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Caliban - Interview mit Marc Görtz am 13. April 2007, Köln
„Das Album ist genau so, wie ich es mir vorgestellt habe.“

Mit dem neuen Album 'The Awakening' stehen Caliban in den Startlöchern, um Deutschland nach dem großen Erfolg der letzten Platte 'The Undying Darkness' erneut zu überrollen! Noch düsterer, noch härter, noch aggressiver soll es sein! Mastermind und Hauptsongwriter Marc Görtz jedenfalls ist sichtlich mit dem neusten Werk zufrieden, das am 25. Mai 2007 auf die Fans losgelassen wird, als wir ihn am Freitag, den 13., in Köln im Roadrunner Headquarter zum Gespräch treffen. Ausführlich stand uns der sympathische Gitarrist Rede und Anwort und verriet uns neben Einzelheiten aus dem Songwriting-Prozess noch, warum er niemals seine Gitarre verkaufen würde, was sein größter Albtraum auf der Bühne ist und was dieses Jahr noch alles bei den Rohrpott Metalcorern geplant ist. Aber lest selbst!

Caliban - Interview mit Marc Görtz am 13. April 2007, KölnWastin!com: Hi Marc! Wie lange sitzt ihr, also Andy, Patrick und du, denn heute hier im Roadrunner Headquarter schon zu Promo-Zwecken?

Marc: Hi! Seit 12 Uhr, glaube ich.

Wastin!com: Wieviele Interviews hast du heute schon gegeben?

Marc: Sechs, sieben. Wenn man die E-Mail-Interviews mitzählt, glaube ich, sind´s sieben.

Wastin!com: Das ist eine ganze Menge! Dann legen wir mal los. Grad war Ostern, wie hast du die Feiertage verbracht?

Marc: Recht ruhig. Also einen Tag, am Donnerstag, habe ich mal mit Freunden was unternommen, weil ich so lange weg war, also auf Tour fünf Wochen, davor vier Wochen Studio, davor fast zwei Monate das Album schreiben. Und den Rest der Zeit habe ich nicht viel gemacht. Zuhause rumgehangen, war mal nötig.

Wastin!com: Du hast es grad schon angesprochen, ihr seid gerade zurück von der Darkness Over Europe Tour. Wie war es denn?

Marc: Die war richtig, richtig gut diesmal, also auch noch besser als die letztes Jahr – wir haben die Darkness Over Europe Tour ja auch letztes Jahr gemacht - und die ist dieses Jahr auf jeden Fall noch besser gewesen.

Wastin!com: Woran lag das genau? Mehr Besucher oder wie äußerte sich das?

Marc: Mehr Besucher gab es auf jeden Fall. Der Besucherschnitt war eine ganze Ecke höher, ich denke mal, weil auch das Tourpaket besser war. Also letztes Jahr waren halt Neaera und Agony Scene dabei und der Opener hat dann immer gewechselt, aber Agony Scene ist, glaube ich, nicht so bekannt hier wie zum Beispiel Bleeding Through oder so. Und das Tourpaket diesmal hat halt sehr, sehr gut zusammen funktioniert, also die Leute wollten halt auch immer alle Bands vom ganzen Paket sehen, es war nie so, dass die gesagt haben; „Ah nee, die gucken wir jetzt aber nicht!“ Also, es war nie so, dass bei irgendeiner Band die Leute rausgegangen wären, es war halt eigentlich immer gleich so und das fand ich halt schon gut.

Wastin!com: Ihr seid ja auch sehr lange unterwegs gewesen. Wie bleibst du da motiviert jeden Abend das Beste zu geben?

Marc: Ja, was heißt „motiviert“? Ich meine, es macht ja immer Spaß Shows zu spielen, das sieht man ja dann in dem Sinne nicht als Arbeit an. Nur das größte Problem ist der Zeitvertreib zwischen den Shows, weil nach der Show ist vor der Show sozusagen. Und dann hängt man halt relativ lange rum und da gucke ich dann halt meist Filme, ich habe immer sehr viele DVDs mit, ich bin eh so ein DVD-Sammelfreak. Sowas halt. Ab und zu gucke ich auch mal, dass ich in der Stadt rumlaufe oder so. Das kommt darauf an in welcher Stadt wir gerade sind und in welchem Land, wenn ich da schon zehn mal war, dann gucke ich sie mir nicht nochmal an. Man muss halt immer irgendwie so den Tag rumkriegen zwischen Soundcheck und der wirklichen Show, vor allem, wenn man als Letzte spielt, wartet man in dem Sinne noch länger. Aber das ist es halt so, was man so macht. Da hat man keine Probleme motiviert zu sein, es macht ja Spaß.

Wastin!com: Und welche DVD hat dir am besten gefallen, von denen, die du da jetzt auf Tour gesehen hast?

Marc: Lucky Number Slevin. Der ist mit Bruce Willis und Lucy Liu und so ein paar anderen guten Schauspielern. Das ist, glaube ich, ein recht unbekannt der Film, aber ich fand den sehr, sehr gut.

Wastin!com: Okay, dann nehmen wir das jetzt mal als Filmtipp auf!

Marc: Das geht halt jetzt nur um die Tour, ne? Das ging ja nicht um generell.

Wastin!com: Welcher wäre denn dein Lieblingsfilm generell?

Marc: Schon schwieriger. Der Herr der Ringe, Star Wars, sowas halt natürlich. Aber so jetzt genau einen rauspicken, würde ich jetzt nicht. Aber dann geht’s halt eher schon so zu so Klassikern.

