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Mustasch – Interview mit Mats “Dojan” Hansson und Ralf Gyllenhammar am 02. Juni 2008, Schweden
„Es geht um ultra-männliche Riffs für ultra-männliche Leute, obwohl wir entdeckt haben, dass es auch bei den Frauen gut funktioniert.“

Mustasch – Interview mit Mats “Dojan” Hansson und Ralf Gyllenhammar am 02. Juni 2008, SchwedenObwohl die meisten Musikfans hierzulande mit dem Namen Mustasch sicherlich noch nicht in Kontakt gekommen sind, gehören die vier Rocker zur bekannteren Hälfte schwedischer Exporte. Seit vielen Jahren ist man eine feste Institution der dortigen Stoner-Metal-Rock-Szene. Für die Jungs Grund genug, nun ein Best Of Album namens 'Lowlife Highlights' unter das Volk zu streuen und Grund genug für uns, die Band zum Interview zu bitten. Drummer Mats “Dojan” Hansson und Sänger Ralf Gyllenhammar standen uns dabei Rede und Antwort. Wie sich die beiden über den Sinn von Best Of Alben, die Musikindustrie und das Leben auf Tour äußerten, lest ihr hier!

Wastin!com: Hallo! Könntet ihr uns mitteilen, worum es bei Mustasch geht?

Dojan: Es geht um ultra-männliche Riffs für ultra-männliche Leute, obwohl wir entdeckt haben, dass es auch bei den Frauen gut funktioniert.

Wastin!com: Erzählt uns bitte ein wenig über die Geschichte der Band. Wann ging es mit Mustasch los und wie seid ihr zusammengekommen?

Dojan: 1998 fingen wir wieder in Orust, einer Insel, 70 Kilometer nördlich von Göteborg, an. Einige Jahre zuvor hatten wir bereits eine kurze Konstellation - Grindstone – , aber es funktionierte zu der Zeit nicht.

Wastin!com: War es Teil eures Plans eine professionelle Band im Musikbiz zu werden oder geschah das eher zufällig?

Dojan: Wir wussten von Anfang an, dass wir nur die Riffs und Songs machen würden, die UNS gefallen, anstatt darüber nachzudenken, was andere wohl mögen würden. Dies scheint eine Strategie zu sein, die für uns gearbeitet hat, und man kann sagen, dass es seit damals immer ernsthafter wurde. Natürlich hatten wir vom Start weg Ambitionen erfolgreich zu werden. Jeder von uns verbrachte Zeit mit anderen Bands und es ist kein Verbrechen, sein Hobby zum Beruf zu machen. Nun nennen wir es einen Job und jeder ist glücklich!

Wastin!com: Wie würdet ihr die Bandentwicklung seit dem Beginn bis heute beschreiben?

Dojan: Ralf ist mehr und mehr zum Songwriter und Organisator der musikalischen Richtung geworden. Hannes und ich haben Kinder und Familie und somit nicht allzu viel Zeit, um uns mit seinen Ideen auseinanderzusetzen. Und für mich selbst kann ich sagen, dass ich darüber nicht traurig bin. Ralf macht einen großartigen Job! Stam, der Bassist, befasst sich viel mit unseren Computer-Angelegenheiten, wie unsere Homepage und visuell-, klangbezogenen Sachen, wie Intros und Soundeffekte für unsere Platten. Sogar ich kann von Zeit zu Zeit welche machen. Der große Unterschied ist nun, dass wir in der Lage sind, die meisten unserer „Tagesjobs“ aufzugeben, um uns mehr auf die Musik konzentrieren zu können.

Wastin!com: Okay, lasst uns über eure derzeitige Platte 'Lowlife Highlights' sprechen. Was war der Grund für ein Best Of Album?

Dojan: In erster Linie geht es darum, unsere frühen Sachen anderen Märkten zugänglich zu machen, wo EMI es versäumt hat, uns vorher zu vertreiben. In dieser Hinsicht war es schwierig mit ihnen zu arbeiten. Wir konnten ein Jahr oder so auf ein Ja oder Nein aus dem Hauptsitz in London warten. Und die Zeit schien nun für uns richtig, es jetzt zu tun.

Wastin!com: Wie sah der Prozess der Songauswahl aus? Habt ihr alle Listen mit euren favorisierten Mustasch Songs geschrieben und seid am Ende wieder zusammengekommen, um diese zu diskutieren? Oder wie sah das aus?

