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Alternate Eve
Die RadioShow auf Antenne AC
zum Mag! Aber gerade gönnt sich 'Alternate Eve' eine verdiente Pause! Den nächsten Sendetermin erfahrt ihr demnächst an dieser Stelle!
Machine Head - 29. Oktober 2004 - Linz
Am Donnerstag, 29. Oktober 2004, spielten Machine Head im großen Saal des Linzer Posthofs. Die Halle war bis zum bersten gefüllt und als Vorbands heizten zum einen die deutsche Metalcore-Truppe um Frontmann Andy Dörner, Caliban, und zum anderen God Forbid aus den Staaten dem Publikum ein.

Gruselshow mit Caliban

Gleich anfangs standen Caliban auf der Bühne und rockten mal gut weg! Die Halle war natürlich noch lang nicht voll, trotzdem versuchten sie gute Stimmung zu verbreiten, was allerdings aufgrund der wohl eher proletenmäßigen Show auf einige Gegenstimmen stieß. Frontmann Andy, an den Augen bemalt und mit aufgestylten Haaren à la Static-X-Sänger Wayne Static, kam etwas seltsam und arrogant rüber. Er streckte immer seine Hände in die Lüfte, um daraus krallenähnliche Formen zu bilden, was zwar lustig aussah, aber nicht gerade die Show besser machte. Und der Sound war auch nicht der Beste. Caliban waren einfach zu leise und von den Gitarren konnte man nicht wirklich viel raushören. Im Großen und Ganzen waren die Jungs aus dem Ruhrpott nicht schlecht, aber von einer Band, die schon mit Killswitch Engage, Hatebreed, Life Of Agonyund Sick Of It All auf der Bühne gestanden hat, könnte man schon mehr erwarten.

God Forbid

Nach einer kurzen Pause ging das Licht aus und prompt standen God Forbid auf der Bühne. Schon zu Anfang beeindruckte der Sänger und Frontmann Byron Davis ! Das etwa 110 bis 120 Kilo schwere Monster, schwarz und mit langen Dreads stand da in der Mitte und fing an wild zu kreischen und zu schreien! Er hatte eine faszinierend, kräftige Stimme und wurde von den beiden Gitarristen mit Backgroundvocals unterstützt. Man merkte God Forbid wirklich an, dass sie richtig viel Spaß auf der Bühne hatten und so war es logisch, dass auch das Publikum richtig mitging und guter Laune war. Aber leider flaute das mit der Zeit ab und die Stimmung wurde immer unruhiger. Es war schwer eine Konstruktion, einen Rhythmus aus der Musik zu hören, und so wirkte God Forbid's Gig eher wie eine Jam-Session als wie wirklich fertige Songs, die man live präsentieren kann. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn die Band etwa ein bis zwei Songs früher von der Bühne gegangen wäre, denn so litt die Stimmung sichtbar unter der Langatmigkeit die sich zum Schluss hin verbreitete!
Im Allgemeinen waren God Forbid aber um einiges besser als Caliban und das auch nicht nur aufgrund des besseren Sounds!

