wastin!com wastin!com
CD REVIEWS LIVE REVIEWS INTERVIEWS
HÖRBÜCHER UND HÖRSPIELE
GALLERY TOURDATES Search IMPRESSUM
Wastin!com presents Alternate Eve
Pixies – 'Acoustic & Electric Live'
KoRn - KoRn III - 'Remember who you are'
Der Preis des Verbrechens' Volume 1
Skafield – 'Memories in Melodies''
Dick & Doof – 'In Oxford' Pinksnotred - 'Remedy' Donots – 'The Long Way Home' 'Inspector Barnaby - Volume 7'
Dick &  Doof – 'Dick & Doof sprechen Deutsch: Spuk um Mitternacht'
KISS – 'KISSOLOGY Vol. 3 1992-2000'
'THIS IS SPINAL TAP - 25th Anniversary Edition'
'Tyson – Der Mann. Der Mythos. Die Wahrheit.'
 84 Day Syndrome vs. Gluefactory - 'Antonio Villaraigosa Golden Expressway'
Rockwell – 'Hope & Anchor' Tony Ashton & Friends Live At Abbey Road - 'Endangered Species' Grace.Will.Fall- 'Second Album'
Jack Slaughter – Tochter des Lichts – 'Im Haus des Todes' (11)
Jack Slaughter – Tochter des Lichts - 'Werwolf im Schafspelz' (10)
Mark Brandis – 'Vorstoss zum Uranus II' (8)
Mark Brandis – 'Vorstoss zum Uranus I' (7)
Jack Slaughter Tochter des Lichts – 'Die Wurzel des Bösen' (9)
Dorian Hunter Dämonen-Killer – 'Im Labyrinth des Todes' (9)
'Die drei ??? und der seltsame Wecker' - LIVE
Jack Slaughter Tochter des Lichts – 'Das Heer der Finsternis' (8)
Jack Slaughter Tochter des Lichts – 'Dr. Jekyll & Mrs. Hyde' (7)
Geisterjäger John Sinclair – 'Ein schwarzer Tag in meinem Leben' (54)
Alternate Eve
Die RadioShow auf Antenne AC
zum Mag! Aber gerade gönnt sich 'Alternate Eve' eine verdiente Pause! Den nächsten Sendetermin erfahrt ihr demnächst an dieser Stelle!
The Destiny Program – Interview mit Johannes und Sebastian Formella - 02.02.07, Hagen
The Destiny Program – Interview mit Johannes und Sebastian Formella - 02.02.07, Hagen„Also, bei uns habe ich immer das Gefühl, das ist Stress.“

Im Rahmen des fünften Headshot Festivals machten The Destiny Program aus Husum einen Abstecher ins Hagener Kultopia, um dort eine ordentliche Show abzuliefern. Die Band, bestehend aus Fronter Johannes Formella, seinem Bruder Sebastian, der für die Gitarrenarbeit zuständig ist, Bassist Sascha Bath-Ahmer und Drummer Jim Patrick, sorgte bereits im Jahr 2004 mit ihrem Album 'The Tracy Chapter' (Lifeforce Records) für Furore und offene Münder. Damals allerdings noch unter dem Namen Destiny. Bald wird ihr neues Album erscheinen und dementsprechend ließen wir es uns nicht nehmen, den beiden Brüdern vor dem Gig ein paar Fragen zu stellen. Wir sprachen über den Namenswechsel, die Szene in ihrer Heimatstadt Husum, das neue Album und die weiteren Pläne für das Jahr 2007. Was genau die Jungs zu sagen hatten, lest ihr am Besten selbst!

Wastin!com: Hi ihr beiden! Beschreibt doch bitte mal, was ihr für Musik macht!

Johannes: Ich denke einfach, dass es vielleicht eine moderne Art des Hardcores ist. Wir sind mit dem Genre Metalcore verbunden, vielleicht nicht ganz so metallisch wie andere Bands. Aber wir schwimmen, denke ich, auf der Welle mit, weil die Leute schon zu den Shows kommen, die diese Musik konsumieren und deshalb denke ich schon, dass wir ein Teil davon sind.

Wastin!com: Wie kam es denn damals zur Gründung der Band?

Johannes: Sebastian und ich sind Brüder und wir sind beide sehr musikinterressiert gewesen auch durch unseren Vater und dann lag das halt sehr nahe, dass wir uns irgendwann mal zusammenschließen und ein bisschen Musik machen. Und mit ein paar Freunden haben wir dann die Band gegründet.

Wastin!com: Wen genau wollt ihr mit eurer Musik erreichen und welche Message steckt dahinter?

