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zum Mag! Aber gerade gönnt sich 'Alternate Eve' eine verdiente Pause! Den nächsten Sendetermin erfahrt ihr demnächst an dieser Stelle!
Ignite, The Ice, Zero Mentality – 29. Juli 2006, Rockfabrik - Übach-Palenberg
Dass Ignite nicht nur eine weitere Pseudo-Hardcore-Punk-Band sind, deren Musik einem schon bald aus den Ohren wieder rauskommt, stellen die fünf Jungs aus Orange County nicht erst seit ihrem letzten Studio-Kracher 'Our Darkest Days' unter Beweis. Seit über 14 Jahren versorgen uns die Kalifornier schon mit musikalischen Drogen vom Allerfeinsten.
Ein Problem für einige Bands scheint es, bei ach so brillianten Studioalben, zu sein, die ganze Geschichte gekonnt auf die Bühnen der Welt zu bringen. Nicht so bei Ignite, was man in der Rockfabrik in Übach-Palenberg am Samstag, 29. Juli 2006, eigenen Leib erleben durfte.


Ignite, The Ice, Zero Mentality – 29. Juli 2006, Rockfabrik - Übach-PalenbergThe Ice – Endlich geht’s los

Doch zunächst durften zwei nicht ganz unbekannte deutsche Bands zeigen, was sie konnten. Um 19 Uhr 30 nickten die ersten Köpfe zu The Ice, die vor leider noch relativ leeren Reihen ihre Songs 'Powertrip', 'Count Us Out' und 'Pressure' spielten, aber trotzdem alles gaben. Von Lustlosigkeit beim Anblick der quasi nichtexistenten Zuschauer war absolut nichts zu merken. Die Jungs hatten einfach Spaß am Rocken, und das konnten sie gut. Support bekam Sänger Christian durch zwei, vorne an der Bühne stehende Fans, bei denen man den Eindruck gewann, dass sie alle Texte auswendig konnten.
Standhaft rockten Manzon an den Drums, Gitarrist Michael und Bassist Heiko noch vier weitere Songs durch, bevor ihre Bühnenzeit vorbei war und sie das Feld für die nächste Truppe räumen mussten. The Ice @MySpace.com

Ignite, The Ice, Zero Mentality – 29. Juli 2006, Rockfabrik - Übach-PalenbergZero Mentality – Keine Pause für die Rocke

Die fünf Bochumer von Zero Mentality betraten um kurz nach acht die Stage und lockten die ersten Tänzer in den Zuschauerraum. Sänger Ben Fink und Lead Gitarrist Thorsten Groborz schüttelten ihre langen Haare von Anfang an. Gewiss hätte ihnen das der Rest der Combo gerne nachgetan, was aber mangels Haarpracht nicht realisierbar war. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. An Rock’n’Roll hat’s jedenfalls nicht gefehlt. 'Nicht mehr', 'Menschenfeind' und 'Choose To Lose' waren drei der sieben dargebotenen Tracks, aber bis dato war immer noch kein nennenswerter Publikumszuwachs zu verzeichnen, was bei solch einer Band sicherlich sehr verwunderlich ist.
Nicht nur, dass die Musik wirklich rockt, alleine der Fakt, dass die im Jahre 2002 gegründete Truppe ohne ein Label im Rücken schon fast von Anfang an mit den ganz Großen, wie Madball, Throwdown und Terror zusammengespielt haben, sollte eigentlich die Fans anziehen, wie die Fliegen.
Unbeirrt wurde weitergezockt. Auch ohne Headbanging zeigten die kurzhaarigen Bandmitglieder André Neubert am Bass, Marcel Hilgenstock am Schlagzeug und Dennis Sommer an der zweiten Gitarre, dass es nicht immer die langen Loden sein müssen, damit Musik das Prädikat „Sehr gut“ bekommt.
Weiter ging es mit 'Falling Down', 'Words To Scorn', 'In Fear Of 4' und 'T.O.M.O.' und allmählich wurde es unruhig unter den Fans, die endlich ihre kalifornischen Helden live sehen wollten. Website Zero Mentality

