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zum Mag! Aber gerade gönnt sich 'Alternate Eve' eine verdiente Pause! Den nächsten Sendetermin erfahrt ihr demnächst an dieser Stelle!
4Lyn, Julia - 20. Februar 2006, Köln - Prime Club
Wenn der Norden mit dem Süden ... dann entsteht wie in diesem Fall ein perfektes Line-Up! 4Lyn aus dem hohen Norden waren im Rahmen ihrer 'Compadres On Tour'-Tour zusammen mit den Wiener Jungs von Julia unterwegs. Und so hieß es am 20. Februar 2006 für alle 4Lyn-Fans in und um Köln, auf in den guten, alten Prime Club, denn genau dort sollten heute Abend die vier Nordlichter aufschlagen, um die Crowd zu rocken. Und wie es bei einem 4Lyn-Konzert Gang und Gebe ist, sollte es ein unvergesslicher Abend werden.

4Lyn, Julia - 20. Februar 2006, Köln Prime ClubJulia – Anti Depression Air Condition

Um 20 Uhr wurden die Fans, die teilweise schon seit 17 Uhr 30 an diesem regnerischen und kalten Wintertag vor dem Clubeingang gewartet hatten, in den Saal gelassen. Schnell füllte sich der Innenraum vor der Absperrung an der Bühne. Klar, schließlich wollten die meist weiblichen Fans, den besten Platz ergattern. Und dort blieben sie auch tapfer die weitere Stunde stehen bis um 21 Uhr die Lichter ausgingen und die vier Wiener von Julia auf die Bühne stürmten. Und nach einem kurzen Intro legten sie auch gleich richtig los. Sänger Matthias ergriff sein Mikro und der Rotschopf legte wie gewohnt von Anfang an viel Gefühl in seinen Gesang. Und was in Form von wohlwollendem Kopfnicken begann, entwickelte sich von Song zu Song bis zu einem vollwertigen Moshpit in der Mitte der Crowd. Und auch die Band selbst gab ordentlich Gas; Schlagzeuger Alex trommelte sich die Seele aus dem Leib, Gitarrist Karl sprang mit seiner goldenen Klampfe wild umher, während Bassist Alex, der es sichtlich genoß zwischen den Liedern immer wieder Ansagen zu machen, während der Show immer wieder auf die Monitorbox stieg und von dort aus seine fünf Saiten zupfte. Und der Einsatz zeigte Wirkung; in den ersten Reihen wurden die Lyrics begeistert mitgesungen, weiter hinten wurde gemosht, nach jedem Song gab´s begeisterten Applaus und auch der geforderte „I know they all!“-Chor wurde von den Zuschauern perfekt umgesetzt. Julia lieferten eine ohrwurmtaugliche Mischung Pop-Rock, die in die Glieder fährt und für gute Laune sorgt. Und die Live-Show des Quartetts sprühte nur so vor Energie, kein Wunder, denn obwohl 4Lyn schon ihr viertes Date der Tour an diesem Abend spielen sollten, war es für die Wiener der erste Gig der Tour. Zu hören gab´s neben den alten Klassikern der Band auch viele Songs der brandneuen Platte 'Sunrise' (VÖ 10. Februar ´06) auf die Ohren. Für einen Kreisch-Höhepunkt sorgte dann 4Lyn-Sänger Ron, der für eine kurze Gesangseinlage auf der Bühne erschien. Und nachdem er sich wieder verabschiedet hatte, kamen Julia auch schon zum Ende. Beim letzten Song sollten alle noch mal ihre Hände in die Höhe recken und alles geben, was sie auch taten. Und nach einem ausgibigen Applaus „für euch selbst“ und reichhaltigen Danksagungen seitens der Band, verschwanden die Vier unter noch mehr Applaus glücklich von der Stage. Ein rundum gelungener Auftritt, der genau seinen Zweck erfüllte; die Fans aufzuheizen. Wirklich störend hingegen waren die Räucherstäbchen, die während der Performance der Ösi-Rocker auf der Bühne abgefackelt wurden und die Atemluft doch schwer belasteten. Website Julia


4Lyn, Julia - 20. Februar 2006, Köln Prime Club4Lyn – Let´s rock!

