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zum Mag! Aber gerade gönnt sich 'Alternate Eve' eine verdiente Pause! Den nächsten Sendetermin erfahrt ihr demnächst an dieser Stelle!
Die Lauscherlounge präsentiert: Ein 'Live-Hörspiel zum Mitmachen', Freitag - 27. März 2009 - Berlin – Alte Kantine in der Kulturbrauerei
Sogenannten „Kassettenkindern“, also Erwachsenen im Alter zwischen ca. 20 und 35 Jahren, die sich für Hörspiele interessieren und damit oftmals eine Zeitreise zurück in die Kindheit unternehmen, ist die Lauscherlounge schon längst ein Begriff. Die im Jahre 2003 von Oliver Rohrbeck, bekannt als Justus Jonas der Kult-Hörspielserie 'Die drei Fragezeichen', gegründete Firma hat sich mittlerweile durch ihre Live-Veranstaltungen und auch als Verlag mit anspruchsvollen Hörspielen und Hörbüchern einen Namen in der Szene machen können. Bundesweit werden Live-Hörerlebnisse veranstaltet und darunter eben auch welche jeden letzten Freitag im Monat in der Alten Kantine der Kulturbrauerei in Berlin. Neben bekannten Synchronsprechern und Schauspielern zählen auch professionelle Musiker und Geräuschemacher zum künstlerischen Team, das dem Publikum bei diesen Gelegenheiten einen wahren Ohrenschmaus kredenzt. Egal, ob klassische Lesung oder aufwändiges Hörspiel, das zentrale Motto lautet immer: „Alles ist live.“
Und am Freitag, 27. März 2009, war es endlich soweit! Nach zahlreichen erfolgreichen Veranstaltungen der Lauscherlounge, den regelmäßig bundesweit veranstalteten 'Drei Fragezeichen'-Record Releae Parties und Live-Touren und nach noch zahlloseren Anfragen seitens der restlos begeisterten Zuschauer, wann man denn endlich auch selbst einmal bei einem solchen Live-Hörspiel mitmachen dürfe, wurde von Oliver Rohrbeck an diesem Abend höchstpersönlich live gezeigt, wie ein Hörspiel entsteht und zwar mit Laiensprechern. Und das auch noch zum ersten Mal. Nicht verwunderlich also, dass sich zahllose Hörspielfans für dieses Vorhaben interessierten und der Einladung in die Alte Kantine folgten. Die nächsten zwei Stunden zeigten dann, dass diese Vorfreude nicht unbegründet gewesen sein sollte.



Die Lauscherlounge präsentiert: Ein 'Krimi-Hörspiel zum Mitmachen', Freitag, 27. März 2009, Berlin – Alte Kantine in der KulturbrauereiSchönen guten Abend Berlin!

Dass Oliver Rohrbeck auf den direkten Kontakt mit den Hörern bei Live-Auftritten nicht mehr verzichten will, war schon gleich zu Beginn nicht zu übersehen. Als die Besucher an diesem regnerischen Abend die lauschige Alte Kantine betraten, stand der Meister schon geschäftig hinter seinem Pult und ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Auf der kleinen Bühne um die in einem Halbkreis die Stühle für die Zuschauer aufgereiht waren, standen bereits vier Mikrophone neben Rohrbecks Pult. Dahinter war ein Tisch aufgebaut, auf und neben dem die unterschiedlichsten Gegenstände aufgetürmt waren. So etwa Tassen, alte Schuhe, verschiedenartige Bodenplatten und ein Telefon. Keine Frage, dieser Platz war für den Geräuschemacher reserviert und dieser sollte, wie die gesamten Sprechrollen an diesem Abend das Publikum übernehmen.
Um kurz nach 20 Uhr begann Rohrbeck mit seiner Begrüßung der ca. 140 Gäste in der Kantine. Er erklärte, dass man gerne dem Ruf der Fans gefolgt sei und ein interaktives Hörspiel auf die Beine gestellt habe an dem sich auch gleich exemplarisch veranschaulichen lasse, wie ein Hörspiel generell entstehen kann. Weiter merkte er an, dass der nun folgende Krimi, 'Der Spuk von Welbeck Abbey', eigens von Kathrin Wiegand (u.a.'Die Ferienbande') für dieses Event verfasst worden war und alle sechs Parts – wie bereits erwähnt - mit Freiwilligen aus dem Publikum besetzt werden sollten, ebenso wie der Geräuschemacher. Bei dieser Gelegenheit verriet Rohrbeck auch gleich, dass er selbst diese Arbeit sehr schätzt und es spannend findet, wie die Geräusche im Einzelnen entstehen, beispielsweise Knochenbrechen, das mittels einer zerbrechenden Selleriestange erzeugt wird.
Nach diesem kurzen Exkurs in die wunderbare Welt der Geräusche und Sounds wurden auch die beiden Herren am Mischpult vorgestellt, die sich an diesem Abend für die Technik verantwortlich zeigten: Dirk Wilhelm, Komponist und Musiker, und Jochen Simmendinger, Tontechniker.
Der Sinn war es, die Takes nun live aufzunehmen und dem Publikum hinterher abgemixt vorzuspielen, so sollte der Weg einer Hörspielproduktion aufgezeigt werden.


