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zum Mag! Aber gerade gönnt sich 'Alternate Eve' eine verdiente Pause! Den nächsten Sendetermin erfahrt ihr demnächst an dieser Stelle!
Cameron, Circuit, The Harazz – 05. Dezember 2006, MTC Köln
Am 05. Dezember öffnete das Kölner MTC die Pforten zu seinem Kellergewölbe, um eine Show zu präsentieren, die unterschiedlicher nicht sein konnte. Drei Bands, drei verscheiden Stile und eine Menge Spaß. So sollte es zumindest sein. The Harazz aus Düren, welche mit Trash-Rock aufwarten sollten, Circuit aus Köln, die ihre eigene Definition von Rock darbieten wollten und Cameron, die ebenfalls Köln als ihre Heimat bezeichnen dürfen, wollten den Kölnern zeigen, was sie können. Um 20 Uhr war Einlass, aber es zeigte sich niemand vor den Türen des Clubs. Auch im Inneren hatten sich um 20 Uhr 30 erst knappe 20 Leute eingefunden. Was daraus geworden ist und wie die Bands beim spärlichen Publikum ankamen, soll im Folgenden erzählt werden.

Cameron, Circuit, The Harazz – 05. Dezember 2006, MTC KölnThe Harazz – Trash-Rock goes Porno

Um 20 Uhr 45 betraten The Harazz aus Düren die Bühne, um ihre Show zu beginnen. Die junge Band, die an diesem Abend erst ihren zweiten Gig spielte, erfreute sich großer Beliebtheit bei den angereisten Fans, die sich sofort vor der Stage tummelten. Ansonsten bestimmte weiterhin gähnende Leere das Kellergewölbe des MTC. Teilweise fiel es schwer, die Bühne zu betrachten, weil sich das grüne Hemd des Gitarristen Marc, gekoppelt mit der orangefarbene Krawatte, mit der weißen Sportshorts von Gitarrist Niko biss. Bassist Thomas trug einen Cowboyhut inklusive Spice Girls-Shirt und Sänger Fab stand im dunklen Raum mit großer Sonnenbrille, während sich Drummer Uwe bedeckt im Hintergrund hielt. Im Allgemeinen sah es sehr nach Porno aus, was sich da auf der Bühne abspielte. Ihre Show starteten die Fünf mit 'Yammy Funny' und direkt offenbarte sich, welcher Musikrichtung sie sich verschrieben hatten. Passend zum Outfit spielte man Trash-Rock und die Leute vor der Bühne, die zu 80 Prozent aus der Heimat der Band stammten, erfreuten sich an dem, was aus den Boxen tönte. Fronter Fab, der sich zu Anfang gerne im Hintergrund auf einem Barhocker aufhielt wies eine gewisse stimmliche Ähnlichkeit mit Billy Talent-Frontmann Benjamin Kowalewicz auf, kam aber nicht ganz an dessen Klasse heran. Es folgten 'Planet Boom' und 'Special Wings'. Wirkliche Stimmung wollte vor der Bühne aber nicht aufkommen. Viele lachten mit den Musikern über ihre Witze, während der Songs jedoch standen alle auf ihrem Fleckchen. Da half es auch nichts, dass Thomas von der Bühne stieg und sein Gitarrenspiel inmitten des Publikums absolvierte. Für 'Fun Tonight' hatte man sich Unterstützung in Form von Breaking News-Fronter Stephan mitgebracht, dessen Mikro anfangs jedoch nicht richtig funktionierte. Als er jedoch ein intaktes Mikro fand, konnte man vernehmen, dass sein Organ definitiv über Potential verfügt, was dem Song eine gewisse Würze verlieh. Mittlerweile hatte es auch Fab geschafft vom Hocker aufzustehen und sich zum Rand der Bühne zu bewegen, um seinem Job als Fronter gerecht zu werden und es folgten 'Bailly Song' und 'Hididdelldidoo'. Als die letzten Töne dieser beiden Tracks verstummt waren, betrat passend zum Datum der Nikolaus die Bühne und warf, nachdem er die Leute gefragt hatte, ob denn auch alle brav gewesen seien, mit Geschenken um sich. Einige reagierten mit Abneigung und verließen den Raum oder wandten sich der Bar zu. Alle anderen freuten sich über die kleinen Süßigkeiten, die sie vom Mann im roten Mantel erhielten. Zusammen mit der Band stimmte er dann noch eine angepunkte Version von 'White Christmas' an, bei der er sich mit Fab das Mikrofon teilte. Nach diesem kurzen Abstecher folgte mit 'Krismas' der beste Song von The Harazz an diesem Abend. Zum ersten Mal erhob sich Fab´s Stimme zu einem Kreischen und Schreien, was er tatsächlich gut rüberbrachte. Auch musikalisch war dieser Song weit vorne. Mit ordentlich Krach ging es im Refrain zu Gange, während die Strophen eher im Midtempo gehalten waren. Beendet wurde die Show mit 'Going Down', welcher wieder im üblich trashigen Stil gehalten war ,und daraufhin verließen The Harazz um 21 Uhr 30 die Bühne, um Platz zu machen für die zweite Band des Abends. Mehr Pics vom Gig in Köln Website The Harazz