Wastin!com: Die großen Klassiker! Sehr gut! Wenn du von so einer langen Tour zurückkommst, hast du dann auch mal die Schnauze voll, muss es dann auch mal eine Auszeit für dich geben?

Marc: Ja, klar. Ich meine, dieses Mal war es ja besonders extrem, weil wir vier Wochen vorher im Studio waren, drei Tage Pause – oder wieviele das waren – hatten, und dann direkt fünf Wochen unterwegs auf Tour waren. Ich glaube, wenn das Aufnehmen vorher nicht gewesen wäre, wärs danach noch entspannter gewesen. Dann sagt man sich; „Ja, jetzt ist man eben fünf Wochen auf Tour, okay, dann ist man zuhause, cool zuhause zu sein.“ Aber dieses Mal war es halt schon sehr lange, weil vorher wurde dann ja auch noch das Album geschrieben, das war auch noch sehr zeitaufwendig und anstrengend, da hat man nie ausspannen können. Da war´s diesmal wirklich so; „Boah, jetzt mal Ruhe!“ Ich meine, klar, das hat alles Spaß gemacht, aber dann nach fünf Wochen reicht´s dann auch.

Caliban - Interview mit Marc Görtz am 13. April 2007, KölnWastin!com: Und geht ihr euch innerhalb der Band auch manchmal während einer Tour auf den Keks und gibt’s dann auch schon mal Knatsch?

Marc: Ja, klar, aber ich glaube, dafür machen wir das schon zu lange. Richtig Streit gibt’s nicht mehr so wirklich. Ich meine, so Kleinigkeiten schon, aber dass man da so richtig Stress kriegt oder so, das ist mal gewesen eine Zeitlang, weil man halt so lange aufeinander hing. Aber irgendwann lernt man damit umzugehen und man weiß auch, wo der andere vielleicht auch empfindlicher drauf reagiert und man weiß der eine ist halt so und der andere hat die Macke. Und dann versucht man dem halt, wenn man weiß, der ist heute mit dem falschen Bein aufgestanden, eben aus dem Weg zu gehen und dann ist das auch wieder gut so. Das ist halt eigentlich kein Problem.

Wastin!com: Und wie ist das vor den Gigs mit deinen Gitarren. Stimmst du die selber oder läßt du das machen?

Marc: Wir haben einen Gitarrentech dabei, ja. Also, klar stimme ich theoretisch auch selbst, ich kann das ja alles machen, also wenn ich zum Beispiel eine Gitarre habe, um mich warm zu spielen. Die sind meistens zwar schon gestimmt, aber ich habe da natürlich ein Stimmgerät dabei, damit ich die noch mal nachstimmen kann, wenn ich das mache. Aber so vor der Show direkt die Gitarre, die ich in die Hand gedrückt kriege, die wurde denn halt vom Gitarrentech gestimmt.

Wastin!com: Und wieviele Gitarren hast du immer pro Show dabei?

Marc: Das wird jetzt ein bisschen mehr, weil das neue Album in einer anderen Tonart aufgenommen ist, das heißt wir müssen halt unterschiedlich gestimmte Gitarren dabei haben. Sonst hatte ich immer drei mit, und ich glaube, Denis, der andere Gitarrist, halt auch. Und jetzt werden es wahrscheinlich vier sein, also zwei in jeder Stimmung sozusagen.

Wastin!com: Was ist auf der Bühne dein persönlicher Albtraum, also was wäre das Schlimmste, das dir auf der Bühne passieren könnte?

Marc: Mein Wireless funktioniert nicht, das heißt das Sendersystem funktioniert nicht, so dass ich mit Kabel spielen muss. Da hab´ ich direkt schon mal keine Lust mehr. Das hatte ich schon mal. Ich hatte früher einen relativ billigen Sender, da konnte man die Frequenzen nicht umändern und dann hatte man halt schon mal irgendwelche Störsignale drauf oder man hatte dann irgendwie die Post mit drauf – das hat man nämlich auch schon mal, dass man den Postfunk mit drauf hat oder irgendwas halt. Und dann kann man die Frequenz nicht ändern und dann musst du dann wirklich mit Kabel spielen, dann hab´ ich echt... Bäh! Ich meine, ich laß mir das natürlich nicht anmerken, die Show macht ja dann trotzdem irgendwie Spaß, aber für mich wesentlich weniger als ohne Kabel. Und ich habe mir dann irgendwann hinterher einen besseren Sender besorgt, wo man halt, wenn man sagt: „Oh, die Frequenz funktioniert nicht!“ einen Knopfdruck macht, und die nächste Frequenz hat.
Das ist also schon das Schlimmste für mich.

Wastin!com: Weil du dann halt nicht so rumspringen kannst?

Marc: Ja, weil ich dann halt sehr eingeschränkt bin. Wenn man dann läuft, stolpert man über´s Kabel und dann hat der Sänger halt auch ein Kabel, dann verknotet man sich und so. Und man kann nicht so einfach auf die andere Seite gehen. Schließlich will man ja nicht immer nur dastehen bleiben, wo man steht, sondern man will ja auch mal auf die andere Seite rübergehen oder irgendwelche Faxen machen, wie die Gitarre rumwerfen oder so und wenn man dann ein Kabel hat, hat man das dann um den Hals hängen und so, also das ist dann nicht so schön. Man ist halt sehr eingeschränkt.

