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Distance In Embrace, Secluded, Disabused, Try To Infect - 04. August 2007 - Düren
Am 04. August 2007 war für die Dürener Hardcore Szene wieder einmal klar, dass sich der Weg ins Komm lohnen würde. An diesem Samstag Abend sollten nämlich vier Bands auf der Bühne stehen, die es musikalisch definitiv krachen lassen. Die Headliner Funktion übernahmen Distance In Embrace aus Minden, die zuletzt mit ihrer Platte 'Utopia Versus Archetype' überzeugen konnten und für die teils etwas seichteren Klänge sorgen sollten. Mit von der Partie waren natürlich auch die Dürener Locals von Try To Infect, eine noch sehr junge Band, die ihre erste Show feierte, und Secluded, die an diesem Abend ihre neue CD 'Of Dying Grotesque Beauty' vorstellten. Außerdem angereist: Disabused aus dem schönen Saarland. Die Voraussetzungen für einen musikalisch hochwertigen Abend waren also gegeben. Wie genau der Abend im Endeffekt ablief, lest ihr am Besten selbst im Folgenden nach.

Distance In Embrace, Secluded, Disabused, Try To Infect - 04. August 2007, DürenTry To Infect – Erster Gig, klasse Show

Um 20 Uhr 25 hatte sich im Keller des Komm schon eine beachtliche Menge eingefunden, die nun mit den ersten Tönen von Try To Effect konfrontiert wurde. Trotz oder vielleicht gerade wegen der unglaublichen Hitze im Raum kochte sofort die Stimmung und der erste Song 'Try To Infect' hatte auch gleich die ein oder andere Mosheinlage zur Folge. Der Auftakt für die erste Show der beiden Fronter Ihab und Daniel, der Gitarristen Kai und Marc, Bassist Stefan und Drummer Phil war also geschafft und von Jungfräulichkeit war hier absolut nichts zu spüren. 'Be Yourself' und 'Ready To Leave' konnten das tanzende Publikum überzeugen und Try To Infect hatten sichtlich Spaß bei ihrer ersten Show. Immer wieder stiegen die beiden Frontmänner von der Bühne, um im bunten Treiben mit zu mischen. Zwischendurch bedankte man sich – wie es sich gehört – für das zahlreiche Erscheinen und schon ging es weiter mit 'No Way Out' und 'No Answer'. Man durfte Circle Pits beobachten und selbst eine kleine Wall Of Death, die aber nicht hundertprozentig funktionierte, kam zustande. Somit wurde auch schnell klar, um welche Art von Musik es sich bei der noch recht jungen Band handelte. Ordentlicher Metal, der mit leichten Grindattacken und Crossovereinflüssen gewürzt wird, wurde hier gespielt und kam beim Publikum mächtig gut an. Das Ganze wurde dann tatsächlich auch relativ versiert über die Bühne gebracht, so dass nach den letzten Klängen von 'Protest' lauthals nach einer Zugabe verlangt wurde. Diese gab es dann auch und danach verließen Try To Infect unter tosendem Applaus die Bühne. Das Publikum war begeistert von dieser Feuertaufe und die Band hatte tatsächlich alles richtig gemacht. Einen besseren Einstand kann man sich eigentlich nicht wünschen und so wurde es um 21 Uhr Zeit für den ersten Umbau des Abends. Try To Infect: Website / MySpace

Distance In Embrace, Secluded, Disabused, Try To Infect - 04. August 2007, DürenDisabused – Musikalische Bestnote, publikumstechnische Flaute

