wastin!com wastin!com
CD REVIEWS LIVE REVIEWS INTERVIEWS
HÖRBÜCHER UND HÖRSPIELE
GALLERY TOURDATES Search IMPRESSUM
Wastin!com presents Alternate Eve
Pixies – 'Acoustic & Electric Live'
KoRn - KoRn III - 'Remember who you are'
Der Preis des Verbrechens' Volume 1
Skafield – 'Memories in Melodies''
Dick & Doof – 'In Oxford' Pinksnotred - 'Remedy' Donots – 'The Long Way Home' 'Inspector Barnaby - Volume 7'
Dick &  Doof – 'Dick & Doof sprechen Deutsch: Spuk um Mitternacht'
KISS – 'KISSOLOGY Vol. 3 1992-2000'
'THIS IS SPINAL TAP - 25th Anniversary Edition'
'Tyson – Der Mann. Der Mythos. Die Wahrheit.'
 84 Day Syndrome vs. Gluefactory - 'Antonio Villaraigosa Golden Expressway'
Rockwell – 'Hope & Anchor' Tony Ashton & Friends Live At Abbey Road - 'Endangered Species' Grace.Will.Fall- 'Second Album'
Jack Slaughter – Tochter des Lichts – 'Im Haus des Todes' (11)
Jack Slaughter – Tochter des Lichts - 'Werwolf im Schafspelz' (10)
Mark Brandis – 'Vorstoss zum Uranus II' (8)
Mark Brandis – 'Vorstoss zum Uranus I' (7)
Jack Slaughter Tochter des Lichts – 'Die Wurzel des Bösen' (9)
Dorian Hunter Dämonen-Killer – 'Im Labyrinth des Todes' (9)
'Die drei ??? und der seltsame Wecker' - LIVE
Jack Slaughter Tochter des Lichts – 'Das Heer der Finsternis' (8)
Jack Slaughter Tochter des Lichts – 'Dr. Jekyll & Mrs. Hyde' (7)
Geisterjäger John Sinclair – 'Ein schwarzer Tag in meinem Leben' (54)
Alternate Eve
Die RadioShow auf Antenne AC
zum Mag! Aber gerade gönnt sich 'Alternate Eve' eine verdiente Pause! Den nächsten Sendetermin erfahrt ihr demnächst an dieser Stelle!
Negative – Interview mit Jonne Aaron am 28. Juli 2006, Köln
„Ich war schon immer davon überzeugt, dass ich mal Rockstar werden würde.“

Die sechs Finnen von Negative, Sänger Jonne Aaron, die Gitarristen Larry und Christus, Bassist Antti, Drummer Jay und Snack an den Keyboards greifen mit ihrem neuen Album 'Anorectic' an. Weiterentwickelt will man sich haben, besser als Songwriter und Musiker geworden sein, nun, das sagen sie ja immer alle. In Köln stand mir der liebreizende und blutjunge Frontmann Jonne Rede und Antwort und verriet, nicht nur, was man von der neuen Scheibe erwarten könne, viel mehr auch, dass in seiner Band nicht immer nur eitler Sonnenschein herrscht, sondern auch schon mal handfeste Auseinandersetzungen vorkommen. Zudem lüftete er das Geheimnis um sein engelsgleiches Aussehen und verriet, warum er auf Make Up steht. Aber das war noch nicht alles, lest selbst, was der sympathische Finne uns ganz relaxt offenbarte.

Negative – Interview mit Jonne Aaron am 28. Juli 2006, KölnWastin!com: Hi Jonne! Was sollten die Leute über Negative wissen?

Jonne: Über Negative? - Na ja, wir sind schon seit 2000, 2001 in dieser Besetzung zusammen, haben 1997 begonnen Musik zu machen, also gibt es uns jetzt schon fast 10 Jahre. Wir haben schon zwei Alben veröffentlicht und jetzt kommt unser drittes Album raus. Wir sind schon durch Japan, Skandinavien, Russland und Europa getourt. Da gab es also schon so einige tolle Dinge in unserer Vergangenheit.

Wastin!com: Wen wollt ihr mit eurer Musik erreichen, richtet ihr euch da an eine bestimmte Klientel?

Jonne: Hmm... Ich will unsere Band nicht in irgendeine Schublade stecken, weil ich denke, dass Musik ein einheitlicher Code ist. Es spielt keine Rolle, welche Hautfarbe man hat oder welcher Nationalität man angehört oder wie alt man ist oder sowas. Ich glaube, dass Musik für alle ist und deswegen gibt es keine bestimmte Klientel, an die wir uns wenden wollen, oder eine bestimmte Schublade, in die wir gehören möchten. Aber natürlich wollen wir mal die größte Band der Welt werden, das ist unser größtes Ziel. (lacht!)

