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4Lyn - Interview mit René Knupper - 20. Februar 2006, Köln
Ron, Sascha, Björn und René, die vier Nordlichter von 4Lyn, beglücken zurzeit ihre Fans aller Orten im Rahmen ihrer 'Compadres on Tour'-Tour 2006. Wir haben vor dem Gig in Köln den Gitarristen und Songschreiber René getroffen und eines der seltenen Interviews mit ihm geführt. Der sympathische Hamburger verriet uns alles Wissenswerte über die Tour, die Entstehung der Platte 'Compadres', was man sich unter einem „kreativen Flow“ vorzustellen hat und darüber, was ihn inspiriert. Außerdem erfuhren wir, wer den Jungs das Leben on the Road angenehmer macht und was 4Lyn so einzigartig macht. Aber lest selbst!

4Lyn - Interview mit René Knupper - 20. Februar 2006, KölnWastin!com: Kannst du dich bitte mal vorstellen und sagen, was du in der Band machst?

René: Ich bin René, ich bin der Gitarrist von 4Lyn.

Wastin!com: Hi René! Ihr habt jetzt schon drei Dates gespielt, wie läuft´s denn bis jetzt?

René: Sehr gut! Wir sind alle sehr überrascht, dass wir schön viele Leute bei unseren Konzerten antreffen können und wir haben ganz viel Spaß. Wir freuen uns einfach und wir lassen uns überraschen, was noch kommen wird. Wir haben ja jetzt drei Konzerte erst gespielt – heute unser viertes – und es wird immer besser!

Wastin!com: Ron hat mal gesagt, es sei immer etwas Besonderes hier in Köln zu spielen, weil es immer sehr voll sei und sowieso. Würdest du dem zustimmen?

René: Ja, ich kann nur sagen, dass wir jedes Mal echt baff sind und das bringt einfach enorm viel Spaß, also, mehr kann ich dazu nicht sagen! Gute Stimmung und sehr nette Leute - eigentlich haben wir immer nur sehr nette Leute - es ist immer okay.

Wastin!com: Du hast vor vier Jahren mal gesagt: „Touren ist wie Camping“. Bist du nach den vielen Jahren des Tourens jetzt immer noch dieser Meinung, dass das alles so angenehm ist?

René: Hab´ ich das gesagt?

Wastin!com: Ja!

René: Ich hab´ früher mehrmals InterRail gemacht. Die Leute, die das gemacht haben, kennen das ja, da kauft man sich ein Bahnticket und dann kann man bis drei oder vier Wochen in Europa mit der Bahn fahren. Und irgendwie ist das so, weil man teilt sich ein Zelt oder einen Bus mit ganz vielen Leuten und man muss halt mit wenigen Sachen für eine lange Zeit auskommen und so ähnlich ist das.

Wastin!com: Aber angenehm ist es immer noch?

René: Ja, natürlich! Es ist immer sehr angenehm, weil wir immer noch auf Tour gehen können, deswegen. Ich freu´ mich einfach nur! Es ist nicht selbstverständlich, dass wir das immer noch können nach all den Jahren und die Clubs sind ja nicht kleiner geworden, deswegen. Läuft super!

Wastin!com: Wenn ihr auf Tour geht, wen habt ihr dann alles noch als Team dabei, die euch das Leben on the road versüßen?

René: Wir haben unseren Lichtmann Gunnar, wir haben unseren Monitortechniker – wir arbeiten ja mit In-Ear-Monitoring und da haben wir einen extra Techniker dabei – das ist der Timo, der ist auch fest dabei. Dann haben wir Olli, der ist unser Soundmann, und dann haben wir Chris dabei, das ist unser Tourleiter. Und die machen alles mögliche, dass das so reibungslos wie es geht halt abläuft. Nein, vergessen! Wir haben noch unseren Busfahrer, den Thorsten dabei! Und das ist sehr angenehm, das sind alles sehr, sehr freundliche, lustige und sehr ausgeglichene Menschen. Ist sehr angenehm mit denen auf Tour zu gehen.

Wastin!com: Und ist es bei jeder Tour immer das gleiche Team?