Nach kurzer Umbaupause und kühler, flüssiger Erfrischung vor der Tür fanden sich dann um 21 Uhr 25 wieder einige Besucher im Konzertraum ein, um den Klängen von Disabused aus Saarbrücken, die das Komm zum zweiten Mal beglückten, zu lauschen. Diese legten auch sofort mit 'This One´s To You All' los und schon wieder war es um das Publikum geschehen. Einmal mehr wurden die hart erübten Tricks und Windmills ausgepackt und ordentlich vor der Bühne umhergewirbelt. Auch Disabused wussten mit ihrem Sound, der durchaus hardcorelastiger war als der der vorherigen Band, zu überzeugen, jedoch sollte die positive Publikumsresonanz nicht von allzu langer Dauer sein. Während 'Children Of Wrath' und 'With Broken Wings' war die Stimmung zwar immer noch gut, doch der Bewegungsdrang des Publikums nahm merklich ab und nach und nach verließ der Großteil den Keller, was höchst wahrscheinlilch der vorherrschenden Hitze und nicht dem musikalischem Können der Jungs zuzuschreiben war. Fronter Björn bedankte sich bei jenen, die blieben, die die dargebotenen Songs, die es allesamt in sich hatten, mit gebührendem Applaus kommentierten. Trotz kleinerer Zuschauerzahl fanden sich immer noch einige, die den Platz vor der Bühne ausnutzten und sich trotz der hohen Temperaturen verausgabten. Sänger Björn, die Gitarrristen Jochen und Thomas, Bassist Oliver und Drummer Tobias machten auch gleich mit 'Nothing Lasts Forever' und 'Apathy' weiter und hatten trotz der mauen Zuschauerzahl Spaß am Spielen auf der Stage. Bevor das Set mit 'The Dawn Of A New Age' beendet wurde, bedankten sich Disabused noch beim S-U-M-O Team und legten dann zum Abschluss noch einmal richtig los. Um 22 Uhr war dann aber auch Schluss und die Herren aus dem Saarland wurden in den Feierabend entlassen. Disabused: Website / MySpace

Distance In Embrace, Secluded, Disabused, Try To Infect - 04. August 2007, DürenSecluded - Releaseshow

Für Secluded aus Düren begann ab 22 Uhr 35 eine etwas besondere Show. Hatte man sich in der Woche zuvor im Kölner Blue Shell etwas abgemüht, um dem rar gesäten Publikum zu gefallen, merkte man sofort, dass hier wieder ein echtes Heimspiel stattfand. Pünktlich zum Intro hatte sich das Loch vor der Bühne wieder gänzlich geschlossen und alle Fans trotzten der Hitze. Das Besondere an dieser Show war der Umstand, dass es sich um die Releaseshow der neuen Secluded Platte 'Of Dying Grotesque Beauty' handelte. Nach dem Intro ging es auch gleich mit 'Never Existed But Forsaken Forever' los und sofort flogen wieder die Fetzen. Vor der Bühne schubsten sich die Leute wieder umher und einige packten auch weiterhin alle Kicks aus, die sie drauf hatten. Aber auch Fronter Timo, Bassist Daniel, die Gitarristen Kevin und Philipp und Drummer Thomas wussten, was sie zu tun hatten, um die Meute richtig in Fahrt zu bringen, und so fegten die Recken wie Wirbelwinde über die Stage und überzeugten mit einem ordentlichen Aggressionspotential in ihren Sound.
Schnell ging es weiter mit 'Seven, The Number Of Redemption' und 'Portrait Of Beauty'. Auch hier sorgte die schnelle, metallische und moshlastige Musik wieder für Bewegung im Publikum und auch der ein oder andere Circle Pit war zu begutachten. Den Leuten gefiel, was Secluded an diesem Abend ablieferten und so dankte man es ihnen nach jedem Song mit Jubel und Applaus. Nachdem 'Shining Diamonds Nailed On A Casket' sein Ende gefunden hatte, wurde Danny, Fronter von Where Horizon Ends, der die ganze Zeit über ordentlich auf der Tanzfläche mit gemischt hatte, auf die Bühne gebeten, um Timo, genau wie auch auf der Platte, gesanglich bei 'Las Vegas Whore' zu unterstüzen. Auch dieses Duett wurde würdig abgefeiert.
Die energiegeladene Show fand schließlich ihr Ende in Form von 'Engage The Enemy', welches noch einmal alles aus der Band und den Zuschauern rausholte. Danach verließen Secluded erschöpft die Stage und hatten bewiesen, dass auch die neuen Songs durchaus livetauglich sind. Um 23 Uhr war es dann ein letztes Mal Zeit für den Umbau und man machte sich bereit für die letzte Band des Abends. Secluded: Website / MySpace

