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Japanische Kampfhörspiele - Interview mit Christ of Kather, 16. Oktober 2007
„Ich habe noch nicht einmal das Gefühl, dass mein derzeitiger Lebenswandel endgültig ist.“

Dass die Band Japanische Kampfhörspiele schon länger ihr Unwesen in der deutschen Musikszene treibt, dürfte mittlerweile einigen bekannt sein. Seit kurzem steht nun endlich der lang herbeigesehnte neue Longplayer mit dem Titel 'Rauchen und Yoga' in den Läden. Allein das war Grund genug für uns, den Herren per Mail flugs ein paar Fragen rüberzuschicken, die Drummer und Texteschreiber Christ of Kather, wenn auch sehr kurz und knapp, alle beantwortete. Was er zu unseren Fragen, die sich auf die Band im allgemeinen, das neue Album und seine persönlichen Vorlieben bezogen, zu sagen hatte, lest ihr weiter unten am Besten selbst nach.

Wastin!com: Hi, Christ of Kather! Da ich weiß, dass es bei euch gefährlich werden kann, sollte man nach eurem Namen fragen oder auch nach der Bandgeschichte, will ich gar nicht erst damit anfangen. Nur so viel: Ihr habt 1998 als Zwei-Mann-Projekt angefangen und seitdem öfters Änderungen im Line-Up vollzogen. War das immer ein Rückschlag für euch?

Japanische Kampfhörspiele - Interview mit Christ of Kather, 16. Oktober 2007Christ of Kather: Nein. Ersatz hat sich immer schnell gefunden. Bei JaKa ist noch niemals jemand plötzlich oder aufgrund von persönlichen Differenzen ausgestiegen. Meist haben die, die ausgestiegen sind, selbst für Ersatz gesorgt.

Wastin!com: Hast du denn nun das Gefühl, dass das Line-Up endgültig ist oder legt ihr euch da nicht so fest?

Christ of Kather: Ich habe noch nicht einmal das Gefühl, dass mein derzeitiger Lebenswandel endgültig ist.

Wastin!com: Ich muss doch etwas fragen, was im entferntesten mit eurem Namen zu tun hat. Durch meine unglaubliche Recherche habe ich rausgefunden, dass dieser Name durch einen Freund der Band namens Uwe Engelbrecht, der für seine Wortkreationen bekannt sein soll, entstanden ist. Gibt es da weitere nette Anekdoten?

Christ of Kather : Ja. Einmal haben wir Pierre beim Kotzen gefilmt.

Wastin!com: Kommen wir mal zum Schubladendenken. Gibt es so etwas bei euch? In welcher Schublade findet man dann wohl euch?

Christ of Kather: In der mit Krimskrams. In der, in die alles kommt, was man nicht ordnen will. Passt aber trotzdem irgendwie zusammen alles.

Wastin!com: Bleiben wir doch bei den Schubladen: Ihr seid sehr experimentell, welche Zielgruppe wollt ihr ansprechen?

Christ of Kather: Menschen. Tiere sind ja eher doof und verstehen gar nicht, was wir da gebastelt haben, bzw. dass wir überhaupt was gebastelt haben.

Wastin!com: Neben all eurer augenzwinkernden Kritik an der Konsumgesellschaft habt ihr euch in der Vergangenheit auch mit Texten aus dem Bereich Splatter befasst, wie zum Beispiel bei 'Abflussbestattung'. Hat das auch was mit einer filmischen Vorliebe zu tun?

Christ of Kather: Filme gucke ich generell sehr wenige. 'Abflussbestattung' ist eher die deutsche Antwort auf Cannibal Corpse Texte. Glaube ich jedenfalls; habe bislang nur 'Hammer Smashed Face' mal kurz überflogen, als ich die Gelegenheit dazu hatte.

Wastin!com: Habt ihr den Text damals im Booklet tatsächlich unkenntlich gemacht, damit es keinen Ärger mit den zuständigen Behörden gibt? Thema FSK, USK und Index? Das ist ja jetzt gerade wieder arg im Kommen, aufgrund der Killerspiele-Diskussion und ähnlichem.

Christ of Kather: Ich habe den Text geschwärzt, damit es keinen Ärger gibt mit meinen Eltern, damit die sich keine Sorgen machen.

Wastin!com: Ach so... Wo wir schon beim Thema Musik und Texte sind, können wir ja auch über euer neues Album reden. 'Rauchen und Yoga', was hat es mit diesem Titel auf sich? Rauchen und Yoga sind ja letztendlich zwei recht konträre Dinge. Kannst du mir das näher erklären? Hast du da persönliche Erfahrungen mit gemacht?

Christ of Kather: Mit konträren Dingen? Mache ich ständig Erfahrungen mit, und alle anderen Menschen auch. Das ganze Leben ist ja konträr, seht das endlich ein!

Wastin!com: Wie ist denn die Grundidee zum neuen Album entstanden? Wovon habt ihr euch beeinflussen lassen?