Die Headliner: Machine Head

Danach folgte natürlich erst mal eine lange Pause, in der die ganze Bühne für Machine Head präpariert wurde und die sah dann richtig klasse aus! An der hinteren Wand wurde eine riesige Fahne aufgehängt und auch die großen Boxen wirkten sehr imposant.
Um Punkt 22 Uhr wurde dann endlich die Hintergrundmusik abgedreht und es wurde dunkel in der inzwischen bis zum letzten Meter vollen Halle. Es folgte ein Intro, das ein bißchen an Pavarotti erinnerte. Die Spannung in der Halle war zum Zerreißen und das Intro wollte einfach nicht aufhören. Erst nach ca. eineinhalb Minuten betraten die Jungs aus den Staaten die Bühne und begannen den ruhigen Anfang von „Imperium“ zu spielen. Bevor es dann richtig zur Sache ging schrie Frontmann Robb Flynn lautstark „Hear me now!“ und zeitgleich gingen die Lichter an und in der Halle war die Hölle los! Becher flogen, sogar ein Kübel flog irgendwann mal umher, und auch die Crowdsurfer flogen nur so durch die Menge! Machine Head starteten, wie man sie kennt, natürlich gleich am Anfang mit voller Power durch, so dass man so gut wie keine Zeit zum Verschnaufen bekam. Ab „Take My Scars“ wurde es dann auch schon richtig anstrengend, aber zum Glück folgte darauf der etwas ruhigere Song „The Burning Red“ und damit hatte man endlich mal die Möglichkeit kurz auszuruhen und ein bißchen zu entspannen. Robb war an diesem Abend lustig anzusehen: einerseits war er mächtig sauer auf den Mischer, denn anscheinend konnte sich Flynn auf den Monitoren kaum hören, und so fuchtelte er wild mit den Händen rum und schrie den Mischer sogar an. Resignierend schüttelte er dann den Kopf und warf sogar einen Becher nach ihm, um dann in der nächsten Sekunde allerdings wieder totale Freude am Spielen zu haben und sich bei den Fans tausend mal zu bedanken. Als die Vier dann von der Bühne gingen und die Zugabe-Rufe lauter wurden, waren die meisten Leute der totalen Erschöpfung allerdings schon sehr nahe. Aber, wie es sich natürlich bei einer guten Show gehört, kehrte die Band auf die Stage zurück und spielte gleich als erste Zugabe „Descend The Shades Of Night“, das wunderschöne 8-Minuten Epos, das sich immer mehr steigert und zum Schluss ein richtig harter, aber schöner, Machine Head-Song wird! Gleich darauf folgte der Klassiker „Davidian“und die Halle tobte noch einmal! Danach war eine kleine Pause angesagt, in der sich der gute Robb Flynn bei den Fans für so viel Zuspruch bedankte und verriet, dass er total beeindruckt von Linz sei, vor allem weil er noch nie vorher in seinem Leben etwas von dieser Stadt gehört hatte. Und dann gab er noch eine Erklärung zum vorletzten Track ab: es sei nämlich so, dass es ein Ritual bei ihnen sei, ein Cover zu spielen, welches sich die Fans aussuchen können. Selbstverständlich stieß das bei der Menge auf Begeisterung! Flynn nannte also dann eine Band und einen Albumtitel und die Band, bei der das Publikum am lautesten schrie, sollte dann gespielt werden. Am Anfang hieß es Iron Maiden und da ging es überraschend laut zu! Dann folgte eine Band, bei deren Namen aber Totenstille im Saal herrschte. Aber dann folgte ein Aufschrei, wie man ihn selten erlebt hat! Jeder einzelne im Saal schrie so laut er konnte, denn der letzte Vorschlag war Sepultura - „Chaos A.D.“! Und so stand der Sieger fest und die Jungs fingen an „Territory“ zu spielen! Die Halle bebte noch mal und jeder sang bei diesem Song mit! Der letzte und wirklich allerletzte Song des Abends war dann „Block“, wieder ein Track von Machine Head´s Debüt „Burn My Eyes“. Und zum Abschluss bildete sich noch einmal ein riesengroßer Moshpit, der fast die ganze Halle einnahm, und die Fans gaben ein letztes Mal alles. Dann verabschiedeten sich die vier Jungs und verließen endgültig die Bühne.
Bei dem Konzert stimmte einfach alles: der absolut perfekte Sound, die ganze Show, die Band selber, denn man hat sich von Machine Head nie so viel Offenheit und Sympathie erwartet - Robb war ja beinahe schon gerührt und zu allerletzt darf man die Fans nicht vergessen die einen großteil dazu beitrugen diesen Abend unvergesslich zu machen! Was man dort bei Machine Head erlebt hatte war einmalig! Die Stadt Linz überraschte vollkommen und so eine gute Stimmung erlebt man wohl so schnell kein zweites Mal! Das Fazit also: Es war ein absolut spitzenmäßiges Konzert von Machine Head und sie sind und bleiben einfach eine der besten Live-Bands dieses Planeten, ohne wenn und aber!
Autor: Razvan Matei