Wastin!com: Wenn du jetzt auf die letzte Tour zurückblickst, wie würdest du euer Publikum charakterisieren? Was sind das im Durchschnitt für Leute, die zu euren Shows kommen?

Marc: Boah, wie soll ich das denn beantworten? In welcher Hinsicht?

Wastin!com: Wie sehen die ersten Reihen so typischerweise aus? Wer steht immer vorne, was machen die so, kann man das überhaupt pauschal sagen?

Marc: Nee, überhaupt nicht. Kann ich jetzt überhaupt nicht sagen. So altersmäßig ist das auch so relativ gemischt. Das kommt auch auf die Städte an und das ist auch immer länderabhängig. Mal sind sie jünger, mal sind sie ein wenig älter. Zum Beispiel hier in Köln sind sie immer ein bisschen jünger, in Berlin sind sie wieder ein bisschen älter. Mal haben sie mehr schwarz an, mal... Also, das ist echt schon trendmäßig in der Stadt abhängig, das kann man so nicht sagen.

Wastin!com: Okay, dann reden wir doch jetzt mal über die neue Platte 'The Awakening'. Was würdest du sagen, sollten die Leute generell erstmal darüber wissen?

Marc: Generell würde ich halt sagen, wenn ich das so kurz beschreiben müsste, dass wir versucht haben, das Beste aus den letzten vier vorigen Alben rauszunehmen und das in ein Album reinzustecken, was, finde ich, auch sehr gut funktioniert hat. Wir haben auch immer noch cleanen Gesang, klar, ein bisschen weniger aber, dafür aber besser ausgearbeitet, wesentlich stimmiger, passender zu den Songs. Es ist ein bisschen schneller geworden und ein bisschen härter. Aber wie gesagt, es ist halt ein Mix sozusagen aus vielen Sachen, die wir vorher gemacht haben. Ein paar neue Einflüsse gibt es auch, klar, aber das würde ich so grob dazu sagen.

Caliban - Interview mit Marc Görtz am 13. April 2007, KölnWastin!com: Und bezogen auf den Titel 'The Awakening' inwiefern ist die Platte ein 'Erwachen'?

Marc: Ja, deswegen halt auch, wegen halt diesem Mix aus diesen Alben und weil es halt auch in eine bisschen neue Richtung geht. Es hat eine andere Stimmung von der Gitarre, teilweise ist es auch ein bisschen düsterer, es geht halt mehrere neue Wege, es kommt halt darauf an, bei was. Die Texte sind auch ein bisschen anders, also sie sind jetzt nicht mehr nur depressiv, sondern bieten in dem Sinne – also genau kann ich das jetzt nicht sagen, weil ich schreibe sie ja nicht - aber sie bieten halt auch Lösungsvorschläge, so dass man halt Hoffnung hat und so. Also das zwar jetzt nicht in jedem Text, aber so generell. Es fängt halt manchmal depressiv an im Text, aber dann am Ende wird es doch irgendwie wieder positiv. Also deswegen eben auch und das passte halt alles ganz gut zu dem Titel.

Wastin!com: Also so ein bisschen das Licht am Ende des Tunnels sehen?

Marc: Ja, sozusagen.

Wastin!com: Erst sollte der Titel ja ein anderer werden, nämlich 'From Sorrow To Serenity', aber da gab´s Probleme, weil...?

Marc: Ja, Probleme nicht direkt, wir hätten den Titel ja ohne weiteres nehmen können, aber da hatten wir ja mal überhaupt keinen Bock drauf! Uns ist hinterher aufgefallen, dass das eine Textpassage von einem Killswitch Engage-Song ist, was uns überhaupt nicht bewusst war. Ich meine, natürlich kennen wir die Band und finden die auch alle gut, aber dass ich jetzt an die Textpassage gedacht hätte... Irgendwann haben wir den Song eben gehört und dann dachten wir; „Oh!“ Und das Album war eigentlich erst als Konzeptalbum gedacht: From Sorrow To Serenity: Also es beginnt mit Sorrow, die Texte sollten am Anfang eben depressiver sein und zum Ende hin immer positiver werden, so diese Kurve kriegen, deswegen eben dieses 'From Sorrow To Serenity'. Wir hatten uns eben überlegt, dass wir ein Konzeptalbum machen und dass es vorne eben ein bisschen trauriger sein soll und nach hinten raus sozusagen einen Ausweg bietet. Und dann haben wir überlegt, was könnte eine passende Überschrift dafür sein? - From Sorrow To Serenity. Das wäre es ja dann quasi gewesen. Das ist echt ein bescheuerter Zufall gewesen. Aber als wir das rausgekriegt haben, haben wir natürlich sofort gesagt; „Na ja, das geht auf gar keinen Fall. Das werden wir definitiv ändern!“ Und ich finde, dadurch ist vielleicht auch – weil so hätten wir die Reihenfolge der Songs den Texten nach ordnen müssen und jetzt konnten wir die Reihenfolge halt der Musik nach besser wählen – in dem Sinne besser. Und der Titel ist jetzt auch kürzer und plakativer und ich glaube, das passt auch besser jetzt im Endeffekt.