Dojan: Ja, genau so haben wir es getan.

„Wenn man Material für ein Best Of Album hat und damit mehr Leute erreichen kann als zuvor, wäre es unklug dies nicht zu tun.“

Wastin!com: Wie ist eure persönliche Meinung über Best Of Alben? Glaubt ihr wirklich, dass es notwendig ist, eine Scheibe wie diese anstelle eines Studioalbums zu veröffentlichen? Denn, wenn man sich einmal umschaut, merkt man, dass sich viele Leute gar nicht mehr für derartige Veröffentlichungen interessieren.

Dojan: Ich denke, wenn man Material für ein Best Of Album hat und damit mehr Leute erreichen kann als zuvor, wäre es unklug dies nicht zu tun. Ich persönlich kaufe mir nicht viele Best Of Platten. Nur, wenn ich neugierig auf Bands bin, welche ich davor noch nicht wirklich gehört habe. Dann könnte ein Best Of hilfreich sein. Wenn es sich um eine Lieblingsband von mir handelt, nehme ich an, dass ich bereits alle Songs habe.

Wastin!com: 'Lowlife Highlights' ist auch eine Zusammenstellung eurer EMI Jahre. Ihr seid vier Jahre auf diesem Major Label gewesen. Gute oder schlechte Zeiten?

Dojan: Natürlich beides. Ohne sie, wären wir heute nicht in dieser Position, in der wir uns hier in Schweden befinden. Und vielleicht haben sie uns auch ein wenig in Deutschland geholfen. Aber in vielerlei Hinsicht waren sie wie ein Mammut, das sich schlafen gelegt hat.

Wastin!com: Warum habt ihr euch letztendlich von EMI getrennt? Irgendwelche speziellen Gründe?

Dojan: Wir waren müde aufgrund des langsamen Tempos und dem mangelnden Interesse einiger „hohen Tiere“. Auch wenn wir ein paar großartige Leute hatten, die mit uns gearbeitet haben, konnten diese ohne ein Ja oder Nein von ganz oben nichts managen.

Wastin!com: War es euch möglich während der Zeit von der Musik zu leben oder hattet ihr neben der Band auch normale Jobs?

Dojan: Beides, ja und nein. Zu Beginn der EMI-Periode hatten sie dieses Vorauszahlungssystem für die Studiozeit, damit wir unsere Konzentration auf den Job zu lenken konnten. Doch später gab es, wie wir alle wissen, einen Einbruch der Musikindustrie aufgrund von Downloading und so weiter und so fort. Und dann rennst du besser lieber wieder zurück zu deinem normalen Job.

Wastin!com: Vor mehr als einem Jahr habt ihr bei Regain Records unterschrieben. Seid ihr seitdem mit dem Label zufrieden?

Dojan: JA. Wir haben noch nie einen Typen von Regain Records während der Aufnahmen im Studio, beim Mixing oder Mastering gesehen. Das ist eine RIESIGE Veränderung im Vergleich zur EMI-Zeit. Der geht raus an unseren ex-A&R. Du weißt, wer gemeint ist.

Wastin!com: Was ist für euch das Wichtigste, um Musik zu machen?

Ralf: Ich denke nicht in diesen Bahnen. Ich mache den ganzen Tag nur Musik.

Wastin!com: Was inspiriert euch Jungs, um Songs zu schreiben? Könnt ihr uns etwas über die Entstehung eines Mustasch Albums erzählen? Gibt es ein bestimmtes Gefühl untereinander oder wie ensteht die Magie, wenn ihr zusammen im Proberaum seid?

Ralf: Wie ich bereits sagte, wir machen es einfach.

Wastin!com: Seid ihr jemals in Deutschland auf Tour gewesen? Wenn ja, wie war die Reaktion des Publikums?

Dojan: Wir waren mehrere Male in Deutschland auf Tour. Einmal mit Rose Tattoo, einmal mit Gluecifer und zu guter Letzt mit Motörhead. Außerdem waren wir bereits drei Mal als Headliner dort und es lief gut. Jedes Mal ein größeres Publikum. Wir können uns nicht beschweren.

Wastin!com: Erzählt den Lesern doch bitte etwas über euer Leben „on the road“. Wie sieht der übliche Tourtag aus? Wartet ihr die ganze Zeit im Bus, bis es auf die Bühne geht oder seht ihr euch auch schon mal die Städte an, in denen ihr gerade spielt?

