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zum Mag! Aber gerade gönnt sich 'Alternate Eve' eine verdiente Pause! Den nächsten Sendetermin erfahrt ihr demnächst an dieser Stelle!
Deftones, Will Haven – 25. März 2007, Köln – E-Werk
Nachdem sich das neue Album der Deftones 'Saturday Night Wrist' auch in Deutschland etabliert haben dürfte, gaben sich die Recken um Frontmann Chino Moreno am 23. März 2007 die Ehre, einen Gig im Kölner E-Werk zu spielen. Alleine kamen sie jedoch nicht, denn mit im Gepäck hatten sie Will Haven aus Sacramento, die im Laufe der letzten zehn Jahre mit ihrem Mix aus Hardcore und Metal überzeugen konnten. Es sollte keine Show wie jede andere werden und das wurde es auch nicht. Was genau im Einzelnen geschah, soll im Folgenden erzählt werden.

Deftones, Will Haven – 25.März 2007, Köln – E-WerkWill Haven – Perfekte Anheizer

Mit Will Haven ging es pünktlich um 20 Uhr los. Die Band aus Sacramento, bestehend aus Fronter Jeff Jaworski, der zur Band stieß, als Grady Avenell im Februar 2007 seinen Rücktritt erklärte, den Gitarristen Cayle Hunter und Jeff Irwin, Bassist Mike Martin und Drummer Mitch Wheeler, sah sich einem noch nicht absolut gefüllten E-Werk gegenüber, gab sich aber von vorneherein alle Mühe, das Publikum zu überzeugen. Und gleich bei den ersten Songs fruchtete das auch. Viele fingen an mit dem Kopf zu nicken, andere starteten einen kleinen Moshpit und wieder andere kannten sogar stellenweise die Lyrics und sangen fleißig mit. Mit ihrem Mix aus Metal und Hardcore sorgten sie dafür, dass die Menge vor der Bühne schon einmal richtig auf Touren kam. Auf der Bühne ging auch einiges ab. Gitarrist Jeff verausgabte sich an seiner Gitarre, indem er die ganze Bühne und daneben stehende Podeste ausnutze, um umher zu toben. Auch Fronter Jeff nutze die komplette Bühne, um dem Publikum seine Lyrics entgegen zu schmettern. Die Band gab Klassiker aus der vergangenen Dekade zum Besten und auch einige Songs, die auf dem neuen Album erscheinen werden, gab es an diesem Abend zu Hören. Immer wieder kam es vor der Bühne zu kleineren Moshpits, Gesangseinlagen vereinzelter Personen und zwischen den Songs wurden sogar Will Haven!“-Chöre im Publikum laut und danach gab´s noch Applaus oben drauf.
Zum Abschluss gab es von Will Haven noch 'Carpe Diem' vom gleichnamigen Album aus dem Jahre 2001. Hier tauten dann auch langsam die letzten Leute auf der Tanzfläche auf und es wurde zur Musik, die da aus den Boxen schallte, großflächig getanzt. Um 20 Uhr 35 verließen die Jungs dann unter Applaus die Bühne und der Umbau für die Deftones konnte beginnen. Will Haven: MySpace

Deftones, Will Haven – 25.März 2007, Köln – E-WerkDeftones – Die Menge tobte und Chino sah, dass es gut war