Die Lauscherlounge präsentiert: Ein 'Krimi-Hörspiel zum Mitmachen', Freitag, 27. März 2009, Berlin – Alte Kantine in der KulturbrauereiLasset die (Hör-)Spiele beginnen!

Und dann gings auch schon los. Rohrbeck forderte diejenigen auf, sich zu melden, die doch gerne bei dem Hörspiel mitmachen würden, die Resonanz war zwar anfänglich etwas verhalten, dann aber doch erwartungsgemäß hoch. Es wurden drei Frauen, drei Männer und ein Freiwilliger für die Geräuschkulisse ausgewählt. Natürlich konnten nicht alle, die so gerne wollten, teilnehmen, aber nach einer kurzen Begrüßung mit den „Sprechern“, nahm Rohrbeck mit dem ganzen Publikum noch eine Touristengeräuschkulisse auf, somit ging also niemand an diesem Abend leer aus. Dabei sollten alle Anwesenden einfach mal erstaunte Geräusche von sich geben, Rohrbeck hielt das Mikro einfach in den Zuschauerbereich und nahm so die Laute auf. Das Aufgenommene wurde sogleich noch mal vorgespielt. Danach wurde sich in eine 10-minütige Pause verabschiedet, damit die Sprecher sich in ihre Skripte einarbeiten konnten. Diese Pause wurde von den Anwesenden hauptsächlich genutzt, sich an der Bar mit kühlen Getränken zu versorgen.
Um zwanzig vor Neun ging es dann auf der Bühne weiter. Alle Beteiligten stellten sich der Reihe nach vor: Melanie übernahm den Part der Reisebegleitung und Barbedienung, Asmodi übernahm die Rolle des Lords, Doris seine Gemahlin, die Lady, Christian lieh dem Butler seine Stimme, Janina und Tanju bildeten das Reporterteam Diane und Collin, das sich auf den Weg nach Welbeck Abbey aufmachen sollte, und Micha übernahm den Part des „Krachmachers“. Anhand der Vorstellungen demonstrierte Rohrbeck schon einmal, wie man richtig in ein Mikrophon sprechen sollte. Denn man darf auf gar keinen Fall zu weit davon weg sein, da sich die Sprache ansonsten verliere, so der Hörspielleiter. Man solle lieber richtig nah ans Mikro, sozusagen fast damit „knutschen“, damit´s ordentlich klingt.
Als sich jeder vorgestellt hatte, wurde mit den Aufnahmen begonnen. Jeder Sprecher, der etwas zu sagen hatte, betrat dann einzeln – oder eben zu zweit - die Bühne. Auf ein Zeichen von Rohrbeck hin wurde dann der jeweilige Part aufgenommen. Versprecher konnten natürlich passieren und wurden auch nicht rausgeschnitten. Bei einem professionellen Hörspiel wäre das natürlich anders, aber für diesen Abend sollte es auch so reichen. Und bis auf ein paar kleine Versprecher gab es auch die ganze Zeit über nichts Großartiges zu beanstanden. Und selbst Herr Rohrbeck leistete sich einen kleinen Hänger. ;) Alle Sprecher machten eine gute Figur, besonders Asmodi als gutmütiger Lord und Christian als Butler James hatte die Lacher auf ihrer Seite. Aber auch Doris als hysterische Lady mit obligatorischem Hund auf dem Arm konnte überzeugen und punkten. Der dramturgische Twist am Ende der Geschichte, der zugegebener Maßen nicht völlig unvorhersehbar war, verlieh ihr dennoch das gewisse Etwas und sorgte für begeistertes Lachen unter den anwesenden großen wie kleinen Hörspielfans.


