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The Destiny Program, Settle The Score, Trusting Nolan, Behind Hope Lies Failure - 04. Mai 2008 - Köln - Underground
Der 04. Mai 2008 war einer der ersten richtig schönen und warmen Tage des Jahres. Die Parks in Köln platzten vor Überfüllung, überall stiegen Rauchschwaden auf und es roch nach Gegrilltem. Eine kleine Menge an Leuten wagte trotzdem den Weg ins Kölner Underground, um der Hitze zu trotzen und The Destiny Program, Settle the Score, Trusting Nolan und Behind Hope Lies Failure live zu sehen. Musikalisch versprach dies eine tolle Show zu werden und so konnte man gespannt sein, wie sich der Abend entwickeln würde. Schnell noch auf dem Klo die Tanzschritte einstudiert und dann konnte es auch schon losgehen. Was an diesem Abend alles geschah, soll im Folgenden erzählt werden.

The Destiny Program, Settle The Score, Trusting Nolan, Behind Hope Lies Failure – 04. Mai 2008, Köln - UndergroundBehind Hope Lies Failure – Wenig los, aber gute Stimmung

Den Anfang an diesem warmen Abend machten Behind Hope Lies Failure aus Köln, die sich zwischen Hard- und einer Prise Deathcore bewegen. Das Underground war nicht sonderlich gut gefüllt, doch hatten die Jungs genug Freunde dabei, von denen sie tatkräftig auf der Tanzfläche unterstützt wurden. Während draußen noch viele Leute ihr Bier in der Sonne tranken und die letzten Strahlen des Abend einfangen wollten, legten Behind Hope Lies Failure um 20 Uhr nach kurzem Intro mit 'Bite The Hands That Feeds' los. Einige trotzten der hohen Temperaturen im Underground und schwangen sofort das Tanzbein. Die Band dankte es den Leuten mit 'Making Every Mission Possible'. Das gleiche Bild zeichnete sich ab. Gute Musik auf der Bühne und sportliche, wenn nicht sogar akrobatische Bewegungen gab es auf der Tanzfläche zu sehen. Fronter Dave, Drummer Patrick, Bassist Christoph und Gitarrist Keijo haben sich im Laufe der Zeit zu einer recht guten Live Band entwickelt und ließen ordentliche Stimmung aufkommen, auch wenn der Laden nicht annähernd zur Hälfte gefüllt war. So hatten die Fans genügend Platz, um ihre Moves auszupacken, ohne sich dabei gegenseitig in den Weg zu kommen, das war ein kleiner Vorteil, wie sich im Laufe des Abends noch herausstellen sollte. Zum Abschluss gab es noch 'Leaving Las Vegas', einen neuen Song der Band, und 'All-Out Indulgence'. Ein letztes Mal wurde brachiale Musik durch die Boxen an die Ohren der Zuschauer gesendet und ein letztes Mal durfte geschwitzt werden. Dann verließen Behind Hope Lies Failure um 20 Uhr 25 unter Applaus die Bühne und man muss sagen, dass sie ihren Job als Opener tatsächlich gut hinbekommen haben. Der Abend kann also weitergehen. Behind Hope Lies Failure: MySpace

The Destiny Program, Settle The Score, Trusting Nolan, Behind Hope Lies Failure – 04. Mai 2008, Köln - UndergroundTrusting Nolan – Geballte Power und der Laden wurde voller

