wastin!com wastin!com
CD REVIEWS LIVE REVIEWS INTERVIEWS
HÖRBÜCHER UND HÖRSPIELE
GALLERY TOURDATES Search IMPRESSUM
Wastin!com presents Alternate Eve
Pixies – 'Acoustic & Electric Live'
KoRn - KoRn III - 'Remember who you are'
Der Preis des Verbrechens' Volume 1
Skafield – 'Memories in Melodies''
Dick & Doof – 'In Oxford' Pinksnotred - 'Remedy' Donots – 'The Long Way Home' 'Inspector Barnaby - Volume 7'
Dick &  Doof – 'Dick & Doof sprechen Deutsch: Spuk um Mitternacht'
KISS – 'KISSOLOGY Vol. 3 1992-2000'
'THIS IS SPINAL TAP - 25th Anniversary Edition'
'Tyson – Der Mann. Der Mythos. Die Wahrheit.'
 84 Day Syndrome vs. Gluefactory - 'Antonio Villaraigosa Golden Expressway'
Rockwell – 'Hope & Anchor' Tony Ashton & Friends Live At Abbey Road - 'Endangered Species' Grace.Will.Fall- 'Second Album'
Jack Slaughter – Tochter des Lichts – 'Im Haus des Todes' (11)
Jack Slaughter – Tochter des Lichts - 'Werwolf im Schafspelz' (10)
Mark Brandis – 'Vorstoss zum Uranus II' (8)
Mark Brandis – 'Vorstoss zum Uranus I' (7)
Jack Slaughter Tochter des Lichts – 'Die Wurzel des Bösen' (9)
Dorian Hunter Dämonen-Killer – 'Im Labyrinth des Todes' (9)
'Die drei ??? und der seltsame Wecker' - LIVE
Jack Slaughter Tochter des Lichts – 'Das Heer der Finsternis' (8)
Jack Slaughter Tochter des Lichts – 'Dr. Jekyll & Mrs. Hyde' (7)
Geisterjäger John Sinclair – 'Ein schwarzer Tag in meinem Leben' (54)
Alternate Eve
Die RadioShow auf Antenne AC
zum Mag! Aber gerade gönnt sich 'Alternate Eve' eine verdiente Pause! Den nächsten Sendetermin erfahrt ihr demnächst an dieser Stelle!
Atreyu - Interview mit Travis Miguel am 14. September 2006, Köln
„Wir sind nicht wirklich was Besonderes. Wenn man lange genug mit uns rumhängt, wird man merken, dass wir einfach nur ein Haufen Bekloppter sind.“

Frontmann Alex Varkatzas, Drummer Brandon Saller, die Gitarristen Dan Jacobs und Travis Miguel, sowie Bassist Marc McKnight sind Atreyu aus Orange County. Einstmals fabrizierten sie unter dem Namen Retribution eine eher punk-orientierte Mixtur, nun feiern sie mit ihrem mittlerweile dritten Longplayer auf Victory Records, 'A Death-Grip On Yesterday', große Erfolge als Metalband. Produziert wurde das Album von Josh Abraham, der schon Bands wie KoRn, Staind oder Velvet Revolver zu einem perfekten Sound verhalf. Nach dem Release stand natürlich auch eine Europa-Tournee auf dem Plan und diese traten die Herren in Deutschland zusammen mit 36 Crazfists und Chiodos an. In Köln verriet uns der gutgelaunte Gitarrist Travis alles über seine Liebe zu seinen Fans, dem zweischneidigen Schwert Internet und über Aftershow-Parties. Lest selbst!

Atreyu - Interview mit Travis Miguel am 14. September 2006, KölnWastin!com: Hi Travis! Ihr seid gerade für einige Termine mit 36 Crazfists und Chiodos unterwegs. Wie ist es, mit den Jungs auf Tour zu sein?

Travis: Es läuft fantastisch. Wir haben einige Festivals in Europa zusammen mit 36 Crazyfists gespielt, uns so kennengelernt und einen gemeinsamen Spielplan gefunden. Sie sind einfach eine fantastische und talentierte Band, ebenso wie Chiodos. Ein toller Haufen Jungs mit denen man rumhängen kann.

Wastin!com: Habt ihr die Jungs für den Support selbst ausgesucht?

