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Narziss, Pitfall, A-OK, Where Horizon Ends - 20. Oktober 2006, Düren - Komm
Am Freitag, den 20. Oktober 2006 gaben sich die deutschen Metalcore Helden von Narziss die Ehre im Dürener Komm ihren einzigen NRW Gig zu spielen. Mit ihrem letzten Release 'Solange das Herz schlägt' in der Tasche und qualitativ sehr hochwertigem Support versprach dies ein netter Abend zu werden. Mit von der Partie waren nämlich die Dürener Where Horizon Ends, A-OK aus Brasilien und die Kölner Hardcore-Kombo Pitfall. Somit waren die besten Voraussetzungen für ein Konzert erster Klasse gegeben. Einlass war um 19 Uhr und Beginn sollte um 20 Uhr sein. Aufgrund des anfangs sehr spärlich gefüllten Ladens wurde das Ganze jedoch um eine halbe Stunde verschoben. Somit ging es um 20 Uhr 30 los, obwohl sich der Schuppen noch nicht merkbar gefüllt hatte.

Narziss,Where Horizon Ends – Dürener Locals heizen ein!

Als erste Band an diesem Abend standen Where Horizon Ends aus Düren auf der Bühne. Mit ihrem Hardcore, gespickt mit Metalelementen, heizten sie den Leuten richtig ein und man merkte, dass sie hier keine Unbekannten mehr sind. Nach einem kurzen Intro starteten die vier Jungs mit 'Emptyness' und direkt schien das Eis vor der Stage gebrochen. Ein paar Leute bewegten sich zur Musik, grölten ordentlich mit und Frontmann Danny, sowie seine Mannen Jonas und Robert an den Gitarren, Jens am Bass und Trommelmeister Dennis hatten sichtlich Spaß. Kurze Begrüßungen folgten und ohne langes Gerede wurde auch direkt zum zweiten Song 'Mimic Of The Forsaken' übergegangen. Die paar Leute vor den Brettern hielt nun nichts mehr, ein kleiner Pit entstand und man feierte ausgelassen seine Lokalhelden. Vor dem nächsten Song, 'Gejagt vom Schicksal', bedankte sich Danny noch eben beim S-U-M-O-Team für die Planung und Durchführung des Abends. Es folgten noch 'Mass Of Feelings', welches auf ihrer ersten Platte erscheinen wird, 'My Sweet Tomb' und als letzter Song diente '3rd Chapter'. Jedes Stück wurde den vier Dürenern mit gebührendem Applaus gedankt und auch vor der Bühne hatte man sichtlich Spaß. Beachtlich ist dabei das junge Durchschnittsalter der Band gekoppelt mit der Professionalität, mit der man hier vorging. Das Set wurde trotz weniger Zuschauer durchgezogen und auf der Stage gingen die Jungs ab als hätten sie nie etwas anderes getan. Um 21 Uhr 10 war dann auch schon Schluss und die Bühne wurde umgebaut für den nächsten Act. Website Where Horizon Ends