René: Ja.

Wastin!com: Welche Songs werden denn live mehr abgefeiert, die alten oder die neuen?

René: Ich frage oft alte bekannte Leute, die auf unsere Konzerte regelmäßig kommen; „Wie findet ihr so die Setlist, die Mischung und so?“ Und die Setliste besteht aus den alten bekannten Liedern und aus einigen neuen. Wir spielen jetzt nicht komplett 15 Lieder von 'Compadres'. Wie war noch mal die Frage? Was jetzt besser ankommt, ne?

Wastin!com: Genau!

René: Also, ich bin überrascht, dass die neuen Lieder wirklich gut ankommen. So oder so will ich die neuen Lieder spielen, ob die jetzt gut ankommen oder nicht! (lacht!) Das wollen wir!

Wastin!com: Dann ist es ja praktisch, dass die eben so gut ankommen!

René: Doch natürlich! Wir haben jetzt die Setlist auch ein paar Mal umgestellt, wo wir gemerkt haben, hier und da könnten wir doch noch mal was austauschen.

Wastin!com: Dann kommen wir mal zur neuen Platte 'Compadres'. Bist du denn damit zufrieden?

René: (lacht!) Ich kann jetzt nicht noch mal sagen; „Alles ist gut, super, ich bin zufrieden!“ ne? - Doch, würde ich gerne! Ich bin sehr zufrieden. Wir haben dieses Mal noch mehr in Eigenregie gemacht. Wir haben die Instrumente größtenteils selber aufgenommen halt bis auf das Schlagzeug. Und das Resultat ist sehr gut. Es klingt wieder ein bisschen anders und wir sind überrascht, dass es jetzt am Ende wieder so gut klingt. Wir sind nicht davon ausgegangen.

4Lyn - Interview mit René Knupper - 20. Februar 2006, KölnWastin!com: Und würdest du etwas daran ändern wollen? Besonders, da ihr die Songs jetzt auch der Live-Probe unterzogen habt?

René: Also, wir merken natürlich, gerade bei älteren Songs, dass das halt vor vier Jahren war und so in der Art hätten wir das nicht noch mal aufgenommen oder eingespielt. Und das merkt man natürlich bei den neueren Songs erst später. Jetzt ist das alles noch so neu und nee, das ist abgehakt. Und ich freu´ mich auf die neuen Sachen und ich bin wieder sehr gespannt, was in Zukunft passiert und darauf freue ich mich. Also, das macht keinen Sinn im Nachhinein sich noch mal Gedanken zu machen. So ist das auf Platte und wir versuchen hier und da das auch nicht eins zu eins umzusetzen, sondern wir versuchen das so gut wie es geht live umzusetzen und es klingt hier und da auch mal anders. Und das finde ich interessant, wenn man – jetzt in meinem Fall – andere, nicht eins zu eins dieselben Gitarreffekte benutzt, sondern halt das ein bisschen einfacher mache. Das klingt anders und da hab´ ich Spaß bei!

Wastin!com: Also, du variierst in kleinen Dimensionen?

René: Ja, soweit es okay ist und die anderen nicht sagen; „Ey, sa´ma, das war jetzt hier heute abend ein bisschen viel freestyle!“ Dann hör´ ich mir das gerne an und dann versuche ich das wieder anders zu spielen.

Wastin!com: Also keine fünf-Minuten-Soli!?

René: (lacht!) Nee, Solis, nee das, ich glaube, das kann ich gar nicht, deswegen. Da muss man erst Skalen lernen und sowas, hab´ ich, glaube ich, zu wenig gelernt.

Wastin!com: Und was bedeutet dir der Titel 'Compadres' für dich? Der hat ja auch eine bestimmte Aussage.

René: Das hat ´ne Aussage, ja.

Wastin!com: Was drückt der Titel aus? Er hat so einen sehr positiven Charakter, wolltet ihr das?

René: Ja, das wollten wir. Wir haben ja jetzt in den letzten Jahren ... ja, „Höhen und Tiefen“ klingt bescheuert, also „Höhen und Tiefen“ das ist was anderes. Wir haben als Band – ja wie soll man das sagen?

