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Fear Factory - Interview mit Burton C. Bell - 26. März 2006
„Ich weiß nicht, wie lange ich noch so bei Fear Factory singen kann, ich werde älter und ich glaube, dass es eine Zeit gibt, wo man einfach aufhören muss!“

Fear Factory - Interview mit Burton C. Bell - 26. März 2006Fear Factory geben sich endlich noch mal die Ehre in Deutschland und dann spricht Frontmann Burton C. Bell vom Aufhören? Was ist da los? - Wir haben den symphatischen Sänger zum gemütlichen Plausch auf der Ledercouch in Köln getroffen und mit ihm übers Älter werden in der Metalszene und übers Aufhören, sowie über sein Nebenprojekt Ascension Of The Watchers gesprochen. Außerdem verriet er uns, was er von schlechten Kopien, Tattoos und Johnny Cash hält. Völlig relaxt stand uns der „lead vocalist“ bevor wir gemeinsam zum Soundcheck gingen, Rede und Antwort, aber lest selbst!

Wastin!com: Hi Burton! Ihr seid jetzt schon in Italien und Österreich gewesen, heute seid ihr in Deutschland, also wie läuft die Tour bis jetzt?

Burton: Die Tour läuft sehr gut. Heute ist ja die zweite Show in Deutschland, gestern waren wir in Berlin, es war eine ausverkaufte Show letzte Nacht und es war wirklich die beste Crowd, die wir jemals in Berlin hatten. Also war es echt gut.

Wastin!com: Ihr werdet noch bis Mai auf Tour sein. Das ist wirklich eine sehr lange Zeit, wie schaffst du es da die ganze Zeit über motiviert zu bleiben?

Burton: Oh, ich habe gar keine andere Wahl! Irgendwann bist du das einfach gewohnt, wenn so eine Alltagsroutine eintritt, dann hält dich das auch bei guter Laune. Und wenn ich erst einmal auf der Bühne stehe, dann ist es nur noch einfach, denn ich liebe es zu performen und ich liebe es, diese Songs zu spielen und es ist einfach großartig vor so einem großen Publikum zu spielen. Daher hole ich mir meine Motivation.

Wastin!com: Was magst du am liebsten daran zu touren und was nervt dich total am Leben on the road?

Burton: Der beste Teil daran auf Tour zu sein, ist eine Show zu spielen. Jeden Tag woanders zu spielen und immer vor einem anderen Publikum zu spielen, das ist der beste Teil an der ganzen Tournee. Alles andere ist einfach nur Zeitverschwendung. Und das Schlechteste ist, dass ich von meiner Familie getrennt bin, ich vermisse sie sehr.

Wastin!com: Das verstehe ich. Was erwartest du vom heutigen Publikum und was wirst du ihm im Gegenzug bieten?

Burton: Na ja, ich hoffe, dass viele Leute kommen werden, ich hoffe, dass sie sich alle sehr darauf freuen Fear Factory zu sehen und wenn sie sich alle darauf freuen Fear Factory zu sehen, dann werde ich ihnen die beste Show liefern, die ich kann.

Wastin!com: Und mit welchen Impressionen sollen die Fans dann nach der Show nach Hause gehen?

Burton: „WOW!“ (lacht!) Sie sollen einfach gehen und denken: „Wow! Das war großartig!“

Wastin!com: Wenn ihr unterwegs seid, habt ihr dann ein Ritual, bevor ihr auf die Bühne geht?

Burton: Ja, haben wir. Ich mache Atemübungen, also ich atme einfach, stretche mich ein wenig und lasse meinen Kopf kreisen. Oder manchmal genehmige ich mir ein kleines Glas Wein. Ich öffne den Wein, schenke mir ein wenig davon ein, trinke ihn und gehe dann auf die Bühne. Jeder hat sein kleines Ritual, Raymond wärmt sich ca. eine Stunde lang auf, indem er Air Drums spielt, Christian und Byron greifen eine Stunde lang ihre Riffs und wärmen sich einfach so auf. Aber ich atme einfach nur, ich mache keinen Stimmkram, ich bin kein ausgebildeter Sänger und werde auch nie einer sein. (lacht!)

