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mongofünf – Interview am 12. September 2006
mongofünf – Interview am 12. September 2006„Man hat dann eine Grenze erreicht, die oft nur in den Köpfen existiert. Dann heißt es weitermachen! Grenzen einreißen, neue Wege und neue Räume eröffnen!“

Im August ist das Debüt der mongofünf aus Köln mit dem prägnanten Namen 'Das letzte Bisschen Heilanstalt' auf Tiefdruck-Musik erschienen. Selten hat man ein abwechslungsreicheres und durchkomponierteres Album aus deutschen Landen und in deutscher Sprache erlebt. Ein Muss also für uns, die Jungs mal darüber aus zu fragen, worum es ihnen bei Texten wie 'Wo ist Gwen Stefani, wenn man sie wirklich braucht?' eigentlich geht. Der Fünfer verriet uns alles über die Entstehung der Platte, die Intention ihrer Texte, einreissbare Grenzen und vorhandenes und nicht vorhandenes Privatleben. Aber am Besten lest ihr selbst nach, wie die Herren Sattler, Schlotterbeck, Schwartz, Toshek und Tutt uns Rede und Antwort standen!

Wastin!com: Hi, danke, dass ihr euch die Zeit für ein kurzes Interview genommen habt! Stellt euch doch mal bitte vor und erzählt, was eure Aufgaben in der Band sind.

Herr Sattler: Ich bin Herr Sattler, ich schreibe die Texte bei mongofünf und singe sie dann auch.
Herr Schlotterbeck: Mein Name ist Schlotterbeck, ich komponiere den Großteil der Musik für mongofünf und spiele eine von zwei Elektrogitarren.
Herr Schwartz: Ich bin der Herr Schwartz, meine Aufgabe ist das Trommeln.
Herr Toshek: Ich heiße Toshek, spiele die andere Elektrogitarre und schreibe hier und da gerne auch mal einen Song. Außerdem gibt’s von mir zuckersüsse zweite Stimmen zu hören.
Herr Tutt: Mein Name ist Tutt, mein Beruf ist die Elektrobassgitarre.

Wastin!com: Was gibt es Wissenswertes über euch zu erfahren?

Herr Tutt: Wir sind mongofünf aus Köln und haben gerade unser Debütalbum 'Das letzte Bisschen Heilanstalt' bei Tiefdruck-Musik in Hamburg veröffentlicht.

Wastin!com: Wie kommt es, dass ihr als Kölner auf einem Hamburger Label vertreten seid?

Herr Schlotterbeck: Der Kontakt kam über unser Management zustande. Nach einem ersten Treffen mit den Jungs von Tiefdruck hatten wir den Eindruck, dass die unsere Musik richtig geil finden und sich den Arsch dafür aufreißen wollen. Deshalb haben wir uns dafür entschieden, bei Tiefdruck zu unterschreiben. Außerdem haben die uns eine unglaubliche Summe Geld geboten, da konnten wir nicht nein sagen.

Wastin!com: Woher kennt ihr euch? Wie habt ihr als Band zusammengefunden?

Herr Schlotterbeck: Ich habe Herrn Sattler bei einem Konzert seiner damaligen Band Cutlass Supreme das erste Mal gesehen und war direkt verliebt. Er hat einfach eine unglaubliche Ausstrahlung auf der Bühne und ich wollte unbedingt was Neues machen. Ich hab´ ihn dann einfach angesprochen und er war dabei. Herrn Toshek kannte ich schon von verschiedenen Produktionen, unter anderem mit seiner damaligen Band Glamourboys. Er war von der Idee mongofünf begeistert und dann entstanden auch schon die ersten Layouts. Den Kontakt zu Herrn Schwartz hatte ich über das legendäre schwarze Album von French Polish, dass ich damals produziert hatte und als ich bei ihm anrief und ihm von dem Projekt erzählte, war auch er sofort am Start. Als letztes Mitglied von mongofünf konnten wir Herrn Tutt gewinnen, der vorher bei der Crossover-Band Taub einen erstklassigen Job abgeliefert hatte.
Mir war immer sehr wichtig, mit Freunden an mongofünf zu arbeiten und nicht einfach nur gute Musiker zu haben, die aber z.B. nicht miteinander in Urlaub fahren würden. Das ist auch einer der Gründe, aus dem wir unsere Energie ziehen. Wir lieben und wir prügeln uns und am Ende des Tages kann sich jeder zu einhundert Prozent auf den anderen verlassen.