Sebastian: Wen genau wir erreichen wollen? Eigentlich ist es mir total egal, wer sich die Musik anhört. Jeder, der die Musik gut findet, den will ich damit erreichen. Und auch jeder, der sich damit auseinandersetzt und sagt; „ist nichts für mich“, den hab ich in einer gewissen Weise erreicht.

Wastin!com: Kürzlich musstet ihr euren früheren Bandnamen Destiny in The Destiny Program umbenennen. Klingt auch cool, aber wie kam es überhaupt dazu?

Johannes: Ja, eine gewisse Person aus der Musikindustrie hat uns ein bisschen auf die Füsse getreten und der Gedanke den Namen zu ändern stand eigentlich schon immer bei uns im Raum, weil es halt eine Band aus Schweden gibt, die Destiny heißt. Das ist eine alte Metalband und die gibt’s halt schon ewig. Und deshalb spielen wir schon seit längerer Zeit mit diesem Gedanken. Das war auch schon vor der letzten Platte ein Thema bei uns. Und wir haben uns dann halt über gewisse Fachmänner im Markenschutz und Patentrecht schlau gemacht und erfahren, dass der Name in gewissen Gebieten einfach schon vertreten ist und wir eben nicht mehr die Möglichkeit hatten uns die Rechte daran zu erkaufen. Und dann haben wir uns halt beraten lassen und der Namenswechsel war dann eine Art vernünftiger Schritt.

Sebastian: Ja, letztendlich ist es eine Vorsichtsmaßnahme bevor uns jemand quasi an den Karren pissen würde. Um das mal so auszudrücken.

Wastin!com: Wie war das denn persönlich für euch, wie seid ihr damit umgegangen, war das irgendwie komisch?

Johannes: Ja, ich meine, man ist jahrelang mit diesem Namen verbunden und dann ist es halt schon ´ne komische Situation.

Wastin!com: Ja, versteh´ ich! Was anderes: Wer oder was beeinflusst eure Musik im Allgemeinen?

Sebastian: Ich glaube, für jeden aus der Band ist das ziemlich weitläufig. Das geht von Hardcore über Rockbands, aber auch Popeinflüsse gibt es bei uns in der Band. An einem bestimmten Punkt kann man das, glaube ich, gar nicht so festmachen. Es ist schon aggressiver orientiert natürlich, hört man auch in der Musik. Aber wir lassen da alles zu, was von außen auf uns einströmt, wo wir sagen; „Yeah, das ist cool, das will ich integrieren!“ - dann wird das auch so gemacht. Das ist aber nicht so, dass man so einen großen Eckpfeiler hat und an dem geht man jetzt lang, sondern es beeinflusst einen alles, was man cool findet und was man ausprobieren möchte.

Wastin!com: Und wie ist es da im privaten Bereich, sind eure musikalischen Vorlieben da auch im Hardcore-Bereich angesiedelt oder ist das da breiter gefächert?

Sebastian: Also, bei mir persönlich war das, als das mit der Band losging, auf jeden Fall so. Aber mittlerweile wechselt das auch so von Phase zu Phase, die ich habe. Es gibt Phasen, da höre ich lieber aggressivere Musik, es gibt Phasen, da höre ich lieber ruhigere Musik. Bei mir ist das vorwiegend schon Gitarrenmusik, kann man sagen, aber das ist auch sehr breit gefächert.

Johannes: Mitte, Ende 90er ist auf jeden Fall im Hardcore-Bereich so ein Spektrum, was ich sehr gerne höre und was mich auch sehr beeinflusst hat. Und bei aktuellen Sachen im Metalcore-Bereich fühle ich mich nicht ganz so Zuhause. Aber viele der Bands sind einfach Freunde von uns und das bringt Spaß mit denen unterwegs zu sein und sich halt immer wieder zu treffen. Ansonsten höre ich im Moment halt viel rockiges Zeug oder ruhigen Kram oder so, aber ich greife halt immer wieder zurück auf diese Hardcore-Platten aus den 90ern.

The Destiny Program – Interview mit Johannes und Sebastian Formella - 02.02.07, HagenWastin!com: Das Problem dabei ist wahrscheinlich der momentane Einheitsbrei oder?

Johannes: Ja, es ist halt sehr schwierig, es sind sehr viele gute und talentierte Bands am Start und da ist es halt schwierig überhaupt noch einen Überblick zu behalten.

Wastin!com: Und wie sieht das bei den Texten aus? Was inspiriert dich da, Alltagsgeschehen und persönliche Erlebnisse?

Johannes: Ja, auf jeden Fall! Bei den älteren oder bei den aktuellen Texten auf jeden Fall. Also das sind halt so Erfahrungen, die man gemacht hat, und Momente, die man durchlebt hat. Einfach ganz persönliche Dinge.

Wastin!com: Ihr selbst werdet ja als einer der großen Hardcore-Acts Deutschlands bezeichnet. Wie steht ihr da selber zu und was grenzt euch von anderen Bands ab?