Travis: Was das Aussuchen einer Band angeht, hat eine Menge mit Management und solchem Kram zu tun, aber letztlich muss es auch Sinn für uns ergeben. Wenn die Band scheisse ist, nehmen wir sie nicht mit auf Tour.

Wastin!com: Wenn ihr so lange unterwegs seid, was motiviert euch?

Travis: Einfach die Tatsache, dass wir auch wieder zu Hause sein könnten und einen beschissenen nine to five Job im Büro machen müssten. Es gibt Zeiten, in denen eine Tour dazu neigt, sich hinzuziehen, aber wir bleiben auf dem Boden und erinnern uns immer daran, wie glücklich wir sein können, das alles tun zu können.

Wastin!com: Bitte beschreibe uns doch mal einen typischen Tag auf Tour von Atreyu!

Travis: Das kommt wirklich immer darauf an, manche Tage sind wirklich vollgepackt mit Interviews, Fotoaufnahmen, Soundcheck, TV-Auftritten und so und wieder andere Tage vergehen kaum, weil es nichts zu tun gibt. Wir sitzen dann herum und drehen Däumchen während wir darauf warten, zu spielen. Ein typischer Tag: Aufwachen so zwischen 10 und 11 Uhr, da wir generell keine Langschläfer sind, bis auf ein paar vielleicht, dann versuchen wir, den Kater vom letzten Abend loszuwerden. Dann hängen wir rum, checken die Halle ab und sehen nach, ob es etwas interessantes im Umfeld zu sehen gibt, wo wir dann hingehen. Anschließend kommt der Soundcheck und das Warten auf den Auftritt.

Wastin!com: Hattest du denn Gelegenheit, dir Köln anzusehen?

Travis: Ich bin nicht dazu gekommen. Unser Bassist hatte tatsächlich die Gelegenheit zu einer Stadtrundfahrt, aber leider war kein Platz mehr für mich im Auto.

Wastin!com: Wie sehen denn eigentlich die Aftershow Parties aus? Macht ihr jeden Abend mit den anderen Jungs Party in einer anderen Stadt oder geht ihr lieber früh zu Bett damit ihr am anderen Tag fit seid?

Travis: Die Parties verlaufen sehr gesittet. Wir sind keine Krawallband. Wir schlagen auch mal über die Stränge. Wenn es die Zeit erlaubt, gehen wir in die nächste Bar, hängen etwas ab und trinken ein paar Gläser. Manchmal werden auch richtige Parties geplant und vor allem in Europa gibt’s Aftershow-Parties. Manchmal kommen wir aber von der Bühne und marschieren direkt ins Bett.

Wastin!com: Habt ihr ein bestimmtes Ritual, bevor ihr auf die Bühne geht?

Travis: Meistens einfach nur Stretchen, weil man nach einer Weile wirklich Muskelkater bekommt. Wir stretchen uns und laufen rum, um den Blutkreislauf anzuregen. Das ist es eigentlich schon.

Wastin!com: Inwiefern ist es anders in den Staaten auf Tour zu sein im Vergleich zu Europa?

Travis: In der Regel machen die Europäer etwas mehr Party als die Amerikaner. Das coole am Touren in den Vereinigten Staaten ist, – ich meine, wir kommen daher – dass es sich anfühlt, als seien wir zu Hause. Eine Tour in Übersee – und wir kommen gerade aus Australien und sind jetzt in Europa – ist aber auch cool, da wir hier die Gegensätze zu allem in den Vereinigten Staaten sehen können.

Wastin!com: Was unterscheidet eure amerikanischen Fans sonst vom europäischen Publikum?

Travis: Die Altersgrenzen sind in Europa breiter. Drüben in den Staaten spielen wir vor 15- bis 20jährigen, während wir hier in Europa vor Leuten von 13 bis über 25 Jahren spielen. So gesehen ist das natürlich ziemlich cool.

Wastin!com: Findet ihr die Zeit neues Material zu schreiben oder entsteht sogar die komplette neue CD im Tourbus?