Wastin!com: Wie kommt es zu dem eigenwilligen Bandnamen? Was hat er für eine Bewandtnis?

Herr Schlotterbeck: mongofünf hatte ich schon lange als Bandnamen im Kopf. Das Wort fiel mir ein, als ich im Auto saß und Format-Radio vom Übelsten hörte, so quasi als Gegenkonstrukt dazu. Auch weil es ein bisschen nach Boygroup klingt und irgendwie was Komisches mitschwingt. Die Diskussion innerhalb der Band war sofort sehr gespalten und hitzig. Es kamen Fragen auf wie: „Ist das denn politisch korrekt?“, „Kann man das machen?“
Herr Sattler: Der Name hat sofort polarisiert und für Aufregung gesorgt. Das ist das, was wir wollten und wollen. Es ist nämlich eine Chance und ein gutes Zeichen, mit seiner Arbeit an den Punkt zu kommen, an dem man sich die Frage stellt: „Kann man das wirklich machen?“ Man hat dann eine Grenze erreicht, die oft nur in den Köpfen existiert. Dann heißt es weitermachen! Grenzen einreißen, neue Wege und neue Räume eröffnen! Grandios: Allein der Name klopft an Türen! Außerdem klingt mongofünf einfach gut.

Wastin!com: 'Das letzte Bisschen Heilanstalt' ist euer Debüt. Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht, sowohl positive, als auch negative?

Herr Toshek: Wenn du mit der Frage auf die Entstehung des Albums zielst, sicherlich in erster Linie positive. Wir hatten vor den eigentlichen Aufnahmen für die Platte jeden Song in insgesamt drei „Demosessions“ schon einmal sehr anständig aufgenommen, um dann in einer gebündelten ausgedehnten Studiozeit das Album einzuspielen. Wir wussten also schon sehr genau, was wir da tun und hatten die negativen Erfahrungen zum größten Teil schon hinter uns gelassen.
Wenn du allerdings die Zeit seit der Veröffentlichung meinst, ist es, denke ich noch ein bisschen früh, um darüber zu sprechen, da kommt sicherlich noch einiges auf uns zu.
Herr Sattler: Insgesamt kam bisher das, was man erwarten kann, wenn man sich mit breiter Brust hinstellt und sagt: „Das ist das letzte bisschen Heilanstalt, meine Freunde!“ Viele sagen: „Jaaaaaa, geheilt!“ Und einige andere sagen: „Nö Junge, meine Heilanstalt ist ganz wo anders und Freunde sind wir schon gar nicht!“ Das sind die „Neins“, die man von Anfang an in der Tasche hat. Deshalb auch weiterhin unsere dicke, fette, breite Brust.

Wastin!com: Euer Album ist ja unter Eigenproduktion entstanden. Wie war das für euch?

