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Local War Nights Part 1 - 08. März 2008 - Düren - KOMM
Der 08. März war ein kalter Tag in Deutschland, nichts deutete auf den baldigen Frühling hin, denn die Temperaturen sanken abends eher gen Null. Ein perfekter Abend also, um sich auf der Couch den Bauch vollzuschlagen und mit DSDS an der Volksverdummung teilzunehmen, wäre da nicht dieses kleine Städtchen namens Düren, in dem es sich das S-U-M-O Team zur Aufgabe gemacht hat, die dortige Bevölkerung in regelmäßigen Abständen mit netten Konzerten zu versorgen. So sollte es auch an diesem Abend sein und so blieb der Fernseher aus. Im hiesigen Komm fand an diesem besagten Tag der erste Part der Local War Nights statt, zu dem Behind Hope Lies Failure, Another Victory, A Flowers Logic und Cold Blood geladen waren. Ließ sich in der Kälte vor der Location noch kaum eine Menschenseele blicken, so sah es dann in den warmen vier Wänden ganz anders aus und was der Abend alles brachte, soll und im Folgenden erzählt werden.

Local War Nights Part 1 – 08. März 2008, Düren - KommDer erste Akt: Behind Hope Lies Failure

Die Zuschauer flohen vor der Kälte und suchten Schutz in den Kellergewölben des Komm, die von Anfang an recht gut gefüllt waren, während Behind Hope Lies Failure aus Köln schon auf der Bühne standen und sich warm machten. Kurzer Soundcheck und um 20 Uhr gingen pünktlich die Lichter aus, während das Intro der jungen Band aus den Boxen schallte. Die Tanzwütigen unter den Besuchern versammelten sich dann auch relativ schnell vor der Bühne und das Gerangel konnte seinen Lauf nehmen. Schon während des ersten Songs flogen Arme und Beine durch die Gegend, einstudierte Moves wurden präsentiert und alles sah nach Spaß aus. Das Spektakel steigerte sich mit 'Bite The Hand That Feeds' und die Band machte auf der Bühne eine gute Figur. Besonders Fronter David, der zwischen aggressivem Geschrei und Gegrunze wechselte, wusste mit seiner stimmlichen Leistung zu überzeugen. Die Show nahm ihren Lauf und das Set wurde solide runtergezockt. Zu den Höhepunkten gehörte dann auch 'Hannibal', dem scheinbar beim Publikum bekanntesten Song der Band. Hier wurde wieder jeglicher Breakdown und Moshpart genutzt, um das Tanzbein zu schwingen und die Meute vor der Bühne hatte Spaß an ihrem eigenen Treiben und an dem der Band. Derber Hardcore mit ein paar Metal- und Deathcore-Einlagen wurde hier geboten, was Songs wie 'Making Every Mission Possible' und 'Staring Into The Eyes Of Oblivion' eindrucksvoll bewiesen. Gitarrist Keijo, Bassist Christoph und Drummer Patrick beherrschten ihre Instrumente an diesem Abend gut und heizten den Leuten vor ihnen ordentlich eine, während David den ganzen Raum in Anspruch nahm, um den Leuten seine Vocals entgegen zu rotzen. Wenn auch manches auf der Bühne vielleicht ein wenig steif wirkte, ging die Show der jungen Kölner vollkommen in Ordnung und mit 'Your Mind' verabschiedeten sich Behind Hope Lies Failure dann auch schon wieder von ihren Fans. Um 20 Uhr 40 war dann erst einmal Schluss mit Live Musik und schwitzende Leiber verabschiedeten die Band mit Applaus von der Bühne, die bereit gemacht wurde für den nächsten Auftritt. Mehr Pics von Behind Hope Lies Failure Behind Hope Lies Failure: MySpace

Local War Nights Part 1 – 08. März 2008, Düren - KommDer zweite Akt: Another Victory