Eine knappe Viertelstunde später, um 20 Uhr 40, standen dann Trusting Nolan aus Köln auf den Brettern, die an diesem Abend ihre Live DVD aufnehmen sollten. Schade nur, dass der Laden immer noch nicht gefüllter war, was man bei knapp 70 – 80 zahlenden Gästen auch nicht erwarten kann. Das war Fronter Raul, Bassist Daniel, der von seiner mitgebrachten Anhängerschaft abgefeiert wurde, den Gitarristen Stefan und Lars und Drummer Micha relativ egal und das Set wurde professionell runter gezockt.
Die Show begann mit 'Vida Inferna', dem Vorzeigesong der Band, und sofort kam wieder Bewegung in die „Menge“ vor der Bühne. Es gab die unterschiedlichsten Tanzstile zu beobachten. Einige wackelten wild mit dem Kopf, während um sie herum Beine und Arme durch die Gegend flogen und wieder andere standen nur dort mit verschränkten Armen und nickten anerkennend. Aber auch hier versammelte sich weiterhin ein kleines Grüppchen im hauseigenen Biergarten und tankte Sonne, Bier und Kaltgetränke. Egal, die Show ging weiter. Als nächstes waren 'Sacrifice' und 'Hatred', bei dem Keijo von Behind Hope Lies Failure die Band am Mikro tatkräftig unterstütze und fast einen ganzen Part, auf der Monitorbox liegend zum Besten gab, an der Reihe. Das sorgte für Applaus und hob die Stimmung, die ohnehin recht gut war, noch ein wenig an. Die Band selber übte sich in professionellem Posen und Raul schoss wie ein Blitz von einer Seite der Bühne zur anderen und war ständig in Bewegung. Auch er ließ sich das theatralische Posen nicht nehmen und agierte so oftmals von der Monitorbox aus. So schnell kann es gehen und Trusting Nolan kamen nach knappen 25 Minuten schon zu ihrem letzten Song. Ein neues Stück, namens 'Beyond The Means' sollte es sein. Beim Publikum sorgte dieser recht brachiale Song wieder für Bewegung und ein letztes Mal flogen Arme, Beine und Köpfe durch die Gegend. Ein ganz besonders witziger Mensch meinte Raul von der Box schubsen zu müssen, was mit Sicherheit keine Absicht war, im Nachhinein aber für Schmerzen sorgte und so verließ dieser auch früher die Bühne, nachdem er sich kurz bedankt hatte. Daniel, Stefan, Lars und Micha spielten den Song zu ende und stiegen dann auch unter Applaus von der Stage. Eine schöne Show war es, die die Band dort aufgefahren hatte, und man konnte sich tatsächlich von den neuen Songs überraschen lassen, da diese technisch noch ein wenig ausgefeilter wirken als die älteren. Hut ab! Trusting Nolan: MySpace

The Destiny Program, Settle The Score, Trusting Nolan, Behind Hope Lies Failure – 04. Mai 2008, Köln - UndergroundSettle The Score – Neuer Drummer, neue Songs

Etwa um 21 Uhr 20 standen dann die Hardcore Recken von Settle The Score aus Mönchengladbach auf der Bühne. Man konnte sehen, dass einige nur auf diese Band gewartet hatten, denn nun wurde es auf der Tanzfläche etwas voller. Was auffiel, war der neue Drummer Anas, der im Gegensatz zum Rest der Band im Gewichtsvergleich völlig verliert und sich hinter jedem einzelnen der Band verstecken könnte. Das hatte er aber gar nicht nötig, denn wie die Show zeigte, hat er sich gut eingelebt und machte seinen Job perfekt. Die Setlist beinhaltete sowohl neue Songs vom kürzlich erschienenen Album 'Back To The Streets' und ältere Geschichten der Band. Den Anfang machte ein neuer Track mit dem Namen 'Stand And Fight'. Gaben sich die Fans vorher mit ambitioniertem Metalcore zufrieden, war es nun Zeit für die oldschool Hardcore Leute, ihre Tricks auszupackten und die sahen ganz anders aus. Viele bewegten sich einfach nur hin und her und schauten böse drein, andere liefen die ganze Zeit im Kreis und versuchten, das stehende Publikum mit einzubeziehen und wieder andere traten wild um sich. Das hatte was von einem Affenkäfig und war lustig anzusehen. Vielleicht hätte man ein paar Bananen in die Menge werfen sollen, nur um zu sehen, was passiert.
Settle The Score legten ein ordentliches Brett hin und machten mit 'Sad But True' und 'Misery', ebenfalls vom neuen Album, weiter. Fronter Bud Spenca schrie dem Publikum seine Vocals entgegen, während Gitarrist Andre, Bassist Sven und Drummer Anas wild auf ihren Instrumenten rumhackten und sichtlich Spaß auf der Bühne hatten. Die hohe Temperatur sorgte nicht nur für Schweiß bei den Zuschauern, auch die Bandmitglieder waren allesamt durchgeschwitzt und das schon nach kürzester Zeit. Die Songs erfreuten sich äußerster Beliebtheit und wieder wurden die umher stehenden Leute mit in die Action eingebunden. Das gefiel nicht jedem, besonders den Leuten nicht, die einfach nur die Show genießen wollten und von einem wild gewordenen Kerl, der immer wieder mit Anlauf in die Menge reinsprang, enorm gestört wurden. Irgendwann wurde es den Leuten zu viel, ein Bein traf das andere und der Übeltäter flog in hohem Bogen quer über die Tanzfläche. Danach war Ruhe und man konnte sich wieder ganz der musikalischen Darbietung widmen. Es gab noch 'Roll The Dice', 'Thinking Of You', das die Herren aus Mönchengladbach ihren Damen widmeten, und mit 'Familiy' und 'Back To The Streets' noch zwei weitere neue Songs. Settle The Score machten ihre Sache gut und alle hatten Spaß an diesem Abend. Zum Abschluss durfte man dann noch zu 'Taste My Glory' tanzen und um kurz vor zehn war dann auch wieder Schluss – die Bühne wurde geräumt für den Headliner des Abends. Settle The Score: Website / MySpace