Dojan: Manche von uns schlafen wirklich gern, andere machen jeden Morgen einen Spaziergang durch die Stadt. Die Playstation war auf einigen Touren auch ein guter Freund, an den man sich halten konnte.

Wastin!com: Genießt ihr das Tourleben? Und was ist für euch das Schlimmste, wenn ihr unterwegs seid?

Dojan: Was das angeht, sind wir alle in der Band verschieden. Manche mögen es, manche nicht. Das Beste am Touren ist natürlich das Reisen und neue Orte zu entdecken. Der Kick einer guten Show ist woanders größer als im eigenen Land, denn manchmal hat das Publikum dort keine bestimmten Erwartungen, sowie es Zuhause der Fall ist. Und diese Art vom Verbrecher-Gefühl, das man hin und wieder hat, wenn man sich von fernab allem, außer seinem eigenen kleinen Trip befindet. Das Schlimmste ist für mich jedenfalls das Warten. Es scheint so zu sein, als warte man jedes Mal auf irgendeinen Typen, ein Schiff, ein Flugzeug oder Kilometer, die man laufen muss. In Finnland haben sie sogar extra lange Kilometer. (Keiner weiß das, aber es ist wahr.)

Wastin!com: Was kann man von euch erwarten, wenn ihr auf der Bühne loslegt? Wie sieht eine Mustasch Show aus und was erwartet ihr von eurem Publikum?

Dojan: Zu Beginn könnt ihr fette Riffs erwarten. Hinzu kommt, dass die Licht- und Projektor-Show mit der Zeit ausgefeilter geworden ist. Aber leider können das nicht alle Locations mitmachen.
Dann ist da dieses funkelnde Charisma von Mr. RiffRalf, welches euch noch für Tage im Kopf umherschweben wird. Die eine Minute ist er auf der Bühne, die andere in deiner Runde oder auch in deinem Schlafzimmer? Und dann das schwere Bass- und Drum-Duo, das euch bei eurem klebrigen Ohrenschmalz behilflich sein wird, welches euch seit Wochen belästigt. Und dann... Mr. „hübscher“ Hannes, der diese magischen Melodien spielt. (Haltet eure Töchter und Geliebten ganz fest.)

„Ich saß 30 Meter von der Bühne entfernt auf einer tragbaren Toilette und hörte den anderen Jungs beim Gig zu.“

Wastin!com: Gibt es irgendwelche Rituale bevor ihr auf die Bühne geht?

Dojan: Etwas Alkohol, aber nicht zu viel. Ein paar Früchte und unbekannte Getränke. Eine Stunde lang leises Proben, bevor wir auf die Bühne gehen.
Å ett mäck å en hålk å en rånk, sen spelar det ingen roll hur vädret är.

Wastin!com: Geschah während eurer Bandgeschichte schon einmal etwas Unerwartetes auf der Bühne, das alle wissen sollten? ; )

Dojan: Letzten Sommer musste ich während des Gigs auf die Toilette rennen. Ich hatte ein paar Probleme mit Gluten. Ich saß 30 Meter von der Bühne entfernt auf einer tragbaren Toilette und hörte den anderen Jungs beim Gig zu. Das war noch nie vorher passiert und ich hoffe, es geschieht nicht noch einmal.

Wastin!com: Was war die letzte Platte, die ihr gekauft habt?

Ralf: Pantera – 'Vulgar Display Of Power'
Dojan: Rush – 'Feedback'

Wastin!com: Seid ihr bei neuen Bands immer noch enthusiastisch oder hört ihr nur eure Lieblingsplatten?

Dojan: Ich höre meistens meine alten Platten. Manchmal fühlt es sich an als ob Äonen zwischen ihnen und guten neuen Platten lägen. Und Fakt ist, dass ich heutzutage nicht genug nach neuen Bands Ausschau halte.

Wastin!com: Wenn Mustasch die Wahl hätte mit einer Band auf Tour zu gehen, welche wäre das?

Dojan: Hrmmm...die Beatles?

Wastin!com: Welche weiteren Pläne habt ihr für 2008?

Dojan: Den Rest der Welt erobern... na gut, dann die Hälfte davon.

Wastin!com: Danke für eure Zeit! Wollt ihr noch irgendetwas loswerden?

Dojan: JA! Es ist nie zu spät, um aufzugeben!


Mehr Info:
Mustasch: Website / MySpace
Autor: Martin Pilgrimm