Herr Schlotterbeck: „Eigenproduktion“ klingt vielleicht etwas irreführend nach Heimstudio. Ich arbeite ja schon seit einigen Jahren als Produzent und Engineer und mit Herrn Toshek haben wir einen weiteren erfahrenen Produzenten in der Band. Von daher war es klar, dass wir das selbst machen, zudem wir auch die klarste Vision vom Klang von mongofünf hatten. Um uns aber ganz auf das Spielen und Beurteilen der Musik konzentrieren zu können, haben wir das Engineering an Moritz Enders delegiert, der einen fantastischen Job gemacht hat. Das Premastering hat außerdem Michael Schwabe von Monoposto übernommen, also alles in allem lief die gesamte Produktion auf sehr hohem Niveau ab.
Herr Toshek: Sicher wären wir auch daran interessiert gewesen mit einem „neutralen“ aussenstehenden Produzenten zu arbeiten, das hat sich aber nicht ergeben und ich denke, für uns ist es natürlich im Nachhinein auch eine geile Bestätigung, dass wir gerade unser Debüt im Alleingang hingelegt haben.
Mal schauen, vielleicht suchen wir uns für’s zweite Album einen Produzenten. Der Vorteil ist dann sicherlich, dass du dich komplett auf deine Aufgabe als Musiker fokussieren, und dich bei schweren Entscheidungen auch mal fallen lassen kannst.

Wastin!com: Seid ihr zufrieden mit dem Ergebnis?

Herr Schlotterbeck: Ja absolut, ich bin zwar ein Perfektionist übelster Sorte und ich weiß, was man mit mehr Zeit und/oder größerem Budget hätte besser machen können, aber mit diesem Debütalbum haben wir erst mal einen ordentlichen Haufen geschissen, das gilt es zu toppen, gerade für uns!

Wastin!com: Eure Texte strotzen nur so vor Größenwahn und versteckter Sozialkritik. Woher nehmt ihr die Inspiration zu solchen Texten?

Herr Sattler: Am Anfang meiner Arbeit an einem Text steht grundsätzlich eine Kleinigkeit, die selten etwas mit Musik von uns oder Anderen zu tun hat. Situationen aus meinem Leben sind die Inspiration. Irgendwas springt mir ins Auge, es interessiert mich einfach besonders. Damit hab´ ich einen roten Faden für den Text. Um diesen roten Faden herum bewegt sich eine Bilderflut und eine Masse an Assoziationen. Die Aufgabe der Texte ist es, die Flut an Bildern und Eindrücken zu verdichten, indem ich sie durch mich hindurchfiltere. Beim Filtern wähle ich Teile, Worte und Sätze aus, die sich gut anfühlen, die eine eigene Kraft besitzen. Daher kommt der Größenwahn. Und daher kommt die Sozialkritik. Das sind zwei wichtige Aspekte meiner Persönlichkeit und meines Denkens. Was ihr hört bin ich.
Im Effekt hat damit jedes Lied sein eigenes Inneres und es will erforscht und erlebt werden. Das Ziel meiner Texte ist: Umwege anbieten! Das bieten, was Kunst wirklich spannend und interessant macht. Jeder, der die Texte hört, kann seinen Zugang definieren, seinen Weg finden. Seinen Assoziationen freien Raum geben und seine Gedanken fliegen lassen.

Wastin!com: Titel wie 'Wo ist Gwen Stefani, wenn man sie wirklich braucht?' und 'Ein oder mehrere Buhmänner' sind bei euch an der Tagesordnung. Wie kommt man auf solche Titel?

Herr Sattler: Die Titel fassen den Inhalt des Liedes zusammen. Manchmal geht die Aussage des Titels auch über den Inhalt des Textes hinaus. Gwen Stefani etwa nimmt die Stellvertreterposition für etwas ein, was man unbedingt erreichen möchte, da es einem perfekt und unwiderstehlich erscheint. Hat man das aber erst einmal erreicht und erlebt es wirklich, packt einen die Langeweile, weil es viel zu gut, viel zu glatt ist. Dass für gelackte Perfektion nun gerade Gwen Stefani steht, (Die Auswahl ist ja schier endlos) kam mir bei der Nummer 'Bathwater' von No Doubt. Da singt sie davon, wie sehr sie auf das gebrauchte Badewasser von ihrem Typen steht. Das nenn’ ich perfekt! Doch: Gwen Stefani selbst wird nicht einmal im Text erwähnt. Das zeigt, wie nebensächlich ihre Perfektion ist.
'Ein oder mehrere Buhmänner' ist ein Lied über die tägliche Eifersucht. Stell’ dir eine Party oder ähnliche Menschenansammlungen vor. Du bist mit deiner gutaussehenden, attraktiven Freundin da, die von allen anwesenden Männern begafft und angeflirtet wird. Und deine Freundin aalt sich auch noch in ihrer Attraktivität! Davor will ich sie um meiner selbst willen „beschützen“. Die Kerle sind die Buhmänner. Und auf deiner nächsten Party bin ich einer.