Die Lauscherlounge präsentiert: Ein 'Krimi-Hörspiel zum Mitmachen', Freitag, 27. März 2009, Berlin – Alte Kantine in der KulturbrauereiHört! Hört! - Die Präsentation

Und wieder wurde sich in eine kurze Pause verabschiedet. Denn jetzt sollten die Takes mit Effekten und Musik zusammengebaut werden. Dafür zog sich Oliver Rohrbeck mit Kopfhörern an sein Pult zurück. Und nach ca. zehn Minuten war das Werk auch schon vollendet. Rohrbeck aka Justus Jonas wandte sich erneut ans Publikum und um 21 Uhr 30 kam es dann zur finalen Premiere von 'Der Spuk von Welbeck Abbey'! Mit Musik und Soundeffekten, die leider manchmal etwas zu übersteuert aus den Boxen dröhnten, wurde der finale Mix der gespannten Meute Hörspielbegeisterter vorgeführt. Und es war für die Besucher toll zu sehen und zu hören wie die vorher „roh“ eingesprochenen Takes und aufgenommenen Geräusche nun durch die Musik und die zusätzlichen Sounds, wie Hundegebell und Autofahrgeräusche, zum Leben erweckt wurden.
Nach knapp 40 Minuten war die ganze Show dann leider aber schon vorbei. Und unter tosendem Applaus bat Rohrbeck noch einmal alle Protagonisten auf die Bühne und bedankte sich bei ihnen für die gute Zusammenarbeit.


Fazit: Es war ein rundum gelungener Abend, der den Zuschauern dort in der Alten Kantine zuteil wurde, und wirklich jeder ist auf seine Kosten gekommen. Zum einen die Sprecher, die einmal hautnah eine Produktion miterleben durften und sogar ihr Eintrittsgeld zurückerstattet bekamen, denn „die Schauspieler bezahlen hier immer nicht“, so Rohrbeck abschließend, ein feine Geste! Zum anderen die übrigen Zuschauer, die ebenso alles miterleben konnten und am Ende auch noch ein fertiges Hörspiel auf die Ohren bekamen und sicherlich auch Oliver Rohrbeck und sein Team von der Lauscherlounge selbst, die sich über soviel Interesse und Zuspruch der Fans freuen konnten. Und somit bleibt abschließend nur zu sagen: Bitte mehr davon!

All jenen, die an diesem Abend nicht dabei sein konnten, aber auch denen, die es waren und das Hörspiel 'Der Spuk von Welbeck Abbey' noch einmal genießen wollen, sei gesagt, dass das Team der Lauscherlounge plant, dieses auf ihrer Website in Kürze online zu stellen.

Das nächste interaktive Mitmach-Hörspiel wird es von der Lauscherlounge voraussichtlich im Winter geben. Bis dahin ist ja noch was Zeit, aber das nächste Event in der Alten Kantine steht aber schon fest: Am Freitag, 24. April 2009 wird Stefan Kaminski, der Stimmenmorpher, den Polit-Thriller 'Der Tag des Opritschniks' des russischen Skandalautoren Vladimir Sorokin als dreidimensionale Lesung mit Musik und Geräuschen präsentieren. Wer sich dann gerade in Berlin aufhält, sollte sich das auf keinen Fall entgehen lassen!



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Lauscherlounge
Das Hörspielstudio XBerg GmbH
Autor: Vera Bunk