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Alternate Eve
Die RadioShow auf Antenne AC
zum Mag! Aber gerade gönnt sich 'Alternate Eve' eine verdiente Pause! Den nächsten Sendetermin erfahrt ihr demnächst an dieser Stelle!
Audioslave - 14. Juni 2005 Köln / Palladium
Happy Hour im Kölner E-Werk. Zwar gab es für die üblichen Zweifuffzich nur einen einzigen Pappbecher mit Kaltgetränk, dafür aber mit dem Headliner Audioslave gleich drei Bands zum Preis von einer.

Zerstörungswut - And You Will Know Us By The Trail Of Dead

Aber zunächst ein paar Worte zur Vorband And You Will Know Us By The Trail Of Dead, die nicht nur durch ihren unglaublichen Bandnamen Verwirrung auslösen. Denn die mit zwei Schlagzeugern ausgestatteten US-Indie-Rocker machten mit ihren teils arg verschrobenen Kompositionen auch live einiges her, sicherlich jedoch nicht für jeden Geschmack. Leider habe ich nur noch die letzten drei Songs mitbekommen, die allerdings hatten es in sich, zumal das vorletzte Stück locker über zehn Minuten hingezogen wurde. Als sich dann Sänger und Schlagzeuger Conrad Keely gemeinsam mit seinem Beckenständer zu einem Bad in der Menge aufmachte und, wieder zurück, das Instrument wuchtig in die Bühnenecke zimmerte, wußte man, dass es auf das Ende des Trail Of Dead-Gigs zuging. Und so kam es wie es kommen musste, beim letzten Song waltete traditionell die Zerstörungswut der Band, der allerdings nur (so weit ich sehen konnte) ein komplettes Schlagzeug und eine Gitarre zum Opfer fiel. Vielleicht wird es den Jungs (oder ihrer Plattenfirma) auf Dauer doch etwas zu teuer.
Anschließend hieß es, eine lockere halbe Stunde auf den Haupt-Act des Abends zu warten. Zeit für einen Blick durch das sehr gut gefüllte E-Werk. Der typische, alte Heavy-Metaller ließ sich (natürlich an der Theke) genauso ausmachen, wie alte Grunge-Nasen, Schmier-Frisurenträger mit Edelshirts und junge, blonde, später kreischende, Teenies.