Narziss,A-OK – Brasilianische Mähnenschwinger

Nach kurzer Umbaupause betraten um 21 Uhr 45 die Brasilianer von A-OK als zweite Band für diesen Abend die Bühne. Langsam wurde es auch voller im Komm und man wartete gespannt auf das, was sich dort abspielen sollte. Vielen dürfte diese Kapelle nicht bekannt gewesen sein, jedoch war das nach dem ersten Song schon völlig egal. Mit voller Power starteten die Fünf ihre Show und sofort entstand wieder Stimmung im Raum. Herumschwingende Haarprachten sah man nicht nur vor der Bühne, sondern auch auf dieser. Sänger Daniel Herbert Kruger und Gitarrist Thiago Straioto rockten derart, so dass zeitweise von den Gesichtern nichts mehr zu sehen war. Begonnen wurde die Show mit 'Contato' und 'Incógnita' und sofort hatte die Band das Publikum in der Hand. Zu rockigen Tönen, die einen leichten Anschlag von At the Drive-In in sich hatten, bewegte sich sogar der ein oder andere Zuschauer. Für lustige Einlagen sorgten die Ansagen Daniel´s zwischen den einzelnen Songs, die er abwechselnd auf deutsch, englisch oder spanisch von sich gab. Es folgten 'Alternativa', 'Associado' und 'O Herói' und A-OK überzeugten weiterhin auf ganzer Linie. Ständig bedankte man sich beim Publikum für die Aufmerksamkeit und schon ging es weiter mit den doch sehr eingängigen Songs, die man durchaus in die Punkrichtung einsortieren kann. Der Spaß, den die Fünf hatten, sprang auch schnell auf die Leute über und so wurde gemeinsam getanzt, der ein oder andere versuchte die spanischen Lyrics mitzusingen und A-OK verausgabten sich enorm und stimmten Songs wie 'Código', 'Encerrando Ciclos' und 'Paraíso Dos Infernos' an. Mit jedem Track wurde die Crowd wacher und der Applaus lauter. Leider verblassten der Gitarrist Ricardo Oliveira, Bassist Raphael Adam Guarneri und Drummer Rodrigo Alves Hayden ein wenig hinter dem sehr im Mittelpunkt stehenden Daniel und seinem zweiten Gitarristen Thiago. Ihre Arbeit machten sie jedoch sehr gut. Abgeschlossen wurde die Show mit 'Sincro', 'Shogun' und 'Sentimento Incapaz', welches einen sehr jazzigen Part enthielt, zu dem sich ordentlich bewegt wurde. Zum Schluss gab´s noch eine Huldigung an Metallica und dann räumten die Brasilianer die Bretter für die nächste Hardcore-Kapelle. A-OK @MySpace.com

Narziss,Pitfall - Kölner zu Gast in Düren

Aus Köln kommend sind Pitfall immer ein Garant für schweisstreibende Shows der besonderen Härte. So sollte das auch an diesem Abend sein, als Shouter Mario, Bassist Merlin mit lustigen Elfenflügelchen bekleidet, die Gitarristen Johannes und Oliver, sowie Drummer Sebastian um 22 Uhr 55 die Bühne betraten. Ohne viel Gerede ging es auch direkt zur Sache. 'The Great Sacrifice' vom neuen Album ertönte und man musste das Publikum nicht einmal mehr zum Tanzen auffordern. Pitfall wurden mit einer kleinen Moshaction begrüsst und bedankten sich in Form von 'Your Noise' und 'Lights Of Blindness'. Auf den Brettern war die Party nun in vollem Gange und auch davor wurde die ein oder andere Showeinlage dargeboten. Mal auf dem Boden liegend, mal mitten im Publikum schrie sich Mario während 'Sacra Pagina' und 'Parasite Solution' die Seele aus dem Leib. Metalcore vom Feinsten wurde hier geboten und die Leute im Komm waren hoch erfreut über das Spektakel, welches sie zu sehen bekamen. '30 Seconds Of Love' und 'Paralyzed' folgten und trotz des kurzen Ausfalls der Gitarre von Johannes ließen sich die Jungs nicht beirren und zockten ihr Set professionell durch. Einzig und allein der Sound war ein wenig zu bemängeln, da dieser bei den oftmals sehr harten Passagen ein wenig einbrach und kratzte. Aber auch das machte den fünf Kölnern nicht viel aus und so stimmte man 'Deus Ex Machina' und 'Gutter' an, was bei den Zuschauern weitere Moshpits auslöste. Als Dank dafür gab´s dann noch 'Masquerade Of Hate' vom Vorgängerrelease 'Our Love For Oppression' und als krönenden Abschluss spielten Pitfall 'Perfect Machinery', welches auch auf dem neuen Album zu hören ist. Um 23 Uhr 30 nahm auch diese kraftvolle und laute Show ein Ende und die Bühne wurde umgebaut für den Headliner des Abends. Website Pitfall

