wastin!com wastin!com
CD REVIEWS LIVE REVIEWS INTERVIEWS
HÖRBÜCHER UND HÖRSPIELE
GALLERY TOURDATES Search IMPRESSUM
Wastin!com presents Alternate Eve
Pixies – 'Acoustic & Electric Live'
KoRn - KoRn III - 'Remember who you are'
Der Preis des Verbrechens' Volume 1
Skafield – 'Memories in Melodies''
Dick & Doof – 'In Oxford' Pinksnotred - 'Remedy' Donots – 'The Long Way Home' 'Inspector Barnaby - Volume 7'
Dick &  Doof – 'Dick & Doof sprechen Deutsch: Spuk um Mitternacht'
KISS – 'KISSOLOGY Vol. 3 1992-2000'
'THIS IS SPINAL TAP - 25th Anniversary Edition'
'Tyson – Der Mann. Der Mythos. Die Wahrheit.'
 84 Day Syndrome vs. Gluefactory - 'Antonio Villaraigosa Golden Expressway'
Rockwell – 'Hope & Anchor' Tony Ashton & Friends Live At Abbey Road - 'Endangered Species' Grace.Will.Fall- 'Second Album'
Jack Slaughter – Tochter des Lichts – 'Im Haus des Todes' (11)
Jack Slaughter – Tochter des Lichts - 'Werwolf im Schafspelz' (10)
Mark Brandis – 'Vorstoss zum Uranus II' (8)
Mark Brandis – 'Vorstoss zum Uranus I' (7)
Jack Slaughter Tochter des Lichts – 'Die Wurzel des Bösen' (9)
Dorian Hunter Dämonen-Killer – 'Im Labyrinth des Todes' (9)
'Die drei ??? und der seltsame Wecker' - LIVE
Jack Slaughter Tochter des Lichts – 'Das Heer der Finsternis' (8)
Jack Slaughter Tochter des Lichts – 'Dr. Jekyll & Mrs. Hyde' (7)
Geisterjäger John Sinclair – 'Ein schwarzer Tag in meinem Leben' (54)
Alternate Eve
Die RadioShow auf Antenne AC
zum Mag! Aber gerade gönnt sich 'Alternate Eve' eine verdiente Pause! Den nächsten Sendetermin erfahrt ihr demnächst an dieser Stelle!
As I Lay Dying, Darkest Hour, Himsa, Maroon – 17.September 2007 - Köln - Live Music Hall
Jeder, der etwas mit der Musik von Metal bis Hardcore anfangen kann, wird sich am 17. September 2007 nichts anderes vorgenommen haben, als in die Kölner Live Music Hall zu gehen. Hier sollten im Rahmen ihrer Europa Tour die Recken von As I Lay Dying spielen und neben ihrem neuen Album 'An Ocean Between Us' hatten sie unglaublich guten Support mit im Gepäck, was einen Besuch im Kölner Urgestein der Konzertgeschichte unabdingbar machte. Zum Support gehörten solch namhafte Bands wie Darkest Hour und Himsa, die auch beide ein neues Album in der Tasche haben, und Maroon, die einzige Band an diesem Abend, die aus Deutschland angereist war. Musikalisch versprach dies also ein unglaublich guter Abend zu werden, jetzt musste nur noch das Publikum mitspielen. Ob es das getan hat und wie der Abend im Einzelnen verlief, könnt ihr nun am besten selbst nachlesen.