Wastin!com: Ihr habt viel gemeinsam erlebt!

René: Ja, viel erlebt! Aber diese Höhen und Tiefen, das ist halt blöd ausgedrückt.

Wastin!com: Ja, sehr plakativ.

René: Ja, genau, plakativ. Aber da hat man auch was erlebt als Band und auch menschlich verändern wir uns und wir verstehen uns über die letzten Jahre über immer noch sehr gut. Und jetzt bei der vierten Platte haben wir echt gemerkt, wie wichtig das für uns ist, dass wir weiterhin immer noch befreundet sind. Und das ist, glaube ich, seltener. Oder viele Bands merken halt, wenn sie zusammen arbeiten, dass das doch nicht so leicht ist, weil jeder seine Macken hat. Und wir alle Vier haben sehr viele Macken und da muss man echt eben immer Kompromisse finden und das bedeutet auch manchmal, dass wir alles sehr heftig diskutieren, aber am Ende kommen wir immer zusammen. Ja, und deswegen 'Compadres'. Das ist sehr plakativ natürlich und ein sehr einfacher Titel, aber das ist auch gut so. Weil Ron textlich immer wieder dieses Thema behandelt und 'Compadres' ist ein Song auf der Platte, der, glaub´ ich, von allen anderen das Album am besten widerspiegelt und deswegen haben wir uns auch sehr schnell auf diesen Titel geeinigt.

Wastin!com: Ihr habt alle mehr oder weniger alleine an der Platte gearbeitet und eure fertige Arbeit immer an den anderen weiter gegeben. Woran lag das, dass ihr dieses Mal so verfahren seid? Oder habt ihr euch einfach nur zu wenig gesehen?

René: Wir hatten den Wunsch nach der dritten Platte, nach 'Take It As A Compliment', noch eine weitere Platte zu machen. Und ich hab´ mich rangesetzt und innerhalb kürzester Zeit hab´ ich gemerkt, dass ich unheimlich viele Ideen hatte, die ich sehr schnell aufgenommen habe. Ich habe in Eigenregie Demos produziert und die habe ich natürlich auch meinen Jungs vorgespielt und Ron hat sofort Gesang drüber gemacht und das kam einfach so. Wir hatten den Wunsch, aber es war nicht geplant, dass wir jetzt übereifrig irgendwie irgendwelche Songs aufgenommen haben. Wir haben natürlich auch so viele Songs zum Glück geschrieben, dass wir halt auch noch auswählen konnten. Das sollte man ja so machen (grinst). Einige machen´s nicht, aber ich finde das immer spannend, wenn man halt dann am Ende auch auswählen kann. Weil der eine oder andere ist halt dann doch nicht so gut geworden dann. Das stellt man dann nach ein paar Wochen fest. Na ja, und so ist das entstanden.

Wastin!com: Und wie viele Songs habt ihr jetzt letztendlich nicht genommen?

René: Es gab einige Songs, da war kein Gesang drauf, die haben wir natürlich auch nicht genommen (lacht!) Obwohl man hätte ja auch wieder ein Instrumental wie bei 'Neon' nehmen können, aber das hat man jetzt einmal gemacht und vielleicht macht man das beim nächsten Mal wieder. Aber ich denke mal, fünf waren das so circa.

Wastin!com: Jetzt könnten ja Kritiker, die eure Platte hören, sagen, dass das gar kein Endprodukt von einer gesamten Band sei, sondern ein Puzzlewerk von einzelnen Musikern und einem kreativen Kopf. Was würdest du darauf antworten?