Wastin!com: Du hast es eben schon angesprochen, euer neues Album 'Anorectic' wird bald bei uns erscheinen. Was sollten die Leute darüber wissen?

Jonne: Es ist verdammt großartig! (lacht!) Das ist alles, was die Leute darüber wissen müssen! Wir haben so viele Shows und Tourneen hinter uns gebracht und all das, es ist so großartig ein Teil dieser Band zu sein und ich bin so verdammt stolz auf das, was wir mit diesem Album geschafft haben. Ich denke, jeder, der dieses Interview lesen wird, sollte das Album mal anhören, er wird nicht enttäuscht werden. Es ist wie eine Achterbahnfahrt, es sind zwölf Songs darauf und es reißt einen von einer Laune in eine andere. Also, wenn man einfach mal chillen will oder mal alles vergessen will, dann sollte man sich das Album besorgen!

Wastin!com: Ja, 'Anorectic' ist sehr mannigfaltig!

Jonne: Yeah! Und wer Bands wie zum Beispiel Guns´n`Roses, Nirvana und Muse oder Queen mag, der sollte sich unsere Platte auf jeden Fall besorgen, weil sie Elemente von all diesen Bands beinhaltet, nur eben „verunstaltet“ von Negative! (lacht!)

Wastin!com: Und warum habt ihr euch genau diesen Titel für die Platte ausgesucht? Welcher Sinn steckt dahinter?

Jonne: 'Anorectic' ist ein wirklich simpler Titel, den man sich schnell merken kann, was sehr wichtig ist. Er ist mir einfach eingefallen, es war auch der erste Titel, der mir für das Album einfiel und nachdem wir dieses Zirkusteam gefunden hatten, machte der Titel noch mehr Sinn, denn das ist die Kehrseite der Medaille. Es paßt einfach perfekt, wie ich finde, da der Sound einfach viel breiter und besser geworden ist.

Wastin!com: Ihr seid mit 'Sweet & Deceitful' sehr erfolgreich gewesen. Standet ihr deshalb bei der Produktion der neuen Platte unter Druck? Immerhin waren die Erwartungen eurer Fans ans neue Werk sicherlich sehr hoch.

Jonne: Na ja, zuerst dachte ich, dass ich sehr unter Druck stehen würde, dass wir alle sehr unter Druck stehen würden. Aber da hab´ ich mich geirrt, denn die Songs kamen überraschenderweise ganz einfach zustande. Es war einfach etwas, das wir machen mussten. Unser letztes Album 'Sweet & Deceitful' war zwei Jahre zuvor erschienen, was eine lange Zeit ist, und während wir das neue Album aufgenommen haben, waren wir zusammen mit HIM und The Rasmus auf Tour und es war alles ein wenig verwirrend. Es war eine lange Aufnahmesession, ich meine, wir haben im letzten Herbst angefangen dieses Album aufzunehmen und seitdem haben wir wirklich intensiv daran gearbeitet. Also, da war kein Druck. Es war zwar eine mühsame Session, aber gleichzeitig auch die befreienste Session, die wir je hatten.

Wastin!com: Du benutzt die Musik also auf jeden Fall auch als Ventil für deine Gefühle und Emotionen?

Jonne: Ja, es ist ein wirklich wichtiger Weg für mich all meine Emotionen auszudrücken. Wie zum Beispiel das Schreiben von Texten, das ist wie Tagebuchschreiben für mich. Und auf 'Anorectic' kann jeder hören, was ich durchgemacht habe während der letzten drei Jahre auf Tour.

Wastin!com: Also, inspiriert dich alles, was du erlebst?

Jonne: Natürlich und tief in mir existiert immer noch dieser sensible Teenager. Als ich das erste Mal zu einer Akustikgitarre griff und meine ersten Noten darauf spielte, das war wie eine Therapie für mich, diese ganze Musik! Ich kann das gar nicht beschreiben. Ein Leben ohne Musik, das ... (zuckt die Achseln)

Wastin!com: Das wäre für dich wohl undenkbar?

Jonne: Genau! Und keiner kann mir das nehmen, weißt du. Das ist einfach etwas, das ich tun muss und es wird mich auch mein Leben lang wie ein Fluch verfolgen bis ich sterbe (lacht!). Aber es ist schön!