As I Lay Dying, Darkest Hour, Himsa, Maroon – 17.September 2007, Köln - Live Music HallMaroon – Deutsches Brett

Pünktlich um 20 Uhr hatte sich die Live Music Hall schon fast brechend gefüllt und die Jungs von Maroon konnten mit ihrem Set beginnen. Von Anfang an lieferten die Herren aus Nordhausen eine schweißtreibende Show und die Mosheinlagen des Publikums ließen auch nicht lange auf sich warten. Mit ihrem von Beatdown gespickten Hardcore trafen Fronter Andre Moraweck, die Gitarristen Sebastian Grund und Sebastian Rieche, Drummer Nick Wachsmuth und Basser Tom-Eric Moraweck bei den Zuschauern anscheinend voll ins Schwarze. Einige nutzen schon die ersten Songs, um sich die Köpfe einzuschlagen oder einfach nur wild umher zu schubsen. „Jedem das seine“ mag man da denken, aber man muss auch zugestehen, dass das Ganze sehr friedlich ablief. Die Fans bekamen Songs wie 'The Worlds Havoc' und 'And If I Lose, Welcome Annihilation' auf die Ohren, was die meisten doch sehr freute. Gesprächsfetzen nach zu urteilen, schien das hier wohl eine der guten Maroon Shows zu sein und auch als unbeteiligter Zuschauer musste man der Band lassen, dass das, was sie da auf der großen Bühne der LMH abhielten, nicht von schlechten Eltern war. Shouter Andre nutzte die ganze Breite der Bühne, um möglichst aus jeder Ecke einmal ins Publikum geschrien zu haben. Überhaupt muss man sagen, dass Maroon an diesem Abend eine sehr bewegungsfreudige Band waren, die wusste, was man mit den Zuschauern anstellen muss, damit auch diese die Freude teilen. Es folgte noch ein ordentlicher Mix aus alten und neuen Songs, unter dem auch 'Wake Up In Hell' auszumachen war. Kurz vor Ende der Show zog sich Andre dann noch seine kaputte und doch sehr vollgeschwitze Hose aus, um sie ins Publikum zu schmeißen. Die Prügelei um dieses begehrte Sammlerstück blieb natürlich nicht aus. Ob es nun ansehnlich war, den Fronter in seiner engen schwarzen Shorts auf der Bühne umher hüpfen zu sehen, das sei mal dahin gestellt.
Abgerundet wurde der erste Gig des Abends mit der Aufforderung zu einem großen Circle Pit, was auch sofort in die Tat umgesetzt wurde. Das Publikum hatte also sichtlich Spaß an der Darbietung der Nordhausener und auch sie selbst schienen sich auf der Bühne sehr wohl zu fühlen. Um 20 Uhr 30 war dann aber auch schon Schluss und Maroon verließen unter Applaus die Stage, die bereit gemacht wurde für die nächste Band. Maroon: Website / MySpace

As I Lay Dying, Darkest Hour, Himsa, Maroon – 17.September 2007, Köln - Live Music HallHimsa – Thrash Metal der feinen Art

Nach schnellem Soundcheck und Umbau der Bühne standen um 20 Uhr 45 die Herren von Himsa aus Seattle auf der Bühne. Der musikalische Schlag sollte sich nun ein wenig mehr in die thrashige Metalecke bewegen und man konnte vor der Absperrung einige lechzende Gesichter ausmachen, die sich sichtlich auf das freuten, was die Band in der nächsten halben Stunde bieten sollte. Als die Kombo dann die Bretter betrat, ging ein Jubel durch die Masse, die sich, so schien es, fast verdoppelt hatte und ohne mit der Wimper zu zucken, legten Himsa mit 'Pestilence' und 'Sleezevil' vom letzten Release 'Hail Horror' los. Die Zuschauer waren sofort wieder in Bewegung, was zum einen an der wirklich gut gespielten Musik und zum anderen am ansteckenden Bewegungsdrang des Fronters Johnny Pettibone gelegen haben dürfte. Diesen interessierte nämlich der Graben, der die Bühne vom Publikum trennte absolut nicht, er sprang über diesen hinweg und führte seine Show inmitten der tobenden Menge fort. Eine publikumsbezogenere Band hat man in der Kölner Live Music Hall selten erlebt und eine solche Erfrischung ist immer willkommen. Mit Hilfe der Security Leute wurde ihm nach dem Song wieder auf die Bühne geholfen, ist der Mann doch nicht so groß, um es ganz allein zu schaffen, und dann ging es schon weiter mit 'Haunter' und 'Big Timber' vom aktuellen Longplayer 'Summon In Thunder'. Fronter Johnny, Bassist Derek Harn, die Gitarristen Sammi Curr und Kirby Johnson und auch Drummer Chad Davis legten eine beachtliche Show hin. Alle, bis auf - logischerweise - den Drummer, bewegten sich quer über die Bühne und heizten der sich durch die Gegend drängenden Menge ordentlich ein. Die Luft in der Halle wurde knapper, der Schweiß flog umher und 'A Girl In Glass' gab´s zu Hören. Man sah erneut freudige Gesichter aufgrund dieses etwas älteren Songs, welche aber schnell wieder unter der Masse der böse guckenden Jungs im Publikum verschwanden. Zum Abschluss gab es dann in Form von 'Unleash Carnage' und 'Summon In Thunder' zwei neue Songs und dann war um 21 Uhr 15 auch schon wieder Schluss. Himsa verließen die Stage, die Zuschauer waren zufrieden und belustigten sich über die funkige Musik, die während des Umbaus aus den Boxen dröhnte. Himsa: Website / MySpace