Wastin!com: Die Musikpresse sucht ja immer nach neuen treffenden Bezeichnungen für den Sound von Bands. Es heißt, ihr habt den Begriff „Cyber Metal“ geprägt. Fühlt man sich da geehrt, sozusagen „Godfathers“ eines ganzen Genres zu sein?

Burton: Ja, das ist schon irgendwie cool. Ich denke, dass es cool ist, weil sie eine neue Bezeichnung für uns erfinden mussten. Denn das bedeutet, dass sie nicht wussten, wohin sie uns stecken sollten. Also haben wir sehr viele Leute überrascht und im Grunde genommen haben wir unsere eigene Szene erschaffen. Und das ist viel mehr als man jemals erwarten kann, das ist einfach; „Wow! Als wir auf den Plan traten, mussten sie ein neues Wort für uns erfinden!“ Weißt du? Das macht uns einzigartig, sehr originär. Also, ja, ich denke, dass es sehr ehrenvoll ist so bezeichnet zu werden, und das ist kein schlechter Titel! (lacht!)

Wastin!com: Also glaubst du auch, dass das passt?

Burton: Sicher! Sicher!

Wastin!com: Hört sich ja auch cool an!

Burton: Ja, das tut es! Das ist wie bei 'Terminator' (lacht!)

Fear Factory - Interview mit Burton C. Bell - 26. März 2006Wastin!com: Was ist der Grund, dass Fear Factory nach 15 Jahren Beandgeschichte – mit zum Glück nur kurzweiliger Unterbrechung – immer noch da ist? Was macht diese Band so besonders?

Burton: Ich denke, das liegt daran, dass wir so oft getourt sind und dass die Musik, die wir veröffentlicht haben ... Also, wir haben sehr loyale Fans und die kommen immer wieder. Für eine Band unseres Genres haben wir uns in unseren Augen ganz gut geschlagen und im Grunde ist das mehr als jeder Musiker zu träumen wagt, von seiner eigenen Kunst leben zu können. Und ich kann das und das befähigt uns auch weiter zu machen.

Wastin!com: Fühlst du dich geehrt, wenn junge Bands, Fear Factory oder dich als ihre Idole ansehen?

Burton: (lacht!) Weißt du, das ist ein tolles Gefühl. Das bedeutet für mich, dass ich etwas getan habe, wofür sich die Mühe gelohnt hat. Wie ein Lehrer. Ich habe jemanden beeinflusst, in sich zu gehen und etwas wirklich Künstlerisches und Positives zu machen. Meine Message bei der ganzen Fear Factory- Sache ist, dass man einfach aufgeschlossen und originär sein soll. Und wenn du Leute inspirieren kannst, genau das zu tun oder zu sein, dann ist es so, als hättest du selbst etwas Positives erreicht und das macht auch dich glücklich.

Wastin!com: Beeinflussen ist vielleicht gut, aber was hälst du von Bands, die den Style oder Sound einer anderen Band kopieren?

Burton: Hmm... na ja, das ist nicht wirklich originell, aber es ist natürlich schmeichelhaft für die Band, die kopiert wird. Aber wenn man der Band – also der, die kopiert – helfen kann, sich zu eigenständigen Künstlern zu entwickeln, dann ist da nichts Falsches dran irgendwo anzufangen. Man muss irgendwo anfangen.

Wastin!com: Es gibt ja auch Fans, die dich kopieren, deine Art zu singen oder manchmal auch deine Tattoos.

Burton: Das habe ich auch schon gesehen!

Wastin!com: Was geht dir durch den Kopf, wenn dir jemand seine Tattoos zeigt, die genauso aussehen wie deine? Ist das nicht seltsam?

Burton: Weißt du, das ist wirklich befremdlich, es ist ein sonderbares Gefühl ... es ist kein negatives Gefühl ... es ist nur so: „Wow!“ (lacht!) „Jemand möchte so aussehen wie ich?“ Ich denke zwar nicht, dass das alles ist, was ich bin, aber es ist okay. Es ist schon cool, ich meine, ich habe Leute, zu denen ich aufschaue und denen eifere ich auf die ein oder andere Weise nach ... oder in vielen Dingen. Und es ist einfach schmeichelhaft, es ist kein negatives Gefühl, das nicht.

