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zum Mag! Aber gerade gönnt sich 'Alternate Eve' eine verdiente Pause! Den nächsten Sendetermin erfahrt ihr demnächst an dieser Stelle!
Alice in Chains - 'Black Gives Way to Blue'
Label: EMI Music
Produzent: Nick Raskulinecz, Alice in Chains
Release: 24. September 2009
Spielzeit: 54:10 Minuten
Genre: Grunge, Alternative Rock
Bei Amazon bestellen

Alice in Chains - 'Black Gives Way to Blue'Schwarz zu Blau - Die Auferstehung der Grunge-Legende „Alice in Chains“

Was von weitem betrachtet einer Eichel gleichen könnte, ist ein beige-graues Herz, das auf dem Cover einer Band prangt, die Musikgeschichte geschrieben hat. Doch inmitten des schlicht in schwarz gehaltenen Hintergrundes formiert sich das anatomische Gebilde zu einem alleinstehenden Symbol der Wiederauferstehung- das seine Wurzeln schlägt.

Ganze sieben Jahre nach dem Tod von Sänger Layne Staley, der 2002 an einer tödlichen Mischung aus Heroin und Kokain starb, scheint das Herz der Band 'Alice in Chains' wieder zu schlagen. Mit dem Titel „Black gives Way to Blue“ veröffentlicht die Combo aus Seattle, die in den Neunzigern zusammen mit Gruppen wie Nirvana, Soundgarden und Pearl Jam auf der Welle des Grunge-Hypes ritt, nach fast 14 Jahren ihr neues offizielles Studio-Album- und feiert somit Reunion.
Der freudige Grunge-Fan erhält eine Platte mit rund elf Tracks und einer Gesamtlänge von etwa 54 Minuten. Nun dürfte sich nach all der Zeit einiges getan haben, würde selbst der Laie behaupten. Doch was den Hörer beim Einlegen der Scheibe erwartet, lässt ihn alles andere als in neue Dimensionen abtauchen. Schwere Gitarren und sanfte Melodien in altbekannter Manier versetzen wohl auch die ältesten Fans für die ersten Sekunden in alte Zeiten. William DuVal stieg 2006 als neuer Sänger ein und schafft es selbst zur Begeisterung vieler Kritiker unheimlich nahe an Layne heranzukommen. Die typisch zweistimmigen Gesangsparts, die ursprünglich von Staley ergänzt, und zum Markenzeichen der Band wurden, scheinen beinahe perfekt übernommen zu sein. Musikalisch nichts neues wäre zu vermuten.

Und doch wirkt der Sound mit einem neuen Anstrich versehen. Zwar imitiert DuVall seinen Vorgänger in vielen Momenten, doch in keinem Augenblick selbstverloren. Schon die ersten Zeilen „Hope- a new beginning. Time- time to start living“ des Intro-Songs 'All secrets known' läuten eine neue Epoche ein und lassen zuversichtlich in die Zukunft blicken. Die meisten Texte stammen
allerdings aus der Feder des Gitarristen Jerry Cantrell, der auch die Ballade 'Black gives Way to Blue' seinem verstorbenen Freund und Bandkollegen Lanye Stayle widmet- welcher von Gastmusiker Elton John persönlich am Piano unterstützt wird. Songs wie 'Last of my kind' zeugen vom Einfluss des neuen Sängers und in 'Your Decision' bedient sich der frisch gebackene Frontmann auch mal selbst der Gitarre und zaubert damit eigenwillige Sounds. Einsichtig gibt die Band sich im vorantreibenden 'Lesson learned' und erweitert mit dem Akustik-Song 'When the sun rose again' ihren Horizont.

Vielleicht ist es gerade der neu geschöpfte Optimismus, der das Album so stark von seinen
Vorgängern unterscheidet. Zwar bewahrt die Band in vielerlei Hinsicht ihre Sensibilität für zarte Arrangements und auch die Melancholie dringt immer wieder durch; die düstere und schwermütig depressive Phase, die 'Alice in Chains' einst zum Sprachrohr ihrer Generation machte, sei jedoch überwunden. 'Black gives Way to Blue' präsentiert sich als würdiges Comeback-Album und zeigt auf, das selbst aus der tiefsten inneren Zerrissenheit ein Weg zurück ans Licht führen kann.

Mehr Info:
Alice in Chains: Website / MySpace
Autor: Sascha Reichelt