René: Ich hab´ ja jetzt nicht die Instrumente eingespielt, also ich bring´ die Grundidee mit und wir machen ja auch eine Vorproduktion mit der gesamten Band oder wir sprechen drüber und jeder hat ja seinen eigenen Stil und gerade Ron bringt ganz viel Stil am Ende mit rein. Ich hab´ ihn einfach machen lassen und er prägt sehr – sag ich mal – die Stilrichtung so mit dem, was er drauf macht am Ende. Und ich war sehr verwundert, ein Beispiel: Robbie Robb von Tribe After Tribe hat uns ja besucht und er hat halt auf ein Instrumental gesungen. Und das war super interessant erstmal, weil der ein sehr besonderer Mensch und Musiker ist, wenn man einfach weiß, was der in den letzten Jahrzehnten gemacht hat. Und ich war sehr aufregt. Aber er hat sehr spontan frei über das Instrumental gesungen und das war super schön zu hören, wenn ein anderer Sänger auf die Musik singt und das war ein ganz anderes Gefühl. Und dann hat Ron hat später auch seinen Teil dazu eingesungen. Da hat man halt gemerkt, wie das ist, wenn ein anderer Sänger auf auf auf die Musik singt und ja, so sieht´s aus.

4Lyn - Interview mit René Knupper - 20. Februar 2006, KölnWastin!com: Und wenn du das dann so hörst, verspürst du dann auch manchmal so Solo-Ambitionen, dass du einfach auch gerne mal mit anderen Musikern zusammen arbeiten würdest? Ron hatte uns auch verraten, dass Robbie so begeistert von dir war, dass du nun auch einen Song für sein Album schreiben sollst. Wo wird der dann erscheinen?

René: Robbie arbeitet jetzt an der nächsten Tribe After Tribe-Scheibe und er hat das bekommen und hat sehr zügig seinen Gesang da drauf gemacht und das ist natürlich der Wahnsinn! Weil ich ganz genau weiß, was der so nebenbei macht. Ich mag Three Fish sehr gerne, das ist ja eine weitere Band von ihm. Und ich habe gar nicht darüber nachgedacht, sondern ich habe versucht irgendwie so frei wie möglich da für ihn etwas zu schreiben. Und er war sehr froh und er fand´s sehr gut. Ich hab´ die Demoversion, aber ich hab´ noch nicht den fertigen Song gehört und bin auch sehr gespannt drauf!

Wastin!com: Wir auch! Darüber musst du uns auf dem Laufenden halten! In eurem Promosheet heißt es, du hättest die Platte „in einem kreativen Flow“ geschrieben.

René: Ja, das wird immer so nett ausgedrückt!

Wastin!com: Ja, und wie habe ich mir das vorzustellen und was inspiriert dich überhaupt?

René: Gute Frage. Ich habe unheimlich Spaß dabei neue Riffs auszuarbeiten. Und ich nehme mir die Zeit und das mache ich sehr gerne zu Hause, indem ich in Ruhe irgendetwas ausarbeiten kann. Im Proberaum da geht das immer sehr schnell oder es ist ein Durcheinander, weil man stellt sich was vor und am Ende kann man das den anderen irgendwie nicht richtig erklären und sowas. Und deswegen versuche ich so konkret wie es geht zu Hause was auszuarbeiten. Und das macht unheimlich viel Spaß, so dass man oft mal die Zeit vergisst und dann ist es auf einmal wieder sehr spät Abends und man vergisst sehr viele Sachen so. Und das ist halt nicht nur so, wenn man halt einen Titel oder einen ein Layout geschrieben hat, sondern dann passieren halt auch sehr viele ... ja, wie soll ich das sagen? - Das ist unheimlich schwierig zu erklären, es passiert einfach und ich denke nicht drüber nach. Ich nehme die Sachen auf und oft passieren irgendwelche ... ich spiele irgendwas dann falsch ein oder anders ein oder ich mache irgendwie einen Fehler und diesen Fehler benutze ich wieder neu, indem ich irgendwas wieder neu ausarbeite, das kann man eigentlich schlecht erklären. Das passiert eben irgendwie. Und ich höre mir das dann halt an, was ich aufgenommen habe, und dann lösche ich das oder ich verwende das weiter. Wenn mir was nicht gefällt, dann verwerfe ich das und mache an einer anderen Idee weiter.

Wastin!com: Wie viel wird da so weggeschmissen, wie viel Verschnitt hast du da im Durschnitt?