Narziss,Narziss – Metalcore einmal auf deutsch

Um 0 Uhr 10 standen dann die Jungs von Narziss auf der Bühne, um mit ihrem Metalcore mit deutschen Texten die Bude einzureissen. Anscheinend hatten aber einige Zuschauer das Komm schon verlassen oder den Weg in den Konzertraum nach der Pause nicht mehr zurück gefunden, denn der Laden war nicht annähernd voll. Unbeirrt davon legten die Fünf aus Jena sofort mit 'Griff nach den Sternen', 'Meine kleine Seele weint' und 'Tot?' los. Die Stimmung war trotz des erneut etwas einbrechenden Sounds wieder auf einem Hochpunkt angelangt. Vor der Bühne tummelten sich tanzende Leute und Sänger Alexander Bartsch interagierte hervorragend mit ihnen. Danach gaben sie 'Und du verblasst' vom neuen Album 'Solange das Herz schlägt' zum Besten und der Damm war gebrochen. Die Leute kreischten mit und auf der Stage zogen die Gitarristen Sebastian Metzner und Johannes Müller, Drummer Steffen Adolf und Bassist Steven Kretzschmar mit ihrem Sänger eine gute Show ab. 'Entstelltes Bild' ertönte und der erste Moshpit war geboren. Wasser durch die Gegend spuckend schrie sich Frontmann Alexander in Extase, lobte die tanzenden Leute und machte auf ein Konzert von Rechtsradikalen am folgenden Tag aufmerksam, zu dem man doch bitte zahlreich erscheinen sollte, um es aufzuhalten. Den Aufforderungen seitens des Publikums nach älteren Songs kam die Band gerne nach und spielte 'Blind' und 'Gotteskrieger', wobei auch Danny von Where Horizon Ends aus dem Publikum mitgrölte. Alexander´s Ansagen zwischen den Songs sorgten nicht nur bei den Leuten für Belustigung, denn auch die Band konnte manchmal nicht wirklich fassen, was er da von sich gab und brach in Gelächter aus. Danach starteten Narziss mit 'Erlösung', 'Stille Wahrheit' und 'Morgen nicht geboren' noch einmal richtig durch. Die Fetzen flogen und auf der Bühne ging es richtig zur Sache. Schweissgebadet heizten die Fünf den Leuten in Düren ein, um dann den Abend vorerst mit 'Mythos' zu beenden. Das jedoch war dem Publikum nicht genug und es wurde lauthals nach einer Zugabe verlangt. Das ließen sich Narziss nicht zweimal sagen und so gab es zum Schluss noch 'Verloren' und 'Das Tier' auf die Ohren und Alexander forderte alle „Metalheads“ auf, ein Bein auf die Bühne zu stellen und die Haare zu schwingen. Nur einige ließen sich darauf ein, andere stürmten die Bühne und der Abschluss des Abends war perfekt. Zufrieden verließ die Band die Stage und der ein oder andere Besucher genoss noch ein kühles Getränk an der Bar, um den durch und durch gelungengen Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Website Narziss

Fazit: Wieder einmal bescherte das S-U-M-O-Team den Besuchern einen Abend der Extraklasse. Bis auf den kurzzeitig einbrechenden Sound gab es absolut nichts zu beanstanden. Alle Bands haben ihre Arbeit hervorragend erledigt und sichtlich Spaß dabei gehabt.

Mehr Infos:
CD-Review Pitfall – 'Our Love For Oppression'
Gig-Review Caliban, Pitfall u.a. am 28. Dezember 2005
Gig-Review Boysetsfire, Flyswatter, Pitfall am 09. Juni 2005
Interview – Pitfall mit Sebastian am 23. Januar 2005
Interview - Where Horizon Ends mit Danny Engler am 10. Oktober 2006
S-U-M-O Vol. 02 – Various Artists mit Where Horizon Ends
Gig-Review – Days Of Destruction am 06. Januar 2006 in Düren mit Elevator Stunt Team, Where Horizon Ends, Downfall, recbow und Farewell To Words
Autor: Alexander Greve