Johannes: Ja, (lacht!) das weiß ich nicht!

Sebastian: Das ist eine gute Frage. Man hört immer von außen, dass man so bezeichnet wird, aber man selber kriegt das irgendwie gar nicht so mit. Jetzt gerade nach dem letzten Jahr, wo es ja bei uns so ein bisschen stagniert hat, klingt das eher wieder so ein bisschen unwirklich für einen. Also, es gab eine Phase, wo die Platte auf Lifeforce raus kam 2004, da lief´s richtig gut für uns, da hat man auch das Gefühl gehabt so; Ja, cool, die Leute kommen wegen einem selber auf die Show und so weiter. Aber so dieses; „Ihr seid einer der großen Hardcore-Acts Deutschlands“ das ist immer so ein bisschen; WOW! Das klingt immer so ein bisschen unwirklich. Ich meine, vielleicht ist das so, ich weiß es nicht genau, aber ich sehe immer andere Bands, die ein bisschen größer sind.

Wastin!com: Wie sieht denn das bei eurer Instrumentenfraktion aus, gibt es irgendwelche Nicknames für eure Instrumente?

Sebastian: Ach, das meine Gitarre jetzt irgendwie Elsa heißen soll oder so? (lacht!) Nee, sowas haben wir eigentlich gar nicht!

Johannes: Nee! (lacht!)

Wastin!com: Mal was ganz anderes; die Musikszene in Husum, beschreibt doch mal bitte!

Johannes: Musikszene in Husum – ähm? War mal sehr groß. Mitte der 90er hatten wir viele, viele Bands. Damals war ich auch noch ganz schön klein und da waren bei uns auch noch regelmäßig Konzerte, auch von namhaften Hardcore-Bands oder Punkbands und so. Das lief dann ganz gut, aber das ist halt sehr eingeschlafen. Die Leute sind halt jetzt nicht mehr so da. Mir fällt vielleicht eine Band ein, in der Umgebung vielleicht noch ´ne Band und sonst sind da halt Kids, die Hip Hop hören oder so. Husum ist halt, ja ist ein sehr ruhiges kleines Städtchen, sehr angenehm.

Sebastian: Es ist was metal- und hardcore-lastige Musik angeht nicht tot, aber es kommt einem nicht so vor, als ob da eine Szene ist oder irgendwie sowas. Aber man sieht schon vereinzelt so ein paar Kids, die mit – keine Ahnung – mit Killswitch Engage-Merch rumlaufen, aber das boomt nicht, sag´ ich mal.

Wastin!com: Im Dezember seid ihr zu Nuclear Blast gewechselt. Wie kam es dazu? War das die richtige Entscheidung

Johannes: Ja, Nuclear Blast hat schon seit längerem Interesse angekündigt und das hat sich dann halt mit der Zeit..., ja wie soll man das erklären? Es hat halt lange gedauert bis man zueinander gefunden hat.

Sebastian: Wir fühlen uns an diesem Punkt sehr wohl da. Also, man kann sich nicht beklagen, aber ich meine, die Zusammenarbeit ist jetzt gerade mal zwei Monate alt und wir wollen auf jeden Fall schauen, wie es läuft und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und können es kaum erwarten, das Album zu veröffentlichen.

Wastin!com: A propos Album, ihr seid seit Januar im Studio, um diese aufzunehmen, habt ihr da schon einen Titel?

Johannes: Ja, der wird aber jetzt noch nicht verraten! (lacht!)

Wastin!com: Mist, das dachte ich mir! Aber dann beantwortet doch das; wird sich musikalisch irgendwas großartig verändern?

Johannes: Ja, also, ich denke schon. Das ist einfach eine Weiterentwicklung. Ich meine, es sind jetzt schon fast dreieinhalb Jahre her seit den Aufnahmen zu 'The Tracy Chapter' und da hat man sich weiterentwickelt und man stellt auch neue Anforderungen an sich.

Sebastian: Es gibt da natürlich immer so ein paar Eckpunkte, wo man sagen kann; „Ja, da erkenne ich sie!“ Und erkennen tut man uns defintiv, aber es ist einfach eine Weiterentwicklung hörbar. Und auch für meine Begriffe ist dies eine logische Weiterentwicklung, denn wir sind auch keine Leute, die jetzt eine zweite 'The Tracy Chapter' rausbringen wollen oder irgendwie sowas. Man hat sich weiterorientiert und man hat natürlich auch seine - in Anführungsstrichen - Roots nicht aussen vor gelassen. Die Platte ist anders auf jeden Fall.

Wastin!com: Wie sieht denn ein typischer Tag bei euch im Studio aus zurzeit?