René: Das kriegt man irgendwie nicht mit. Ich entscheide sehr schnell, was mir gefällt und was mir nicht gefällt und es gibt jetzt immer noch sehr viele angebrochene Sachen, die nie fertig geworden sind, oder die einfach nicht zu 4Lyn passen, und die liegen dann da auf der Halde. Und vielleicht hab´ ich ja mal irgendwann Zeit und Lust wieder dazu. Ich habe aber nichts weiter geplant. Ja natürlich, mal sehen, wenn ich vielleicht nach der Tour wieder ein paar Tage zu Hause bin, dann schau ich da mal. Und es gibt keinen Druck oder keine Planung. Und so war das auch bei 'Compadres', da hat keiner gesagt; „Wir müssen jetzt sofort!“, sondern das ist einfach so entstanden.
Was mich inspiriert? - Früher war das so, dass man nach der Arbeit um 16 oder 18 Uhr nach Hause gekommen ist und denn ist man noch mal für etliche Stunden in den Proberaum gegangen und hatte da einfach sehr viel Spaß bei. Und das ist irgendwie ein bisschen verloren gegangen. Und dieses Gefühl einfach, das wollte ich ganz gerne wieder bekommen. Ich denke nicht drüber nach und ich hab´s auch noch nie versucht zu erklären, was mich da reitet, es ist auch keine Wissenschaft für sich. Einfach loslegen und aufnehmen und ausprobieren und dann kommt was dabei rum, den anderen gefällt´s oder nicht und so sollte es sein.

Wastin!com: Hörst du privat viel Musik, die dich und dein Gitarrenspiel auch beeinflusst, oder würdest du sagen, dass du doch sehr frei von jeglichen Einflüssen bist?

René: Ich höre sehr viel unterschiedliche Musik. Bei 4Lyn hat sich das irgendwie so entwickelt, dass das Gitarrenspiel halt sehr rifflastig ist. Ich habe ja das tiefe Tuning damals auch von den alten Gitarristen mit übernommen, weil die Songs so geschrieben worden sind. Und das war auch schon für mich ein bisschen neu, weil ich vorher nicht so viel Crossover jetzt gehört hab´. Deswegen bin ich da auch so ein bisschen reingerutscht. Ich höre sehr viel, aber „alles Queerbeet“ kann man das jetzt nicht so nennen, denn ich höre sehr wenig Crossover in dem Sinne.

Wastin!com: Ist ja vielleicht auch nicht so schlecht, wenn man sieht, was da heute so produziert wird.

René: Ja, find´ ich auch!

Wastin!com: Aber beeinflusst die Musik, die du hörst, dein Gitarrenspiel so, dass man deine Einflüsse deiner Meinung nach raushören könnte?

René: Gerade bei bei Rock oder bei Gitarrenmusik mag ich gerne, wenn natürlich viel Rhythmus drin ist – so wie bei uns, da sind ja eigentlich nur Riffs – da mag ich das, wenn man das auf den Punkt bringt. Und das ist, glaub´ ich, was 4Lyn auch ein bisschen ausmacht. Und ich mag, wenn Gitarristen einfach ein übersichtliches, schönes Gitarrenspiel haben ohne viel Frickelei, weil damit kann man auch sehr viel kaputt machen. Das ist jetzt halt abhängig davon, ob´s härtere Musik ist, also es muss passen, das Gitarrenspiel sollte zur Musik passen. Es gibt wahrscheinlich auch einige Leute und das finde ich okay, wenn die sagen, bei uns ist es sehr einfach hier und da. Aber ich hab´ sehr viel Gefallen daran und es ist okay, wenn es einfach ist. Weil das bringt sehr viel Spaß, wenn alle zusammen eine Sache spielen.

4Lyn - Interview mit René Knupper - 20. Februar 2006, KölnWastin!com: Aber einfach bedeutet ja auch nicht schlecht.

René: Ja. Ich hab´ Gefallen an sehr einfachen Riffs. Und wenn ich andere Bands höre mit einem guten Riff, das sehr einfach ist, dann rockt das meistens auch sehr. Und das will ich im Endeffekt hören oder auch selber machen. Sehr einfache Riffs, die gut sind, sind sehr schwierig meistens.

