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zum Mag! Aber gerade gönnt sich 'Alternate Eve' eine verdiente Pause! Den nächsten Sendetermin erfahrt ihr demnächst an dieser Stelle!
Agnostic Front – 22. Juli 2006, Übach-Palenberg - Rockfabrik
Am Samstag, den 22. Juli 2006, gaben sich Agnostic Front einmal mehr die Ehre und brachten die Rockfabrik in Übach-Palenberg bei Aachen zum Beben. Mit im Gepäck hatten die New Yorker noch Cheap Thrills aus Aachen, Settle The Score aus Mönchengladbach und First Blood aus San Francisco, Kalifornien. Eigentlich waren noch die Crushing Caspars aus Rostock geplant, die es aber nicht geschafft hatten in der Rocke aufzutauchen, und somit blieb es bei vier Bands an diesem Abend, die es allesamt in sich hatten.

Cheap Thrills – Der AnfangCheap Thrills – Der Anfang

Nachdem um 18 Uhr Einlass war, hatte man eine halbe Stunde Zeit, sich am Merchandise Stand umzuschauen, das ein oder andere Getränk zu sich zu nehmen und es sich im Saal gemütlich zu machen. Um Punkt 18 Uhr 30 standen dann Cheap Thrills auf der Bühne. Kurze Begrüßung und los ging´s. Nach dem Intro gaben sie 'Release The Hands' zum Besten und der Raum füllte sich langsam aber sicher. Wo anfangs nur fünf bis zehn Leute standen, waren auf einmal dreißig und alle schauten gespannt und kopfnickend zur Bühne, um zu schauen, was dort geschah. Nach kurzer Aufforderung von Christoph, seines Zeichens „Throat“ der Band, schämten sich auch einige nicht ein paar Mosh-Einlagen hinzulegen während die vier Aachener 'More Scars' anstimmten. Schöner Oldschool-Hardcore wurde hier geboten und aufgrund der nach draußen tönenden Musik schienen sich dann doch noch ein paar Leute vom guten Wetter und vom Grill trennen zu können und letztendlich das in Anspruch zu nehmen, wofür sie bezahlt hatten. Der dritte Song, 'New Decade', wurde gespielt und es entstand sogar ein kleiner Pit vor der Bühne. Obwohl Cheap Thrills auf der Bühne alles richtig machten, schien der Funke nicht so recht auf das Publikum überspringen zu wollen.
Vor dem nächsten Lied, 'Heroes Die First', wurde von der Band klargestellt, dass es eine Ehre sei an diesem Abend mit Agnostic Front aufzutreten und schon ging´s weiter. Man kam also ganz gut ohne viele Worte aus und machte einfach das, was man am Besten kann.
Erneutes Gemoshe vor der Stage von zwei bis drei Leuten und schon war auch dieser Song zu Ende. Es folgten noch 'Dyamo' und 'We´re All Broken', die vom Publikum mit gebührenden Applaus gewürdigt wurden.
Zum krönenden Abschluss gab´s dann noch ein fettes Cro-Mags-Cover und nun wurde auch der müdeste Mensch vor der Bühne wach und die erste nennenswerte Mosh-Action entstand.
Nach einer halben Stunde war dann Schluss für Cheap Thrills an diesem Abend und die Bühne wurde für den nächsten Act umgeräumt. Website Cheap Thrills