Wastin!com: Augenscheinlich benutzt ihr deutschsprachige Texte. Heute eher eine Seltenheit. Warum habt ihr euch dazu entschieden, und wie sind die Reaktionen darauf ausgefallen?

Herr Schlotterbeck: Wir sind deutsch, wir denken und fühlen deutsch, wir träumen auf Deutsch. Warum sollten wir dann auf einer anderen Sprache als Deutsch singen? Es macht einfach so unglaublich viel mehr Spaß, beim Spielen auf die eigenen Texte abzurocken, wenn sie gut sind und in der eigenen Muttersprache.
Herr Sattler: Das war eine der Grundvoraussetzungen für das Entstehen von mongofünf. Keine Sprache ist uns näher und wird uns jemals näher sein als unsere Muttersprache. Beim Texten die Sprache zu gebrauchen, mit der man aufgewachsen ist. Wenn ich etwas ausdrücken möchte, was mir wirklich wichtig ist, kann ich das nur auf Deutsch.
Die Reaktionen auf die Texte kümmern sich in den seltensten Fällen darum, dass nun gerade die deutsche Sprache gebraucht wird. Das ist ja auch eigentlich nichts Besonderes. Es geht da mehr um die Verwirrung, die sie erzeugen können oder um den scheinbar schwierigen Zugang zum Inhalt.

Wastin!com: Seid ihr zufrieden mit den Reaktionen auf eure Platte im Allgemeinen?

Herr Tutt: Auf jeden Fall. Mal abgesehen von ein paar Musik-Polizisten, die es scheinbar nicht verdauen können, wenn mal was anderes passiert, sind die Reaktionen großartig.
Herr Sattler: Klar sind wir zufrieden. Jede Reaktion ist willkommen und die Reaktionen sind sehr vielfältig. Da ist die gesamte Bandbreite vertreten. So muss das sein. Dinge, die Eigenheit besitzen, ecken an. Das liegt in ihrer Natur.

Wastin!com: Euch werden Parallelen zu 'System Of A Down' unterstellt. Könnt ihr mit dem Vergleich leben und ist das eine Band, die euch beeinflusst?

Herr Schlotterbeck: Neben Spider Murphy Gang, Helmet, Lost Prophets, The Dillinger Escape Plan, Such A Surge oder Rammstein sind wir auch schon mit System Of A Down verglichen worden. Wahrscheinlich beruht dieser Vergleich darauf, dass sowohl mongofünf als auch SOAD absolut eigenständig sind und in keine Schublade passen. Die stilistische Vielfalt und die Leichtigkeit, mit dieser Vielfalt umzugehen ist das wirklich beeindruckende.

Wastin!com: Wen würdest du als eure Vorbilder bezeichnen? Wer beeinflusst euch tatsächlich?

Herr Schlotterbeck: „Vorbild“ ist ein großes Wort. Wenn es um die Musik geht, würde ich eher von Einflüssen sprechen. Ich lasse mich immer wieder von frischen, neuen Sachen inspirieren, ich bin da überhaupt nicht Stil-fixiert. Großartig fand ich z.B. die letzten Platten von Death From Above 1979 oder den Gorillaz. Auch gut fand ich die Platte von Hard-Fi, also im Moment eigentlich alles andere Musik, als die die mongofünf macht. Außer die neue Slayer, die rockt mal echt. Slayer hat für mich auch auf jeden Fall Vorbildfunktion. Was deren Kompromisslosigkeit angeht, ganz großes Tennis.

