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zum Mag! Aber gerade gönnt sich 'Alternate Eve' eine verdiente Pause! Den nächsten Sendetermin erfahrt ihr demnächst an dieser Stelle!
X-Mas Punk Parade II – Poppycock, Lightsome, Sugarbombs, Fenriswolf – 01. Dezember 2007 - Düren – Komm
„Punks not dead!“ Na ja, aber so richtig lebendig ist er zurzeit wohl auch nicht, jedenfalls ließ darauf die Besucherzahl der zweiten X-Mas Punk Parade am 01. Dezember 2007 schließen. Gerade einmal 50 Leute hatten sich an diesem kalten, windigen Abend im Dürener Komm eingefunden, um die Bands Poppycock, Lightsome und Sugarbombs zu sehen. Eigentlich waren als Headliner Scorefor eingeplant gewesen, die aber aus gesundheitlichen Gründen absagen mussten, und so waren anstelle dessen die drei Jungs von Fenriswolf aus Köln eingesprungen. Warum es trotzdem ein gelungener Abend für alle Anwesenden wurde, lest ihr hier!

X-Mas Punk Parade II – Poppycock, Lightsome, Sugarbombs, Fenriswolf – 01. Dezember 2007, Düren – KommFenriswolf – Penispop fuckin´ rocks!

Aufgrund der besonders zu Beginn sehr geringen Besucherzahl, verlagerte das S-U-M-O-Team den Kick Off kurzerhand eine knappe Stunde nach hinten und so standen Fenriswolf erst um 20 Uhr 20 auf der Bühne im Konzertraum, der leider immer noch nicht sonderlich gefüllt war. Das machte den Dreien aber nichts aus, der kurzen Begrüßung: „Ja, hallo! Wir sind Fenriswolf aus Köln!“ folgte der Opener, das einzig englischsprachige Lied der Band, ein Cover von Scott McKenzies 'San Francisco (Be Sure To Wear Flowers In Your Hair)'. Das machte schon Laune und die umherstehenden Leute klatschten und obwohl wenig los war, herrschte eine gute Stimmung. Danach zeigten Fenriswolf ihr wahres Gesicht. Die Combo - in traditioneller Punk-Besetzung: Gesang/Gitarre, Backing Vocals/Bass, Drums – steht nämlich für melodischen Punkrock in deutscher Sprache, den sie selbst als „Penispop & dancecore – energisch aber sinnlos!“ bezeichnen. So war es auch auf dem Banner, der über Flös Drumset hing, zu lesen. Sänger Meuer und Bassist Pünke, der auch für die zweite Stimme zuständig war, suchten zwischen den Songs immer wieder den Kontakt zum Publikum und hatten auch ansonsten sichtlich Spaß auf der Stage und freuten sich über den Applaus, der ihnen nach jedem Song zuteil wurde. Es folgte ein powerchordlastiger Song mit typisch Spaßpunk witzigen Texten dem nächsten. Obs nun um Erfahrungen als 'Herr der Strasse', um ein 'Leben danach' oder einen Aufruf gegen Kinderschänder ging, die Songs machten Spaß und im Saal war bei einigen ein zögerliches Mitwippen auszumachen. Im Laufe der fast 50 Minuten, die die Band auf der Bühne stand, trauten sich sogar ein paar junge Zuschauer in die erste Reihe und rockten mit. Dafür gabs zur Belohnung vom mit Schottenrock bekleideten Bassisten Bandaufkleber gratis. Als die Band zum Ende ihres Sets kommen wollte, wurde bereits lautstark eine Zugabe gefordert: Und zwar das „Besenlied“. Da ließen sich The Fenris Boys natürlich nicht lumpen und stimmten den wirklich ohrwurmtauglichen Song an. Dieser beinhaltete in seiner Mitte ein feistes Beverly Hills 90210-Gitarrensolo, für das Fronter Meuer einiges an Applaus kassierte.
Keine Frage, die punkigen „Hymnen an die Selbstverwirklichung des Individuums“ kamen gut an und Fenriswolf, der Name entstammt übrigens der germanischen Mytologie und bezeichnet den Wolf, der einst die Sonne von Ragnarök aufgefressen und Odin getötet haben soll, haben als Opener des Abends wirklich gute Arbeit geleistet. Mehr war da auch nicht mehr aus den wenigen Besuchern rauszuholen. Um 21 Uhr 10 verließen sie dann nach der Zugabe die Bühne. Mehr Pics von Fenriswolf Fenriswolf: Website / MySpace