Um 21 Uhr 10 wurde es dann Zeit für Another Victory aus Aachen, die Bretter zu betreten. Nach kurzem Soundcheck sollte auch hier das Licht auf der Bühne komplett ausgehen, was auch nach einer zweiten Aufforderung von Fronter Chris nicht geschah und so musste das eindrucksvolle Intro der Band leider im Hellen stattfinden. Unbeirrt davon steckten sich die Herren ihre obligatorischen Blutkapseln in den Mund, stellten sich mit dem Rücken zum Publikum, ließen die rote Farbe über die Gesichter laufen, drehten sich um und legten mit 'Pressure' los. Künstliches Blut und Wasser wurden durch die Gegend gespuckt, auch die Zuschauer bekamen den ein oder anderen Tropfen ab und sofort war wieder Bewegung in der Masse zu verspüren. 'Engine Nr. 5' und 'Fortune Exit' stoppten die Bewegung vor der Bühne nicht, denn die Jungs wussten, wie man eine schweißtreibende Show abliefert. Zwischendurch riss eine der Saiten des Gitarristen Nasi, die daraus resultierende peinliche Stille wurde mit einer interessanten Coverversion von 'The Lion Sleeps Tonight' und irgendwelchen Moshparts ordentlich überbrückt, was für den ein oder anderen Lacher sorgte und Spaß machte. Danach konnte es dann weitergehen und auch Another Victory zockten ihr Set professionell durch. Nach der kurzen „Pause“ ging es dann weiter mit 'Bleeding Knife' und 'Enemy Line'. Hier und da gab es ein paar Soundprobleme, die Gitarren waren zu leise, dann zu laut, der Gesang war oftmals kaum zu verstehen und im allgemeinen kam alles etwas kratzig rüber, aber auch das hielt die Band und die Gäste nicht von ihrem freudigen Treiben ab. Die Gitarristen Tommy und Nasi, Drummer Seva, Bassist Jan und Fronter Chris feierten auf der Bühne ab und nutzen auch die Tanzfläche als Schauplatz ihrer Darbietung. Der mehrmaligen Aufforderung nach einer Wall Of Death oder Circle Pits wurde Folge geleistet, was sehr nett anzusehen war, und dafür wurden die Zuschauer dann auch zum Abschluss mit 'Schizzophrenic Chaos' belohnt.
Um 21 Uhr 50 nahm das Gespucke und die Show von Another Victory ihr Ende und auch diese Band erntete beim Verlassen der Bühne den gebührenden Applaus. Was folgte, war eine kurze Pause und der Soundchek der nächsten Band, was viele nutzten, um an der Bar das ein oder andere Kaltgetränk zu sich zu nehmen, nur um ab 22 Uhr 10 wieder pünktlich vor der Bühne zu stehen. Mehr Pics von Another Victory Another Victory: MySpace

Local War Nights Part 1 – 08. März 2008, Düren - KommDer dritte Akt: A Flowers Logic

Um diese Uhrzeit standen nämlich A Flowers Logic aus Euskirchen auf genau dieser und nahmen sich vor, das Komm abzureißen. Auch hier ertönte zum Anfang ein Intro, bevor es mit 'Tom Boy Still Doesn´t Get It' richtig losgehen konnte. Vertrackter Metalcore wurde hier geboten und den Leuten gefiel, was auf der Bühne geschah, obgleich es mit Sicherheit eine der steifsten des Abends war. Auf der Stage bewegte sich außer Fronter Tomek und Gitarrist Phil nämlich recht wenig. Die anderen Bandmitglieder wussten leider nicht so recht, was mit sich und ihren Instrumenten anzufangen, Drummer Tobi einmal ausgenommen, er muss halt hinter seinem Set sitzen, und konnten somit nicht mit ihren Kollegen und dem Publikum mithalten. Die Show ging trotzdem weiter und 'Muscleface' und ein weiterer netter Titel namens 'Magendarm vs. Durchfall' wurden zum Besten gegeben. Im Publikum sah man alles von umher hüpfenden pubertierenden Mädchen, über Mosheinlagen, bis hin zum obligatorischen Ruderboot. So spielten sich auch A Flowers Logic durch ihr Set, zwischendurch setze sich Tomek an den Bühnenrand oder fiel runter und schrie auf dem Boden liegend weiter. Ein besonderes Highlight blieb an diesem Abend aber leider aus. Sicherlich gab es noch beim Publikum beliebte Tracks wie 'Retarded', aber alles in allem war dies leider nicht die beste Show der Euskirchener. Dennoch hatte das Publikum Spaß an der gebotenen Musik und das soll ja letztlich auch die Hauptsache eines solchen Abends sein. Auch diese Show nahm ein Ende und das kam schon relativ schnell um 22 Uhr 40. Die Band verließ, wie auch alle anderen zuvor unter Beifall die Bühne, welche für den Headliner des Abends ein letztes Mal vorbereitet wurde. Mehr Pics von A Flowers Logic A Flowers Locic: MySpace