Wastin!com: Aber ist das nicht seltsam, ich meine, deine Tattoos haben doch sicher eine private Bedeutung für dich?

Burton: Ja, das haben sie, eine Bedeutung, die diese Leute niemals verstehen werden, aber das ist nicht mein Problem! (lacht laut!)

Wastin!com: Das stimmt!

Burton: Also, alles hat seinen persönlichen Aspekt, obschon nichts davon tief mit mir personifiziert ist.

Wastin!com: Welches ist dein Lieblingstattoo?

Burton: Ich denke, das ist mein ganzer rechter Arm bis oben hin. Das ist ein einziges großes Stück Kunst. Ich liebe es einfach!

Wastin!com: Wer hat das gemacht?

Burton: Kore Flatmo. Er ist ein Freund von mir und wohnt jetzt in Cincinnati, Ohio, und er ist ein fantastischer Künstler. Er hat das gemacht (zeigt auf seinen rechten Arm) und er macht jetzt auch den anderen Arm, er hat hier schon angefangen (zeigt auf seinen linken Arm), das muss noch beendet werden.

Wastin!com: Es ist großartig, es sieht so dreidimensional aus!

Burton: Ja, das wird fantastisch, ich kann´s kaum abwarten bis es fertig ist. Es wird im Stil wie das Erste sein, aber mit einem anderen Bild.

Fear Factory - Interview mit Burton C. Bell - 26. März 2006Wastin!com: Willst du das noch farbig machen?

Burton: Nein, ich will das so lassen.

Wastin!com: Ich mag Schwarz-Weiß ja auch lieber.

Burton: Ich auch, das sieht auch elegant aus.

Wastin!com: Okay, nächste Frage: 'Transgression' ist eure aktuelle Platte. Kannst uns etwas davon erzählen?

Burton: Na ja, wie jeder Titel jeder unserer Alben, drückt sich das Konzept der Platte auch hier schon im Titel aus. 'Transgression' also das „Überschreiten“ ist genau das, was wir da getan haben. Es ist ein Experiment, ein notwendiges Experiment, ein notwendiger Schritt aus unserem normalen Format heraus. Wir haben bei dieser Platte in vielerlei Hinsicht herum experimentiert von der Produktion über die Aufnahmen bis hin zum Songschreiben ... und von den Ideen! Das ist ein ganz anderes Gefühl und das machen wir bei jeder Platte! Wir experimentieren auf unterschiedliche Art und Weise bei jedem Album. Ich experimentiere jedes Mal mit meiner Stimme und dieses Mal war das nicht anders. Und dieses Album umfasst ein weites Feld, es beinhaltet natürlich auch klassische Fear Factory-Elemente. Aber da sind manche Songs auf der Platte, die mit Sicherheit viele Leute überraschen werden, so dass sie sagen; „Wow, wo kommt das denn her?“ Aber das ist einfach ein Experiment, weißt du. Wir denken, dass wir unsere Talente nicht einschränken sollten. Wenn sie vorhanden sind und wir es machen können – Warum nicht? In gewisser Weise ist das eine Punkrock-Mentalität, nach dem Motto; „Fu** you, wir können das tun!“ (lacht!)

Wastin!com: Das ist wohl die beste Einstellung, wie ich finde!

Burton: Das will ich meinen! Ich denke, dass mehr Künstler das tun sollten, dann gäbe es auch mehr interessante Musik.

Wastin!com: Wenn man nicht über seinen Tellerrand schaut, dann kann das schon mal langweilig sein!

Burton: Genau!

Wastin!com: Man sollte alles ausprobieren!

Burton: Genau! Ein gutes Beispiel dafür ist Johnny Cash. Er wurde während seiner ganzen Karriere als Country-Musiker angesehen, und dann, in den letzten wenigen Jahren seines Lebens, wurde er geradezu zu einer Rock-Ikone. Er begann Nine Inch Nails, Soundgarden, U2 und Depeche Mode zu covern. All diese verschiedenen Arten der Cover-Versionen haben gezeigt, nein, zeigen die Fülle seines Talents und zeigen die Fülle seines Geschmacks. Und wenn du ihnen das nicht zeigst, dann kennen die Leute nur eine bestimmte Seite von dir. Aber wenn du ihnen mehr zeigen kannst, dann verdeutlicht das den Leuten; „Wow, was ist das? - Das sollte ich mal auschecken!“

Wastin!com: Das stimmt! Und in Johnny Cashs Fall: Die Cover sind so fantastisch! Ich liebe 'Hurt'!