Travis: Normalerweise kommen wir auf Tour nicht wirklich dazu, neue Songs zu schreiben, weil wir einfach mit den täglichen Aufgaben auf Tour beschäftigt sind. Wir sammeln aber hier und da ein paar Ideen und halten sie fest für die Zeit, wenn wir wieder zu Hause sind und Zeit haben, uns hinzusetzen und uns auf’s Songwriting konzentrieren zu können. So machen wir das Beste aus unserer Freizeit. Wir nehmen uns meistens mindestens – abhängig davon, wie viel Zeit wir haben – eine Woche frei, bevor wir wieder anfangen, eine Band zu sein. Wir brauchen das wirklich, um bei Verstand zu bleiben.

Atreyu - Interview mit Travis Miguel am 14. September 2006, KölnWastin!com: Was läuft denn im Moment auf deinem iPod?

Travis: Ich habe zuletzt die neue Cult Of Luna-Platte gehört, höre aber auch alles von Björk, davor habe ich Tom Waits gehört. Was sonst so? Ich könnte ewig so weitermachen...

Wastin!com: Okay, dann reden wir jetzt mal über eure Platte. Wenn man eure letzte Scheibe 'A Death-Grip On Yesterday' hört, bemerkt man eine Veränderung im Sound und auch stilistisch im Vergleich zu z.B. 'The Curse'. Was können wir also im Jahr 2007 von Atreyu erwarten?

Travis: Das ist wirklich schwer zu sagen, weil wir es selbst nicht mal wissen. Wir gehen niemals mit dem Gedanken ans Songwriting heran: „Okay, das Album muss so und so klingen, weil das letzte schon so geklungen hat, also wir machen nun dieses und machen jenes eben nicht.” Sowas funktioniert für gewöhnlich nicht. Es kommt einfach aus uns heraus und wir nehmen dann das, was uns am besten gefällt. Das nächste Album könnte also zehn Mal heavier sein, doppelt so schnell oder viel melodischer oder sanfter. Wer weiß das schon?!

Wastin!com: Also ist da noch nichts geplant?

Travis: Nach der bevorstehenden U.S. Tour im November werden wir uns ein paar Wochen frei nehmen und dann mit dem Schreiben anfangen. Wir werden wohl in den Weihnachtsferien beginnen.

Wastin!com: Also können wir mit einem neuen Album im Winter nächsten Jahres rechnen?

Travis: Wahrscheinlich eher, vielleicht im Sommer 2007. Ich weiß es nicht, weil es, wie ich schon sagte, noch alles in der Luft hängt.

Wastin!com: Welche drei Dinge machen ein Album für dich perfekt?

Travis: Ein gutes Artwork oder zumindest ein interessantes Artwork ist immer gut. Ähm… es sollte wenigstens ein bisschen catchy mit ein paar Hooks sein. Als Musiker sollte man nicht egoistisch sein, damit ein Album perfekt ist, sollten es die Leute mögen und damit das passiert muss es eben eingängig sein. Und es ist schon was, wenn ich das sage, weil ich nie ein Freund konventioneller Songstrukturen war. Ich mag wirklich verrückte Musik außerhalb der Norm. Aber da müssen einfach ein paar einprägsame Passagen dabei sein. Die dritte Sache: Eine gute Produktion. Wenn die Produktion läppisch ist, ist das Album manchmal nicht Wert, gehört zu werden.

Wastin!com: Seid ihr denn nach den Veränderungen in eurem Style skeptisch gewesen, was die Reaktionen der Fans betrifft?

Travis: Das ist schwer zu sagen, weil alle wirklich gut darauf reagiert haben. Wir sind sehr glücklich damit, vor allem mit der Produktion, da unsere letzte Scheibe – und wir arbeiteten wirklich hart daran – irgendwie „bearbeitet” klang, wenig natürlich im Sound, während das neue Album ein wenig roher klingt. Der Aufnahmeprozess war sehr entspannt. Als wir 'The Curse' aufgenommen haben, musste jeder Akkord absolut perfekt abgestimmt sein, wobei es diesmal mehr so war: „Ist es richtig gestimmt? - Ja, cool, alles klar, machen wir weiter.”

Wastin!com: Also habt ihr euch nicht unter Druck setzen lassen?

Travis: Da ist immer ein wenig Druck, aber wir wollen nicht, dass uns das beim Songschreiben und bei den Aufnahmen blockiert. Dann sind da aber diese Kids, die unsere Musik kaufen, denen wir es dann auch wieder zu einem gewissen Grad rechtmachen wollen. Es ist also ein Gleichgewicht von Nehmen und Geben.

