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zum Mag! Aber gerade gönnt sich 'Alternate Eve' eine verdiente Pause! Den nächsten Sendetermin erfahrt ihr demnächst an dieser Stelle!
Psyopus - 'Odd Senses'
Label: Metal Blade
Produzent: Doug White
Release: 13. Februar 2009
Spielzeit: 61:47 Minuten
Genre: Chaos/Chaos/Metal

Psyopus - 'Odd Senses'Psyopus lieben die Extreme. Das machen sie auch wieder auf 'Odd Senses' deutlich. Es ist das dritte Album einer Band, die sich mit ihrem chaotisch-ungriffigen Stil technisch weit über Artsverwandten wie The Locust, The Dillinger Escape Plan oder den, im Vergleich schon liebenswürdigen, Jungs von 'The Fall Of Troy' bewegen. Gitarrensprinter Chris Arp zeigt sich verantwortlich für zehn Tracks, die wirrer nicht sein könnten.
Schon zu Beginn schwant einem beim Intro '.44' nix Gutes, obwohl das Album noch gar nicht richtig losgeht. 'Medusa' klingt, als würden paranoid-panische Tausendfüssler auf Gitarre und Bass herumirren. Und das in einer Geschwindigkeit, die keinen Platz zum Atmen lässt, die auf eine einschneidende Weise psychedelisch und verstörend ist. Spätestens hier wird klar, dass Psyopus mit allen Strukturen brechen, die halbwegs Orientierung liefern können. Und das treiben sie so weit, dass 'Duct Tape Smile' zum Beginn beinahe schon überzogen und parodistisch wirkt. 'Imogen's Puzzle Part 3' hingegen fühlt sich an, als würde man für anderthalb Minuten fallen, als würde man durch diesen Fall die Luft abgeschnürt bekommen. Und das, obwohl 'Imogen's Puzzle Part 3' ein reiner Instrumental-Track ist. Klar ist es abgenudelt, mit langsamen Rückspul-Effekten Stimmung zu erzeugen. Das hat schon bei der 'Revolution Nr. 9' von den guten alten Beatles geklappt. Aber Psyopus machen irgendwas anders. Irgendwas schwingt mit. Wohl fühlt man sich jedenfalls nicht.
Auch nicht bei 'Choker Chain', dem wohl direktesten und wütendsten Track des Albums. Zwar gibt's hier keine Unterschwelligkeit. Aber die Brutalität ist verwirrend, macht den Hörer sprachlos. 'Ms Shyflower' - da ist es wieder, dieses Unwohlsein. Hier gibt es keine Schläge mehr ins Gesicht. 'Ms Shyflower' tritt lieber sadistisch auf dem Bauchgefühl herum. Als würde sie ganz genau wissen, wie sich ihr Opfer fühlt. Und es genießen. Danke dafür. Und danke für 'A Murder To Child'. Wieder instrumental, vertreibt es dem Hörer endgültig seine gute Laune, nimmt seine Gedanken komplett ein.
'Odd Senses' liegt so schwer im Magen, dass man sich gar nicht hineinfühlen will in die Gedankenwelt von Psyopus. Verstörende Musik gibt es viel. Aber nicht in dem Tempo, nicht in der Form. Psyopus scheinen auf 'Odd Senses' etwas zu suchen, können es aber nicht finden. Da sie es nicht finden, kann dieses Etwas auch nicht zur Befriedigung (für das, was sie auch immer antreibt) verwendet werden. Und den Hörer lassen sie an dieser rasenden Suche teilhaben. Man ist sich nicht sicher, ob man dafür dankbar sein soll dafür oder nicht. Man hofft einfach nur, dass Psyopus 'eigentlich ganz nette Typen sind'.


Tracklist – 'Odd Senses':

01. '.44'
02. 'Medusa'
03. 'The Burning Halo'
04. 'Duct Tape Smile'
05. 'X and Y'
06. 'Boogeyman'
07. 'Imogen`s Puzzle Pt.3'
08. 'Choker Chain'
09. 'Ms Shyflower'
10. 'A Murder To Child'


Mehr Info:
Psyopus: Website / MySpace
Autor: Daniel Hadrys