Cameron, Circuit, The Harazz – 05. Dezember 2006, MTC KölnCircuit - Feuertaufe

Nach kurzer Umbaupause betraten die vier Jungs von Circuit aus Köln die Bühne. Mittlerweile hatte sich der Laden gefüllt und es trieb mehr Leute auf die Tanzfläche. Im Gegensatz zu The Harazz war dies der erste Gig der ebenfalls noch jungen Band und besser hätte dieser nicht sein können. Hier funktionierte alles von Anfang bis Ende. Nur ein paar kleine Pausen zwischen den Songs zum Stimmen der Gitarren, die man durch Erzählungen oder Witze zu überbrücken suchte, brachten leichte Einbrüche in der Stimmung mit sich, was aber definitiv zu verzeihen war. Losgelegt wurde mit 'Around Me' und es tönte Rock aus den Boxen, der leicht an den Stil der Deftones erinnerte. Mit viel Gefühl waren sie bei der Sache und die Stimme von Frontmann Steven ließ eine melancholische Atmosphäre in die Songs einfließen. Aber auch Bassist André, Gitarrist Martin und Drummer Patrick leisteten ganze Arbeit. Es folgten 'Reason' und 'Devil´s Case' und die Stimmung stieg weiter. Jeder Song wurde der Band mit gebührendem Applaus gedankt. Ohne große Pausen ging es weiter und man bedankte sich für das zahlreiche Erscheinen. Auch wenn die Musik gut gespielt wurde, ließen sich nicht viele darauf ein, sich zu dieser zu bewegen. Vor der Bühne war die Stimmung zwar ausgelassen und es wurde viel gelacht, jedoch wollte der richtige Funke nicht überspringen. Songs wie 'One After Midnight' oder 'Antagonistic' konnten daran nichts ändern. Nichtsdestotrotz stimmte seitens der Band alles, denn Spaß hatten sie auf der Bühne allemal und man merkte ihnen ihre Jungfräulichkeit nicht an. Der Grund dafür dürfte jedoch sein, dass sie alle keine Neulinge im Musikbusiness sind und schon zuvor in einigen Kapellen tätig waren. Nach den letzten Tönen von 'Losing Words' stimmte man mit 'Some People' den vorerst letzten Track des Abends an. Einflüsse von Bands wie Incubus oder eben auch den Deftones waren hier einmal mehr nicht abzustreitbar. Nachdem auch dieser Song ausklang bedankte man sich noch einmal und verließ die Bühne. Den Zuschauern war das aber nicht genug und lauthals wurde nach einer Zugabe verlangt. Circuit ließen sich das nicht zwei Mal sagen und kamen zurück auf die Bretter, um das letzte Stück 'Monkee Rock' anzustimmen. Eine gute Wahl, diesen Song als letztes zu spielen, denn der ging tatsächlich ab. Während des Refrains nahm das Ganze dann leicht die Form eines Rage Against The Machine-Songs an und man erwartete fast, dass Steven im nächsten Moment „Freedom“ ins Mikro brüllen würde. Diese Überraschung blieb jedoch aus. Anscheinend hatten plötzlich einige das richtige Lösemittel gefunden, um den Kleber unter den Schuhsohlen zu entfernen und fühlten sich dazu verleitet das Tanzbein zu schwingen. So ging der erste Gig für Circuit reibungslos über die Bühne und man konnte die Zuschauer durchweg überzeugen. Um 22 Uhr 30 verließ man dann die Bühne und es geschah das Unerwartete. Website Circuit

Cameron, Circuit, The Harazz – 05. Dezember 2006, MTC KölnCameron – Unverdienter, enttäuschender Abschluss