Wastin!com: Du hast ja eben schon erwähnt, wie das Album entstanden ist, ihr habt das Beste aus den vier letzten Platten sowie neue Einflüsse genommen und ein neues Album daraus gestrickt, deshalb frage ich jetzt nicht mehr nach der größten Weiterentwicklung. Ich finde, man hört es auch. Ihr seid wesentlich aggressiver zu Werke gegangen und die cleanen Vocals halten sich mehr die Waage mit den Shoutings.
Auch dieses Mal habt ihr wieder Samples und Keyboards verwendet, die auch wieder Benny Richter eingespielt hat. Was viele vielleicht nicht wissen ist, dass Benny ja auch fest in der Band von Marc Terenzi spielt. Wie seid ihr also zusammengekommen, Caliban und Marc Terenzi, das ist ja nicht gerade dieselbe Baustelle?


Marc: Nee, überhaupt nicht. Und das hat auch überhaupt nichts mit dieser Popschiene zu tun. Benny ist schon länger ein Freund von mir und Benny ist halt Studio-Musiker. Also das mit Marc Terenzi ist in dem Sinne nicht seine Band. Der hat halt eine Band, die heißt Butterfly Coma, die haben auch auf der letzten Tour zwei, drei Shows mit uns gespielt, die gehen halt auch in diese Richtung so Mix aus Metal und Hardcore und das ist sozusagen seine Musik und das bezeichnet er auch als seine Band. Der spielt auch bei Krypteria und eben auch bei Marc Terenzi. Ich will jetzt nicht sagen, dass der das scheiße findet oder sowas, das habe ich damit gar nicht sagen wollen, sondern, er ist halt Studio-Musiker und er wird halt gebucht. Da wird gesagt: „Wir brauchen einen Keyboarder. Du, spiel!“ und sagt er; „Mach ich.“
Und er hat halt auch zusammen mit jemand anders ein Studio und man kann ihn halt buchen. So ist das halt. Da gab´s halt überhaupt nichts, dass das mit irgendwelchen Popsachen zu verbinden wäre beim Benny oder so. Das ist halt einfach Zufall und ich kannte ihn schon bevor er das mit Marc Terenzi gemacht hat.

Wastin!com: Du wirst ja immer – zumindest in den Info Sheets des Labels - als Mastermind und Hauptsongwriter der Band bezeichnet. Wie genau äußert sich das und was genau tust du, was die anderen nicht oder zumindest nicht in demselben Maße machen?

Marc: Ich schreib´ die Songs (lacht!) Ganz schlicht und kurz ausgedrückt. Also Andy schreibt die Texte, ich schreibe die Musik, dann wird natürlich auch erst mit dem Produzenten oder mit der Band drübergehört. Also bei diesem Album habe ich vor allem auch mit Benny zusammen drüber gehört und Veränderungen vorgenommen. Und wenn wir dann so ein paar Songs fertig haben, dann werden die den anderen per Email geschickt und wir fragen, was sie davon halten, wie sie es so finden. Zum Beispiel überlegt sich Patrick vielleicht irgendwelche Drum fills. Ich programmiere das halt auch so grob vor, so dass man halt schon eine Idee hat, wie der Part klingen könnte oder der Song und Patrick macht sich dann halt so ein paar Gedanken dazu und ja, so ist das dann halt. Es ist auch wesentlich einfacher so.

Wastin!com: Also, du machst dann sozusagen den fertigen Track und übernimmst die Arbeit für die einzelnen Mitglieder und die arbeiten das dann vielleicht noch aus?

Marc: Ja, ich meine, klar, die zweite Gitarre ergibt sich ja. Ich nehme direkt zwei Gitarren auf, ich habe halt ein Recording Programm zuhause, wo ich auch Gitarren mit aufnehmen kann und Schlagzeug programmieren und all sowas. Ich habe halt die Samples von unserer letzten Platte, deswegen klingt das Schlagzeug zwar ein bisschen programmiert, aber es klingt halt trotzdem ähnlich wie auf der letzten Platte. So ziemlich fett halt schon. Und das Programm, was ich da habe, womit ich die Gitarren aufnehme, ist halt auch sehr gut. Und der Bass, der ergibt sich ja eh logischerweise durch die Gitarren. Und ich nehme halt zwei Gitarren auf und programmiere das Schlagzeug.
Erst habe ich die Gitarrenriffs und dann habe ich halt irgendwelche Drumrhythmen im Kopf und es ist halt wesentlich einfacher, zumindest Snare und Bassdrum irgendwie so hinzuschieben und Patrick zu zeigen: So und so ist das Riff, so finde ich, müsste das gespielt werden, damit das halt den Sinn ergibt, wie ich mir das auch vorgestellt habe. Man kann ja alles mögliche über so ein Gitarrenriff spielen. Und ihm das zu zeigen, ist halt wesentlich einfacher als ihm zu erklären; „So, spiel das einmal so und dann so!“ Dann steht der da und denkt sich; „Wat soll ich nochmal machen?“ Da ist also viel einfacher, ihm das einmal vorzumachen.

Caliban - Interview mit Marc Görtz am 13. April 2007, KölnWastin!com: Also gibt’s bei euch dieses klassische Vorgehen: „Wir gehen in den Proberaum und schreiben alle zusammen einen Song“ gar nicht?