Sebastian: Im Studio? Also, bei uns habe ich immer das Gefühl, das ist Stress. Es gibt ganz viele Momente, wo ich mich im Studio zu Tode langweile. Zum Beispiel wenn einen Tag komplett Schlagzeug-Soundcheck gemacht wird und man sitzt in dem Raum und hört einfach nur zu, ob irgendwas gut klingt oder nicht. Und es gibt Tage, die laufen wunderbar. Ja, zum Beispiel meine Tage, wo ich die Gitarren eingespielt habe, die liefen wunderbar! Ich hab mich super wohl gefühlt, es lief alles so, wie ich es wollte. Und das waren dann eher die relaxten Tage. Aber jetzt auch zurückblickend auf die anderen Produktionen, denke ich, haben wir halt immer mit den richtigen Leuten zusammengearbeitet, die die nötige Ruhe ausgestrahlt haben, die die Professionalität hatten, dass man sich irgendwie nicht unter Druck gesetzt gefühlt hat. Und das hat alles immer wunderbar geklappt und jetzt bei der neuen Platte hat´s auch wieder wunderbar geklappt. Die beiden Leute, mit denen wir zusammenarbeiten, sind super.

Wastin!com: Das hört sich doch schon mal ganz gut an! Wie werden denn bei euch die Songs geschrieben? Was kommt zuerst, die Texte oder die Musik?

Johannes: Die Texte werden parallel geschrieben. Das ist halt zum Beispiel so, dass Sebastian mit Ideen ankommt oder wir uns zusammensetzen und was ausprobieren und dann, wenn auf der Gitarre ein fertiger oder ein halber Song steht, dann gehen wir zusammen in den Proberaum und setzen das zusammen um. So ist das halt.

Wastin!com: Also schlicht und ergreifend einfach halt?

Johannes: Ja, easy!

Sebastian: Also, wir jammen nicht rum, wir sind keine Band, die in den Proberaum geht und sagt; „Jetzt gucken wir mal!“ und spielt einfach drauf los. Das haben wir früher auch mal probiert und das war eine Katastrophe...

Johannes: Ja! (lacht!)

Sebastian: Wir brauchen ein Konzept, sonst geht das nicht bei uns.

Wastin!com: Kommen wir mal zu euren Shows. Was ist typisch für eine The Destiny Program Show?

Johannes: Hmm... die vier Idioten auf der Bühne! Ich weiß es nicht, keine Ahnung!

Wastin!com: Also, euer Ziel ist es ja schon ordentlich abzurocken oder?

Johannes: Ja, klar! Wenn man auf der Bühne steht und man hängt sich da rein, dann ist es halt ein tolles Gefühl, wenn man Resonanz im Publikum sieht und wie sich die Leute darüber freuen oder ein paar Textzeilen mitsingen oder so. Das sind schon sehr schöne Momente und das hat man dann halt immer wieder im Kopf so.

Wastin!com: Mit welchen Gedanken sollten die Zuschauer euer Konzert verlassen?

Johannes: (lacht!) „Das war die beste Band der Welt!“ Nein, natürlich nicht. Nee, keine Ahnung. Dass wir halt ´ne gute Show abgeliefert haben oder dass wir nicht gelangweilt rübergekommen sind oder so.

Sebastian: Ich weiß nicht, wenn es auch mal so eine Show ist, die nicht so gut besucht ist, dann merkt man ja auch öfters, dass das Publikum vielleicht ein bisschen Hemmungen hat. Aber die Leute sollen nie das Gefühl haben, dass wir da oben gelangweilt rumstehen. Sie sollen immer das Gefühl haben, dass wir alles dafür gegeben haben, dass das eine gute Show wird. Das ist so eigentlich das Wichtigste.

Wastin!com: Wir haben eben schon über das neue Album gesprochen, das für Sommer angekündigt ist. Was darf man denn sonst noch 2007 von euch erwarten?

Johannes: Ja, ich hoffe mal, dass wir jetzt ein bisschen mehr aus dem Arsch kommen, auch durch das neue Label. Und ich hoffe, dass wir halt auch ein bisschen mehr Shows spielen und versuchen ein bisschen mehr zu touren, wenn´s möglich ist. Ich meine, wir machen das nicht hauptberuflich oder so, wir sind alles Studenten oder Auszubildende oder wie auch immer.

Sebastian: Ja, aber wir möchten definitiv präsenter sein, gerade im Live-Sektor. Das war ein bisschen wenig im letzten Jahr.

Wastin!com: Habt ihr noch irgendwelche letzten Worte, wollt ihr noch irgendwas loswerden?

Johannes: Ja, vielen Dank für das Interview!

Mehr Info:
Gig-Review Spirit X-Mas Tour – 28.12.2005
The Destiny Program: Website / MySpace
Autor: Alexander Greve