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zum Mag! Aber gerade gönnt sich 'Alternate Eve' eine verdiente Pause! Den nächsten Sendetermin erfahrt ihr demnächst an dieser Stelle!
Atreyu, Norma Jean & He is Legend 22. April 2005
Am 22. April war es also soweit, Atreyu luden sich mal wieder in Deutschland ein und als Schauplatz wählten sie das Bochumer Riff. Konzertbeginn war schon um 18 Uhr 30. Also lohnte es sich für viele, dank dem wunderschönen Wetter, schon etwas früher vor der Halle ein wenig Sonne zu tanken. Bochum sollte das erste von insgesamt zwei Konzerten in Deutschland sein, und somit auch fast das letzte Konzert ihrer World Tour 'Thick As Thieves' in Europa. Mit im Riff einquartiert hatten sich He Is Legend und Norma Jean, beide ebenfalls aus den Vereinigten Staaten. Diese zwei Bands sollten lediglich als Vorspeise dienen. Die Erwartungen an diesem Abend waren groß - vielleicht zu groß - blieb abzuwarten ob sich diese auch erfüllen würden. Pünktlich um 18 Uhr war dann Einlass für die „musikhungrige“ Meute.

He is LegendErste Magenverstimmung mit der Vorspeise: He is Legend

He is Legend aus North Carolina (USA), standen als erstes auf der Speisekarte des heutigen Abends. Wer Sänger Schuylar Croom nur von Fotos kannte, dürfte schwer geschockt gewesen sein; langes zotteliges „Wirrwarr“ auf dem Kopf und „Taliban“ Bart im Gesicht machten es da schwer Parallelen mit den Fotos zuziehen. Es stand der Verdacht im Raum, es sei eine Frau mit Bart auf die Bühne gekommen, die sich da so räkelte, denn auch die aufgetragene Schminke war alles andere als gewöhnlich. Doch war der erste Schock verdaut, kam auch schon der zweite und dritte hinzu, denn erhebliche Tonprobleme gerade beim Schreien machten diesen Auftritt nicht gerade sehr erträglich. Das Publikum wurde auch nicht gerade mitgerissen, sondern zeigte eher durch seine „Klatschfaulheit“ sein Desinteresse. Ein anderer Grund dafür könnte allerdings auch sein, dass das meist doch sehr bunt gemischte Publikum die Band vorher noch nie gehört hatte, denn von Slipknot - bis Lacrimosa Shirts war alles an diesem Abend vertreten. He is Legend spielten hauptsächlich Stücke von ihrem neuen Album ‚'I am Hollywood', welches unter der Solid State Records Flagge erschien, bei welchem auch Bands wie Haste The Day , Beloved , Norma Jean und Underoath unter Vertrag sind. So sind He Is Legend bestimmt in keiner schlechten Gesellschaft, doch live waren sie alles andere als ein Leckerbissen. Und ganz klar im Vergleich mit ihrer Platte, die erste Enttäuschung an diesem Abend.

Website He Is Legend

Aufstoßen beim zweiten Gang: Norma Jean

Norma JeanDie Labelpartner von He is Legend waren also nun dran. Aber wenn die Vorgänger schon Tonprobleme bei den Shoutingparts hatten, was für eine Apokalypse würde dann dem Bochumer Publikum bei Norma Jean erwarten? Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und da man im Riff sowieso nirgendwo einen schalldichten Raum fand, handelte man einfach nach dem Motto „Augen zu und durch“ und stellte sich den Tatsachen. Es sollte also beginnen, die Fünf aus Atlanta (USA) betraten die Bühne. Und es trat ein, was befürchtet wurde, Sänger Cory, der auf den Alben schon recht schwer zu verstehen ist, war live eine utopische Aufgabe für jeden Hörer. Die ganze Show war so monoton, dass sie richtig an einem zehrte, denn die Gitarre und das unverständliche Gestammel waren mehr als anstrengend und man wurde anstatt aufgeheizt eher eingeschläfert. Keine Frage, Norma Jean machen keine Pop-Musik, wo man darauf bestehen könnte, dass ja jede Silbe perfekt gesungen sein muss, wobei aber im Vergleich zu ihrem Auftritt im Riff ihr neues Album 'O’ God, The Aftermath' schon als Hörer-freundlich eingestuft werden kann. Die Lieder waren für den normal musikinteressierten Konzertbesucher ohne „Blackmetal-Gesangsausbildung“ undefinierbar. Leider bereits die zweite Enttäuschung dieses Abends. Einziger bisheriger Lichtblick bei Norma Jeans Auftritt war, dass Marc, der Bassist von Atreyu, bei einigen Songs mitsang, danach aber schnell wieder hinter dem Vorhang verschwand. Anscheinend hatte er an diesem Abend wohl noch nicht genug zu tun.