As I Lay Dying, Darkest Hour, Himsa, Maroon – 17.September 2007, Köln - Live Music HallDarkest Hour – Die Dampfwalze rollt weiter

Um 21 Uhr 30, die Umbaupausen waren an diesem Abend verdächtig kurz, verdunkelte sich das Licht wieder, nur um in einem grellen Stroboskop wieder zu explodieren, als Darkest Hour die Bühne betraten. Nach kurzer Begrüßung ging es auch schon mit 'Doomsayer' vom aktuellen Album 'Deliver Us' los. Es schien, als hätten sich einige die Kräfte nur für diese Band aufgespart, denn die Halle explodierte förmlich und schien aus allen Nähten zu platzen. Der Sauerstoff wurde wieder knapp, was die meisten der anwesenden Gäste aber nicht interessierte. Einigen wurde es jedoch anscheinend zu wild im vorderen Bereich, weshalb sie relativ schnell in Richtung Ausgang oder Theken verschwanden, um frische Luft und Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Die im Pit geblieben waren, wurden mit 'Sound The Surrender' und 'Stand And Receive Your Judgement' belohnt. Auch Darkest Hour zogen es vor, die komplette Bühne auszunutzen und tobten wild umher. Den Leuten vor der Stage war der Spaß auf die Stirn geschrieben und die meisten sangen eifrig mit, bis sie die nächste Faust oder den nächsten Fuß im Gesicht hatten, verstummten dann und rächten sich bitter an ihren Widersachern. Friedlich ging es dennoch ab, das versteht sich von selbst, die Show fand schließlich in Köln statt.
'Demon(s)' und 'This Will Outlive Us' waren die Folgesongs und immer wieder mussten die Securities wildgewordene Crowdsurfer aus der Menge ziehen, nur um darauf zu warten, dass diese innerhalb der nächsten zwei Minuten wieder nach vorne getragen werden. Es war ein Fest, mit anzusehen, was Darkest Hour und die Fans da gemeinsam abzogen und mit 'Convalescence' und 'Deliver Us' folgten die nächsten Nummern. Shouter John Henry, Bassist Paul Burnette, die Gitarristen Mike Schleibaum und Kris Norris und Drummer Ryan Parrish hatten ihre Fans komplett in der Hand und wussten, dass sie mit den beiden nächsten Songs noch einmal richtig punkten können, was wohl auch der Grund war, dass genau diese zum Schluss gespielt wurden. Es handelte sich bei diesen beiden Tracks um 'With A Thousand Words To Say But One', bei dem die Leute einmal mehr ausrasteten und 'The Sadist Nation', welcher einen recht ansehnlichen Circle Pit zur Folge hatte. Danach war dann auch für Darkest Hour Schluss und die Bühne wurde um 22 Uhr ein letztes Mal umgebaut. Darkest Hour: Website / MySpace