Nachdem der Support die Stage verlassen hatte, machten sich die Roadies auf derselben zu schaffen und bauten neben den Instrumenten auch ein seltsam anmutendes Podest mit rotem Teppich darauf und Scheinwerfern an den Seiten in der Mitte des Bühnenrandes auf.
Pünktlichkeit wurde an diesem Abend großgeschrieben, so ging um Punkt 21 Uhr das Licht aus und die Deftones standen in den Startlöchern. Die Halle hatte sich mittlerweile merkbar gefüllt und nun gab es keine Löcher mehr im Publikum und alle standen dort in freudiger Erwartung und lauschten dem verheißungsvollen Intro. Unter tosendem Applaus betraten dann Fronter Chino Moreno, Gitarrist Stephen Carpenter, Bassist Chi Cheng, Drummer Abe Cunningham und Frank Degaldo, der Mann für die Turntables, Samples und Keyboards, die Bühne und legten sofort mit 'Korea' los. Bei den ersten Tönen und der ersten Lichtexplosion tobte das Publikum auch schon los und bescherte der Band somit einen herzlichen Empfang. Und jetzt sah man auch, wofür das Podest gedacht war, Chino nutzte es fast die ganze Zeit, um den Fans näher zu sein und damit diejenigen in der letzten Reihe ihn auch sehen konnten. Die Scheinwerfer an der Seite mit verschieden farbenen Lämpchen unterstützten die jeweilige Atmosphäre der Songs.
Es folgten 'Feiticiera' und 'Digital Bath', bei dem erst einmal wieder etwas Ruhe in die Menge kehrte. Passend zur Ruhe des Songs wurde auch das Licht gedämpft. Nur einzelne Lichtkegel flogen über kleine Teile des Publikums hinweg, um es kurz zu erleuchten und im nächsten Moment sofort wieder im Dunkeln stehen zu lassen, was enorm zur Atmosphäre beitrug. Den Refrain konnte natürlich jeder mitsingen und so übertönten die Chöre vor den Brettern oftmals die Stimme Chino´s.
Mit 'Knife Party' folgte der nächste Hit vom Album 'White Pony' und wieder war es um die Leute vor der Bühne geschehen. Die Band schien sich an diesem Abend in besonders guter Verfassung zu befinden. Mit ordentlich Power unter der Haube heizten sie den Zuschauern ein und auch Chino machte seine Arbeit als Frontmann durchaus gut. Danach wurden die Hits des Albums 'Around The Fur' ausgepackt. Während das Publikum sich bei 'Be Quiet and Drive (Far Away)' kurz erholen durfte, tobte es aber bei den ersten Klängen von 'My Own Summer (Shove It)' erneut. Von oben betrachtet war es eine Masse, die auf und ab hüpfte, moschte und eine große Party abzog. Besonders hervorzuheben ist hier aber der freundschaftliche Umgang miteinander. Fiel einer hin, wurde ihm sofort aufgeholfen, damit er weiter machen konnte ohne dass ihm was passiert. So muss das sein. Außerdem flog ein Crowdsurfer nach dem anderen über die Menge und in die Arme der Securities.Nach jedem Song bedankte sich Chino herzlich beim erschienenen Publikum für die Unterstützung, die die Band erhielt, und das zurecht. Die Leute feierten die Deftones bis zum Abwinken und hatten sichtlich Spaß dabei.
Während 'Ihabia' und 'Beware' vom neuen Album 'Saturday Night Wrist' bestand die Meute nur noch aus einer vor Schweiß triefenden Masse, die sich einheitlich bewegte. Die Lichtshow tat hier wieder ihr Übriges, um die Atmosphäre, die diesen ganzen Abend umgab, perfekt wirken zu lassen. Nachdem man die Klassiker 'Root' und 'Nosebleed' zum Besten gegeben hatte, folgte mit 'Hole In The Earth' der nächste Hit des letzten Albums. Einmal mehr erfreuten sich die Leute vor der Bühne an den Tönen und bedankten sich in Form von Chören. Danach gab es 'Cherry Waves' und 'Passenger', bei dem Chino´s Stimme ab und an brach, auf die Ohren. Unterstützung erhielt er hier einmal mehr von seinen Fans, die dann einfach den Part des Refrains für ihn übernahmen. Ein Blick auf die Uhr ließ erkennen, dass nun schon über eine Stunde gespielt wurde und immer noch kein Ende in Sicht war, was den ein oder anderen Zuschauer doch sehr zufrieden stimmte. Immer wieder ertönten Sprechchöre, die gewisse Songs verlangten oder einfach nur DEFTONES!“ skandierten. Als Dank dafür gab es 'Around The Fur' und 'Kim Dracula', bevor man noch einmal richtig in die Klassikerkiste griff und 'Minerva' und 'Bored' auspackte. Schon bei den ersten Tönen von 'Bored' ging erneuter Jubel durch die Menge und es wurde wieder mitgesungen und getanzt. Danach verabschiedeten sich die Deftones zum ersten Mal an diesem Abend. Das ließen die Zuschauer nicht auf sich sitzen. Immerhin gab es noch einige Songs, die nicht gespielt worden waren, aber definitiv auf eine Deftones-Show gehören. Also ertönten erneut die Sprechchöre aus dem Publikum, die dieses Mal nach einer Zugabe verlangten. Chino und seine Recken machten es auch nicht zu spannend und ließen auch nicht lange auf sich warten und die erhofften Songs wurden gespielt. Angefangen wurde die Zugabe mit 'Back To School', bei dem die Leute vor der Bühne einmal mehr die Band übertönten und noch einmal richtig Stimmung aufkommen ließen, welche langsam aber sicher ins Unermessliche stieg, weil alle zu ahnen schienen, was während dieser Zugabe noch geschehen sollte. Es folgte 'Change (In The House Of Flies)' und die Menge kochte. Dann brach die Hölle aus, denn aus den Boxen schallte '7 Words'. Sofort flippten die Zuschauer aus und in der ganzen Halle wurde getanzt, mitgeschrien und geschubst. Ein wahres Fest für die Leute im Pit, als auch für die, die es sich auf der oberen Etage des E-Werks gemütlich gemacht hatten und sich das Spektakel in aller Ruhe anschauten. Danach bedankte sich Chino noch einmal herzlich bei seinen Fans, erhielt tosenden Applaus und dann waren auch knapp zwei Stunden ins Land gezogen. Die Band verließ die Bühne und als das Licht wieder anging und aus den Boxen Johnny Cash´s 'Ring Of Fire' schallte, schlichen sich auch langsam aber sicher die Zuschauer in Richtung Ausgang. Blickte man in die Gesichter der Vorbeiziehenden, erkannte man die Zufriedenheit mit der die meisten dieses Konzert zu recht verließen.

Abschließend bleibt zu sagen, dass hier ein durch und durch gelungenes Konzert stattgefunden hat. Und auch Will Haven wurden vom Publikum – wenn auch nicht mit der gleichen immensen – Begeisterung aufgenommen wie die Deftones und so haben auch sie voll und ganz überzeugt. Während der Headliner des Abends jedoch auf der Bühne stand, war die Stimmung kaum noch zu toppen. Genau so hat ein Konzert auszusehen und das sollte auch alle zufrieden gestellt haben. Einzig und allein der Sound war hier und da ein wenig zu übersteuert, was aber durch das enorme Maß an Atmosphäre wieder entschädigt wurde. Somit wurde von allen Seiten für diesen Abend, der vielen noch lange in Erinnerung bleiben wird, gute Arbeit geleistet. Und mit einem zufriedenen Lächeln auf dem Gesicht freut man sich schon auf´s nächste Mal!

Mehr Info:
Deftones: Website / MySpace
Autor: Alexander Greve