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Isis – Interview mit Jeff Caxide am 12. Juli 2007, Köln
„Du kannst dir deine Fans nicht aussuchen, das liegt nicht in deiner Hand!“

Isis – Interview mit Jeff Caxide am 12. Juli 2007, KölnIsis haben in den letzten zehn Jahren immer wieder Alben auf den Markt gebracht, die sich durch lange, epische Songs ausgezeichnet haben, und sich somit eine ordentliche Fangemeinde aufgebaut. Die Herren stehen für anspruchsvolle Musik, die sich irgendwo zwischen Neurosis und Tool ansiedelt. Im Rahmen ihrer Tour zur aktuellen Platte 'In The Absence Of Truth' machten die Herren aus Los Angeles auch einen Abstecher nach Köln, um im Stollwerck eine Show zu spielen. Wir ließen es uns nicht nehmen und trafen den Bassisten Jeff Caxide zwischen dem Soundcheck und dem Abendbrot und stellten ihm ein paar Fragen und fingen dabei ganz von vorne an, wir sprachen mit ihm über die Entstehung der Band, über Einflüsse und das ganz normale Leben. Was er uns alles zu sagen hatte und warum er keine Schwachköpfe als Fans haben möchte, könnt ihr im ausführlichen Interview nachlesen.

Wastin!com: Hi Jeff, danke dir, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Lass uns doch mal ganz von vorne anfangen: Was war euer Hauptziel, als ihr die Band 1997 gegründet habt?

Jeff: Hauptziel? Ich weiß nicht, ob wir damals so weit gedacht haben. Na, ja, wir wollten zu der Zeit einfach die beste Band sein, die wir sein konnten, und hatten sehr viele Ideen im Kopf. Wir wollten laut sein und einen gewissen Sound haben, vergleichbar mit bestimmten anderen Bands und haben das als einen Anfangspunkt gesehen. Aber wir hatten auch immer im Hinterkopf, dass sich das alles weiterentwickeln muss und dass wir wachsen und uns verändern wollten. Das war der Anfang eines Projektes, welches sich sehr stark weiterentwickelte und das war eigentlich immer unser Ziel, an dem wir auch heute noch festhalten.

Wastin!com: Euer Stil wird oftmals als irgendwo zwischen Avant-Gard-, Post-Metal und Experimental Rock beschrieben. Was denkst du über diese Aussagen und wie würdest du persönlich euren Stil beschreiben?

Jeff: Ich denke nicht wirklich viel über solche Aussagen nach. Jeder versucht dich immer irgendwo einzuordnen und irgendeine neue schicke Beschreibung für dich zu finden, wie zum Beispiel Post-Metal. Im Endeffekt sind wir einfach nur eine Rockband, die etwas längere Songs schreibt (lacht!). So erklären wir das eigentlich Leuten, die absolut keine Ahnung von uns haben. Ich sage dann immer: „Also, wir sind eine Rockband mit langen Songs und ein bisschen Geschrei hier und da.“ Aber ich denke selber nicht so viel darüber nach, wo wir reinpassen.

Wastin!com: Ich meine, Einflüsse von Bands wie Tool und Neurosis raushören zu können. Liege ich soweit richtig?

Jeff: Ja, am Anfang waren Neurosis ein großer Einfluss für mich und Aaron Turner. Wir sind große Fans dieser Band und definitiv finden sich da Einflüssen von ihnen. Es gab einfach so viele Einflüsse von sehr vielen verschiedenen Bands und Dingen, so dass es schwer ist zu sagen, welche die einflussreichste Band war. Denn wir sind fünf Personen mit sehr unterschiedlichen Geschmäckern und somit vereinen wir Elemente von vielen verschiedenen Bands.

Wastin!com: Was sind denn eure weiteren Einflüsse? Gibt es da irgendwelche Bands oder ist das eher euer Umfeld und die Welt, wie sie ist?

Jeff: Nun ja, das ist bei uns wie bei jeder anderen Band. Wir haben uns nie gedacht: „Oh, Mann, wir wollen jetzt so klingen wie diese oder jene Band,“ oder: „Mir gefällt diese Band momentan wirklich sehr gut, ich will solche Songs schrieben wie die!“ Es ist schwer zu sagen, was wirklich vorgeht, wenn man an einer Platte arbeitet. Dein tägliches Leben kann die Laune, mit der du zur Probe kommst, sehr stark beeinflussen. Wenn du schlechte Laune hast, kommt da eher etwas aggressives bei raus und wenn du stoned bist, dann eher etwas konfuses. (lacht!) Ich weiß nicht...

