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Death Before Disco, Longing For Tomorrow, Drac Shigan, Straight Forward - 24. Februar 2007, Düren - Komm
Am 24. Feburar 2007 gaben sich Death Before Disco aus Belgien die Ehre einen Gig im Dürener Komm zu spielen. Die Band um Frontmann Ioan Kaes hatte im letzten Jahr mit ihrem neuen Release 'Barricades' auf sich aufmerksam gemacht und hatte nun vor, die neuen Stücke dem Publikum live und direkt zu präsentieren. Zur Unterstützung hatten sie drei weitere starke Bands im Gepäck, zu denen unter anderem Longing For Tomorrow aus Aachen gehörten, die auch mit ihrem noch sehr frischen Lonplayer 'Beauty For The Blinded Eyes' aufwarten konnten. Ausserdem waren noch Drac Shigan aus dem Kreis Aachen/Düren und die Locals Straight Forward mit von der Partie. Mit diesen Bands waren also die besten Voraussetzungen für einen Abend mit feinster musikalischer Unterhaltung gegeben. Wie sich alles im Einzelnen abspielte, könnt ihr im folgenden nachlesen.

Death Before Disco, Longing For Tomorrow,Drac Shigan, Straight Forward – 24.02.07 – DürenStraight Forward - Dürener Locals machen den Anfang

Die schwere Aufgabe des ersten Acts hatten an diesem Abend die Dürener Straight Forward. Die Band um Fronter Julian betrat um 20 Uhr 30 die Bühne und sofort war auf der Tanzfläche der Bär los. Nach kurzer Begrüßung und einem Intro legten Julian, die Gitarristen Peter und Pierre, Drummer Markus und Bassist Robert, der aufgrund einer Verletzung auf einem Barhocker Platz nehmen musste, auch sofort mit 'Lost Myself' los. Schon bei den ersten Tönen kam Bewegung in das Volk vor der Bühne und alle hatten von Anfang an sichtlich Spaß. Weiter ging es mit 'Silence' und einem völlig neuen Song namens 'Temptation'. Auch wenn hier noch nicht alle die Lyrics beherrschten, ging es doch ordentlich vor den Brettern ab, während Shouter Julian zwischen emotionalem Gesang und fiesem Gekreische wechselte. Die Band tat ihr Übriges dazu, um den ein oder anderen Pit entstehen zu lassen, an denen sich nicht wenige beteiligten. Zwischendurch wurde sich für das zahlreiche Erscheinen bedankt, bevor es mit großen Schritten weiterging. Es folgten noch 'Rest Of All' und 'Coldness', bei denen es auf der Tanzfläche noch einmal richtig zur Sache ging. Aber auch auf der Bühne war nicht wenig los. Hier wurde auf die Felle geschlagen, in die Saiten gehauen und ins Mikro gebrüllt, was das Zeug hielt. Danach sollte dann für´s Erste Schluss sein, aber die Meute verlangte nach einer Zugabe. Diese sollte sie in Form 'A World In Arms' bekommen, welche nun endlich alle zum Ausrasten brachte, da hier der Härtegrad noch einmal hochgeschraubt wurde. Um 21 Uhr 05 verließen Straight Forward erschöpft, aber sichtlich zufrieden, die Bühne um Platz zu machen für den nächsten Act.
Straight Forward: Website / MySpace

Death Before Disco, Longing For Tomorrow,Drac Shigan, Straight Forward – 24.02.07 – DürenDrac Shigan – Atmosphäre pur

