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The Used – Interview mit Bert McCracken und Jeph Howard am 7. August 2009, Köln
Wenn die Rede von The Used ist, denkt man automatisch an kunstvolle Videos und einen charismatischen, chaotisch wirkenden Sänger. Wir wollten herausfinden, was dahinter steckt. Also trafen wir Bert und Jeph und prüften sie auf Herz und Nieren. Wir wissen nun, dass Groupies auch ausgewachsenen Kerlen Angst einjagen können und dass Freunde nicht gleich Freunde sind.

The Used – Interview mit Bert McCracken und Jeph Howard am 7. August 2009, Köln„Du würdest mich wahrscheinlich nicht mehr mögen!“

Wastin!com: Normalerweise spielt ihr ja in größeren Räumlichkeiten. Habt ihr entschieden, bei dieser Tour in kleineren Venues aufzutreten?

Bert: Yeah, wir dachte, es wäre cool ein paar Punkrock-Shows zu spielen inklusive Schweiß und Hitze, seitdem wir lange nicht mehr in Deutschland waren. Wir waren zwar letztes Jahr hier, aber ich meine nicht auf eigener Tour.

Wastin!com: Welches Lied spielt ihr live am liebsten?

Bert: Ich spiele gerne Blood On My Hands.

Jeph (stimmt zu): Yeah!

Wastin!com: Sooo, was war das lustigste, was euch auf der Bühne jemals passiert ist? Irgendwelche verrückte Bühnenpannen?

Bert: Ehm, ich bin in St. Luis betrunken von der Bühne gefallen.

(Jeph: Wir haben auch schon die ganze Bühne voll gekotzt. Sogar die Kids in der ersten Reihe.)

(Bert: Ja, in der ersten Jahren auf Tour. Haha!)

(Jeph: Ja schon, aber an die Show erinnert man sich sofort.)

(Bert: Oh ja, die Kotze kam nachher aus allen Richtungen, auch aus den ersten Riehen)

(Jeph: Wir haben sogar Videos davon. (grinst))

(Bert: Das war abgefahren.)

Wastin!com: Sagt mal, was vermisst ihr am meisten, wenn ihr auf Tour seid?

Jeph: Ausser Haustieren, Freundinnen und Familie?

Bert: Nichts!

Jeph: Ja, nichts. Ich vermisse meine Hunde, meine Freundin und gutes mexikanisches Essen.

Bert: Stimmt, mexikanisches Essen.

Wastin!com: Ok, gibt es Unterschiede zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Publikum? Wer ist verrückter?

Bert: Ehm, hier reden die Leute deutsch... Das ist bei uns anders... Haha. Ich finde, dass die Amis sowohl auch die Deutschen ziemlich abgehen können. Ich weiß, dass man hier mit 18 Jahren Alkohol trinken darf, oder?

Wastin!com: Mit 16 Jahren darf man schon Bier trinken.

Bert: Ja, und in den Staaten darf man halt erst mit 21 Jahren trinken. Ich denke, dass das auch eine Rolle spielt.

Wastin!com: Habt ihr schon irgendwelche verrückten Fan-Erfahrungen machen müssen. Ist jemand bei euch ins Hotelzimmer eingebrochen oder ähnliches?

Jeph: Manche versuchen es zumindest. Sie finden raus in welchem Hotel du wohnst und in welchem Zimmer du schläfst. In Japan hat ein Mädchen ihren Fuß zwischen die Tür gehalten, während ich versucht habe sie zu schließen. Verrückt!!!

Bert: Jaaa (sieht Jeph an). Kannst du dich an Sammy erinnern? (Namen vielleicht besser nicht veröffentlichen, was meint ihr?)
Jeph: Oh ja, oh Gott!

Bert: Psycho-Stalker Sammy. Es gibts ein Mädchen, die uns ständig hinterher reist, vor den Konzerthallen und Hotels wartet und rumheult... Lass uns besser nicht davon sprechen.

Wastin!com: Ok, dann lasst uns das Thema schnell wechseln. Welches Lied oder Album hört ihr im Moment am liebsten?