Wastin!com: Du hast es eben schon angesprochen; das Rhythmische ist dein Ding. Bringst du alleine dadurch den Groove rein in die Band?

René: Nein.

Wastin!com: Wer bringt dann welche Einflüsse mit in die Band, damit das Gesamtkunstwerk am Ende stimmt?

René: Ja, Sascha, der spielt halt auch so auf den Punkt, der könnte auch mehr machen und er spielt sehr, sehr gut und sehr genaues Schlagzeugspiel und das liebe ich einfach daran und ich find´s einfach geil. Also, er spielt einfache Sachen unheimlich gut und er spielt´s anders ... weißt du, was ich ungefähr meine? Und das macht Björn genauso und jeder bringt natürlich seine Art und Weise mit in die Band rein und am Ende, ja ist es das, was dabei rauskommt. Das ist reiner Zufall.

Wastin!com: Was unterscheidet 4Lyn von anderen Bands, vielleicht auch von anderen deutschen Bands, die so etwas machen? Was macht 4Lyn so einzigartig?

René: Ich lese sehr gerne Interviews von anderen Bands und ich find´s immer interessant, da gibt's auch so ähnliche Fragen, aber ich kann leider diese Frage nicht beantworten, was uns so einzigartig macht. Tut mir leid.

Wastin!com: Das können aber auf jeden Fall eure Fans beantworten!

René: Ja, ich kanns nicht, ich weiß es nicht. Oder vielleicht doch! Weil wir ganz toll sind, vielleicht? Ne, oder? (lacht!)

Wastin!com: Das sowieso!

René: Nee! Ich bin sehr selbstkritisch und die anderen auch und ich nehme das natürlich zurück. Wir geben uns Mühe mit dem, was wir machen, und vielleicht ist es das, mehr nicht.

Wastin!com: Ihr verfügt ja über zahlreiche Sponsoren und wie sieht es da bei deinem Equipment aus. Was benutzt du immer noch die Gibson Les Pauls, und bekommst du die gestellt?

René: Ich krieg die nicht gestellt. Ich spiel´ die, weil ich die am liebsten spielen würde, und früher war das immer ein Traum von mir gewesen und ich glaube, dieser Klang der Gitarre paßt auch am besten zur Band. Und ich krieg die nicht gestellt, ich kauf sie mir selber in Hamburg in einem Laden in Altona. Ich wohn´ dort.

Wastin!com: Da kaufst du da quasi umme Ecke.

René: Ja. Also. genauso auch mit den Verstärkern, ich hab´ mir jetzt alles selber ausgesucht so wie es aussieht und ich hab mit Olli einfach in den letzten Jahren viel ausprobiert. Olli ist unser Tonmann. Und es gibt keinen, der jetzt auf uns zu gekommen ist und gesagt hat; „Spielt das doch mal bitte! Du kriegst etwas gestellt!“ Ich weiß, so was gibt es halt – ich bin da völlig frei! Nur bei den Saiten, da hab´ ich halt jetzt seit Neuestem einen guten Saitenhersteller, der mir die günstiger überlässt, aber ich krieg nichts geschenkt so in dem Sinne. Das ist auch okay.

Wastin!com: Spielst du immer noch den siebener Satz, wo du eine Saite auslässt?

René: Nee, das war früher so. Da habe ich mir immer einen sieben-Saiter-Satz gekauft und habe dann die Elfer-Saite weggeworfen. Und dann bin ich mit den Elfer-Saiten immer wieder zum Gitarrenladen hingegangen und hab´ die immer wieder eingetauscht in die dicken Saiten, zum Glück konnte ich das. Jetzt bestell ich mir Einzelsaiten direkt, die Größen, die ich brauche, jetzt geht das. Jetzt sammel ich die nicht mehr.

Wastin!com: Fortschritt!

René: Ja!

Wastin!com: Spielst du eigentlich immer noch Schlagzeug nebenbei und hast du das beim Komponieren der neuen Songs das auch dazu geschrieben oder hast du das komplett Sascha überlassen?