As I Lay Dying, Darkest Hour, Himsa, Maroon – 17.September 2007, Köln - Live Music HallAs I Lay Dying – Krönender Abschluss

Es wurde Zeit für den Hauptact des Abends und dieser sollte um 22 Uhr 25 die Bühne betreten. Zuvor wurden die Boxen, das Drumset und was alles sonst noch so herumstand, mit Kirchenlichtern versehen und schon konnte es mit As I Lay Dying weitergehen. Ein letztes Mal kamen die „einäugigen“ und durchaus dunkel geschminkten, aber auch die völlig normal aussehenden, Fans auf ihre Kosten und die Band legte auch gleich mit einem riesen Gewitter los. Die Konzerthalle war nun bis zum letzten Eckchen gefüllt, so dass der Platz zum freien Stehen nur noch sehr knapp bemessen war. Zumindest hielten sich die ausschweifenden Mosheinlagen in Grenzen und beschränkten sich nur auf den vorderen Bereich, so dass die Leute, die einfach nur die Show genießen wollten, auch Gelegenheit dazu hatten.
Nachdem As I Lay Dying ihren ersten Song beendeten hatten, kündigte Fronter Tim Lambesis an, dass es nun etwas in der Zeit zurück geht und nahm die drei Worte 'Frail Words Collapse' in den Mund. Die Leute schienen zu ahnen, dass nun 'Forever', einer der Hits aus dem vorletzten Album folgen würde. So war es auch und was dann mit dem Publikum geschah, ist schwer zu beschreiben. Eine sich hin und her bewegende Masse formte sich und alle schrien wie aus einer Kehle die Lyrics gekonnt mit, während sich die Band auf ihren Brettern mehr als verausgabte. Tim und seine Männer Nick Hipa und Phil Sgrosse an den Gitarren, Drummer Jordan Mancino und der neue Bassist Josh Gilbert, der die cleanen Vocals zusteuert, spielten sich gekonnt durch alte und neue Stücke ihrer Discographie und verschafften so auch den unwissenden Hörern einen Überblick über das, was As I Lay Dying in den letzten Jahren ausmachte. Dazu gehörten neue Songs wie 'Nothings Left' und 'The Sound Of Truth' und ältere Geschichten wie 'Distance Is Darkness' und 'The Darkest Nights', welche bei den Fans sehr gut ankamen und mit viel Getanze und enormen Applaus kommentiert wurden. Auch hier wurden sich zwei Kracher für den Schluss aufbewahrt, denn natürlich durfte '94 Hours' ebenso wenig fehlen, wie 'Confined', welche dann auch das Ende der Show besiegelten. Es ging noch einmal richtig zur Sache und nach einer knappen Stunde war dann um 23 Uhr 25 Schluss mit livegespielter Musik für diesen Abend. Das Equipment auf der Bühne wurde abgebaut und nach und nach verließen die vor Schweiß nur so triefenden Besucher die Live Music Hall mit zufriedenen Gesichtern.

Zu sagen bleibt, dass hier einmal wieder ein gelungener Abend in Köln stattgefunden hat. Für gewöhnlich wird das Kölner Publikum ja als sehr schwer zu beeindrucken bezeichnet, an diesem Abend war davon aber definitiv nichts zu spüren. Die Stimmung kochte vom Anfang der ersten Band bis zu den letzten Tönen des Headliners und jede Band erhielt den Support, den sie sich wohl gewünscht hatte. Hier stimmte einfach alles und die Bands hatten genau wie das Publikum sichtlich Spaß. So wünscht man sich einen angenehmen Konzertabend und man kann nur hoffen, noch mehr dieser Art zu erleben.

Mehr Info:
CD-Review: As I Lay Dying – 'An Ocean Between Us'
CD-Review: As I Lay Dying – 'A Long March – The First Recordings'
As I Lay Dying: Website / MySpace
Autor: Alexander Greve