Marc: Nee, gar nicht! Funktioniert auch gar nicht. Also wir proben die Songs natürlich dann und es wird auch an Feinheiten gearbeitet, es werden vielleicht noch so ein paar Sachen umgestellt. Oder wenn man das zusammen spielt, dann entdeckt man vielleicht noch sowas wie, dass man den einen Part noch etwas länger oder kürzer machen könnte oder so. Aber das Gerüst ist halt immer vorher da. Und ich kann dann auch nicht bei der Probe auf Knopfdruck plötzlich kreativ werden, so nach dem Motto: „So, um Fünf ist Probe und dann schreiben wir den Song, jetzt muss ich noch ein paar Riffs erfinden.“ Dann steht man da und das funktioniert einfach nicht. Und zuhause kann ich dann teilweise auch die ganze Nacht an Songs arbeiten. Dann mache ich das immer so, wenn ich zum Beispiel einen Film gucke und habe dann eine Idee, dann stehe ich auf, nehme das auf, damit ich das nicht vergesse und das ist wesentlich produktiver so. Ich kann das dann halt auch nicht nur zweimal die Woche, drei Stunden lang machen wie bei einer Probe, sondern ich kann das halt jeden Tag 24 Stunden zuhause – wenn ich halt zuhause bin – machen. Und dadurch wird das dann halt auch wesentlich besser, da sind wir – vor allem beim neuen Album jetzt – extrem zu übergegangen. Beim letzten Album hat sich das schon abgezeichnet, da ist schon sehr viel so entstanden, so 70, 80 Prozent und dieses Mal halt wirklich komplett alles.

Wastin!com: Das wäre dann auch schon meine nächste Frage gewesen: Wann sind denn deine kreativsten Phasen? Also auch schon mal, wenn du gerade zuhause gemütlich einen Film guckst oder irgendwas anderes machst?

Marc: Irgendwas, ja, irgendwas. Also, meistens schreibe ich die Sachen im Winter, wenn ich nicht viel raus gehe oder so. Im Sommer da nicht so, weil da hängt man nicht soviel zuhause rum. Aber im Winter, da hänge ich eh viel zuhause rum – was soll man da auch großartig machen. Und ich schreibe ein Album eigentlich auch immer relativ schnell. Innerhalb von sechs bis acht Wochen ist das immer im Kasten, weil ich mich dann auch wirklich sehr intensiv damit befasse. Also, wenn ich mich damit befasse, dann mache ich das wirklich 12, 14, 16, 17 Stunden am Tag, also bis ich dann zufrieden damit bin. Bis ich dann die Idee so umgesetzt habe, wie ich mir das vorgestellt habe. Und das mache ich dann jeden Tag und dann, finde ich, ist auch dieser rote Faden gegeben und dann ist das halt auch okay.

Wastin!com: Und wenn dann alles im Kasten ist, hast du damit dann auch abgeschlossen oder bist du immer noch permanent mit dem Producer-Ohr dran und würdest gerne noch etwas verbessern?

Marc: Das haben wir diesmal – vor allem diesmal, deswegen bin ich sehr, sehr froh über das Ergebnis – im Vorfeld schon gemacht, weil Benny die ganze Zeit dabei war. Wir haben teilweise Songs fünf, sechs, sieben Mal umgestellt. Das ist dann für den Schlagzeuger natürlich im Aufnahmeraum scheiße, wenn man dann halt sagt; „Nö, Partrick wir haben´s jetzt gerade noch mal umgeschrieben, anstelle dem kommt das jetzt so.“ Beim dritten Song 'Another Cold Day', das ist ein gutes Beispiel, der ist in der Länge mal sieben Minuten gewesen, mal drei, mal fünf, jetzt ist er halt viereinhalb. Also, es ist sehr viel daran gemacht worden. Aber nicht auf einmal, sondern man hat den mal geändert, dann mal ein bisschen sacken lassen, dann hat man ein paar Tage später nochmal drauf geguckt und wieder was verändert. Das war halt gut, dass man so lange mit dem Produzenten zusammenarbeiten konnte, weil er direkt vor Ort war und nicht irgendjemand, der drei Tage vor Aufnahmebeginn kommt. Ich meine, klar, jeder Musiker sollte der Meinung sein, dass sein neues Album das Bessere ist, weil sonst sollte man es auch besser lassen. Aber bei dem Album ist der Sprung – also ich finde natürlich jedes Album auch für mich als Musiker besser als das vorige – aber bei dem Album ist das wesentlich extremer für mich. Deswegen halte ich dieses Album mit ganz weitem Abstand für unser Bestes. Weil wenn ich das jetzt Wochen danach höre, fällt mir nichts mehr ein, wo ich sage, das hätte ich anders machen sollen. Normalerweise ist das so: Man ist zwar zufrieden, aber hier und da denkt man dann vielleicht, da sind vielleicht doch noch ein paar Höhen usw. Aber das war dieses Mal überhaupt nicht der Fall. Das Album ist genau so, wie ich es mir vorgestellt habe. Am durchdachtesten und so, und deswegen bin ich auch so zufrieden damit. Was die Leute dann davon halten, ist dann wieder eine andere Frage.

Wastin!com: Hauptsache du bist zufrieden!

Marc: Ja, genau!

Wastin!com: Man wird ja als Musiker auch ungewollt beeinflusst von allem, was man so hört. Natürlich hast du auch Lieblingsbands, ist ja klar. Inwiefern bringst du solche Einflüsse mit in Caliban ein und was tust du dafür, dich auch von Album zu Album weiterzuentwickeln? Setzt du dich auch zwischendurch mal hin und übst ganz klassisch Gitarre spielen oder spielst du eher intuitiv?