Wastin!com: Das ist es!

Negative – Interview mit Jonne Aaron am 28. Juli 2006, KölnJonne: Ja, das ist es und ich bin wirklich ein echter Glückspilz, dass ich in der Lage bin, das zu tun, was ich tun möchte.

Wastin!com: Das ist das Beste, wenn man im Leben die Chance hat, das zu tun, was man am liebsten macht.

Jonne: Ich erinnere mich noch an meine Freunde, als ich 15, 16 oder 17 Jahre alt war, da wussten die schon, was sie mal später werden wollten. Sie sagten; „Ich werde mal Doktor!“ oder „Ich werde mal Anwalt!“ All solche „normalen“ Wünsche eben. Und ich war ein wenig verwirrt, denn ich war schon immer davon überzeugt, dass ich mal Rockstar werden würde. (lacht!) Ich wollte einfach damit meinen Lebensunterhalt verdienen, ich war nicht an anderen Karrieren interesiert, dies war einfach mein Schicksal. Ich erinnere mich daran, als ich das erste Mal Gitarre gespielt habe, da hat sich mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt und ich dachte; „Oh Scheiße, das ist das, was mir immer gefehlt hat!“ Und ich war 12 Jahre alt, als ich beschloss, dass ich irgendwann mal Rockstar werde. Also repräsentiert diese Band für mich definitiv Freiheit und nun können wir uns unsere Grenzen selbst setzen. Und das ist toll.

Wastin!com: Das glaub´ ich!

Jonne: Zum Beispiel dieses Interview. Es ist sehr schön mit dir zu sprechen und das mache ich viel lieber als irgendeine dumme Arbeit. Natürlich respektiere alle, die arbeiten, aber ich denke, Leute sollten mehr auf ihr Herz hören, auf ihre innere Stimme.

Wastin!com: Ja, das sollte man tun!

Jonne: Sonst braucht man nichts.

Wastin!com: Dann ist man einfach glücklich.

Jonne: Genau.

Wastin!com: Wie würdest du euren Sound benennen wollen? Wenn man sich nicht gerne in eine Schublade stecken lässt, dann ist das natürlich schwierig.

Jonne: Wir pflegen unsere Musik „Emotional Rock And Roll“ zu nennen (lacht!). Denn das ist es, wunderschöne Melodien gemischt mit echt verzerrten Gitarren und herzzerreißenden Lyrics. Vielleicht kann man auch einige Elemente des Grunge heraus hören. Aber auf jeden Fall sind da immer sehr starke Melodien in jedem Song, denn wir alle lieben melodische Musik. Also würde ich sagen Emotional Rock And Roll passt, wenn das okay für dich ist.

Wastin!com: Klar ist das okay!

Jonne: Wenn dir das reicht!

Wastin!com: Sicher doch! Warum habt ihr denn diesmal keinen Coversong auf der Platte? Letztes Mal hattet ihr ja Neil Young´s 'My My / Hey Hey (Out Of Blue)' dabei.

Jonne: Ja, dieses Mal haben wir keinen Coversong, wir haben zwar Led Zeppelin´s Song 'Rock And Roll' ein paar Mal live gespielt und vielleicht wird das mal eine B-Seite auf einer Single werden. Aber unser erstes Album war ein sehr großer Erfolg in Finnland und in Japan und als wir von einer Tour in Japan und durch Skandinavien zurückkamen, wurde uns gesagt, dass wir ein neues Album machen sollten. Unsere Labelmenschen haben uns dann gefragt, ob wir noch ein paar mehr Songs hätten, damit wir dieses Album fertigstellen könnten, und der Zeitplan war etwas eng und deswegen haben wir 'My My / Hey Hey (Out Of Blue)' genommen. Wir hatten eben nur neun oder zehn eigene Songs, deshalb!

Wastin!com: Also, habt ihr einfach mal einen Coversong genommen, um das aufzufüllen...

Jonne: Na ja, es war schon ein wenig so, aber das ist ja auch einer der wirklich großartigsten Rock-Songs aller Zeiten und er paßt einfach perfekt zu uns, wie ich finde, und ich liebe es, ihn live zu spielen.

Wastin!com: Und die Fans lieben es live!

Jonne: Yeah, es ist wirklich fantastisch!

Wastin!com: Für 'Sweet & Deceitful' habt ihr mit T.T. Oksala als Produzent zusammen gearbeitet, dieses Mal habt ihr euch für Hiili Hiilesmaa entschieden. Warum?

