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zum Mag! Aber gerade gönnt sich 'Alternate Eve' eine verdiente Pause! Den nächsten Sendetermin erfahrt ihr demnächst an dieser Stelle!
For Arkadia – 'For Arkadia'
Label: Milipede Records
Produzent: Jens Luithle
Release: 30. Oktober 2009
Spielzeit: 32:26 Minuten


For Arkadia – 'For Arkadia'Zugegeben ̶ Nürnberg mag vielleicht nicht gerade die Wiege virtuoser Musikgestalten sein. Okay, 'The Robocop Kraus' kommen aus der Ecke. Jener Begriff schlummert aber auch noch eher in Insider-Kreisen ̶ dürfte die Band schon jetzt ihre Fangemeinde teilen, wenn 'For Arkadia' mit ihrem selbst betiteltem Debüt-Album daher kommen.
Ein Album, das verdammt noch mal keinen wirklichen Titel tragen will ̶ zumindest lässt sich nirgends einer lesen. Denn sicherlich benötigen die vier Vollblut-Musiker aus dem Frankenland auch keinen Titel, die zwar 'eigentlich noch in den Kinderschuhen stecken', wie sie schreiben, was allerdings nur so viel heißen soll, wie 'frisch und heiß'. Es lebt also noch.
Dem freudigen Betrachter fällt beim Aufschlagen der elegant wirkenden Papphülle zunächst einmal die kleine optisch angepasste Broschüre entgegen, die auf der einen Seite PR-Text und auf der anderen Schwarzweiß-Porträts der werten Herren präsentiert. Als phantastischen Bonus obendrein gibt es einen kleinen runden Aufkleber mit grüngelber Aufschrift, welcher den potentiell gespannten Zuhörer schon mal positiv einstimmen lässt. Vom Herzstück, dem kunstvoll verziertem Cover mit seinem futuristischem Erscheinen doch ganz zu schweigen. Bereits das Artwork, innen wie außen, bildet ein wahrlich alleinstehendes Gesamtkunstwerk, das zunächst einmal mächtig imponiert und nach ganz großem Kino schreit.
Nun, die Hörprobe gestaltet sich zwar wiederum kurzweilig in ihrer Länge, doch keineswegs langweilig im Genuss. Einzige Spaßbremse: Die Platte ist mit ihren, gerade mal sieben Tracks und einer Laufzeit von einer halben Stunde schnell runter gerasselt. Wobei der siebte und offiziell letzte Song sich als nicht zu definierender Hiddentrack verbergen soll- allerdings bereits schon beim Einlegen entlarvt wird und dazwischen ganze 5 Minuten Stille liegen. Das Ganze jedoch zu beurteilen, dürfte auch für nachhaltige Unterhaltung sorgen.
Man kennt es: Es gibt diese Bands die sich einfach nicht einordnen lassen wollen.
Das ewige 'klingt ein bisschen wie'-Vergleiche-ziehen und am Ende doch falsch liegen.
Mit ihrer Melange aus Wave, Punk und experimentellen Noise outet sich 'For Arkadia' als genau solch eine Band. „We like to stray and get lost without destination“ heißt es da in einem Text. Ein bisschen verliert sich der Sound auch im Spiel zwischen klassischen Vorreitern wie 'Interpol' oder gar 'U2'. Frischer wirken dagegen sind die Vocals, die mit ihrem leicht britischem Touch zwar spürbar im Trend liegen, wiederum schnell an poppiges Gejaule alá 'Bloc Party' erinnern und als Trivial abgestempelt werden könnten. Dieser Gedanke verschwindet jedoch zügig beim längeren Zuhören. Präzise ausgefeilte Strukturen, die gewisse Würze aus lebhaftem Wave und einer latent düsteren Grundstimmung, macht 'For Arkadia' hör- sowie tanzbar. Ein wenig neben der Spur.
Ein Sound, bei dem es regnen kann. Aber nicht muss.

Tracklist – 'For Arkadia' -

1. 'Le Chat Noir'
2. 'GoGo'
3. 'Ten Seconds'
4. 'Ride'
5. 'Homeboy'
6. 'Moneymachine'
Autor: Sascha Reichelt