Burton: Genau! Aus irgendeinem Grund, singen wir diesen Song schon die ganze Tour lang! (lacht!) Das Video dazu ist so traurig. (lacht!)

Wastin!com: Ja, das macht einen sofort traurig, wenn man auch weiß, dass seine Frau June bald danach gestorben ist!

Burton: JA!

Wastin!com: Noch mal zum Album. Bist du eigentlich noch zufrieden damit oder gibt es schon Dinge, die dich im Nachhinein stören und die du gerne ändern würdest?

Burton: Na ja, ein Künstler kann immer etwas ändern. Aber du musst dich ab einem gewissen Punkt davon frei machen. Ich habe das Beste innerhalb der Zeit gegeben, die mir zur Verfügung stand, und im Moment bin ich zufrieden. Sind da Dinge, die ich ändern könnte? - Scheiße, ja! Ich könnte sogar Dinge bei 'Scapegoat' verändern, wenn ich wollte. Da gibt es Dinge in jedem Song auf jeder Platte, die ich ändern könnte, aber nur, weil wir sie eben damals anders gemacht haben oder weil sie sich im Laufe der Zeit ein wenig entwickelt haben oder weil ich in der Zwischenzeit mit etwas anderem, etwas besserem ankam. Aber ich bin zufrieden wie es jetzt ist!

Wastin!com: Dieses Mal habt ihr ja wieder mit einem Produzenten zusammen gearbeitet, nämlich mit Toby Wright (u.a. Metallica/KoRn) und das zum ersten Mal. Das letzte Mal sagtest du zu mir, als ich dich nach dem Producing von 'Archetype' gefragt habe, dass ihr keinen Produzenten braucht, weil ihr selber am besten wüsstet, wie Fear Factory klingen soll. Warum habt ihr dann also wieder einen Produzenten herangezogen?

Burton: Das ist auch eines dieser Experimente, einfach so: „Okay, wir haben diese Gelegenheit und wir haben das noch nie ausprobiert.“ Wenn du etwas nicht ausprobierst, dann wirst du nie wissen, wie es ist. Und wir haben die meisten unserer Alben selbst produziert, also wollten wir mal sehen, wie es klingt, wenn jemand anderes Hand anlegt.

Wastin!com: Und wie war die Zusammenarbeit mit Toby?

Burton: Ich denke, Toby Wright war fantastisch. Er hat eine völlig neue Seite von Fear Factory zu Tage geführt, ein anderes Gefühl, wie die Perspektive eines anderen. Und das ist interessant, es ist eine interessante Perspektive und wir haben viel gelernt.

Fear Factory - Interview mit Burton C. Bell - 26. März 2006Wastin!com: Auf der 'Transgression' DVD kann man ja auch sehen, wie ihr zusammen gearbeitet habt! Man kann halt sehen, wie das alles entsteht!

Burton: Oh, die DVD habe ich ja völlig vergessen, ja, das ist lustig! Sehr cool!

Wastin!com: Das ist auf jeden Fall eine sehr interessante Sache für die Fans!

Burton: Ja, das ist ein kleiner, flüchtiger Blick auf unser Leben, weißt du. Er ist circa 40 Minuten lang. Das ist echt cool!

Wastin!com: Billy Gould (ex-Faith No More) war auch an dem Album beteiligt. Was genau hat er gemacht und inwieweit hat er die Arbeit beeinflusst?

Burton: Nun ja, er hat nur an einem Song mitgearbeitet ... oder waren es zwei? - Nein, einer. Er hat 'Supernova' gemacht, dafür hat er die komplette Basslinie geschrieben und das hat dem Song einen völlig anderen Touch gegeben und das war genau das, was wir wollten. Wir wollten, dass der Song anders klingt, weißt du, wir wissen alle, wie er klingen würde, wenn Christian ihn gespielt hätte, aber es ist gut so. Das ist also ein weiteres Experiment! Wir haben gedacht; „Laßt uns mal sehen, wie das klingt, wenn jemand anderes mal die Hand im Spiel hat!“ Jemand anderes mit ins Spiel bringen – das ist wieder so eine „transgression“, so eine Überschreitung!