Marc: Ich spiele eigentlich sehr intuitiv. Aber was ich diesmal gemacht habe ist – das habe ich vorher noch nie gemacht – ich habe während ich das Album geschrieben habe, keine anderen Bands gehört. Ich habe komplett alles abgeschaltet. Ich meine, na klar, hört man, wenn man irgendwo hingeht, mal was, aber ich habe mich nicht bewusst hingesetzt und mir irgendwelche Bands angehört. Da habe ich lieber einen Film geguckt oder die Playstation angeworfen, ich habe auch den IPod ausgelassen und all sowas. Ich wollte wirklich völlig frei von irgendwelchen Einflüssen sein. Und wir haben selbst nachdem alle Songs fertig waren, wirklich um Parallelen zu den meisten, gängigsten Bands, die man so kennt, auszuschließen, noch mal alles durchgehört, um trotzdem noch mal zu gucken, gleicht sich da irgendwie etwas. Na klar hören sich Killswitch Engage im Grunde an wie In Flames und In Flames wie At The Gates. Natürlich, weil es alles Metal ist und beeinflusst ist von irgendwas, das ist völlig normal. Das spreche ich uns auch definitiv überhaupt nicht ab, natürlich ist das auch von denselben Bands beeinflusst, aber jetzt nicht in direkter Weise. Denn das wollte ich halt dieses Mal ausschließen. Ich wollte völlig frei ohne mich an irgendetwas zu orientieren, so ganz ohne etwas zu hören an das rangehen, ganz offen. Das fand ich auch sehr gut, das werde ich auch das nächste Mal wieder so machen.

Wastin!com: Das hört sich auch nach einer sehr guten Strategie an, vor allem, weil man ja sonst auch unterschwellig mal etwas im Kopf haben kann.

Marc: Definitiv! Als Musiker auf jeden Fall! Wenn man was hört, das fällt einem dann auch gar nicht auf, dann hört man ein Riff und denkt sich so; „Boah, das ist aber gut!“ Und dann denkt man sich; „Das kommt mir doch bekannt vor... oder doch nicht? - Ich weiß gar nicht!“ Und dann fällt´s auch erst gar nicht auf und dann hinterher vielleicht doch. Und so ist es dann halt besser, so kommt man gar nicht erst in die Gefahr und ich finde, so ist es halt am unverfälschtesten Caliban in dem Sinne.

Caliban - Interview mit Marc Görtz am 13. April 2007, KölnWastin!com: Und arbeitest du dann immer nur zuhause so kreativ, also hast du nur zuhause die Möglichkeit, Ideen aufzunehmen oder kannst du das auch umsetzen, wenn ihr auf Tour seid? Wenn dir da jetzt unterwegs das Hammer-Riff einfällt, hast du dann die Möglichkeit das aufzunehmen?

Marc: Ich habe immer alles dabei, aber nicht während der Zeit zum Beispiel wie jetzt, da nehme ich es nicht mit. Ich mache das wirklich so, dass ich das Songwriting innerhalb von zwei Monaten meistens so internsiv abhake, wenn wir dann schon Shows spielen in der Zeit oder wir – in diesem Jahr war zum Beispiel die Christmas Tour noch mit drin – dann habe ich das auch im Bus weitergemacht, da habe ich dann dieses mobile mit, das ganze Zeugs. Aber jetzt so, dass mir morgens ein Riff einfällt und ich mir das bis zum nächsten Album aufspare, so das habe ich noch nie gemacht. Das haben wir mal eine zeitlang versucht, damit man nicht alles auf einmal machen muss, aber die Songs sind alle wieder auf dem Schrottplatz gelandet. Also man hat da irgendwie so zwei, drei Songs gemacht und denkt sich; „Dann müssen wir später nur noch neun machen!“ und dann schreibt man später neue Songs denkt sich so; „Hey, irgendwie sind die neuen Sachen viel besser und das ist irgendwie auch alles scheiße, was wir schon haben.“ Und dewegen haben wir das alles wieder weggeworfen und haben dann doch wieder von vorne angefangen und alles neu gemacht. Deswegen lohnt das ja überhaupt nicht, weil dann ist auch kein roter Faden drin für mich, wenn ich halt im Januar einen Song mache, dann im März und dann im September die nächsten vier, das passt dann alles, meiner Ansicht nach, nicht wirklich zusammen und deswegen muss ich das alles an einem Stück machen.

Wastin!com: Das kann ich gut verstehen, man hat sich dann ja auch in einer ganz anderen Phase befunden und dann passt es eben unter Umständen nicht mehr zusammen.
Was anderes: Stichwort Demokratie. Wie läuft das bei euch ab, wenn du jetzt mit einer Idee um die Ecke kommst, von der du völlig begeistert bist, und ein anderer sagt dann, dass er das total bescheuert findet. Was passiert dann?


Marc: Da wird dann darüber geredet, klar, und geguckt, was man da machen kann. Aber das ist, auch wenn sich das komisch anhört, noch nie vorgekommen.

Wastin!com: Aber hättest du dann in so einem Fall ein gewichtigeres Vetorecht, weil du eben auch der Songwriter und Producer bist?