Wastin!com: Eure Fans scheinen extrem treu zu sein und haben das letzte Album sehr gut aufgenommen. Euer MySpace.com-Profil ist ungefähr 6 Millionen Mal aufgerufen worden und seit August habt ihr sogar einen eigenen Fanclub. Wie kümmerst du persönlich dich um eure Fans?

Travis: Mit dem größten Respekt, weil sie, wie du schon sagtest, sehr loyal sind und es uns so unglaublich erscheint, dass sie so zu uns halten. Das sagt schon einiges über diese Band aus.
Ich erinnere mich daran, als ich jünger war und es da eine Band gab, die ich bewunderte... ich bin immer noch ein absoluter Deftones-Fan und wir waren sogar letzten Winter mit ihnen auf Tour, das fand ich besonders cool. Und ich bin an ihnen vorbei gegangen und sagte: „Hey, was geht?” und innerlich dachte ich: „Oh mein Gott! Ich glaube nicht, dass ich gerade mit ihnen gesprochen habe!”

Atreyu - Interview mit Travis Miguel am 14. September 2006, KölnWastin!com: Es gibt also immer noch Bands, die dich nervös machen. Oder glaubst du, dass man sich nach einiger Zeit eine gewisse Rockstar-Attitüde aneignet und dann ganz abgebrüht wird?

Travis: Sowas ist für mich – und da kann ich wohl für uns alle Fünf sprechen – einfach unglaublich und es will uns nicht in den Kopf, weil wir einfach nur fünf Deppen aus Orange County sind. Wir sind nicht wirklich was Besonderes. Wenn man lange genug mit uns rumhängt, wird man merken, dass wir einfach nur ein Haufen Bekloppter sind. Aber es ist cool, dass wir hier angekommen sind, denn ich hätte mir als Kind und als ich aufwuchs nie träumen lassen, dass es andere Kids geben wird, die mich so anhimmeln, wie ich damals meine Helden als Kind angehimmelt habe. Sowas passiert nicht vielen Menschen im Leben, und das ist schon ziemlich cool!

Wastin!com: Zurück zum Internet: Für wie wichtig hälst du Foren wie MySpace.com, Pure Volume, Fanclubs und Websites und wie intensiv kann man als international erfolgreiche Band noch Kontakt mit seinen Fans halten?


Travis: Das Internet ist ein großartiges Werkzeug. Besonders für große Bands, Bands, die größer sind als wir, oder Bands auf unserem Level und Bands, die kleiner sind als wir, ist es eine tolle Sache um mit den Leuten in Verbindung zu bleiben und sich mit ihnen auszutauschen. Ganz besonders aber für kleinere Bands ist es toll, weil es ein großartiges Medium ist, seine Musik nach da draußen zu bekommen. Ich denke, es kann einfach nur jeder Band helfen.

Wastin!com: Hälst du die Sache, die momentan im Internet passiert, für eine Entwicklung oder Evolution und denkst du, dass es eine gute oder schlechte Entwicklung ist?

Travis: Es ist ein wenig von beidem. Es ist schlecht, wenn jemand hingeht und unser ganzes Aerwarten, dass die übliche Leute zu unseren Shows kommen. Wir haben eine Armee eingefleischter Pro-Pain Fans da draussen, die uns nie im Stich lässt. Aber was die Shows diesmal angehen, sind wir noch nicht ganz sicher, was wir machen werden. Natürlich wollen wir unsere '15 Year Anniversary Tour' zu etwas Besonderem machen. Vielleicht werden wir einen Haufen Songs spielen, die wir schon lange nicht mehr gespielt haben, oder sowas in der Art.

Wastin!com: Was ist das Beste daran, in Europa auf Tour zu sein?

JC: Die Tatsache, dass europäische Fans so empfänglich sind und uns nach all den Jahren immer noch so unterstützen. Es ist wirklich toll, zurückzukehren. Wir sehen jede Menge bekannte Gesichter, und ein paar neue natürlich.

Wastin!com: Kennt ihr eure Support Bands Silent Overdrive (DE), Hemlock (USA), Gurd (CH) und Days Of Betrayel (BE) schon persönlich und wie habt ihr zueinander gefunden?