René: Ich weiß ja, wie Sascha spielt oder ich habe ja auch eine Vorstellung und er hat eine Vorstellung und ich habee das annähernd so im Layout arrangiert. Ich kann das Schlagzeug nicht einspielen, ich könnte das auch niemals so gut einspielen, aber in der Wohnung ist das halt schlecht und zu Hause ist das halt praktisch, wenn man halt das Schlagzeug programmiert. Klar, einen gewissen Einfluss habe ich da drauf, aber in erster Linie geht´s halt um das Gitarrenspiel und Sascha hat das natürlich teilweise übernommen, aber er hat sich auch ganz toll eingebracht. Und es macht auch gar keinen Sinn, wenn ich ihm sag; „Spiel mal bitte so oder so!“ Er macht´s von alleine so gut, dass wir alle froh sind.

Wastin!com: Gibst du eigentlich nebenbei immer noch Gitarrenunterricht?

René: Nö, ich habe früher Gitarrenunterricht gegeben und jetzt ist es einfach so, dass ich keine Schüler habe. (lacht!)

Wastin!com: Kannst du ohne Musik überhaupt leben?

René: Ich hab´ sehr viel Gefallen daran und ich kann mir zur Zeit nichts anderes vorstellen. Und ich glaube, in Zukunft auch nicht. Schlagzeug komm ich einfach zu selten zu, würde ich gerne öfters spielen, aber eigentlich nö, ich hab´ nichts anderes geplant.

4Lyn - Interview mit René Knupper - 20. Februar 2006, KölnWastin!com: Sehr beruhigend für alle 4Lyn-Fans!

René: Ich kann´s mir auch gut vorstellen, vielleicht mal sowas auszuprobieren, was dabei rumkommt mit anderen Leuten. Das könnte ich mir vorstellen, aber da ist noch nichts passiert in der Hinsicht. Mal schauen.

Wastin!com: Keine konkreten Pläne?

René: Nee, nichts Konkretes.

Wastin!com: Was denkst du, wenn du um diese frühe Uhrzeit schon die ersten Fans dort stehen siehst? Ist man da nervös?

René: Ja, ja klar natürlich, es ist aufregend. Ich akzeptier´s, aber ich kann es nicht nachvollziehen, dass einige so früh schon da rum stehen. Jeder muss das für sich selber entscheiden. Ich kann´s mir nicht erklären, ich sehe es natürlich auch bei noch größeren, bekannteren Bands, was da passiert, das ist einfach der Wahnsinn teilweise. Und bei uns sind das halt ein paar Leute, die kommen früher und haben Bock und stehen da halt rum und gucken. Viele kennen wir ja auch. Nee, ich freu´ mich, dass Leute sich so sehr für die Musik interessieren, dass die Bock haben da ein paar Stunden früher zu kommen. Das ist lustig.

Wastin!com: Und was steht noch so alles an bei euch? Stehen schon Festivalgigs fest oder ist da nach der 'Compadres on Tour'-Tour noch nichts geplant?

René: Doch es ist geplant! Ganz viel ist geplant! (lacht!) Ich lass mich überraschen, ich hab´ noch nichts gehört, ich weiß nur, dass es jetzt alles gerade passiert. Wir konnten ein paar Mal auf den richtig großen Festivals spielen und jede Band wünscht sich das. Nur, es gibt so viele Bands, die wahnsinnig gut sind, und so viele neue Bands und es ist nicht einfach. Aber ich hoffe einfach und ich lass´ mich überraschen. Das wird bestimmt, das wird bestimmt, ne.

Wastin!com: Klar! Okay, das war auch schon meine letzte Frage! Vielen Dank, René!

René: Dank an euch!

Mehr Info:
Gig-Review - 4Lyn und Julia Köln, Prime Club, 20. Februar 2006
Interview - 4Lyn mit Ron am 13. Dezember 2005
Gig-Review - 4Lyn Köln, Underground, 13. Dezember 2005
CD-Review 4Lyn – 'Take It As A Compliment'
Interview 4Lyn mit Ron am 23. September 2004
Gig-Review – 4Lyn, Julia und Butterfly Effect Köln, Prime Club, 23. September 2004
Website 4Lyn
Autor: Vera Bunk