Marc: Das kommt darauf an. Wenn das jetzt nur so ein, zwei Kleinigkeiten sind und mir ist das im Grunde egal, dann wird’s von mir aus eben so gemacht, wie derjenige meint. Aber der Bassist zum Beispiel, der hat halt mit dem Songwriting gar nichts zu tun, also wirklich gar nichts zu tun, und wenn dann die Songs fertig sind und dann fällt ihm ein Monat später ein, dass er das aber gar nicht gut findet und sagt; „Das will ich gar nicht alles haben!“ Dann lautet die Antwort; „Ja, das hättest du dir früher überlegen können, jetzt noch mal was ändern? - Nee!“ Meistens ist das dann so, dass nicht ich das bestimme, sondern die Mehrheit. Wenn sowas denn mal vorkommt! Und das ist, glaube ich, noch nie vorgekommen. Oder, doch bei einer Stelle ist es beim neuen Album vorgekommen, wo einer gesagt hatte, dass er das nicht ganz so gut findet, aber alle anderen Vier fanden das gut und haben gesagt, das wird definitiv in keinster Weise geändert. Das ging´s um eine Stelle, das war dann ein Kompromis für ihn, das war aber jetzt auch nicht so schlimm für ihn, dass er gesagt hätte; „Boah, find´ ich voll zum Kotzen!“ Sondern, er hätte es eben einfach ein bisschen anders gemacht. Aber man hat dann ja auch Außenstehende wie Benny zum Beispiel, der dann auch sagt; „Ja, aber ich würde das auch so lassen, weil das bewirkt eben das und dadurch wird der Part danach viel besser.“ usw. Tja, und dann läßt man das dann auch so.

Wastin!com: Und variiert ihr denn auch live schon mal manche Arrangements in den Songs?

Marc: Die Songs? Die Songs bleiben wie sie sind. Manchmal hat man was, was man ein bisschen in die Länge zieht, oder so, um so eine Steigerung an irgendeiner Stelle zu erreichen, das schon, aber sonst bleibt das eigentlich alles so wie es ist.

Wastin!com: Als Benny und du die Arbeit abgeschlossen habt an dem Album, ging es weiter zum Mischen zu Adam Dutkiewicz. Was hat der dann noch genau für eine Aufgabe, frage ich mich jetzt mal so als technischer Laie :) ?

Marc: Den Sound.

Wastin!com: Also der verbessert einfach nur, wie es klingt, mischt sich dabei aber nicht mehr ins Songwriting ein?

Marc: Ja, wie es klingt. Natürlich hat der auch noch Ideen, aber das ist ja dann beim Mischen letztendlich schon alles gegessen. Also der kann nur noch Kleinigkeiten vornehmen, also dass er eine Gitarre kopiert und an eine andere Stelle setzt, um zu hören wie das klingt. Sowas geht natürlich alles heutzutage im digitalen Zeitalter. Aber das ist minimal. Also er legt zum Beispiel mal Halleffekte auf irgendwelche Gesangssachen oder kopiert die noch mal drunter, damit das irgendwie noch mal so einen Echo-Effekt gibt. Oder er legt einen Chorus auf die Gitarren oder einen Halleffekt. Also er macht dann Vorschläge halt in dem Sinne. Er macht halt erst den Grundsound und beschäftigt sich dann mit kleinen Effekten, das ist dann sozusagen seine Art des Produzierens gewesen.

Wastin!com: Aber ihr seht euch dafür persönlich gar nicht, das läuft alles in unterschiedlichen Ländern ab, oder gibt’s dafür dann ein persönliches Treffen, wo man mal alles bespricht?

Marc: Nee, nee. Also reden tun wir, klar, aber am Telefon oder per Email. Dann schickt er uns halt auch erste Rohmixe, dann hört man sich das an und brennt sich das auf CD und sagt gut so oder nicht gut so. So halt. Beim Andy Sneap, bei den letzten zwei Alben, bin ich immer nach England gefahren - England liegt ja noch ein bisschen näher. Dieses Mal war das ja gar nicht möglich, weil wir während der Misch-Zeit auf Tour waren, da konnten wir ja gar nicht weg. Und wir haben dieses Mal gesagt, wir möchten, dass jemand das Ganze mischt, der die Songs noch nicht gehört hat – okay, Adam hat ein paar Vorproduktionssongs gehört, aber er wusste halt nicht, wie wir uns das vorstellen und das wollten wir auch nicht. Wir haben gesagt; „So, das sind die Songs, dann laß die mal klingen, wie du meinst, dass sie klingen müssen.“ Man kann da ja tausend Wege gehen, wie es zu klingen hat. Und wir haben uns gesagt, wir sagen ihm nicht, die Gitarren müssen so, das Schlagzeug muss so und der Gesang muss klingen, sondern wir wollten, dass er das einfach mal so macht, wie er meint, wie er das hört. Und wir wollten dann mal schauen, wenn´s dann halt nicht gut ist oder uns nicht gefällt, dann kann man immer noch sagen, laß uns doch das doch anders machen. Aber das hat echt super funktioniert. Der Grundsound ist direkt auf Anhieb so geblieben wie er war.

Caliban - Interview mit Marc Görtz am 13. April 2007, KölnWastin!com: Dann war das ja eine fruchtbare Zusammenarbeit!

Marc: Ja, also, ich vertraue ihm halt auch, er ist ja auch Gitarrist, deswegen kennt er sich auch, was Gitarren angeht, perfekt aus. Er hat auch früher mal Schlagzeug gespielt, dem vertrau ich da schon.

Wastin!com: Und gibt es einen Produzenten mit dem du gerne mal arbeiten würdest? Egal welchen, wenn du wählen könntest, wen würdest du da nehmen?

Marc: Kann ich so nicht sagen.

