja, ja. Zwei...

Mo: Hast du einen davon weggegeben?

Mario: Ja, aber die waren schon ein bisschen angeschlagen gewesen.

Mo: Na gut! Also, es ist jedenfalls cool, dass man so was vergeben kann für den Fan, das ist ja nicht schlecht.

Mario: Ja, natürlich.

Mo: Aber wenn man sich nicht mal neues Holz leisten kann, ist das dann auch wieder eine ziemliche Zwickmühle so zwischen Moral und weltlichen Werten wiederum.

Farewell To Words - Interview mit Mo und Mario - 11. Februar 2006, Kuba JülichWastin!com: Warum richtet ihr dann nicht einen Hilfsfond namens „Sticks für den Drummer“ ein oder so?

Mo: Naja, wir wollen uns ja auch nicht ärmer machen als wir sind, also...

Mario: Na, die Idee an sich ist doch nicht schlecht oder?

Mo: Stimmt.

Mario: Ja, also. Am besten machen wir mal so´ne Online-Petition oder so was.

Wastin!com: Ja, das wär doch mal was! An der Idee müssen wir noch arbeiten! Aber jetzt erst mal weiter im Text: Ihr habt schon das 2-Track Demo 'An Offer You Can´t Refuse' (VÖ 2005) aufgenommen. Wann gibt es denn das nächste Material von euch auf CD?

Mo: Ja, aufgenommen ist es.

Mario: Aufgenommen ist es, wir sind ja momentan dabei eine neue Sängerin zu finden, da haben wir jetzt auch jemanden in Aussicht und wenn das alles so klappt, dann werden wir mit der auch so bald wie möglich ins Studio gehen und ich denke, dass es gegen Sommer, Ende Sommer klappen könnte.

Mo: Also rein instrumental und von meinem Gesang her steht alles auf jeden Fall, aber wir müssen natürlich jetzt die Sachen, die unsere alte Sängerin eingesungen hat, dann noch mal von der neuen Sängerin einsingen lassen. Also das dürfte eigentlich dann auch relativ schnell erledigt sein, wenn wir dann in dem Studio unserer Wahl wieder ein Terminchen kriegen könnten. Aber ich kann schon mal vorwarnen, dass das Material sehr, sehr geil klingt auf jeden Fall und wir haben echt die übelsten Hummeln in der Hose, das Zeug mal richtig los zu werden und anderen Leuten vorzustellen, aber es zieht sich halt leider noch etwas hin im Moment.

Wastin!com: Und wie wird die EP heißen?

Mario: 'Tear Down This Wall' wird sie heißen, ja.

Mo: Das ist so ein Spruch, den auch so ein abgefuckter amerikanischer Präsident mal geliefert hat, als er sich die Mauer angeguckt hat. In den 80ern war das, glaube ich.

Wastin!com: Und werden dann auf der Platte auch neue Songs dabei sein, die man live noch nicht von euch kennt?

Mario: Ja, ein neuer Song wird dabei sein. Das wird eine EP mit fünf Songs und der letzte ist 10 Minuten lang. Der ist ein bisschen ruhiger und steigert sich so langsam ein bisschen rein. Also, das ist tierisch geil!

Mo: Ja, das ist ein recht außergewöhnlicher Song, der halt auch nicht so unbedingt livetauglich ist. Vielleicht ist er mal irgendwann livetauglich, wenn die Leute ihn auf Scheibe gehört haben, aber das einfach so jetzt den Leuten vor den Latz zu knallen wäre vielleicht ein bisschen zu krass.

Mario: Da geht die Energie verloren live einfach.

Mo: Aber das ist mal so ein ganz anderer Weg, den wir da mal beschritten haben. Aber ich denke mal, das ist recht interessant für zukünftige Konsumenten unserer Musik, ne?

Mario: Genau!

Wastin!com: Warum entscheidet ihr euch immer für Poison The Well´s 'Nerdy' als Cover in eurem Set?

Mario: Da müssen wir mal ganz ehrlich sein; das ist so: die Hälfte unserer Band mag den Song extrem und deswegen spielen wir den auch öfters mal und die andere Hälfte mag ihn halt nicht. (lacht!)

Mo: (lacht zustimmend!) Das muss nicht weiter kommentiert werden.

Mario: Ja, naja. Es ist einfach so, dass das einer der ersten Songs war, die wir so gecovert haben und den haben wir jetzt beibehalten. Und wenn wir jetzt mal noch ´ne Zugabe rausschmeißen, dann nehmen wir halt den.

Wastin!com: Der kommt ja auch immer sehr gut an!

Mario: Ja! Auf jeden Fall!!

Farewell To Words - Interview mit Mo und Mario - 11. Februar 2006, Kuba JülichWastin!com: Beabsichtigt ihr dann auch mit eurer EP an ein Major Label heran zu treten? Oder ist die Band nur Spaß für euch?

Mario: An und für sich haben wir angefangen das nur so aus Spaß zu machen. Und wir hatten halt extrem viel Glück, dass wir, als wir die erste Demo aufgenommen hatten, einen richtig guten Sound hatten. Dadurch hatten wir viele Möglichkeiten, konnten überall spielen und es kam halt überall gut an. Und da haben wir gemerkt, dass der Erfolg irgendwie von selber kam und dann haben wir uns natürlich auch dahinter gehangen, den Erfolg doch noch ein wenig zu vermehren.

Mo: Und ja, wie gesagt, wir wollen die EP auf jeden Fall rausbringen. Wir sind halt echt so die armen Schlucker insgesamt in der Band, unsere Restkohle ging drauf für Studiokosten und die T-Shirtproduktion und jetzt sind wir mehr oder weniger blank und versuchen das langsam wieder rein zu kriegen. Aber wir denken, dass das Material eigentlich so cool ist, dass wir da schon ein Label finden könnten und vielleicht sogar in Richtung etwas Größerem so. Und ja, dann könnte die bandmäßige Zukunft vielleicht echt ganz gut aussehen. Auf jeden Fall ist das weit mehr als so ´ne Hobbygeschichte.

Wastin!com: Wann lasst ihr euch hier wieder blicken?

Mario: Also ich denke, in diesem Jahr stehen die Chancen gar nicht so schlecht, dass wir wieder kommen.

Wastin!com: Immer wenn ihr hier seid, dann könnt ihr ja beim Jan Röder (Koroded/K.S.E.-Initiator) übernachten, wie sieht es denn beim Jan so aus?

Mario: Das ist geil! Der Jan, der hat so einen Dachboden und da liegen immerhin Matrazen, normalerweise ist man ja gewohnt so auf dem Boden zu schlafen in irgendeiner Ecke. Und bei ihm ist das recht gemütlich und wir haben da Matrazen und Bettdecken, von daher ist es cool! Und er ist ein sehr sehr guter Gastgeber!

Mo: Ja, sehr, sehr netter Typ und vor allem war das das geilste Frühstück, das er uns da bereitet hat. Brötchen hat er uns geholt und Obst und so, alles mögliche. Also, da bleibt kein Auge trocken! Auf jeden Fall!

Wastin!com: Das hört sich ja gut an! Okay, das war auch meine letzte Frage! Vielen Dank an euch!

Mo: Danke an euch!

Mario: Ja, vielen Dank!


Mehr Info:
Website Farewell To Words
Autor: Vera Bunk