Settle The Score - „Reißt die Bude ab, das ist ´ne Harcore-Show!“

Settle The Score - „Reißt die Bude ab, das ist ´ne Harcore-Show!Nach einer etwas längeren Pause aufgrund des Ausfalls von Crushing Caspars wurde der Raum um 19 Uhr 30 in rotes Licht eingetaucht und Settle The Score kamen auf die Bühne. Der Laden hatte sich schon etwas mehr gefüllt, so dass vor der Stage schon ein paar Besucher mehr standen. Da sich aber niemand bis an die Bühne traute, musste Sänger Matthias erstmal mit den Worten: „Leute, das hier ist ´ne Harcore-Show! Also kommt mal an die Bühne hier!“ klarmachen, worum es ihm hier ging. Und schon wurde 'Down And Out' angestimmt. Siehe da, die Leute in der Rockfabrik können doch Party machen. Leider immer nur kurz, sie waren doch sehr zurückhaltend. Das wurde auch auf der Bühne bemerkt und prompt kam die Aufforderung „die Bude abzureißen“ was sich die Leute vor der Bühne nicht nehmen ließen. Menschen und Gegenstände flogen durch die Gegend, Matthias schrie sich die Seele aus dem Leib und sah, dass es gut war.
Ab diesem Zeitpunkt kam vor der Stage keine Langeweile mehr auf. Leute griffen sich das Mikro, grölten mit und Settle The Score machten mit 'Taste My Glory', 'Revenge' und 'To My Friends' weiter. Den Leuten gefiel was auf der Bühne geschah und es wurde getanzt, gekickt, Windmills wurden zum Besten gegeben und wieder flogen Menschen durch die Gegend. Die Rockfabrik füllte sich mehr und mehr und langsam wurde es auch vor der Bühne richtig voll. Somit wurde es auch immer wärmer, was aber niemanden vom fröhlichen Treiben abhielt, auch nicht auf den Brettern. Settle The Score machten fleißig weiter und ließen 'Don´t Play Their Games' vom Stapel. Danach folgte 'Side By Side', ein Song, der auf ihrer neuen Platte enthalten sein wird, und genau dieser wurde vom Publikum mächtig abgefeiert. Ohne große Pausen spielten Matthias, Andre an der Gitarre, Sven am Bass und Devo am Schlagzeug weiter und begeisterten die Meute mit Songs wie 'Tears', 'Integrity' und 'Roll The Dice' von ihrer 2002 erschienenen Platte 'Royal Flash'. Nach mehreren Aufforderungen seitens der Band ging es auch bei 'Whose Side' wieder ans Eingemachte. Tritte ins Gesicht und Aufschläge auf dem harten Boden waren die Regel. Aber auch lustig anzusehende Figuren wurden dargeboten.
Settle The Score´s Liebeslied 'Thinking Of You' durfte natürlich auch an diesem Abend nicht fehlen und damit wurden dann alle Dämme gebrochen. Die Besucher prügelten sich zur Stage vor, um ans Mikro zu kommen oder um hochzuklettern, nur um gleich wieder auf dem harten Boden der Tatsachen zu landen. Settle The Score erfreuten sich daran und gaben als krönenden Abschluss noch 'Settle The Score' und 'Blood And Sweat' zum Besten.
Um 20 Uhr 15 bedankte man sich recht herzlich beim Publikum um Platz zu machen für First Blood aus San Francisco. Website Settle The Score

First Blood – „Are you still waiting for your breakdown? - Here it is!“First Blood – „Are you still waiting for your breakdown? - Here it is!“

Um 20 Uhr 40 wurde es dann auch für den Letzten Zeit aus den Liegestühlen vor der Rockfabrik zu kriechen und wieder reinzugehen. Denn First Blood standen auf der Bühne und schickten sich an, ihren ersten Song auf die Masse - mittlerweile konnte man es tatsächlich Masse nennen, denn der Raum hatte sich weiter gefüllt - loszulassen. Schon bei den ersten Tönen war klar, worauf die Fans gewartet haben. First Blood, unter anderem ex-Terror-Mitglieder, lieferten Hardcore mit perversen Breakdowns und Moshparts ab, der die Menge zum Brodeln brachte. Schon bei 'Suffocate', dem Opener an diesem Abend, tobte der Mob vor der Bühne gehörig.
Frontmann Carl, ex-Bassist von Terror, schrie seine Texte voller Energie in Richtung Publikum, so dass diesem gar nichts andres übrig blieb als sich von dieser Energie anstecken zu lassen. Es folgte 'Unbroken' und vor der Bühne spielte sich das ab, was man von einer richtigen Hardcore-Show erwartet. Von Circle Pits bis zu Windmills war alles vertreten, was das Herz höher schlagen läßt. Kaum endete 'Unbroken', wurden die Leute angeheizt die Luft noch mehr zum Dampfen zu bringen, was dann auch bei 'Next Time I See You You´re Dead' geschah. Niemanden hielt es mehr fest und die Leute feierten die Kalifornier ohne Ende ab. Es folgten 'First Blood' und 'Conspiracy' und mitten im Song fragte Carl: „Are you still waitin´ for your breakdown? - Here it is!“ Jetzt spielte sich die Show nicht mehr auf der Bühne ab, sondern davor. Der Laden wurde förmlich auseinander genommen, Fans landeten einmal mehr vor der Bühne auf dem Boden, Füße trafen Gesichter und es gab mit Sicherheit die eine oder andere blutige Nase.
Abgeschlossen haben First Blood ihre Show mit 'Tides' und 'Victim' und um 21 Uhr 10 wurden sie mit tosendem Applaus in den Feierabend entlassen.
Alle Besucher nutzten nun die Gelegenheit, sich eine Erfrischung zu besorgen und sich vom gerade Erlebten kurz auszuruhen, um wieder fit zu sein, sobald der Headliner - Agnostic Front - diesem Abend die Krone aufsetzen sollte. Website First Blood