Ignite, The Ice, Zero Mentality – 29. Juli 2006, Rockfabrik - Übach-PalenbergIgnite - „Dankeschön, meine Freunde!“

Um etwa viertel nach neun war es dann endlich soweit. Ignite betraten die Bühne, und mittlerweile war die Rockfabrik gerammelt voll. Frenetischer Jubel begleitete die Truppe um Frontmann Zoli Teglas bei ihrem ersten Song 'Bleeding' vom letzten Langspieler, von dem natürlich relativ viel zum Besten gegeben wurde, und die Luft heizte sich allmählich auf.
Neben 'Slowdown', 'Let It Burn', 'Three Years' und 'Poverty For All' wurde natürlich der Song 'My Judgement Day' vom neuen Album gespielt und spätestens jetzt gab es für die knapp 300 aus aller Herren Länder angereisten Fans (Ja, auch unsere holländischen Nachbarn waren anwesend) kein Halten mehr. Stagediver flogen durch die rot, grün und blau beleuchtete Luft und landeten inmitten einer moshenden, schwitzenden Masse von Fans; Verletzte gab es, trotz einer nicht unwesentlichen Anzahl von waghalsigen Sprüngen, zum Glück keine.
Dann die erste Überraschung: Wie der Sänger mit ungarischen Wurzeln verkündete wurde „auf besonderen Wunsch” der Song 'Live For Better Days' kredenzt, bei dem die Gitarristen Brian Balchack und Nik Hill ausnahmsweise mal in die Akustik-Kiste greifen mussten, was leider den Sound in der kleinen Rockfabrik etwas zerstörte. Doch obwohl die Menge hier zum ersten Mal still auf der Stelle stand, tat dies der Stimmung keinen Abbruch, im Gegenteil. Es wurde so laut mitgegrölt und mitgesungen, dass man die Musiker fast nicht mehr hörte, was Bassist Brett Rasmussen sichtlich freute.
Weiter ging es mit dem allseits bekannten U2-Cover 'Sunday Bloody Sunday', zu dem Sänger Zoli auch im Vorhinein einige erklärende Worte lieferte. Überraschende aber dennoch erfreute Blicke erntete die Band, als ein weiterer gecoverter Song durch die Halle tönte. Denn „Für alle alten Leute“ spielten die Jungs noch einen Song der Misfits, für die Zoli ja schon einmal den Ersatzsänger mimte. Für den Applaus hierfür bedankte sich jener, in bestem Deutsch, mit den Worten „Dankeschön, meine Freunde!“, gefolgt von einem vernünftigen Appell, bitte nicht nach der Show betrunken am Steuer den Heimweg anzutreten. Er beschimpfte die Witzbolde, die auf seine Frage hin, wer sich denn angetrunken in Auto setzte auf derbste, was ihm aber keinerlei Antipathien einbrachte.
Liebhaber der älteren Werke der Musiker aus den Staaten kamen an diesem Abend natürlich auch nicht zu kurz. 'Embrace' und 'Call On My Brothers' erfreuten das Ohr der Freunde der alten Schule.
Aber irgendwann geht auch das beste und lauteste Konzert zuende. Nach einem wirklich beeindruckenden Drum-Solo vom Schlagzeuger Craig Anderson und dem Track 'Veteran' als Zugabe verließ die Band, das Publikum abklatschend, die Bühne der Rockfabrik und läutete somit die anschließende After-Show-Party ein. Website Ignite

Alles in allem kann man wirklich nicht meckern. Für seine 12,50 Euro (bzw. 16 Euro Abendkasse) bekam man starke Musik von souverän spielenden Bands in persönlicher Atmosphäre geliefert. Für echte Fans bestimmt ein Konzert, das man nicht so schnell vergisst!
Autor: Johannes Uessem