Wastin!com: Was hat sich für euch seit dem Anfang verändert?

Jeff: Vieles hat sich geändert. Cliff und Mike sind der Band beigetreten. Mike kam etwa nach anderthalb Jahren zu uns und Cliff nach zweieinhalb Jahren. Wir sind nun seit zehn Jahren zusammen und da verändern sich die Dinge nun einmal. So langsam wird alles gediegener im Leben. Ich bin mittlerweile verheiratet. Tja, all das eben! Aber meine Leidenschaft, in dieser Band zu spielen, hat sich bis heute nicht verändert. Es wächst einfach nur alles mit der Zeit.

Wastin!com: Mir ist aufgefallen, dass sich euer Sound von Album zu Album verändert hat. Releases wie 'Mosquito Control' und 'The Red Sea' wirkten wesentlich härter und mehr von der Hardcore Szene beeinflusst als neuere Platten, wie 'Panopticon' und 'In The Absence Of Truth'. Wie kam es dazu?

Jeff: Na ja, wie ich sagte, zur Zeit von 'The Red Sea' und 'Mosquito Control' waren wir noch jung und unerfahren und es ging uns nur um brutale Härte. Ich denke, wir haben haben immer mehr erkannt, was wir eigentlich wirklich wollen und sind als Menschen und Musiker gewachsen. Wir haben gelernt, viel besser miteinander zu spielen. Ich hab´ mir 'Mosquito Control' und 'The Red Sea' schon lange nicht mehr angehört, weil ich es ein bisschen peinlich finde (lacht!). Wir spielen nicht sonderlich gut, die Produktion ist zwar in Ordnung, aber es ist schwer zu sagen, ich würde es einfach Weiterentwicklung nennen, so kann kam das am besten zusammenfassen.

Wastin!com: Lass uns noch etwas mehr über eure Alben sprechen. Jedes Release hatte ein Konzept, ein Thema welches eine Geschichte erzählt. Woher nehmt ihr die Inspiration dafür?

Jeff: Das ist wirklich mehr Aaron´s Part. Jedes Mal kommt er nach der Hälfte des Schreibprozesses an einer Platte zu uns und tischt uns ein paar Ideen auf. Zum Beispiel über etwas, das er gerade gelesen hat und interessant, so war es bei 'Panopticon'. 'In The Absence Of Truth' beinhaltet ein eher vages und lockeres Konzept und erzählt nicht zwingend eine Geschichte. Auch 'Panopticon' erzählt, in meinen Augen, nicht zwingend eine Geschichte. Wir sind einfach konzeptionell und das macht die Band aus. Wir mögen es lieber, die Dinge in Verbindung zu bringen, anstatt einfach nur sieben oder acht einzelne Songs zu schreiben.

Wastin!com: Wie denkst du über Konzeptalben im Allgemeinen?

Jeff: Manche sind wirklich großartig und wiederum andere sind ziemlich geschmacklos (lacht!). Einige sind offensichtlicher, wie zum Beispiel 'The Wall' und andere sind eher vage und fühlen sich nur nur konzeptionell an, ohne dabei wirklich eine Geschichte zu erzählen. Einige Neurosis-Platten scheinen ein Konzept zu haben, obwohl das nicht so ist. Aber wie gesagt, 'The Wall' ist eines dieser Konzeptalben, die eine Geschichte erzählen.

Wastin!com: Meiner Meinung nach war 'Panopticon' eher politischer Natur, obwohl ihr nicht wirklich eine politische Band seid. Hab´ ich das richtig interpretiert?

Jeff: Du kannst das so sehen. Da ist auch so ein Ding bei Konzeptalben, man kann sie auf verschiedene Arten interpretieren. Einige Leute haben es als politisch angesehen und es auf die aktuelle Zeit bezogen. Ich meine, ich weiß, dass Aaron ein politisch interessierter Mensch ist und ich bin sicher, dass das eine großen Stellenwert in den Lyrics und dem Konzept des Albums hat.

Wastin!com: Wie kreiert ihr die Songs im Studio? Was kommt zuerst, die Musik oder die Texte?

Jeff: Die Musik haben wir immer zuerst fertig, bevor wir überhaupt ins Studio gehen. Wir sind keine Band, die Unmengen an Geld und Monate an Zeit ins Studio steckt. Die Musik ist also immer als erstes fertig.

Wastin!com: Kommen wir mal zu euren Live Auftritten. Was können die Fans von euch erwarten?