Agnostic Front – Hardcore-Urgestein

Agnostic Front – Hardcore-UrgesteinDer Laden füllte sich erneut und mittlerweile war vor der Bühne kein Platz mehr frei und die Luft zum Atmen wurde knapper, Schweiss tropfte von der Decke, Shirts wurden ausgezogen, Muskeln gezeigt und Bier getrunken. Und um 21 Uhr 20 war es dann soweit: Agnostic Front betraten die Bühne, der Mob jubelte und die vierköpfige Institution in Sachen Hardcore legte direkt mit 'Fall Of The Parasite' los. Während den ersten Tracks, zu denen 'Pride Faith Respect', 'Eliminator', 'New Jack' und 'Toxic Shock' gehörten, ging vor der Bühne schon einiges ab, trotzdem war es nicht ganz das, was man erwartet hatte. Der Sound war unerwartet schlecht, Roger´s Stimme ging aufgrund der Übersteuerung der Instrumente und des Knackens in den Boxen völlig unter. Sollte das die erste Enttäuschung an diesem Abend sein? Die Fans warteten ab und ließen sich überraschen. Doch spätestens bei Klassikern wie 'Crucified' und 'Friend Or Foe' war es vorbei mit der Enttäuschung. Es wurde zur Bühne gestürmt und ohne Rücksicht auf Verluste, mitgesungen, getanzt und alle waren auf einmal ganz zufrieden. Es folgten 'Victim In Pain' und 'Blind Justice' und niemand, außer vielleicht Roger selbst, schien das Soundproblem mehr zu stören. Gefeiert wurde als ob nichts wäre.
ließen sich nicht beirren und spielten ihr Set professionell weiter. Roger heizte der Menge ordentlich ein und Stigma diente für viele als die fotogenste Person des Abends, weil er sich so gut wie gar nicht bewegte. 'All Is Not Forgiven', 'Peace' und 'I Live' wurden auf die Menge losgelassen, und man mag es kaum glauben, der Raum füllte sich weiter. Das kann natürlich daran gelegen haben, dass sich durch den Ausfall von Crushing Caspars alles etwas verschoben hat und die Leute, die nur wegen Agnostic Front kamen, dementsprechend zu spät zur Show des Headliners auftauchten. Natürlich reihte man sich perfekt ein und tobte ordentlich mit. Nach 'Somethings Gotta Give' und 'Believe', ertönte dann auch aus Roger´s Mund: „From the east coast to the west coast!“ und die explodierende Menge antwortete mit: „Gotta gotta gotta go!“ und rastete völlig aus. Nun war es auch um den letzten Mann und um die letzte Frau im Laden geschehen. Niemand stand mehr ruhig auf einem Fleck. Erneute Prügeleinlagen vor der Bühne, neben der Bühne, vielleicht auch hinter Bühne, gab es nun zu sehen. Jeder wollte das Mikro für sich beanspruchen und viele durften das auch.
Nach diesem Highlight gab es keine Chance für eine Erholung, denn Agnostic Front legten direkt mit 'Riot Riot' gefolgt von 'Take Me Back' und 'Definition' nach. In der Rockfabrik tropfte der Schweiss von der Decke und immer mehr nackte und dauerhaft bemalte Oberkörper waren zu sehen. Jeder verausgabte sich, sei es die Band auf der Bühne oder die Leute davor und jeder hatte sichtlich Spaß.
Beendet wurde die Show mit 'Public Assistance' und mitten im Song warf Roger sein Mikro hin und stampfte von der Bühne. Der Rest der Band spielte den Song natürlich zu Ende, bedankte sich und verließ dann auch das Schlachtfeld.
Das ließen sich die Fans natürlich nicht gefallen, verlangten lauthals nach einer Zugabe und es dauerte nicht lange bis Stigma unter großem Applaus gefolgt vom Rest zurück auf die Bühne kam und es wurden noch zwei weitere Songs, nämlich 'Your Mistake' und 'Anthem' gespielt.
Um 22 Uhr 10 ertönte von CD gespielte Musik aus den Lautsprechern und somit war allen klar, dass für heute Schluss ist mit guter Live Musik. Nach fünfzig Minuten und 23 gespielten Songs konnte wirklich jeder zufrieden sein, dennoch gab es einige enttäuschte Gesichter, was wohl an besagtem schlechten Sound während der Show von Agnostic Front lag. Langsam trotteten alle zum Ausgang, nahmen sich noch ein Bier, eine Cola oder ähnliches mit, begutachteten den Merchandise Shop, gaben Geld aus, fuhren heim oder machten sich im Auto frisch für die anstehende Party in der Rockfabrik. Website Agnostic Front

Fazit: Einmal mehr gab es in der Rockfabrik ein wunderbares Konzert zu bestaunen. Alle Bands haben überzeugt und den Leuten die 17 Euro Eintrittsgeld mit Sicherheit wieder gut gemacht. Vier Bands, die musikalisch sehr gut zusammengepasst haben, allein der Ausfall von Crushing Caspars und der zuweilen etwas miserable Sound dürfte für ein wenig Enttäuschung bei den Besuchern gesorgt haben.

Mehr Info:
Website Agnostic Front
Gig-Review Agnostic Front / Diecast / Death Before Dishonor vom 02. März 2005
Interview mit Roger Miret von Agnostic Front am 02. März 2005
Website First Blood
Website Settle The Score
Website Cheap Thrills
Website Rockfabrik Übach-Palenberg
Autor: Alexander Greve