The Destiny Program, Settle The Score, Trusting Nolan, Behind Hope Lies Failure – 04. Mai 2008, Köln - UndergroundThe Destiny Program – Gute Musik, aber wenige Zuschauer

Nun war es Zeit für The Destiny Program aus Husum, die Bühne zu rocken und diese legten nach kurzen Soundcheck auch sofort los. Viele der bislang anwesenden Zuschauer hatten das Underground zwischenzeitlich verlassen, weil entweder der eigene Höhepunkt schon stattgefunden hatte, oder aber auch, weil die Temperaturen immer noch relativ hoch waren. Wie dem auch sei, The Destiny Porgram legten gleich zum Anfang ein ordentliches Brett hin und gaben über die gesamte Spielzeit einen ordentlichen Querschnitt durch ihre letzten Releases zum Besten. Die verbliebenen Zuschauer dankten es der Band mit kurzen Tanzeinlagen und Applaus. Unbeirrt von der Leere des Ladens, bekam man Songs vom älteren Album 'The Tracy Chapter' zu hören, wozu 'Forsaken Love' gehörte und von der neuen Platte 'Subversive Blueprint', aber auch die älteren Releases ließ man nicht außen vor. Die Stücke wurden allesamt mit ordentlich Druck vorgetragen und besonders die Stimme von Fronter Sebastian Formella wusste über weite Längen zu überzeugen. Die Musik der vier Jungs erzeugte eine besondere Atmosphäre und es machte Spaß, ihnen bei ihrem Treiben zuzusehen und zuzuhören. Zwischendurch gab es immer wieder nette Ansagen und schon ging es weiter. Was auffiel, war, dass die neueren Songs ein wenig moshlastiger waren und die Melodien der alten Tage ein wenig vermissen ließen. Das änderte aber nichts an der Intensität der Show und man konnte froh sein, doch noch so lange im Underground geblieben zu sein. Der Abend zeigte einmal mehr, dass Jim Patrick an den Drums, Bassist Sascha Bath-Amer und Gitarrist Johannes Formella ihre Instrumente beherrschen und es spielend schafften eine gewisse Soundwand aufzubauen, die teils sehr druckvoll rüberkam. Schade nur, dass sich schon viele entschieden hatten zu gehen, denn sonst hätte hier eine klasse Show bei rauskommen können. So haben The Destiny Program alles dafür getan, dem Rest der Zuschauerschaft einen schönen Abschluss des Abends zu bieten und haben dies auch geschafft. Um kurz vor elf war dann auch für die jungen Herren Schluss. Man erntete Applaus und verließ dann die Bühne. Der Abend konnte dem Ende zugehen und nach einem weiteren kurzen Kaltgetränk traten dann auch die letzten den Heimweg durch das nicht mehr ganz so warme Köln an. The Destiny Program: Website / MySpace

Alles in allem kann man sagen, dass der Abend von der organisatorischen Seite sehr gut gelungen war. Hier gab es definitiv nichts zu meckern. Alles lief in seinen geregelten Bahnen und auch die ausgewählten Bands, die musikalisch nicht immer ganz zusammenpassten, konnten doch allesamt überzeugen. Klar ist natürlich, dass in einem nicht einmal halbvollen Laden, nicht die Stimmung aufkommt, wie bei einer ausverkauften Show, aber dennoch waren diese paar Stunden im Kölner Underground durchaus angenehm. Wenn beim nächsten Mal die Zuschauerzahl steigen sollte, dann steht einem ordentlichem Konzertabend mit aufgeheizter Stimmung mit Scherheit nichts mehr im Wege.
Autor: Alexander Greve