Für etwas mehr Atmosphäre sorgten Drac Shigan, die aus dem Kreis Aachen/Düren kommen. Leider hatten sich schon einige der Zuschauer nach der ersten Band auf den Heimweg gemacht, so dass es vor der Bühne nicht mehr annähernd so voll war, wie noch eine halbe Stunde zuvor. Dafür waren diejenigen, die noch übrig geblieben sind, umso gespannter, was sich in den nächsten 35 Minuten auf den Brettern abspielen sollte. Nach einem etwas umständlichen und längeren Soundcheck konnten Sascha, der für die Gitarre und die Vocals zuständig ist, Daniel, der ebenfalls am Mikro tätig ist und zudem noch die Drums bedient, der zweite Gitarrist, der ebenfalls auf den Namen Daniel hört und für einige Screamparts Pate steht, und Bassist und Growler Micha endlich mit 'Escape' und 'The Worst Is Yet To Come' loslegen. Sofort hatten sie die Zuschauer mit ihren sphärischen Klängen komplett in der Hand und entführten diese in eine Welt voller Emotionen, fernab jeglichen Alltags. Die ersten Stücke wurden mit einem kräftigen Applaus belohnt und nach weiteren kleinen Problemen mit dem Sound konnte es dann auch direkt mit 'Penumbral Solar Eclipse' weiter gehen. Drac Shigan boten Songs epischen Ausmaßes und zauberten eine ganz spezielle Atmosphäre ins Komm. Man hörte um sich herum wenige Gespräche, denn alle lauschten gespannt darauf, welche Wendungen die Songs wohl als nächstes nehmen würden. Ganz nebenbei warben die Jungs noch für ihre CD, die an diesem Tag ihr Releasedate feierte und man verkündete mit ganzem Stolz, das man ganze acht Stück (!) mitgbracht habe, die nach der Show zu erwerben waren. Danach konnte es dann mit '21st Century Tragedy' und 'Tomorrow When I´m Dead I´ll Tell You' weitergehen. So komplex, wie die Songtitel erscheinen, so stellte sich auch die Musik des Vierers dar. Allein die Tatsache, dass man es hier mit vier am Mikro agierenden Personen zu tun hatte, machte dieses Konzerterlebnis zu etwas besonderem. Die Musik, die dabei gespielt wurde, tat ihr Übriges dazu.
Abschließend gab es noch 'Oh Perfect....I Guess You Stopped My Heartbeat' und 'Memoirs From Sinai' auf die Ohren. Die Leute vor der Bühne waren begeistert, nicht nur von der Musik, sondern auch von der Präsenz der Band, die mit sehr viel Emotion und Körpersprache zur Sache ging.
Um 22 Uhr 10 verstummten auch die letzten Töne von Drac Shigan und es wurde nach einer Zugabe gerufen. Mit den Worten: „Wir haben nichts mehr!“ sorgte man noch für einen Lacher und dann wurde die Bühne umgebaut für die nächste Band. Nachdem das Equipment zusammengepackt war, suchte man sympathischerweise auch sofort den Kontakt zu den Fans, welche allesamt zufrieden waren mit der Show der Jungs.
Drac Shigan: Website / MySpace

Death Before Disco, Longing For Tomorrow,Drac Shigan, Straight Forward – 24.02.07 – DürenLonging For Tomorrow – Schreien geht auch ohne Mikro

Um 22 Uhr 30 war es dann Zeit für Longing For Tomorrow aus Aachen ihre Live-Qualitäten unter Beweis zu stellen. Diesmal hatte es auch das Publikum geschafft halbwegs vollzählig zu bleiben und nachdem das Intro verstummte, legten die vier Jungs direkt mit 'Stillstand' und 'Beauty For The Blinded Eyes' vom momentanen Album los. Schön anzuhören war hier sofort der zweistimmige Gesang von den Gitarristen Thomas, der für die Shoutings verantwortlich ist, und David, der die cleanen Parts beisteuert. Schon während der ersten beiden Songs ging auf der Bühne einiges ab. Thomas verausgabte sich an seiner Gitarre und vergaß darüber oftmals ins Mikro zu brüllen. Aber eigentlich brauchte er das auch nicht, denn seine Stimme war auch so schon präsent genug. Nach kurzem Applaus des Publikums, welches immer wieder in wildes Gerangel ausbrach, ging es mit 'Elaine' und 'Die schönsten Lieder', welche ebenfalls auf dem aktuellen Longplayer 'Beauty For the Blinded Eyes' zu finden sind, weiter. Die Show auf der Bühne wurde immer wilder. David hielt es mit seiner Gitarre selten auf einem Fleck und auch Bassist Marcel und Thomas verausgabten sich weiterhin. Nach jedem Song gab es gebührenden Applaus seitens des Publikums, für den sich die Aachener herzlichst bedankten. So zockten sich die Jungs weiter durch ihr Set und gaben noch 'Crisis' zum Besten, bevor Drummer Damian dann 'Episodes, ein Song vom Vorgängeralbum, anstimmte, der noch einmal alles aus dem Publikum rausholte.
Abgeschlossen wurde die Show von Longing For Tomorrow mit 'The Melody Escapes Me' und 'The Curtain Falls'. Während des ganzen Gigs überzeugten die jungen Herren mit ihren catchigen Stellen und den brachialen Ausbrüchen. Auch ihre Bühnenshow ließ keine Wünsche offen, denn hier wurde sich verausgabt, so dass der Schweiß durch die Gegend flog. Um 23 Uhr 15 verließen Longing For Tomorrow dann unter dem Geräusch von klatschenden Händen die Stage und bedankten sich nochmals für das zahlreiche Erscheinen, bevor die Bretter bereit gemacht wurden für den Headliner des Abends.
Longing For Tomorrow: Website / MySpace