Wastin!com: Fear Factory Songs sind ja auf vielen Soundtracks zu finden, bei 'SAW' oder 'Resident Evil' zum Beispiel. Raymond hat in einem Interview gesagt, 'Transgression' klänge wie ein Soundtrack. Würdest du gerne mal einen ganzen Soundtrack schreiben?

Burton: Ja, klar! Ich war schon immer der Meinung, dass Fear Factory ein Soundtrack für jemandes Leben ist. Fear Factory besitzt wahrhaftige Geräuschkulissen, besitzt Leidenschaft und jede Menge Tiefe – viele verschiedene Emotionen durchziehen den Sound. Also habe ich immer schon gedacht, dass Fear Factorys Sound großartig für einen Soundtrack wäre! Das Ding mit Fear Factory ist aber, dass wir einfach zu heavy sind! (lacht!)

Wastin!com: Da muss wohl mal einer einen heftigen Film drehen, der dann einfach zur Musik passt!

Burton: Genau! Man braucht einen heftigen Film, damit der zu Fear Factorys Musik passt!

Wastin!com: Das wäre echt cool!

Burton: Das wäre wirklich cool, ich wünschte, dass würde passieren!

Wastin!com: Vielleicht liest ja ein Regisseur dieses Interview und macht dann einen passenden Film für euch!

Burton: Auf Holz klopf! (lacht!)

Wastin!com: Du hast noch das Nebenprojekt namens Ascension Of The Watchers zusammen mit John Bechdel. Auf eurem MySpace.com-Profil steht: „Ascension Of The Watchers ist eine Vision geboren aus Leben, Liebe und Spiritualität.“ Bist du religiös? Glaubst du an Gott?

Burton: Ich würde nicht sagen, dass ich religiös bin. Ich glaube nicht an organisierte Religion. Aber ich habe meine Überzeugungen. Ich fühle, dass ich spirituell in mancher Hinsicht bin. Nun ja, das, an was ich glaube, habe ich mir wirklich zurecht gelegt. Und ich behalte das, an was ich glaube, für mich. Ich drücke mich und wie ich mich fühle und was ich fühle in meiner Musik aus.

Wastin!com: Betrachtest du The Watchers als das perfekte Gegenstück zu Fear Factory?

Burton: Ah, das ist eine sehr gute Beschreibung dafür! Wenn sich Leute wundern, wo die melodische Seite von Fear Factory innerhalb meiner Vocals herkommt, und sie dann The Watchers hören, dann verstehen sie es. Denn dort liegt die Seite von mir, die die Leute überhaupt nicht sehen. Und ich schreibe die Musik mit John und ich mache den Gesang, ich spiele Gitarre und so ist das eine ganz andere Seite von mir, die die Leute eben nur sehr selten sehen. Und dabei handelt es sich um etwas, das ich noch mehr hervorheben möchte. Weißt du, ich schreibe mehr Musik, aber ich will sie wachsen lassen, ich möchte sie nicht rausschmeißen, sie ist noch nicht fertig. Aber wir lernen auch immer mehr dazu, wir schreiben immer mehr Songs, wie ich schon sagte, und spielen mehr Shows, so ist es jetzt, es wächst langsam.

Wastin!com: Warum veröffentlicht ihr 'Iconoclast' nicht auf einem Label?

Burton: Ahm, niemand ist bis jetzt interessiert daran, es zu veröffentlichen und es ist nur ein Demo. Und jetzt ist es komplett unabhängig und so habe ich die volle Kontrolle. Ich tue was ich will, wenn ich es will, ich mache Aufnahmen wann ich will und ich spiele, wenn ich will und ich veröffentliche was ich will, das war einfach eine neue Idee für den Musiker der Zukunft. Ich nutze das Internet in seiner vollen Kapazität und veröffentliche Musik. Ich habe kleine Kunstwerke erschaffen, weißt du, auf 500 Stück limitierte Vinyl Editionen und eine auf 1000 Stück limitierte CD mit einem Video. Und das macht es für mich zur wirklichen Kunst und es fühlt sich auch wirklich besonders an. Die Leute, die davon eine Version bekommen, fühlen sich als Teil von etwas sehr Rarem. Und es ist fast so als würde man wirklich was in die Zukunft der Band investieren. Und das macht es für mich so besonders und so möchte ich das jetzt auch weiterhin halten.