Wastin!com: Es gibt also keinen, der mal deine Lieblingsplatte produziert hat und mit dem du deswegen mal gerne arbeiten würdest?

Marc: Nee.

Wastin!com: Also bist du rundum mit Benny zufrieden?

Marc: Ja. Also, Anders Friden war auch sehr gut, der hat uns auch weitergebracht, aber er war halt jetzt an einem Punkt, an dem er uns nicht mehr weiterbringen konnte. Und Benny hat so ein gewisses musikalisches Verständnis. Der hat halt so ein Wissen, weil er, seitdem er so groß ist (zeigt einen geringen Abstand in die Luft), klassisches Klavier spielt. Der kann Noten lesen, der sagt dir, wenn man mal bei einem Refrain nicht weiter weiß und ihn fragt; „Ich habe hier ein C, ein Fis, ein G, ich weiß aber nicht, welchen Ton ich als letztes setzen soll.“ Dann sagt der; „Dann mach doch anstatt einem G ein Gis und dann machste am Ende ein H.“ Ohne das überhaupt zu hören, sagt der dir dann halt die Noten! Und ja, das funktioniert! Das kann der teilweise theoretisch am Telefon. Klar muss er sich das dann noch mal anhören und versucht das dann zuhause noch mal, aber der kann theoretisch sagen auf die und die Tonfolge passt das recht gut. Ich kann natürlich auch eine Tonleiter, ´ne C-Dur-Tonleiter oder sowas. Aber trotzdem ist es halt so, dass er weiß, welche Töne man hintereinander wie setzt, damit das halt die eine bestimmte Stimmung ergibt. Er hat halt schon sehr großes technisches Wissen.

Wastin!com: Liest du auch nach Noten beim Gitarre spielen?

Marc: Nee. Ich kann halt diese Art Tabulatur lesen, aber Noten kann ich nicht. Ich weiß halt, was ein C ist, und ich weiß, was ein H und ein A Moll ist. Und wenn jemand was spielt, dann weiß ich, was das ist. Aber ich kann jetzt diese Notendinger nicht lesen.

Wastin!com: Ich habe gesehen, dass euer Bassist seinen Live-Bass bei Ebay versteigert hat, das hattet ihr ja auch bei euch auf der Website verkündet...

Marc: Haben wir? Hab´ ich gar nicht mitgekriegt.

Wastin!com: Nicht?

Marc: Nee, ich habe momentan kein Internet, ich wechsel grad den Anbieter und deswegen habe ich jetzt ein paar Wochen überhaupt kein Internet.

Wastin!com: Na ja, er hat auf jeden Fall rund 233 Euro dafür bekommen. Würdest du das auch machen, also würdest du dich jemals von deiner Gitarre trennen und sie versteigern?

Marc: Nö! Also, ich sammel Gitarren. Wir werden von der Marke ESP endorsed, das heißt wir kriegen eine gewisse Anzahl Gitarren im Jahr umsonst. Aber ich verkaufe die nicht. Ich darf die auch gar nicht verkaufen und außerdem ich habe so ein paar Gitarren, die meine Lieblinge so von früher sind, die sind auch ganz schön teuer gewesen, die verkaufe ich sowieso nicht, und die anderen darf ich nicht und will ich sowieso nicht verkaufen. Ich habe Haken an der Wand, wo die halt dranhängen.
Und der Bass, den er verkauft hat, ist noch nicht über den Sponsor Deal gelaufen, deshalb durfte er den natürlich verkaufen, den hatte er sich irgendwann mal selbst gekauft. Den hat er jetzt wieder verkauft, weil er jetzt halt die neueren umsonst gekriegt hat und den fand er, glaube ich, eh nicht mehr so gut oder so und der war halt älter, deshalb hat er den halt abgegeben.

Wastin!com: Wie sehen eure weiteren Pläne für dieses Jahr aus?

Marc: Wir spielen ein paar Festivals, wenn das Album raus ist. Dann wissen wir noch nicht genau, vielleicht kommt noch eine Amerika-Tour, da ist aber jetzt noch nichts sicher. Und nach den Festivals, klar wird natürlich das Album beworben. Also was heißt beworben? - Promotet halt. Sonst? - Tja, im Herbst werden wir wahrscheinlich eine Tour machen, aber eine kürzere, also zwei, drei Wochen lang, dann ist vielleicht auch so eine kleine Art Festival-Tour geplant, da wissen wir aber noch nichts genaues. Joa, das ist es erst mal.

Wastin!com: Werdet ihr denn auch wieder über Weihnachten unterwegs sein?

Marc: Ich glaube, dieses Jahr nicht. Also wenn Weihnachten, dann nicht in Deutschland, denke ich. Also wir und Heaven Shall Burn erst mal nicht.

Caliban - Interview mit Marc Görtz am 13. April 2007, KölnWastin!com: Wie lange hast du jetzt Weihnachten eigentlich schon nicht mehr zuhause verbracht? Oder ward ihr während der Tour dann Heiligabend immer zuhause?

Marc: Heiligabend waren wir zuhause, aber Weihnachten ist mir persönlich völlig egal. Ich feier das nicht und deswegen ist mir das auch egal. Das ist für mich wie jeder andere Tag.

Wastin!com: Dann störts dich wenigstens nicht! Ja, das war´s auch schon. Vielen Dank für das Gespräch!

Marc: Ja, gerne! Euch auch vielen Dank!

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Caliban: Website / MySpace
Autor: Vera Bunk