Distance In Embrace, Secluded, Disabused, Try To Infect - 04. August 2007, DürenDistance In Embrace – Trauriges Ende

Distance In Embrace schlug als einziger Act emotionalere Wege ein und wartete mit einer Portion Screamo auf. Das Interesse des Publikums an dieser musikalischen Darbietung schien jedoch nicht sehr groß. Nach dem Secluded Gig war der Raum innerhalb kürzester Zeit leer gefegt, da alle Besucher der sengenden Hitze entrinnen wollten. Leider schafften es aber nur noch die wenigsten zurück in den Konzertraum und so sahen sich Distance In Embrace einem ausgestorbenen Komm gegenüber. Nichtsdestotrotz ließen sich Sänger und Gitarrist Adrian, Bassist Sören, der zweite Gitarrist Nikolai, der auch für die Shoutings zuständig ist, und Drummer Robin nicht Lumpen und legten ein ordentliches Set, beginnend mit 'On The Verge', hin. Einige der übrig geblieben Gäste nutzten die letzte halbe Stunde des Abends, die mit live gespielter Musik versehen war, zum Tanzen und Distance In Embrace machten weiter mit 'Imago' und 'My Very Own Heart'. Eine leichte und höfliche Zurückhaltung machte die Band an diesem Abend aus, was ihnen sehr hoch anzurechnen war. Kein überflüssiges prolliges Gehabe oder ähnliches war zu vernehmen und man merkte, dass die jungen Herren einfach nur Spaß am Spielen hatten, auch wenn sich ein gewisses Maß an Enttäuschung über die dezimierte Besucherzahl nicht verbergen ließ.
Ohne sich das aber großartig anmerken zu lassen, legten Mindener mit 'New Avenues' und 'Versus The Archetype' nach. Auch hier ließen sich wieder einige der verbliebenen Zuschauer zum Tanzen anregen, wobei es hier nicht darum ging, das Bein möglichst hoch in die Luft zu bekommen oder böse guckend die Arme zu schwingen. Nein, die Leute, die hier tanzten verinnerlichten die Musik eher und genossen einfach den Gig.
Beendet wurde die Show mit 'Ambush' und 'It Was The Best Of Times, It Was The Worst Of Times' und somit war um 00 Uhr 10 Schluss mit Live Musik an diesem Abend. Die Band wurde noch gebührend verabschiedet und schon ging der Abbau los, während die Leute nach und nach die Lokalität verließen und es sich an der frischen Luft gemütlich machten. Distance In Embrace: Website / MySpace

Fazit: Was zu sagen bleibt, ist dass es einmal mehr enttäuschend war zu sehen, wie Bands, die nicht aus Düren kommen, behandelt werden. Während der Locals war das Komm gefüllt bis zum Anschlag, sobald aber Disabused oder Distance in Embrace auftauchten, fand man nur gähnende Leere vor. Das ist als sehr schade zu bewerten, denn gerade auch diese Bands haben das Potenzial, eine ordentliche Show abzuliefern - was sie trotz fehlendem Publikum auch schafften.
Zur Organisation: Das S-U-M-O Team hat einmal mehr beste Arbeit geleistet und alles lief reibungslos ab. Man kann sich also auch wieder auf das nächste Mal freuen, wenn weitere Bands im Dürener Komm ein lustiges Stelldichein geben, aber es bleibt ebenso zu hoffen, dass die Besucher den auswärtigen Bands dann zur Abwechslung mal eine echte Chance geben.


S-U-M-O: Website / MySpace
Autor: Alexander Greve