Fear Factory - Interview mit Burton C. Bell - 26. März 2006Wastin!com: Ja, ich verstehe, ein Label könnte das Ganze zerstören!

Burton: Ja, weißt du, ein Label veröffentlicht dann mehr und bringt immer mehr Produkte raus. Wenn Leute etwas darüber erfahren wollen, dann checken sie es aus, sie verfolgen es auch so.

Wastin!com: Kommen viele Fear Factory-Fans zu den The Watchers Shows?

Burton: Ja, in der Tat! Überraschenderweise sind da viele ... Aber eigentlich bin ich nicht überrascht, denn nicht jeder Fear Factory-Fan hört nur Metal. Weißt du, das ist ein Punkt, über den ich mich wirklich sehr freue und wofür ich sehr dankbar bin, nämlich, dass unsere Musik nicht nur das Industrial Metal- oder Cyber Metal-Publikum erreicht hat . Sie hat so viele Menschen berührt und für mich ist das einfach großartig! Ich würde nie mehr verlangen.

Wastin!com: Aber glaubst du nicht, dass viele der Fans nur wegen dir kommen? Oft ist das ja so, wenn ein bekannter Frontmann noch ein Nebenprojekt hat. Oder glaubst du, da sind auch viele Fans dabei, die dich gar nicht als Fear Factory-Sänger kennen?

Burton: Na ja, erst einmal verstehe ich das, weil der einzige Weg etwas von The Watchers zu erfahren, der ist, weil ich von Fear Factory bin. Und das kann ich nutzen. Aber während ich immer mehr Musik schreibe und toure, kommen immer mehr die Leute, die diese Band nur daher kennen, weil sie gedacht haben; „Wow, diese Band muss ich mir mal genauer anschauen!“, sie mochten einfach den Namen der Band und wollten sich das eben mal genauer ansehen. So muss ich eben mehr Shows spielen, damit das passiert, aber im Moment läuft das alles eher über das Internet, über Flyer in der ganzen Stadt und so. Diese Leute kommen zu den Shows, sehen sich uns an und die anderen Bands, mit denen wir spielen. Aber es stört mich nicht als Burton C. Bell erkannt zu werden. Ich bin Burton C. Bell von Fear Factory UND The Watchers und irgendwann bin ich nur noch Burton und die Leute werden sagen; „Ah, das ist Burton!“ (lacht!)

Wastin!com: Kannst du dir vorstellen, nur noch Ascension Of The Watchers zu machen und Fear Factory beiseite zu legen? Oder wird es da immer dieses Gegenstück-Ding geben?

Burton: Oh, wir werden sehen, weißt du. Ich weiß nicht, wie lange ich noch so bei Fear Factory singen kann, ich werde älter und ich glaube, dass es eine Zeit gibt, wo man einfach aufhören muss!

Wastin!com: Aber jetzt noch nicht!?

Burton: Noch nicht! (lacht!)

Wastin!com: Zum Glück! Wie sehen deine weiteren Pläne für den Rest des Jahres aus? Was ist mit einer neuen Platte?

Burton: Es wird dieses Jahr keine neue Platte geben, aber mehr Tourneen. Da sind schon einige Sommer-Festivals in Planung, wo wir hierher zurückkommen werden im August, wir werden noch eine weitere United States-Tour am Endes des Jahres machen und ich schätze, wir werden dann auch beginnen neue Musik zu schreiben.

Wastin!com: Das ist ein guter Plan!

Burton: Ja!

Wastin!com: Dann vielen Dank!

Burton: Vielen Dank an euch, ich seh´ euch bei der Show!


Mehr Info:
Interview – Burton C. Bell von Fear Factory am 03. Juli 2004
Website Fear Factory
Website Ascension Of The Watchers
Autor: Vera Bunk