Death Before Disco, Longing For Tomorrow,Drac Shigan, Straight Forward – 24.02.07 – DürenDeath Before Disco – Kleiner Frontmann, große Show

Es wurde nun Zeit für den Headliner des Abends – Death Before Disco. Um 23 Uhr 45 war es soweit und Sänger Ioan, die Gitarristen Birger und Fred, sowie Bassist Dries betraten die Bühne. Drummer Ace konnte an diesem Abend, aufgrund von Krankheit, nicht mit von der Partie sein, wurde dafür aber von einem Freund der Band unterstützt, der die Songs binnen kürzester Zeit gelernt hatte und seinen Job sehr gut machte. Leider hatte sich schon wieder etwa die Hälfte des Publikums verabschiedet und so hatten Death Before Disco einmal mehr das Los gezogen, wie schon so oft auf ihrer momentanen Tour in Köln und Umgebung, vor einem halb leeren Saal zu spielen. Ohne sich davon beirren zu lassen, legten sie direkt mit 'Etireno', dem Opener ihres aktuellen Albums 'Barricades', los. Die Bühnenpräsenz von Death Before Disco ist jedes Mal, wenn man sie live sieht, unbeschreiblich. Ein Fronter, der gerade mal so groß ist, dass er ohne Hilfe auf die Bühne kommt, aber ein Organ hat, welches den ein oder anderen Hünen mit Sicherheit erblassen lässt, sollte als Überzeugung schon ausreichen. Schnell ging es weiter mit 'Barricades Of Rumble' und 'Blink, Brake' vom Vorgängeralbum 'Party Bullet'. Den Leuten, die noch da waren, gefiel, was die Band da auf der Bühne veranstaltete und einige ließen sich zum Tanzen verleiten. Fronter Ioan kam gerne auch mal ins Publikum um von dort aus seine Lyrics zu präsentieren und hatte alleine durch seine Sprüche zwischen den Songs die Sympathien auf seiner Seite. Es folgten mit 'Pyramids On Mars' und 'Kill The Dancer' noch zwei aktuelle Tracks, die beim Publikum ebenfalls auf guten Anklang stießen. Immer wieder brachen einige aus der Starre aus und fingen an, das Tanzbein zu schwingen. Spätestens aber bei 'Dear Escalated', dem eigentlichen Hit des 'Party Bullet' Albums, hielt es nur noch die wenigsten auf ihrem Fleck. Die Power, die der Song beinhaltet, sprang sofort auf die Leute über und so wurde quer durch das Komm getanzt. Man blieb bei den alten Stücken und gab noch 'The Nation´s Divided' zum Besten, bevor man sich mit 'Modern Times' wieder dem neuen Album widmete.
Als vorerst letzter Song diente passenderweise 'Goodbye', der etwas ruhigere Töne anschlug. Danach stieg die Band runter zum Publikum und forderte die leere Bühne zu einer Zugabe auf. Als diese nicht wirklich reagierte, gab man sich geschlagen, stieg wieder hoch und spielte als letzten Track des Abends 'Kiss, Kill, Lolita'
Danach war dann wirklich Schluss mit selbst gespielter Musik für diesen Abend. Die restlichen Zuschauer verließen den Raum mit zufriedenen Gesichtern, denn Death Before Disco konnten auf ganzer Linie überzeugen. Schade ist nur, dass sie immer das Pech haben, vor so kleinem Publikum spielen zu müssen. Man möchte sich gerne einmal die Party vorstellen, die entstehen würde, wenn der Raum gerammelt voll wäre. So bleibt einem aber wenigstens die Erinnerung an einen schönen und persönlichen Abend.
Death Before Disco: Website / MySpace

Fazit: Man muss sagen, dass das S-U-M-O Team an diesem Abend wieder volle Arbeit geleistet hat. Vom Line-Up, bis hin zur Technik war einmal mehr alles Bestens durchdacht und über die Bühne gebracht worden. Einzig und allein das Licht könnte dem einen oder anderen sauer aufgestoßen sein, da es doch zeitweise sehr grell war. Das soll der Stimmung im Allgemeinen aber keinen Abbruch getan haben, denn die war durchweg gut. Auch die Bands haben allesamt überzeugt und wussten dem Publikum einzuheizen. Es ist nur immer ein wenig schade, wenn sich viele der Zuschauer früher verabschieden, ohne den folgenden Bands auch nur die geringste Chance zu geben. Wer sich aber daran nicht gestört hat, ist an diesem Abend voll auf seine Kosten gekommen.

S-U-M-O: Website / MySpace
Autor: Alexander Greve