Website And You Will Know Us By The Trail Of Dead

Audioslave - 14. Juni 2005 Köln / Palladium Drei Bands in einer – Audioslave

Audioslave ließen sich Zeit, auch als auf der Bühne schon alles klar war, dauerte es noch locker zehn Minuten, bis das Licht ausging und die Herren hinter den Instrumenten erschienen und die ersten Klänge von 'Your Time Has Come' zu hören waren. Die ersten Songs entstammten komplett dem neuen Album 'Out Of Exile' und wurden mit artigem Applaus bedacht. Nachdem Sänger Chris Cornell sich seinem roten Trainingsjäckchen in Richtung der ersten Reihe entledigt hatte, folgte die erste Überraschung des Abends. Wohlvertraute Klänge erfüllten die Halle – Audioslave spielten als vierten Song tatsächlich den alten Soundgarden-Gassenhauer Spoonman. Dass Cornell´s alte Band an diesem Abend gewürdigt wurde, war nicht ungewöhnlich, aber so früh? Das Publikum jedenfalls kümmerte es wenig und es feierte mehr als bei den drei Songs zuvor. Die eher ruhigeren Stücke der Band fanden im Folgenden Beachtung und erst bei der unvermeidlichen Einbindung der Fans („Who are we?!“ - „Audioslave!“ - „I can´t hear you...“) wachten selbige wieder so richtig auf. Damit kein Missverständnis entsteht: Audioslave wurden bei jedem Song durchaus amtlich abgefeiert.
Auch zwei Meter über der Menge schien alles in bester Ordnung. Die Herren hatten sichtlich Spaß und auch wenn sie in den Vortagen die großen Festivalbühnen bereist haben (Hurricane/Southside) schienen sie den Zuspruch im eher kleinen E-Werk absolut zu schätzen. Ausnahme-Gitarrist Tom Morello tropfte bereits nach den ersten Songs wie ein Wasserhahn und auch Cornell strengte sich wie immer sichtlich an und konnte sich das ein oder andere Lächeln beim Applaus nicht verkneifen. Drummer Brad Wilk war so enthusiastisch bei der Sache, dass er sich zwei, dreimal verzockte, dafür aber akrobatische Stick-Fang-Spielchen zeigen konnte. Lediglich Tim Commerford blieb hinter seinem Bass eher introvertiert im Vergleich zu seinen Kollegen.
Zurück zum Set. Mit den Worten “This is the 3rd or 4th time we ever play this song live“ wurde '#1 Zero' angekündigt, gefolgt von 'Be Yourself'. Dann die zweite Überraschung des Abends – die Happy Hour ist voll, es ist Rage Against The Machine-Zeit. Morello schmettert das Intro von 'Bulls On Parade' ins Publikum, das höchst begeistert reagiert. Cornell wirkt als de la Rocha-Ersatz in meinen Ohren zwar wie der Sänger einer Coverband, dennoch brachte es der gesamten Halle sichtlich Spaß, den RATM-Klassiker noch einmal live zu erleben. Das unglaubliche Gitarrenspiel von Morello muss wohl keinem Leser dieses Reviews gegenüber erwähnt werden, dennoch: Das der Kappen-Mann es schafft, auf der Bühne immer so zu klingen wie auf Platte ist schon außergewöhnlich.
Audioslave - 14. Juni 2005 Köln / Palladium Nach 'Drown Me Slowly' fragt Cornell plötzlich ins Publikum, wer vor und wer nach 1990 geboren sei. Die älteren sind klar im Vorteil, worauf der 41jährige 'Loud Love' ankündigt, einen Song vom 1989 erschienenen Soundgarden-Album 'Louder Than Love', den Audioslave in ein kleines Groove-Monster verwandeln. Nachdem sich der Sänger dann noch in der ersten Reihe erkundigt, wie „Köln“ richtig ausgesprochen wird und ob das Fußball-Team dieser Stadt etwas drauf habe (Antwort des Fans: „Not by now – but it soon will be the best!“), hauen die vier noch 'Shadow Of The Sun' ins E-Werk, bevor sie sich vom Publikum feiern lassen und schnell die Bühne verlassen.
Eine Zugabe muss her, klar, und die lässt nicht lange auf sich warten. Der Bühnenhintergrund verwandelt sich in einen Sternenhimmel und ein mit Akustikgitarre bewaffneter Cornell betritt alleine die Bretter.
Was jetzt folgte, kann wohl nur ein alter Soundgarden-Fan nachvollziehen (ich möchte mich hiermit outen). Das dann teilweise vom Publikum gesungene 'Black Hole Sun' und 'Fell On Black Days' dürfte nicht nur mir, sondern noch einigen weiteren Zuhörern im E-Werk Gänsehautschauer beschert haben. Mit 'I Am The Highway' kehrt Cornell dann akustischerweise wieder auf Audioslave-Pfade zurück und auch die restlichen Bandmitglieder klemmen sich wieder hinter ihre Arbeitsgeräte und setzen mitten im Song ein. Auf alberne „Rein-und-wieder-rausgeh“-Spielchen lässt sich das Quartett erst gar nicht ein und setzt 'Show Me How To Live' und „den“ RATM-Song hinterher. 'Killing In The Name Of' wird extrem abgefeiert und dennoch folgte erst mit 'Cochise' der würdige Abschluss von runden einhundert Minuten, die kaum unterhaltsamer hätten sein können.

Weitere Fotos vom Audioslave-Konzert findet Ihr hier
Website Audioslave

Fotos: Alexander Kuffner
Autor: Alexander Kuffner