Jonne: Weil wir einfach mal was Neues ausprobieren wollten. Etwas Frisches. Und wir wollten es so auch interessant für uns machen. Für das erste Album haben wir mit Lex Luthor zusammen gearbeitet, für das Zweite dann mit T. T. und dann wollten wir eben mal Hilii ausprobieren. Da standen zwar noch ein paar andere Namen im Raum, aber letztendlich haben wir uns für Hilii entschieden und so haben wir ein paar Demo Tapes aufgenommen und sie ihm geschickt. Er war wirklich interessiert an unserem Sound und an unseren Songs und sagte; „Hey, ich habe ein wenig Zeit für euch Jungs, lasst es uns machen!“ Und es war wirklich inspirierend mit ihm zu arbeiten, denn er hat schon so viele großartige Alben gemacht und dennoch ist er immer noch neugierig auf neue Sachen und neue Ideen. Und es war auch sehr lehrreich mit ihm Studio und wir haben wirklich die verrücktesten Ideen mit ihm ausprobiert.

Negative – Interview mit Jonne Aaron am 28. Juli 2006, KölnWastin!com: Also, war er sehr aufgeschlossen. Wie hat sich das gezeigt?

Jonne: Ja, er hat uns eigentlich dazu ermuntert, ein wenig mehr Selbstbewusstsein zu zeigen. Zum Beispiel: Jay hat seine Drumtracks aufgenommen und er wollte, dass sie irgendwie mehr animalisch, dschungel-, voodoomäßig klingen. Und da hat Hilii ihm geraten, sich nackt auszuziehen und es so mal zu probieren und das hat er auch gemacht.

Wastin!com: Und das hat geholfen?

Jonne: Ja, das hat geholfen, Jay meinte nur: „Oh, shit!“

Wastin!com: Er hat sich wahrscheinlich wirklich gefühlt wie im Dschungel!

Jonne: Ja, ja, wie ein Teil vom Dschungel. Diese Dinge, kleine Dinge, aber sehr wichtige Dinge für uns haben wir getan! Und wenn viele kleine wichtige Dinge zusammen kommen, dann können sie das ganze Paket zusammenhalten und das ist dann das Tüpfelchen auf dem I!

Wastin!com: Dann seid ihr selbstverständlich auch zufrieden mit dem Resultat?

Jonne: Ja, das sind wir.

Wastin!com: Lass uns mal über das Leben auf Tour sprechen. Wenn ihr für sehr lange Zeit auf Tour geht, wie schaffst du es dann die ganze Zeit über motiviert zu bleiben?

Jonne: Durch jede Show. Ich denke, Aufzutreten ist der beste Teil an dieser ganzen Sache. Ich meine, du lebst das Ganze ja und du lebst mit dem Ganzen die ganze Zeit über. Natürlich brauchst du auch mal deine Auszeiten zwischendurch, wenn du müde bist und ich muss besonders auf meine Stimme achten andernfalls würde ich sie irgendwann verlieren. Ich kann halt nicht so viel trinken auf Tour wie die anderen Jungs, aber ich versuche das beizubehalten (lacht!). Und es ist Tag für Tag interessant, man ist immer an einem anderen Ort und es ist immer ein neues Publikum. Ich liebe es unterwegs zu sein. Ich meine, wir sind die ganze Zeit unterwegs und ich mag es auch nicht an einem Ort länger zu verweilen.

Wastin!com: Wie ein Vagabund!

Jonne: Ja, vielleicht ... Ja, eigentlich genau so. Und die Shows machen es unterhaltsam.

Wastin!com: Und habt ihr ein bestimmtes Ritual bevor ihr auf die Bühne geht?

Jonne: Hmm. Ich wärme meine Stimme auf und manchmal bin ich so scheiße nervös, dass ich meine Augen schließen, mich auf den Boden legen und mir einfach etwas Zeit für mich nehmen muss. So 20, 30 Minuten oder so, manchmal auch eine Stunde vor der Show muss ich dann anfangen mich für den Auftritt fertig zu machen. Aber natürlich hängt es immer davon ab, ob wir einen 45 Minuten Gig auf einem Festival spielen oder eine ganze Show von über einer Stunde und 15 bis 20 Minuten. Bei ersterem brauchst du nicht ganz so viel Zeit zum Aufwärmen, aber eine lange Show erfordert auch eine lange Aufwärmphase.