X-Mas Punk Parade II – Poppycock, Lightsome, Sugarbombs, Fenriswolf – 01. Dezember 2007, Düren – KommSugarbombs – Druckvolle Message

Nach einem kurzen Umbau war es dann um 21 Uhr 25 Zeit für die Sugarbombs aus Aachen. Die Band, die schon seit etlichen Jahren ihr Unwesen auf diversen Bühnen treibt, legte direkt 'Holy Mother D.I.Y.' los. Und jetzt gings im Dürener Komm um einiges härter zur Sache, denn Frontmann Alex, die Gitarristen Öz und Chris, Drummer Rainer sowie Bassist Til machten mit ihrer temporeichen Mischung aus Punk und Hardcore keine Gefangenen. Leider waren immer noch nicht mehr Besucher gekommen und so standen die, die da waren, in einem großen Kreis um die Bühne. Sänger Alex trat sogar mal von der Bühne herunter, wahrscheinlich um sich zu vergewissern, ob überhaupt Leute da waren und um der Enge auf der doch recht kleinen Bühne zu entgehen. 'Make Yourself At Home' und 'Champagne On Ice' folgten nachdem man sich vorgestellt hatte. Und auch hier war viel Bewegung, wenn auch auf engstem Raum, zu beobachten. Alex ging Kaugummi kauend völlig in seinem Gesang auf und vollführte an seinem Mikroständer aussagekräftige Gesten, die Gitarreros schwangen ihre Instrumente und vor allem Til, den an diesem Abend die Grippe plagte, traktierte seinen Bass in den unterschiedlichsten Posen.
Zwischen den Songs ergriff Alex das Wort, berichtete vom neuen Album und versuchte sich in Sachen Promotion für die eigene Sache, als er die Aufnäher und den übrigen Merch der Band zum Schleuderpreis anpries. Darauf folgte dann auch der Titelsong zum wahrscheinlich im Januar 2008 erscheinenden Album 'The Game, Not The Rules' und auch der Song wusste unter anderem durch seine angepisste Gesangsweise zu überzeugen. Die Aachener hatten ordentlich Druck unter der Haube und die Songs mit meist politischen kritischen Inhalt und oft auch dreistimmigem Gesang riefen in so manchem Besucher das ein oder andere Zucken in den Gliedern hervor. Leider traute sich aber niemand so recht, mal richtig abzuzappeln.
'The Blindfolds', 'Come on.', 'Role Model' und 'Let’s Kung Fu' standen ebenso auf der Playlist wie der neue Song ' You Can Always Quote K.M.'. Mittlerweile hatte sich der Saal ein wenig geleert, aber das hielt die Jungs nicht davon ab auch bei ihrem letzten Track 'Train' noch mal voll aufzudrehen. Um Schlag zehn war dann aber endgültig Schicht im Schacht und unter Applaus verließ die Truppe abgekämpft die Stage. Mehr Pics von Sugarbombs Sugarbombs: MySpace

X-Mas Punk Parade II – Poppycock, Lightsome, Sugarbombs, Fenriswolf – 01. Dezember 2007, Düren – KommLightsome – Stimmungsvoller Rock