Local War Nights Part 1 – 08. März 2008, Düren - KommDer letzte Akt: Cold Blood

Die Dürener Locals von Cold Blood fungierten an diesem Abend, für den ein oder anderen vielleicht unverständlicherweise, als Headliner. Dachte man bei A Flowers Logic, dass auf den Brettern steif vorgegangen wurde, schoss diese Band mit ihrem Auftritt den Vogel ab. Aber gut, erstmal ganz von vorne. Die Band legte nach kurzen Intro mit 'Behind The Horizon' los und schon während der Songs wirkte man relativ gelangweilt auf der Bühne, was eventuell auch an der extrem gesunkenen Zuschauerzahl gelegen haben könnte. Aber nicht nur während der Tracks versprühte man wenig Charme, auch die Ansagen gingen einfach unter, da Fronter Nicki nicht einmal seine Stimme hob, um das Publikum wirklich anzusprechen. Daran muss definitiv noch etwas getan werden.
Weiter ging es mit 'Second Change' und 'Souls Of Machines', die musikalisch wirklich sehr versiert rüberkamen, bewegungstechnisch ließ man aber auf den Brettern weiterhin einiges vermissen. Zum Glück gab es da noch das Publikum, das diesen Job für die Band übernahm. Es schien ein Abend der Pannen zu sein, denn auch hier, riss eine Saite und anstatt, wie die Herren von Another Victory, die Stille mit Musik zu überbrücken, bat man hier um eine Pause und machte fünf bis zehn Minuten einfach nichts, was wieder einige Leute dazu veranlasste den Raum zu verlassen. Nach langen Minuten konnte es weitergehen und man gab noch 'Cold Blooded Murder' und 'Waterfall Of Thoughts' zum Besten. Aber auch hier änderte sich nichts an der Performance von Fronter Nicki, den Gitarristen Stefan und Andy, Drummer Ricardo und Basser Jan. Es wirkte alles so, als würde man möglichst schnell das Set runter spielen wollen, um die Bretter auf schnellstem Wege wieder verlassen zu können. Man fühlte sich sichtlich unwohl auf der Bühne. Schade eigentlich, denn aus der Musik der Jungs könnte tatsächlich eine angenehme Show entstehen, wenn man dem Publikum mit der nötigen Intensität einheizen würde. Das war hier nicht der Fall und so blieb es auch bis auf ein paar Ausnahmen relativ ruhig, woran auch der letzte Song 'Dispaire Of Our Times' nichts mehr ändern konnte. Letztendlich ging auch diese Show zu Ende und um 23 Uhr 40 war dann auch Schluss mit Live Musik für diesen Abend. Mehr Pics von Cold Blood Cold Blood: MySpace

Fazit: Der Abend als solcher fing musikalisch und von der Stimmung her sehr gut an. Leider schienen hier aber einige Fehler in der Reihenfolge unterlaufen zu sein, in der die Bands auftraten. Den Opener Behind Hope Lies Failure hätten sicherlich einige gerne weiter hinten gesehen und der Headliner wurde seinen Anforderungen leider nicht gerecht. Nichtsdestotrotz hat hier ein gelungener Abend stattgefunden, zwar nicht der beste, den das S-U-M-O Team bislang zustande gebracht hat, aber dennoch durchaus unterhaltsam. Musikalisch dürfte jeder der Anwesenden zufrieden gewesen sein und an etwas steifen Shows lernt man und wächst mit der Erfahrung. Somit kann man sich jetzt schon auf den zweiten Part der Local War Nights freuen, der im April stattfinden wird und mit Sicherheit auch hier wieder für ein volles Haus sorgen wird.

Mehr Info:
S-U-M-O: Website / MySpace
Autor: Alexander Greve