Bert: Ich höre zur Zeit Mister Beast von Mogwai. Die Platte gefällt mir echt gut.

Jeph: Ehm, lasst mich mal schauen (sucht in seinem Iphone ein bestimmtes Lied). Es gibt eine italienische Band, die ZU heisst. Die finde ich ganz gut. Ich steh auf ihren Song Carbon. Das ist das beste Lied auf dem Album. (Lässt das Lied auf seinem Iphone laufen.) Ich mag den Track voll, er ist cool und irgendwie anders.

Wastin!com: Unterstützt ihr Junge Bands, die sich bis lang noch nicht etablieren konnten? Und habt ihr hilfreiche Tipps?

Bert: Oh ja, und ob wir junge Bands unterstützen. Ich denke ein guter Tipp ist es, kreativ zu sein und das zu schreiben, was von Herzen kommt. Man sollte nicht versuchen etwas zu machen, was man vorher schon mal gehört hat. Man sollte versuchen anders zu klingen. Es gibt einfach zu viele junge Gruppen, die versuchen wie andere Bands zu klingen.

Wastin!com: Aber findet ihr es nicht verdammt schwierig heut zu Tage etwas neues zu kreieren? Es gibts ja schon so gut wie alles.

Jeph: Das haben die Leute vermutlich auch schon zu den Beatles-Zeiten gesagt.

Bert: Ja, das wurde schon in den 60ern behauptet und trotzdem wurde seitdem viel neues geschaffen. Es gibt so viele Möglichkeiten. Und man sollte diese auch nutzen.

Jeph: Ich denke es gibt immer genug Raum für eine gute, kreative Band. Ich denke also, dass es immer einen guten, neuen Sound, eine neue Art von Musik geben wird.

Wastin!com: Ja, ihr habt wahrscheinlich Recht.

Bert: Definitiv recht. (lacht)

Wastin!com: Natürlich. Ihr habt definitiv Recht (grinst). Dürft ihr eigentlich selbst entscheiden, welche Band/Künstler euch auf Tour begleiten dürfen oder entscheidet das euer Label?

Jeph: Nein, dass machen wir.

Bert: Und zwar was immer wir wollen.

Wastin!com: Absolut jeden? Auch wenn die Band keinen Plattenvertrag hat?

Jeph: Yeah.

Wastin!com: Das ist wirklich cool. Was denkt ihr eigentlich über die gesamte Musik-Industrie? Glaubt ihr, dass das Internet den CD-Verkauf ruiniert?

Bert: Ich denke, dass das Angebot an Bands heut zu Tage einfach viel größer ist. Alles wird irgendwie nur noch aufpoliert und ich finde, dass die Kreativität dabei total untergeht.

Jeph: Ja, Ich denke, dass das große Angebot seine Vor- und Nachteile hat. Momentan herrscht ein Mega-Chaos und es wird auch immer schlimmer werden. Und dann wird es diesen Zeitpunkt geben, wo alles zusammen brechen wird. Vielleicht haben wir diesen Punkt sogar schon erreicht. Es fängt ja schon bei den Labels an. Die ganzen Plattenfirmen-Leute verschwinden von der Bildfläche. Ich denke aber, dass die richtig guten Bands trotzdem aus der Masse herausstechen können. (Ich weiß absolut nicht, was Jeph versucht hat rüber zu bringen... Das ist ein Wortsalat vom feinsten...)

Wastin!com: Okay, ihr seht dem Ganzen also positiv entgegen. Das ist gut. Ehm, versuchen Bekannte von euch euren Status in der Musik-Szene auszunutzen?

Jeph: So etwas kommt ständig vor.

Bert: Ja, ich denke, dass es für einen Freund einfach ist. Es heisst dann immer, kann ich umsonst zum Konzert kommen oder könntest du die Band eines Freundes mit auf Tour nehmen und ähnliches. Aber weisst du? Wenn man seit 8 oder 9 Jahren im Geschäft ist, dann ist man wirklich dran gewöhnt. Und ich denke, dass wir mittlerweile gut damit umgehen können und wissen, wer uns nur ausnutzten möchte und wer nicht.