Website Norma Jean


Atreyu - Der Hauptgang. Nur die zweite Klasse oder doch Ware von Gestern?

So, Atreyu betraten nun zum vorletzten Male die europäischen Bretter einer Bühne auf ihrer World Tour. Das Publikum war jetzt endlich mal 100 prozentig anwesend und wach. Dies wünschte man sich auch von der Band. Von der World Tour eindeutig gezeichnet, betraten fünf - in weiß gekleidete, ungeschminkte Kalifornier die Bühne. Bassist Marc mit langen Haaren und Vollbart und Gitarrist Dan mit kurzem, lockigen Irokesenschnitt. 'Right Side Of The Bed' vom neuen Album 'The Curse' spielten sie direkt am Anfang. Außer Bassist Marc und Sänger Alex wirkten alle sehr lustlos und erschöpft bis zur Mitte ihres Sets, ab 'Ain’t Love Grand' zeigten die „Saitenzupfer“ dann ihre Show. Zu Dritt standen sie vor dem Publikum und spielten gekonnt Synchron ihre Parts ab. Daran erfreuten sich sichtlich auch die Zuschauer und applaudierten reichlich. Der Gitarrist spielte auch zwischenzeitig den Bass von Marc hinter Marc´s Rücken, während dieser das Publikum aufforderte doch etwas mehr zu tanzen. Insgesamt sehr routiniertes Unterfangen, was man geboten bekam. Dass sie ausgepowert waren bestärkte der Satz; „I don’t want to get up!“ von Marc als er auf dem Boden saß. Nach einem Wechsel von neuen und alten Sachen verabschiedeten sie sich mit dem Klassiker vom Album ‚'Suicide Notes And Butterfly Kisses', 'Lip Gloss And Black' und den Worten „Live, Love, Burn, Die“. Und es gab noch mal was von ihrer Gitarrenkunst für´s Auge und von den Sängern von Norma Jean und He Is Legend was für die Ohren, denn beide ließen es sich nicht nehmen auch „Live, Love, Burn, Die“ ins Mikro zu schreien. Dann verschwnaden sie auch schon - nach nicht mal einer Stunde - von der Bühne. Nach etlichen „Zugabe“-Rufen, wechselte das Publikum die Sprache und rief „We want more!“ und als hätte man es nicht besser gewusst, kamen Atreyu ein zweites Mal auf die Bühne. Das letzte Lied sollte das Cover 'You Give Love A Bad Name' der Rock-Schnulz-Altmeister Bon Jovi sein. Danach war endgültig Schluss und man ging mit gemischten Gefühlen aus der Halle.
Fazit: Der Abend hat sicherlich nicht annähernd die Erwartungen erfüllt, die man als Konzertbesucher gehabt hat. Nicht für He Is Legend-Fans, weder für die von Norma Jean. Atreyu waren sichtlich erschöpft, was ja auch verständlich ist, jedoch stehen Japan und Australien mit Unearth und Norma Jean noch auf ihrem Plan! Das etwas kurze Set und das Cover als Zugabe waren sicherlich nicht glücklich ausgewählt. Insgesamt hat alles sehr eingespielt und routiniert gewirkt. Auch die Ansagen schienen einstudiert. Alles in allem leider ein wenig enttäuschend.

Website Atreyu
Autor: Mario Klein