JC: Nun ja. Gurd sind alte Freunde von Pro-Pain, mit denen haben wir schon vorher die Bühne geteilt. Ich freue mich darauf, eine weitere amerikanische Band - Hemlock - dabei zu haben, das kommt sonst nicht so oft vor. Silent Overdrive und Days Of Betrayal habe ich bis jetzt noch nicht getroffen, aber ich bin sicher, dass wir gemeinsam eine tolle Zeit haben werden.

Tom: Einige kennen wir bereits von früher, einige sind Freunde von Freunden, einige wurde durch Booker an uns herangetragen und einige sind langjährige Freunde von uns. Es ist ein wirklich starkes Package! Ich denke, die Leute die zu der Show kommen, werden eine echt tolle Show erleben.

Wastin!com: Wenn ihr so lange unterwegs seid, wie bleibt ihr da motiviert?

JC: Du wirst manchmal echt müde, aber das Adrenalin hält dich am laufen. Aber am Tag nach der Tour, wenn ich nach Hause komme, sinkt das Adrenalin und ich fühle mich wie von einem Lastwagen überfahren!!

Tom: Die Shows selber sind sehr motivierend. Es erscheint mir nicht so, dass jeden Tag in eine andere Stadt zu reisen, jeden Tag neue Leute zu treffen, die Show zu spielen und nach jeder Show eine eine große Party zu feiern einer großen Motivation bedarf. Ich denke, dass ein regelmäßiger Job von 9 bis 17 Uhr eine viel größere Motivation erfordert.

Wastin!com: Steht eine Stadt auf eurem Tourplan, wo du noch nie warst und auf die du dich besonders freust?

Tom: Es ist immer toll in Bischofswerda zu spielen, weil wir da so gute Freunde haben. Prag und Budapest machen immer viel Spaß. Ich fühle mich an diesen Orten wie im Urlaub. Ich finde es immer spannend in eine Stadt zu fahren, wo wir noch nie zuvor waren. Sowas reizt den Entdecker in mir.

JC: Ich freue mich immer auf München, weil ein sehr guter Freund von mir dort lebt und wir uns dann immer treffen, zusammen abhängen ud einiges nachholen. Und die Shows in Bischofswerda und Vossselaar sind wirklich auch jedes Mal großartig.

Wastin!com: Wie werden die Aftershow Parties aussehen, werdet ihr in jeder Stadt jede Nacht Party machen oder lieber immer früh ins Bett gehen, um am nächsten Tag wieder fit zu sein?

JC: Nun ja, ich gehe normalerweise immer früh am morgen ins Bett, so gegen 6 Uhr morgens. Zählt das?

Tom: Mit den Fans gibt es immer vor, während und nach jeder Show eine Party.
Die einzigen Ausnahmen sind, wenn wir eine sehr lange Fahrt vor uns haben, um zur nächsten Show zu kommen und wir deswegen früh los müssen. In diesen Fällen verlegen wir für gewöhnlich die Party einfach in den Bus.

Wastin!com: Euer neues Album 'Age Of Tyranny: The Tenth Crusade' wird am 30. Mai 2007 im Laden stehen. Bitte erzählt uns doch ein bisschen darüber! Was sollten die Leute darüber wissen, worum geht es?

JC: Also, wir sind sehr begeistert davon, das kann ich dir sagen. Wir haben ein paar neue Sachen auf diesem Album ausprobiert, die man einfach mal ausprobieren muss, damit es für einen selbst interessant bleibt. Es beinhaltet manche der härtesten Sachen, die wir je gemacht haben, und dennoch gibt es ebenso auch unglaublich melodische Parts und jede Menge verschiedene Arten von Grooves. In dieser Hinsicht ist es halt ein wenig wie 'Fistful Of Hate', also auf jeden Fall ein sehr geschickt abgerundetes Album.

Tom: Es ist viel mehr ein Konzeptalbum als alles, was wir zuvor gemacht haben. Der Schwerpunkt liegt auf der Weltpolitik, dem internationalen Bankwesen und dem verheerenden Ausbruch von Geldgier, die versucht den Planeten in eine sehr „Orwell´sche“ Richtung zu steuern. Wenn du die Platte anhörst, wirst du eine Vielfalt von Einflüssen hören. Von klassischen Hardcore-Songs, über Metal-Songs, Sing-Along-Punk typischen Melodien bis zum straightem Rock and Roll... Es ist alles dabei.