Nach dem Umbau standen die drei Jungs von Lightsome auf der Bühne und nun sollten die Aggressionen und das Tempo wieder ein bisschen runtergeschraubt werden. Um die Bühne hatten sich – natürlich in gegebenen Sicherheitsabstand, man will ja schließlich nicht zu nahe dran stehen – wieder ein paar mehr Leute und vor allem weibliche Fans eingefunden. Sänger und Bassist Alex Zuza, Drummer Andreas Dahmen und Gitarrero Erik Lipperts hatten sich für diesen Abend eine 11-Song starke Playlist zusammengestellt und stimmten zuerst 'Blind' an. Und dem Besucher des Komm schlugen nun wesentlich ruhigere, emotionale Klänge und Gitarrenmelodien entgegen als zuvor, die durch ihre Eindringlichkeit bestachen. Sänger Alex war dabei für die cleanen und Erik für die screamolastigen Vocals zuständig, welche sich beide schön ergänzten. Jimmy Eat World meets Mineral, so die Kurzbeschreibung der Band auf dem Flyer zu heutigen Abend, kann man durchaus so stehen lassen, wenn auch durch die zweite Stimme die eindeutigen Screamo-Anleihen nicht zu leugnen sind. Dem Publikum gefiels auf jeden Fall, jeder Song wurde mit schallendem Applaus belohnt. Und zwischen den Liedern verloste Alex, sozusagen als Geschenk: „weil ja heute der 01. Dezember ist!“, zwei Lightsome CDs an den- bzw. diejenige, die die Frage beantworten konnte, welche Band als nächstes spielen würde. Und die Antwort, Poppycock, war auch nicht sonderlich schwer ;)
Weiter ging´s mit den Songs 'Close To Me', 'End', 'Like A Star', 'Redemption', 'When Letters Become Blur' und 'Reflection' und alle wurden von den Zuschauern sehr positiv aufgenommen. Dann folgte das Lagwagon-Cover '27' und auch das stieß auf Begeisterung im Publikum. Und endlich scharten sich auch wieder mehr Leute vor der Bühne und rockten mit. Dann gings mit 'Catch Myself' und 'Diem Perdidi' schon auf die Zielgerade und der letzte Song, 'Deep', weckte noch einmal große Gefühle bevor man unter Applaus dann um 22 Uhr 50 die Stage verließ. Mehr Pics von Lightsome Lightsome: Website / MySpace

X-Mas Punk Parade II – Poppycock, Lightsome, Sugarbombs, Fenriswolf – 01. Dezember 2007, Düren – KommPoppycock – Viel gute Laune auf einem Haufen

Poppycock waren – wie der Name irgendwie schon vermuten ließ – die durchschnittlich jüngste Band des Abends. Und der Truppe aus Jülich war nun durch den Verlust von Scorefor der Headlinerposten zugefallen und Sänger und Gitarrist Klaus, Gitarrist Jan, Bassist Denis und Drummer Daniel schickten sich mit viel Elan und Energie an, diesem Titel alle Ehre zu machen. Um Viertel nach elf fiel der Startschuss für die vier Recken, die wie schon die Sugarbombs zuvor ein wenig mit Platzproblemen zu kämpfen hatten. Und als erstes schlug den noch verbliebenen Zuschauern 'If I Was God' entgegen. Sicherlich hört man hier Einflüsse von Bands wie NOFX oder Rise Against schon mal hier und da raus, aber dennoch lieferten die Jungs eine ordentliche Portion rotzigen Spaßpunk mit netten Melodien, zweistimmigen Gesang, und Refrains, die zum Mitsingen einluden, ab. Und auch die ein oder anderen Ska-Anleihen waren nicht von der Hand zu weisen. Und Lieder wie 'Tribute Song', 'Sweet Banana', 'Now Or Never', 'My Excuse' oder 'Crossing The Border' glänzten hier und da durch schöne Single-Note-Figuren und machten dem Publikum auch sichtlich Spaß. Es bewegten sich nun auch einige zu den melodischen uptempo Klängen, während sich das Quartett auf der Bühne verausgabte.
'All Over ' sollte dann der letzte Song des Abends werden und bei dem gaben die Jungs noch mal alles und belohnt wurde ihre Anstrengung durch ausgibigen Applaus für das Set, das schon um 23 Uhr 45 sein Ende fand. Mehr Pics von Poppycock Poppycock: Website / MySpace

Fazit: Rein musikalisch war es ein gelungener Abend, der wohl auch allen Anwesenden Spaß gemacht hat. Leider litt die Stimmung ein wenig unter der geringen Zahl der Musikliebhaber, die sich zur diesjährigen X-Mas Punk Parade eingefunden hatten. Zweifelsohne hat aber das S-U-M-O-Team wieder einmal gute Arbeit geleistet und somit konnten sich die Bands, auch wenn sie mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt hätten, mit einem guten Sound und ´ner netten Lightshow präsentieren. Wer weiß, vielleicht steht Punk ja nächstes Jahr mal wieder höher im Kurs und dann kann bei der dritten X-Mas Punk Parade wieder im vollen Haus gerockt werden.

Mehr Info:
S-U-M-O: Website / MySpace
Autor: Vera Bunk