Jeph: Du lernt schnell, wer deine wahre Freunde sind.

Wastin!com: Lasst uns doch mal über euer neues Album Artwork sprechen. Als erste Single habt ihr euch ja für Blood On My Hands entschieden. Was war der ausschlaggebende Grund für eure Wahl?

Bert: Ich finde, dass der Song The Used sehr gut repräsentiert. Er ist heavy, aggressiv und dunkel, aber gleichzeitig auch... (macht eine Pause und wirkt nachdenklich) Der Song beinhaltet etwas ähnliches wie eine Hymne. Den Chorus kann jeder mitsingen. Er ist einfach eine super Repräsentation unserer neuen Platte.

Wastin!com: Worum geht es in dem Lied eigentlich? Es ist nicht unbedingt einfach zu interpretieren. Es könnte quasi alles und nichts sein.

Bert: Ja, so soll es auch sein. Jeder sollte den Song so interpretieren, wie er es für richtig hält und wie er beim zuhören empfindet. Ich habe beim schreiben an Beziehungen gedacht und daran, wie man sich ständig hinter einer Maske versteckt und den Mitmenschen nicht wirklich sein wahres Ich zeigt, weisst du, was ich meine? Das die Leute einen nie richtig durchschauen können. Du würdest mich wahrscheinlich nicht mehr mögen (lacht).

The Used – Interview mit Bert McCracken und Jeph Howard am 7. August 2009, KölnWastin!com: Was können wir von dem neuen Album erwarten? Handelt es sich um eine Art Fortsetzung von der letzten Platte oder ist es komplett anders?

Bert: Wir werden nie eine Fortsetzung schreiben. Wir wollen uns als Band weiterentwickeln und eine neue und höhere Ebene an Kreativität erreichen. Und wir hatten ja eben darüber gesprochen, dass es immer neues zu entdecken gibt, immer neues, worüber man schreiben kann und auch die Möglichkeiten, wie man über Dinge schreiben kann sind endlos. Mit dem neuen Album möchten wir uns als so genannte Aussenseiter-Band etablieren, die zu keiner bestimmten Szene gehört und keinem Genre zuzuordnen ist.

Wastin!com: Das Konzept scheint jetzt schon auf zugehen. Ich habe eben schon einige Leute draussen stehen sehen. Gut gemischt. Nicht nur Szene-Kids, sondern auch "Normalos", sogar Ältere. Das ist super.
Jeph: Ja, man konnte uns nie so richtig einem Musikstil oder einer Szene zu ordnen. Wir haben mit unserem eigenen Sound in unserer Stadt angefangen.
Bert: Ja, ich meine, wir kommen nur aus Utah. Da kann man in keiner Szene sein. (Lacht)

Wastin!com: Könntet ihr den Titel ARTWORK erklären?

Bert: Artwork ist alles, weißt du, was ich meine? Alles auf der Welt könnte Artwork sein. Es hat viel mit dem zu tun, was wir machen. Das ist unsere Arbeit. Damit verdienen wir unser Geld. Und es ist eigentlich ein Witz, weil das Ganze wenig mit Arbeit zu tun hat.

Jeph: Es ist in manchen Hinsichten wirklich Arbeit. Zum Beispiel das touren. Nicht jeder kann das. Du musst verdammt viel zurück lassen und auf vieles verzichten. Das ist nicht einfach.

Wastin!com: Also habt ihr manchmal heimweh?

Bert: Ich denke jeder hat manchmal heinweh.

Wastin!com: Was hat euch beim kreiren dieses Albums besonders beeinflusst? Bei der letzten Platte war es ja L.A. und die Fake-Leute, die dort leben. Was hat euch dieses Mal inspiriert?