Nachdem alles auf der Bühne zurecht gerückt worden war, gingen um 22 Uhr erneut die Lichter aus und das Intro in Form von Thin Lizzys 'The Boys Are Back In Town' erklang aus den Boxen. Ron, Sascha, Björn und René nahmen ihre Plätze ein und dann wurde auch schon der Opener 'Beautiful Waste' angestimmt. Und sofort brach alles los; die Fans kreischten, das Licht flammte auf und die Musik erschallte laut. Die Hamburger Jongens präsentierten sich wieder einmal von ihrer besten Seite; schick gestylt und in aller bester Laune und Form. Und das zeigte auch gleich Wirkung: Sofort wurde der Refrain „Bla, bla, bling, bling, blow, blow, bleed, bleed, bleed, bitch!“ mitgegrölt. Nach einer Begrüßung durch Frontmann Braz wurde gleich wieder in die Saiten geschlagen, 'One Love' wurde rausgehauen! Darauf folgte der beliebte Klassiker 'One2Three'. Und dann erhob Braz, völlig geplättet von diesem enormen Feedback des Publikums erneut seine Stimme. Er dankte seinen drei Kumpanen für all die schöne Zeit, die sie bis jetzt gemeinsam verlebt hatten, und da musste natürlich gleich der passende Song angestimmt werden: 'Compadres' stand auf dem Plan. Jetzt war der Club gerammelt voll, die Kölner 4Lyn-Fans, und etliche zugereiste, zeigten sich wieder einmal von ihrer besten Seite. Es wurde gemosht und getanzt – so weit das bei dem geringen Platz möglich war - und gnadenlos mitgebrüllt. Und Ron hatte die Menge wie immer fest im Griff und erntete für seine Posen und, als er sein Jackett auszog, pure und vor allem lautstarke Begeisterung. Keine Frage, die 4Lyn-Party war voll im Gange. Sascha aka Chino gab hinterm Schlagzeug wie immer Vollgas, ebenso wie Gitarrist René Russo und Bassist Big Deee. Ein echter Blickfang war außerdem noch Braz´ Mikrophonständer, an dem am oberen Ende ein fetter, silberner Totenkopf prangte. Dieser Band zu zuschauen ist immer eine wahre Wonne, da die Spielfreude förmlich greifbar scheint. Und die Fans gerieten bei der abwechslungsreichen Playlist, die mit alten wie neuen Songs glänzte, förmlich aus dem Häuschen.

4Lyn, Julia - 20. Februar 2006, Köln Prime ClubEs gilt! - Die Schotten gegen die Kölner

Es folgten die Kracher 'Gone', 'Pearls & Beauty', '2nd Round', 'Last Man Standing', bei dem die Jungs eine besonders lange Pause eingebaut hatten, bevor sie mit dem letzten Refrain losbrachen, und 'Drama Queen'. Bevor mit 'Even', dem melancholischsten Song der neuen Platte 'Compadres' (VÖ 30. Dezember ´05), ein wenig Ruhe in den Club einkehren sollte, war bei 'U Know Nothing' das obligatorische „Brave Heart“-Spielchen angesagt. Während die Instrumental-Fraktion den Song anstimmte, dirigierte Braz vorne an der Bühne die Leute nach rechts und links, damit in der Mitte ein Durchgang entstand. Darauf folgte dann seinerseits der Befehl; „Nicht losrennen, bevor ich das Startzeichen gebe!“ Die Spannung stieg, der Song schwoll immer weiter an und als er endlich losbrach und Ron losbrüllte, sprangen die „gegnerischen“ Seiten – die Kölner und die Schotten - auf einander zu. Alles endete in einem riesen Knäul moshender Menschen. Als der Song verklang, wurde auch gleichzeitig das Licht gedimmt und René stimmte 'Even' an. Der Song erfüllte den ganzen Raum gleich mit jede Menge Gefühl, Ruhe und Energie. Aber dabei handelte es sich nur um die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm, denn gleich danach brach mit 'LYN' und 'Not Like You' ein erneuter Tornado über die Anwesenden herein. Kein Wunder, dass es jetzt auch schon von der Decke tropfte. Die Vier waren total happy und freuten sich über diese großartige Resonanz. Und jetzt wurden immer wieder „Ausziehen!“-Sprechchöre laut, auf die der Frontmann allerdings nicht eingehen wollte; „Was glaubt ihr, was mir passieren würde, wenn ich das von euch fordern würde? Ich fänd´s auch mal toll, wenn das ´ne Lady für mich machen würde!“ War seine Antwort. Und obwohl draußen fiesester Winter herrschte, wurde die Temperatur im Club immer unerträglicher, das führte dazu, dass der Monitortechniker, der „launische Timo, Wasser verteilte. Zwischen den Songs, während René schon mal das ein oder andere Mal zu seiner zweiten Gitarre griff, erzählte Ron, dass seine Geburtstagsparty am vergangenen Samstag bei einem Essener Schwulen- und Lesbenabend „sehr aufschlussreich“ gewesen sei oder wie sehr er sich freue, dass so viele liebe Fans wieder einmal hier in Köln erschienen seien. Als weiteres musikalisches Highlight hatten die Jungs sich etwas Besonders überlegt. Es gab als sogenanntes 'Roots Medley' eine kleine Zusammenstellung von Songs, die die Hamburger in ihrer Jugend selbst geprägt haben. Angefangen mit Rage Against The Machines 'Bullet In The Head' über Soundgardens 'Spoonman' bis hin zum Guns´N´Roses-Klassiker 'Paradise City' war alles dabei. Klar, dass bei letzterem Rons perfekter Axel Rose-Hüftschwung wieder einmal extra Applaus kassierte.