Wastin!com: Kommen wir zu den Songs. Wie werden diese bei euch geschrieben? Was kommt zuerst, die Texte oder die Musik?

Herr Sattler: Die Lieder auf 'Das letzte Bisschen Heilanstalt' sind allesamt so entstanden, dass zuerst die Musik da war und ich die Texte draufgepackt habe. Für mich war das die angenehmste Art zu arbeiten, weil die Texte sich so fast automatisch von der Musik abheben können. Im Bild: Ich habe die Knospen auf die Stahlträger gepflanzt. Jeder Text ist eine Knospe, die Musik ist der Stahlträger. mongofünf ist die Diskussion zwischen Knospe und Stahlträger.
Herr Schlotterbeck: Im Normalfall komme ich oder Herr Toshek mit einem Layout bestehend aus zwei bis drei Riffs oder Parts mit programmierten Drums und Bass in den Proberaum. Herr Schwartz lacht dann mal kurz über die programmierten Drums und fängt an, das ordentlich zu machen. Dann arrangieren wir die Parts, spielen damit rum und irgendwann wird das Ding dann rund. In dieser Phase lässt Herr Sattler sich dann auch gerne schon mal zu Texten inspirieren, den Feinschliff macht er dann meistens anhand von Demoaufnahmen der Arrangements zu Hause.

Wastin!com: In eurer Kindheit und in der Jugend, was habt ihr da für musikalische Vorlieben gehabt?

Herr Schlotterbeck: Meine erste Schallplatte war eine Billy Idol-Single, ich glaube 'Flesh For Fantasy'- Meine erste CD war 'Afterburner' von ZZ Top. Meine musikalische Sozialisation habe ich dann durch Metal, Punk und Hardcore erfahren, Bands wie Anthrax, Slayer, Metallica, Dead Kennedies, Suicidal Tendencies, Gang Green und so weiter. Ich habe aber auch auf viel Indi-Kram gehört, z.B. Joy Division oder Bauhaus. Während meines Studiums musste ich dann viel Jazz hören, dass hat aber nie wirklich Spass gemacht.
Herr Sattler: Eindeutig Depeche Mode. Später Faith No More. Zudem lief in meinen jungen Jahren zu Hause das Radio durch. Das war in den 80er Jahren. Die Musik aus dieser Zeit ist mir in Fleisch und Blut übergegangen.
Herr Toshek: Ich hab´ mit den Beatles angefangen und zwar schon mit 8 Jahren durch meine 5 Jahre ältere Tante, bin dann zu Kiss und AC/DC gekommen und hatte in den Achtzigern meine extreme Pop(per)Phase. Ich war zwar immer von harter, aggressiver Musik fasziniert, aber auf der Seite auch ein totaler Melodiefetischist. Das ist auch eine der Dinge, die ich an mongofünf so liebe, dass wir vom härtesten Moment der Welt auf den zuckersüßesten umschalten können, ohne dabei unser Gesicht zu verlieren.
Herr Schwartz: Ich sag´ nur: ABBA trifft Meshuggah.

Wastin!com: Wird es eine Tour in absehbarer Zeit geben?

Herr Schwartz: Wir waren gerade im Rahmen unser Albumveröffentlichung auf einer Mini-Tournee und haben jetzt noch ein paar vereinzelte Konzerte. Außerdem sind wir gerade dabei, mit unseren Partnern eine Support-Möglichkeit vor einer größeren Band aufzutun, das ist aber noch nicht spruchreif.

Wastin!com: Was macht eine Liveshow der mongofünf aus? Was haben die Leute auf der Bühne von euch zu erwarten?