Jeff: Das ist eine schwere Frage. Wir sind einfach nur eine Band auf der Bühne. Es geht hier um nichts theatralisches, das ist mal sicher. Wir benutzen nicht viel Licht, meistens nur das, was der Club her gibt. Wir bringen keine hektisch flimmernden Flashlights mit. Unser Set kann von Nacht zu Nacht variieren. Du kannst eine gute Nacht oder halt eben eine schlechte Nacht haben. Deshalb weiß ich nicht, was ich sagen soll... Erwartet nicht irgendwelche verrückten Sprungeinlagen, Stagediving oder Moshing von uns. Wir sind irgendwo schon eine energiegeladene Band, aber wie gesagt, jede Show und jedes Set ist unterschiedlich.

Wastin!com: Was erwartet ihr im Gegenzug von den Fans?

Jeff: Ich würde einfach nur sagen, sehr viel Kopfnicken. Das variiert auch von Staat zu Staat und Land zu Land. In Italien waren die Leute wirklich sehr enthusiastisch, in ihren Köpfen waren wir wie Van Halen (lacht!). Nicht, dass wir so groß sind, aber die Leute hatten einfach wesentlich mehr Interesse an Autogrammen und Bildern und so. In Amsterdam gab es eher durchgehendes Kopfnicken und so weiter. Das variiert also. Ich erwarte nicht wirklich was vom Publikum, ich denke da einfach nicht drüber nach. Aber im gleichen Moment ist das Publikum auch eine Art Energiequelle. Wenn die Menge richtig abgeht, dann kann uns das sehr beeinflussen, genau so ist es aber auch anders herum, wenn die Leute total distanziert oder uninteressiert sind, dann hat das sicher auch einen Effekt auf uns.

Wastin!com: Könntest du versuchen zu erklären, welche Leute ihr mit eurer Musik erreichen wollt?

Jeff: Oh, jeden! Wir selektieren da nicht. Wenn irgendjemand unsere Musik mag, ist das toll. Musik ist für jeden da!

Wastin!com: So sehe ich das auch! Gibt es Leute, die ihr auf keinen Fall auf einer Isis Show sehen wollt?

Jeff: Ja, wir sehen auf keinen Fall gerne irgendwelche Schwachköpfe mit freiem Oberkörper, die einfach nur andere Leute umhauen wollen. Ich schätze, niemand will, dass Schwachköpfe seine Band mögen. Wenn du aber solche Musik spielst, wie wir es tun, bist du auch nicht so interessant für diese Art von Leuten. Aber du kannst dir deine Fans nicht aussuchen, das liegt nicht in deiner Hand.

Wastin!com: Was machst du neben Isis? Wie sieht ein normaler Tag in deinem Leben aus?

Jeff: Ein normaler Tag in meinem Leben dürfte für die meisten relativ langweilig sein. Ich habe neben Isis keinen Job. Isis ist mein Job, auch wenn ich das nicht wie einen Job handhabe. Ich bin verheiratet, habe ein Stieftochter und bin der Hausmann, während meine Frau arbeiten geht. Ich mache die Wäsche, hole die Tochter von der Schule ab und solche Sachen. Das ist alles sehr durschnittlich. Ich gehe auch nicht mehr so viel aus wie früher.

Wastin!com: Und was ist mit den anderen Jungs?

Jeff: Also, ich weiß es nicht. Ehrlich gesagt sehe ich sie relativ selten, wenn wir nicht gerade auf Tour sind oder Proben. Aaron ist ziemlich beschäftigt mit Hydrahead und Cliff mit denRed Sparowes. Weißt du, sie machen alle ihr Ding.

Wastin!com: Und was können wir von Isis in der nächsten Zeit noch erwarten? Wie sind eure Pläne für den Rest des Jahres 2007?

Jeff: Nicht viel, nach dieser Tour wird nicht mehr viel kommen. Wir werden ein paar Shows spielen, um unser zehnjähriges Bestehen zu feiern. Ich denke, danach werden wir unser fünftes Album schreiben und, ja, wenn es fertig ist, dann ist es fertig. (lacht!)

Wastin!com: Das war auch schon meine letzte Frage. Ich danke dir nochmals für deine Zeit!

Jeff: Danke dir!

Wastin!com: Hat du irgendwelche letzten Worte oder möchtest jemanden grüßen?

Jeff: Nööööö!

Mehr Info:
Isis: Website / MySpace
Autor: Alexander Greve