Wastin!com: Und wie lange brauchst du für das Ankleiden und das Make Up, brauchst du da noch mal Zeit extra?

Jonne: Im Moment brauche ich fünf Minuten und das dann ist eine schnelle Session und das sieht man auch! (lacht!)

Wastin!com: Da wir gerade über Mode und Make Up auf der Bühne sprechen. Als Negative hierzulande berühmt wurden, haben sich viele im ersten Moment gefragt, ob da ein Frontmann oder eine Frontfrau vor ihnen steht. In Japan nennt sich dieser Trend zur Verschleierung der eigenen Sexualität Visual Kei. Hast du es darauf angelegt oder besser legst du es darauf an, die Leute zu verwirren?

Jonne: Nein. Das ist einfach so: Ich bin was ich bin. Als ich noch so klein war (zeigt mit dem Arm in die Luft) - also noch ein kleiner Junge – da habe ich mir immer die Schminke meiner Mutter geborgt und alles ausprobiert und fand das wirklich aufregend. Ich weiß nicht, warum Frauen Make Up benutzen, aber das ist der gleiche Grund, warum ich es benutze. Ich mag es einfach gut auszusehen! (lacht!) Ich versuche jedenfalls, gut auszusehen. Ich meine, wenn ich zum Chillen zuhause bin, dann schminke ich mich nicht mehr so oft, denn in Finnland erkennen mich die Leute wesentlich einfacher und dann bin ich sozusagen ein „bewegliches Ziel“, wenn ich komplett geschminkt in den Supermarkt gehe.

Wastin!com: Also bist du quasi ungeschminkt incognito unterwegs?

Jonne: Ja, aber es ist ja so, man achtet ja auf solche Dinge heutzutage gar nicht mehr so. Es geht ja in erster Linie immer um mehr Musik und je mehr Shows wir spielen, desto weniger achtet man darauf welche Farbe mein Mascara und so hat.

Wastin!com: Ja, die Musik sollte immer im Vordergrund stehen!

Jonne: Ja, das stimmt! Aber sowas kann immer noch für einige Teenager verwirrend sein, jedenfalls für die, die sich ihrer Sexualität noch nicht sicher sind (kichert). Ich hoffe, die vergeben mir das jetzt! (kichert)

Wastin!com: Das werden sie bestimmt ;) Und was magst du am Touralltag am liebsten und was nervt dich so richtig? Vielleicht, dass man die ganze Zeit aufeinander hängt oder sowas?

Jonne: Hmm...die meiste Zeit über ist es richtig großartig und toll und ich genieße es. Wenn wir Spaß haben, dann haben wir so richtig Spaß, aber wenn´s mal kriselt, dann kann es richtig beschissen werden. Ich werde jetzt keine Details nennen, aber da gibt´s es so einige unschöne Situationen während einer Tour...

Negative – Interview mit Jonne Aaron am 28. Juli 2006, KölnWastin!com: Aber ihr schlagt euch nicht oder?

Jonne: Es gibt Catfights! (lacht!)

Wastin!com: Wirklich? Im Bus?

Jonne: Ja, ja! (lacht!) aber auch außerhalb vom Bus! (kichert) Einmal war ich auf Tour mal so kurz (zeigt einen kleinen Abstand mit den Fingern) davor, einen Flug zurück nach Finnland zu nehmen. Ich war so kurz davor, jemanden den Hals umzudrehen.

Wastin!com: Oh je. Aber jetzt ist doch wieder alles in Ordnung zwischen euch?

Jonne: Ja, doch.

Wastin!com: Ich glaube, sowas ist normal, wenn man gezwungen ist so lange Zeit miteinander zu verbringen.

Jonne: Ja, man braucht zwischendurch einfach Zeit und Raum für sich alleine, aber in unserer Situation, wir sind ja noch eine sehr junge Band, da macht jeder mal Fehler oder flippt mal aus, betrinkt sich und sowas. Und solche Situationen sind dann normalerweise die schlimmsten.

Wastin!com: Und wenn ihr dann mal wieder zu Hause seid, siehst du die anderen Jungs dann oft oder was machst du so?

Jonne: Es ist natürlich so, dass ich Zuhause ein paar wirklich enge Freunde habe, die nichts mit der Band zu tun haben. Aber in letzter Zeit, war es mit der Band so großartig, als wir dieses Album gemacht haben und jetzt ist es endlich fertig. Wir haben ja im Sommer nicht so viele Shows gespielt und so hatte ich auch da viel Zeit für meine Freunde und das war eine tolle Zeit. Wir haben viele lustige Sachen gemacht, zum Beispiel, ich liebe Bowlen und in Tampere gibt's eine klasse Location dafür, da waren wir und ich liebe Filme und so haben wir uns viele Filme angeschaut, auch einige schlechte...