Herr Tutt: Schweiß! sehr, sehr viel Schweiß!!
Herr Schlotterbeck: Das ist die pure Energie. Ich empfinde unsere Konzerte immer als kathartisches Erlebnis, so quasi als Seelenreinigung in ihrer reinsten Form. Ich schreie auch sehr viel auf der Bühne rum, obwohl ich gar kein Mikrofon habe. Da geht’s schon ziemlich aggressiv zur Sache. Viele Leute stehen dann im Publikum und kriegen den Mund nicht mehr zu.

Wastin!com: Wie sieht der tägliche Alltag bei den mongofünf aus? Hat jeder von euch noch ein Leben außerhalb der Band? Was macht ihr, wenn ihr nicht gerade Musik miteinander macht?

Herr Schlotterbeck: Ich arbeite wie bereits erwähnt als Toningenieur und Musikproduzent.
Herr Toshek: Ich habe mit einem Freund seit ca. 8 Jahren ein Studio und wir bilden zusammen ein Musikproduktionsteam. Wir sind sehr vielseitig in dem, was wir machen. Das geht von TV-Sendungsdesign über Filmmusik bis hin zu Songwriting oder Künstlerproduktionen.
Herr Schwartz: Ich betreibe neben mongofünf meine eigene Schlagzeugschule.
Herr Tutt: Wie schon gesagt, mein Beruf ist das Bassspielen.
Herr Sattler: Ich verdiene momentan mein Geld als einziges Mitglied von mongofünf nicht mit Musik, sondern als Volkswirt mit wissenschaftlicher Beratung.

Wastin!com: Nun mal Hand aufs Herz. Was hebt euch eurer Meinung nach ab, von der Masse an Bands, die im Moment aus dem Boden sprießen?

Herr Sattler: Ich habe den Eindruck, dass sich v.a. unsere Art, uns unsere Musik zu erarbeiten unterscheidet. Die Eigenartigkeit der Musik entsteht bei uns daraus, dass jeder von mongofünf einen anderen Blickwinkel auf die Sachen hat, die wir machen. Und wir dennoch alle mittlerweile ein sehr gutes Gespür dafür haben, was „mongofünf“ ist, wie sich das anhören muss. Das hab ich – zumindest in dieser Konsequenz – noch nie erlebt bei einer Band.
Herr Schlotterbeck: Mongofünf ist eine Insel. Wir sind nicht Bestandteil einer Szene, wir schaffen das Neue aus uns heraus, aus unserer Interpretation von Kunst und Realität, ohne auf bestimmte Erwartungshaltungen eingehen zu müssen. Wir haben uns über 2, 3 Jahre unseren eigenen Stil erarbeitet und definiert. Zudem lassen wir uns in unsere Sache nicht reinreden. Wir geben die Richtung vor, ohne zu fragen, ob das jemandem gefällt. In erster Linie versuchen wir nämlich nur, uns selbst zu beeindrucken. Wem es gefällt, der ist herzlich eingeladen...
Herr Schwartz: Ich kenne ehrlich gesagt auch keine Band außer uns, die eine solch kompromisslose Musik mit so eigenwilligen Texten auf Deutsch verbindet.

Wastin!com: Wenn ihr privat unterwegs seid, wo treibt ihr euch am liebsten rum?

Herr Sattler: Ich hab´ kein Privatleben;-)
Herr Schlotterbeck: Auf der Minigolfbahn.
Herr Schwartz: Auf dem Mountainbike.
Herr Toshek: Auf der Couch.
Herr Tutt: Auf ´ner Alten ;-)

Wastin!com: Okay, das war´s auch schon. Vielen Dank!!!

Herr Sattler: Ebenfalls herzlichen Dank!!!! Selten so gute Fragen gestellt bekommen!

Mehr Info:
CD-Review Mongofünf – 'Das letzte Bisschen Heilanstalt'
Website Mongofünf
Mongofünf @MySpace.com
Website Tiefdruck-Musik
Autor: Alexander Greve