Bert: Wir haben uns dieses Mal selbst inspiriet und es war eine Art Selbstfindungstrip. Wir haben uns dabei selbst besser kennengelernt. Ausserdem waren tödliche Unfälle ebenfalls ausschlaggebend für das Album. In letzter Zeit sterben so viele Menchen, aufgrund solcher Unfälle und total plötzlich. Zum Beispiel Michael Jackson oder Heath Ledger. Und eigentlich auch der Gedanke, was wäre, wenn man selbst so unerwartet stirbt ohne jemals der Familie und den Freunden Tschüss zu sagen. Das alles war definitiv etwas, was mich beim schreiben beeinflusst hat.

Wastin!com: Das neue Album ist euere erste Platte mit Dan. Welche Erfahrungen habt ihr mit ihm gemacht? War er ein braver Junge?

Bert: Er ist immer ein braver Junge. Dan ist eine Art Kleber, der die Band zusammen hält. Er sorgt dafür, dass es uns allen noch mehr Spaß macht in einer Band zu spielen, vor allem beim jammen. Er ist ein großartiger Schlagzeuger und eine großartige Person. Ich glaube der Zusammenhalt innerhalb der Band war nie besser.

Jeph: Musikalisch und gemeinschaftlich gesehen. (Nennt gemeinschaftlich togetherly)

Bert und Jeph (singen): Togetherness, togetherly...

Wastin!com: Haha, ok, wird es auf der Platte Features geben? Dürft ihr mir das schon verraten?

Jeph: Nicht wirklich. Nichts Bekanntes.

Bert: Jeph Howard, Quinn Allman, Dan Whitesides und Bret McStuhl werden auf dem Album zu hören sein. (Lacht)

Jeph: McStuhl? Igitt... (Guckt angewidert)

Bert: Yeah, das ist dreckig und ekelig. (Lacht)

Wastin!com: Ok, lasst uns über Deutschland reden. Ich weiß, dass ihr schon einige Male hier wart, aber wie gefällt es euch denn?

Bert: Wir mögen Deutschland.

Jeph: Ich liebe Deutschland.

Bert: Wir bekommen viel Zuneigung von den Fans, das ist cool. Und wir freuen uns auf die Shows. Das wird sicherlich viel Spaß machen.

Jeph: Die Architektur hier ist unglaublich. Ich meine die alten Gebäude. Weißt du welche ich meine? Zum Beispiel der Dom ist großartig. Er hat so viele kleine Details.

Bert: Ja, und dort ist es so schön dunkel und ziemlich unheimlich.

Wastin!com: Also wart ihr schon drin?

Jeph: Ja, schon einige Male. Ich war sogar heute dort. Es ist wirklich schön.

Wastin!com: Könnt ihr irgendetwas auf deutsch sagen?

Jeph: Si.

Bert: Si, Seniora.

Wastin!com: Jungs, falsches Land!

Bert (mit typischem amerikanischen Akzent): Ich habe ein dick Frankfurter. (Lacht)

Wastin!com: Habt ihr schon eine Lieblings-Stadt hier?

Jeph: München ist cool.

Bert: Ich steh auf Berlin.

Jeph: Ja, Berlin ist toll.

Bert: Berlin ist krank.

Jeph: Ich finde, dass alle Städte in Deutschland etwas niedliches haben. Oh, und ich mag, ehm, wie heisst es noch gleich?

Bert: Reeperbahn.

Jeph: Nein, nein, nein, ich meine wo Rock am Ring ist.

Wastin!com: Nürburg.

Jeph: Ja, genau. That’s the fucking best place.

Wastin!com: Kennt ihr irgendwelche deutschen Bands? Abgesehen von Rammstein.

Jeph: Ehm, Die Toten Hosen (die englisch, wie sterben, ausgesprochen).

Bert: Yeah, Die Toten Hosen.

Wastin!com: Mögt ihr deren Musik?

Jeph: Ich hab sie noch nie wirklich gehört.

Bert: Ich auch nicht.

Jeph: Ich glaube, wir haben mal mit denen gespielt, hatten aber nicht die Gelegenheit gehabt, sie live zu sehen.

Wastin!com: Das war es auch schon. Vielen Dank für das Interview.
Autor: Shirin Gill