Wastin!com: Welcher ist dein Lieblingsfilm?

Jonne: Mein Lieblingsfilm? - 'Forrest Gump' ist definitiv mein Lieblingsfilm.

Wastin!com: Ich liebe Tom Hanks auch!

Jonne: Ich fand seinen Charakter in dem Film toll, wie er sich in allem weiterentwickelt hat. Ich meine, er hat all diese Interviews gemacht mit John Lennon und so und dann diese Bubba Gump Shrimp Company Sache und sein Investment in Apple. Das ist alles so witzig, aber auch in bestimmter Hinsicht traurig. Aber auch 'Goodfellas' mit Robert De Niro und Joe Pesci ist großartig.

Wastin!com: Ja, der ist richtig großartig!

Jonne: Ach ja, und The Simpsons ist meine Lieblingsserie.

Wastin!com: Leider haben wir ja hier nur die deutsche Version und können so die Gastsprecher gar nicht hören, das ist schade!

Jonne: Das nervt! Immer wenn ich hier in Deutschland im Hotel bin und ich einen Film sehen will, dann ist der immer übersetzt, da versteh ich kein Wort. Ich kann nur „scheisse“ und „ich liebe dich“ und sowas.

Wastin!com: Diese Worte kennen ja fast alle, genauso wie Stau. Anderes Thema: Du hast eben schon Festivalgigs erwähnt, ihr habt auch schon eine Menge gespielt. Würdest du denn auch mal gerne in so einem riesigen Stadion spielen oder magst du leiber die kleinen überschaubaren Clubs und Konzerthallen?

Jonne: Stadion-Gigs würden mir Spaß, und ich denke, es ist das Hauptziel immer Stadien füllen zu können, aber wir wollen kleine Schritte machen. Also denke ich, wir werden erstmal in diesen Clubs spielen, ich weiß nicht, wie groß die so sind, aber ich nehme an, die haben so die normale Größe, und das ist toll. Ich mag das. Und Stadien scheinen im Moment noch in so weiter Ferne zu liegen. Ich meine, warum nicht? - Irgendwann sicher!

Wastin!com: Ja, Stadien sind für Bands bestimmt toll, da hat man frische Luft und das alles!

Jonne: Ja, ja, aber es ist schön in verschiedenen Locations zu spielen. Wenn du in einem kleinen Club spielst, dann kannst du die Atmosphäre und das Publikum richtig spüren und die Distanz zwischen uns und dem Publikum ist viel geringer als bei Festivals, wo viele tausend Leute stehen. Das ist natürlich auch toll! Aber so ein Mittelding zwischen Club und Stadion wäre wohl am besten!

Wastin!com: Wenn nicht in Finnland, wo würdest du sonst gerne leben?

Jonne: In der Schweiz. Ich würde dann gerne in der Schweiz leben.

Wastin!com: Wegen den Bergen?

Jonne: Ja, ich liebe die Natur in der Schweiz, also warum nicht in der Schweiz oder hier?

Negative – Interview mit Jonne Aaron am 28. Juli 2006, KölnWastin!com: Oder in Österreich, da ist es auch sehr schön!

Jonne: Ja! Ich meine, in Los Angeles oder so da ist es wahrscheinlich zu hektisch und es gibt zu viel Verkehr, also wäre die Schweiz, Italien oder Spanien toll.

Wastin!com: Und wenn nicht heute, in welcher Zeit hättest du gerne gelebt, wenn du es dir aussuchen könntest?

Jonne: In den 80ern des 19. Jahrhunderts. Ich hätte gerne gewusst, wer Jack the Ripper war.

Wastin!com: Das wüssten wir alle gerne! Was können wir nach der Tour noch von Negative erwarten?

Jonne: Ich denke, das wird die längste Tour überhaupt zu diesem Album und los geht´s im Herbst. Also, man kann viele Shows und viel Durcheinander, Revolutionäres und jede Menge Spaß von uns erwarten.

Wastin!com: Okay, dankeschön, das war´s!

Jonne: Ich danke euch!

Mehr Info:
Gig-Review: Negative, Jann Wilde & Rose Avenue – 04. November 2006, Leipzig
CD-Review Negative - 'Anorectic'
Website Negative
Autor: Vera Bunk