4Lyn, Julia - 20. Februar 2006, Köln Prime Club„Könnt ihr noch mehr vertragen!?“

Was für eine Frage? - Selbstverständlich! Und so gab´s auch noch die up-tempo-Burner 'Take It As A Compliment', 'Pure' und 'Bugs In Head' auf die Ohren. Und nun ließen sich auch noch vermehrt Crowdsurfer blicken, welche auch gleich am Rande der Bühne von den tüchtigen Securities in Empfang genommen wurden. Um 23 Uhr 21 war dann erst mal Schluss, die Vier bedankten sich und verschwanden durch die kleine Türe am hinteren rechten Ende von der Stage. Aber so konnte der Abend selbstverständlich noch nicht enden und es folgten laute Zugabe-Forderungen. Und 4Lyn wären nicht 4Lyn, wenn sie ihre Fans nicht erhören würden, und so traten Chino, Deee und Russo unter überschwänglichem Applaus erneut auf die Bühne. Braz folgte ihnen gleich auf dem Fuße. In ein Glitzer-Sacko gehüllt, wirkte er fast wie eine lebende Discokugel und passend zu diesem Outfit stimmten sie 'Discohead' an. Danach legte er dann das Sacko ab, und 'Outta Here' stand als nächstes auf der Liste. Der sympathische Schunkelsong mit dem lustigen Text zauberte allen noch mal ein Lächeln auf´s Gesicht. Dann war es wieder einmal Zeit für eine Sprecheinlage und der Frontmann nutzte die Gelegenheit, sich bei allem und jedem zu bedanken, bei den Fans, der Crew, dem Prime Club, seiner Band, den Securities, und und und. Und als er völlig glücklich geendet hatte, verriet er mit den Worten „Yo! I park my ride on the left side!“, dass es jetzt Zeit für 'Whooo' war. Kreischender Applaus und Gebrüll erhob sich erneut und es wurde noch einmal so richtig gerockt. Und dann trugen auch endlich die wiederholt geäußerten „Ausziehen!“-Forderungen Früchte, Ron entledigte sich seines mittlerweile eh durchgeschwitzten T-Shirts und warf sich dann auch noch in die Menge. Als er nach einem ausgibigen Bad in der Fanmenge auf die Stage zurückkehrte, und als nach dem letzten „Whooo!“ der Song endete, erklang auch gleich die vertraute Verabschiedungshymne 'In Hamburg sagt man "Tschüss"' vonner Deern von der Waterkant Heidi Kabel und die Fans wussten, jetzt war endgültig Schluss. Und so bedankten sich Ron und Co. noch einmal bei den Fans, luden sie auf ein Bierchen an den Merch-Stand ein und wünschten allen noch einen guten Abend. Dann verschwanden sie um zwanzig vor zwölf endgültig von der Bühne.
Später schrieben 4Lyn wieder fleißig Autogramme auf Taschen, Geldbörsen, Poster, T-Shirts und Handys, und standen bereitwillig für jedes Foto Motiv. Was will man da als Fan noch mehr?
Fazit: Ein rundum gelungener Abend, eine einzige, wahre und perfekte Rock´N´Roll-Show, wie man sie erwartet und die die Fans wie die Bands gleichermaßen glücklich macht. Wir freuen uns auf´s nächste Konzert und das solltet ihr euch auch nicht entgehen lassen!

Mehr Info:
CD-Review 4Lyn - 'Compadres'
Interview - 4Lyn mit Ron am 13. Dezember 2005
Gig-Review - 4Lyn Köln, Underground, 13. Dezember 2005
CD-Review 4Lyn – 'Take It As A Compliment'
Interview 4Lyn mit Ron am 23. September 2004
Gig-Review - 4Lyn Köln, Prime Club, 23. September 2004
Website 4Lyn
Autor: Vera Bunk