Christ of Kather: Welches ist denn die Grundidee? Wir haben uns gedacht: Es ist mal wieder an der Zeit ein neues Album zu machen. Machen wir es!

Wastin!com: Was veranlasst euch zu den Texten und zu solch amüsanten Titeln, wie 'Komm, wir drehen einen Porno' oder auch 'Der Hund kriegt nichts'?

Christ of Kather: Zuviel Freizeit vielleicht und zuviel Nachdenkapparat. Dann noch Kombinationstalent und natürlich kiffen, kiffen, kiffen.

Wastin!com: Die Texte lassen einen oftmals schmunzeln, ist das eins eurer Ziele, die ihr euch steckt?

Christ of Kather: Ziele gibt es nicht. Klar, es gibt das Ziel, nachdem man aufgenommen hat, die Platte auch zu veröffentlichen. Bei der Entstehung der Platte ist aber tatsächlich der Weg das Ziel. Es macht halt Spass Platten zu machen. Sowas macht man für sich und nicht für andere. Andere sehen das vielleicht anders, aber wir sind ja wir.

Wastin!com: Mir scheint es, als ob das aktuelle Album ein wenig eingängiger geworden ist, alles scheint etwas leichter zugänglich, obwohl noch weit entfernt von leichter Kost. Seht ihr das ähnlich?

Christ of Kather: Ja.

Wastin!com: Was hat sich denn für euch persönlich grundlegend in der Musik von den Anfängen bis heute verändert?

Christ of Kather: Sie ist eingängiger geworden, wenn auch noch weit entfernt von leichter Kost.

Wastin!com: Wenn du 'Rauchen und Yoga' mit fünf Schlagworten zusammenfassen müsstest, welche wären das?

Christ of Kather: Gelb, eingängig, modern, unangepasst, spiessig.

Wastin!com: Wir haben eben kurz über die Konsumgesellschaft geredet. Was hältst du persönlich vom aktuellen „Verdummungsfernsehen“, das immer mehr die Überhand gewinnt?

Christ of Kather: Find´ ich geil.

Wastin!com: Kommen wir mal zu den privaten Vorlieben: Wenn man eine solche Musik macht, wie ihr, hat man dann auch ausschließlich CD´s von Bands im Regal, die eben diese Musik fabrizieren, oder sind die Geschmäcker da eher breiter gefächert?

Christ of Kather: Dann hätten wir ja nur unsere eigenen CDs im Regal. In Wirklichkeit haben wir aber gar keine CDs im Regal, es gibt ja Mp3s. An Mp3s habe ich immer einen ganz wilden Mix im Regal. Sie kosten ja nichts, ich kann sie also wegschmeissen und durch neue ersetzen, wenn ich sie nicht mehr gut finde. Auch gut: Zu Mp3s baut man keine persönliche Verbindung auf.

Wastin!com: Was läuft denn gerade im Hintergrund, während du diese Fragen beantwortest?

Christ of Kather: Gar nichts. Vorne im Regal steht aber gerade 'Halt durch' von Rummelsnuff. Dieses Mp3 hat übrigens - die Ausnahme gibt es immer - gute Chancen von mir lieb gewonnen zu werden.

Wastin!com: Um noch einmal, wirklich ein letztes Mal, auf euren Namen zu sprechen zu kommen: Hast du auch eine private Liebe für Hörspiele, wenn du schon in einer Band namens Japanische Kampfhörspiele spielst? Wenn ja, welcher Art?

Christ of Kather: Nein, habe ich nicht. Klaus auch nicht. Er hat Pierre zwar neulich eine DVD mit 400.000 Minuten an Hörspiel-Mp3s drauf gebrannt, aber genau das zeigt ja, dass sein Hörspielkonsum mit Liebe wenig zu tun hat.

Wastin!com: Da wir ja bald am Ende des Jahres angelangt sind, hast du schon irgendwelche Pläne für Silvester?

Christ of Kather: Brot statt Böller und später dann Rauchen statt Yoga. Oder umgekehrt. Oder Brot und Yoga statt Röller und Bauchen. Oder einfach in die Stadt gehen.

Wastin!com: Du hast es fast geschafft, nur noch die obligatorische Abschlussfrage: Was kann man von euch in diesem Jahr noch erwarten?

Christ of Kather: Am besten gar nichts erwarten, dann freut man sich umso mehr, wenn überhaupt was passiert.

Wastin!com: Hast du noch irgendwelche Worte, irgendetwas, das du loswerden möchtest, aber bisher nicht die Chance dazu hattest?

Christ of Kather: Da gibts eigentlich nichts. Seit JaKa so furchtbar erfolgreich sind, habe ich eher keine Chance mal was für mich zu behalten.

Wastin!com: Okay, das war´s auch schon. Ich danke dir für deine Zeit und für das Interview!

Mehr Info:
Japanische Kampfhörspiele: Website / MySpace
Autor: Alexander Greve