Wastin!com: Was ist der größte Unterschied zwischen dieser und der alten Platte 'Prophets Of Doom'?

JC: Wie ich sagte, die Musik ist mannigfaltiger als sonst, aber die Lyrics konzentrieren sich mit Abstand von allen Pro-Pain-Alben am meisten auf ein spezielles Thema. Gary hat gesagt, es sei so ziemlich ein Konzeptalbum, da sich alle Texte um dasselbe Thema drehen: Unsere abgefu**te machthungrige US Regierung.

Wastin!com: Warum habt ihr euch gerade für diesen Titel entschieden? Welche Message steckt dahinter?

JC: Na ja. Die Message ist wirklich interessant. Während „Age of Tyranny“ etwas offensichtlicher ist, denn, wie ich schon sagte, dreht sich bei diesem Album alles um unsere US Regierung und darum, dass die USA eben nicht so ein „freies Land“ ist wie sie behauptet zu sein, hat „The Tenth Crusade“ eine doppelte Bedeutung. Erstens handelt es sich bei dem Album um Pro-Pain´s 10. Studio-Album, auf das wir alle ziemlich stolz sind. Und zweitens wurde mal von vielen Leuten eine Parallele zwischen dem „War On Terror“ (Operation Blood For Oil) der Bush Familie und den historischen Kreuzzügen gezogen, welche dann – mit diesem eingerechnet – insgesamt zehn wären. Ziemlich cool, nicht?

Wastin!com: Allerdings! Und du bist immer noch zufrieden mit der Platte oder würdest du doch noch gern das ein oder andere daran verändern?

JC: Mann, ich liebe diese Platte! Ich wünschte nur, dass wir sie schon früher fertig bekommen hätten, so dass wir früher auf Tour hätten gehen können. Ich vermisse das!!

Tom: Ich bin sehr glücklich damit. Natürlich, mit der Zeit höre ich sie mir mehr als „Zuhörer“ als als „Produzent“ an, das gibt mir eine andere Perspektive. Nach einigen Jahren lässt die „Frische“ nach und ich bin in der Lage die Platte besser einzuschätzen und ohne Befangenheit zu kritisieren. Im Augenblick bin ich wirklich zufrieden damit.

Wastin!com: Bitte vervollständige den folgenden Satz: Man sollte Pro-Pain hören, wenn ...

JC: ... wenn wir in deiner Stadt auf der Bühne stehen... Also beweg deinen Arsch zu unserer Show!!!!

Tom: ... immer! Mit ein paar Ausnahmen: Nicht während eines Tennismatchs oder während einer Gehirn-OP. Das Letztere gilt natürlich nur für die Hirnchirurgen unter euch da draußen! Ich empfehle keinem, der nicht in Hirnchirurgie geübt ist, sowas Kompliziertes durchzuführen.

Wastin!com: Hast du während eurer letzten Tourneen in Deutschland auch schon mal ein paar deutsche Wörter gelernt?

JC: JEVER!!! Das ist mein liebstes deutsches Wort (heh, heh).

Wastin!com: Wie sehen eure weiteren Pläne für den Rest des Jahres aus?

JC: Nach der kommenden Europa Tour, planen wir eine Tour in Amerika, um das Album zu promoten, dann kommen wir aber noch mal im Sommer wieder, um erneut ordentlich die Bühnen auf einigen Festivals zu zerlegen! Das ist jedes Mal eine tolle Zeit.

Tom: Ja, wir möchten einfach so viel wie möglich touren, um die Platte zu promoten und um 15 Jahre Pro-Pain zu feiern. Vielleicht folgt eine US-Tour, Japan, ein paar europäische Sommer-Festivals und vielleicht eben Süd Afrika. Das würde unser Jahr ausfüllen.

Wastin!com: Okay, das war es! Vielen Dank!!!! :)

JC: Nein, ich danke euch! Wir sehen uns bald und trinken dann mal ein Bier zusammen!

Mehr Info:
Interview Pro-Pain mit JC Dwyer am 25. März 2006
Pro-Pain: Website / MySpace
Autor: Dominik Szelinski