Um 22 Uhr 45 war es Zeit für Cameron auf die Stage zu kommen und ordentlich loszurocken. Was dann jedoch geschah, das verstehe ein anderer. Die Kombo bestehend aus Sänger und Gitarrist Sebastian, Bassist Mel und Drummer Bodo startete mit 'Drifting Away' ihre Show und nach und nach verließen die Zuschauer, wenn sie es nicht schon während der Umbaupause getan hatten, das MTC. So durften Cameron vor etwa 20 Leuten ihren Auftrtitt absolvieren. Anfangs hatten die Drei noch Spaß auf der Bühne und zockten ihr Set solide durch. Netter Rock mit leichten Emo-Elementen wurde hier zum Besten gegeben und wären mehr Leute im Raum gewesen, hätte dieser Sound auch mit Sicherheit einige zum Tanzen bewegt. Während 'Someday' und 'Days Go By' suchten wieder einige den Ausgang oder wandten sich der Bar zu. Langsam stand den Jungs die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben und auch lässige Ansagen wie: „Wir spielen noch einen Song.....von Wolfgang Petry wurden nur mit einem müden Lächeln seitens des Publikums gewürdigt. Den absoluten Tiefpunkt erreichte der Gig jedoch bei den Akustikstücken 'Shades Of Grey' und 'My State'. Bei ersterem verließ Mel die Bühne und Bodo, der nun auch die Gitarre bediente, und Sebastian gaben einen melancholischen und ruhigen Song zum Besten. Danach ging auch Bodo in Richtung Bar und Sebastian hatte die Bretter für sich alleine um ein weiteres ruhiges Stück anzustimmen. Mittlerweile war es jedoch so weit, dass viele auch mit dem Rücken zur Bühne standen und die Gespräche jegliche Musik übertönten. Völlig unverständlich, weil das, was dort geboten wurde, wirklich Klasse besaß. Songs, die mit viel Gefühl rübergebracht wurden und die, doch sehr ausgereifte, Stimme des Frontmanns sollten eigentlich einige Herzen höher schlagen lassen. Nicht so an diesem Abend. Danach bat er dann die anderen Bandmitglieder auf die Bühne und mit 'My State''This Is The Day' wurden mal mehr und mal weniger harte Töne angeschlagen, welche bei größerem Publikum gut angekommen wären. Es war enttäuschend mit anzusehen, wie eine Band mit solch einem Potential durch so eine Missachtung gestraft wurde. Da es nicht viel brachte, mit dem Publikum zu interagieren, gab es auch so gut wie keine besonderen Ansagen seitens der drei Jungs. Vielmehr zockte man das Set durch und mit 'Get Down' wurde der Abend dann beendet. Ironischerweise bedankte sich Sebastian nach diesem Song beim Publikum und beteuerte, viel Spaß gehabt zu haben. Es war bemerkenswert, wie hier vorgegangen wurde. Andere Bands hätten das Konzert in dieser Situation mit Sicherheit vorzeitig abgebrochen. Cameron hingegen spielten ihre Songs wie geplant durch und sind dadurch bei jenen, die sich für das Konzert interessierten, in der Achtung gestiegen. Eine Band, in der viel Potential steckt und man kann ihnen nur wünschen, nicht wieder vor so einem Publikum spielen zu müssen, denn was dort ablief war auf keinste Weise fair. Website Cameron

Was übrig bleibt, ist ein schaler Nachgeschmack, denn trotz gut gespielter Musik von Trashrock über Emo bis hin zu Alternative Rock, konnte keine richtige Stimmung aufkommen. Was genau zum Stimmungstief führte, wird wohl auf ewig ungeklärt bleiben. Die Bands jedoch müssen sich diesen Schuh nicht anziehen, denn sie waren alle auf ihre eigene Art und Weise überzeugend. Auch wenn The Harazz musikalisch nicht ins Schema passten, hatten sie doch viele der Besucher auf ihrer Seite. Ob diese nun ausschließlich mitgereiste Fans waren oder nicht, das sei einmal dahingestellt. Spaß hatten sie allemal. Nur würde man sich für´s nächste Mal wünschen, dass solche Leute auch den anderen Bands Respekt zollen und ganzen Abend genießen, damit so ein Tief nicht nochmal zustande kommt, denn sowas haben Bands, die versuchen, das Publikum zu unterhalten, einfach nicht verdient.
Autor: Alexander Greve